LG Rolly und Tone Active: Falttastatur und Sport-Headset für unterwegs

Neben Tablets und Smartphones bringt die Mobile-Abteilung von LG auch regelmäßig Zubehör auf den Markt. Die neuesten Produkte sind eine Falttastatur mit mechanischen Tasten und ein Headset für Sportler, das tollen Klang und Telefonfunktion vereinen soll.

LG Rolly: Die einzige mit Tastenhub?

Zubehör für mobile Geräte gibt es wie Sand am Meer: Kabel, Hüllen, Folien, Headsets, Tastaturen – die Liste lässt sich beliebig erweitern. Ein Teil der angebotenen Produkte funktioniert nur mit Geräten desselben Herstellers, viele andere lassen sich an quasi jedem mobilen Device nutzen. Letzteres gilt auch für die beiden jüngsten Accessories aus dem Hause LG – eine Falttastatur namens Rolly und das Sport-Headset Tone Active, beides auf Bluetooth-Basis. Wir haben die beiden einige Tage ausprobiert.

Schauen wir uns zunächst das Rolly Keyboard an. Unser Testgerät basiert noch auf dem englischen Tasten-Layout, für die deutschsprachigen Länder hält der Hersteller aber natürlich Versionen mit den entsprechenden Umlauten und Sonderzeichen bereit. Wo LG die allerdings noch sinnvoll unterbringen will, bleibt uns aktuell noch ein Rätsel.


Das Rolly-Keyboard von LG vereint zwei wichtige Aspekte. Es lässt sich sehr kompakt zusammenrollen und besitzt dennoch mechanische Tasten mit einem Hub, wie man ihn von modernen Chiclet-Tastaturen her kennt. Laut Hersteller gibt es diese Kombination bisher nur von LG. Tatsächlich fällt das Rolly Keyboard im zusammengefalteten Zustand mit 26 x 2,5 x 2,5 Zentimetern sehr kompakt aus und passt locker in die allermeisten Handtaschen, Rücksäcke und Aktenkoffer rein. Das Gewicht von knapp 160 Gramm bewegt sich zudem in einem akzeptablen Rahmen.

Die Verarbeitung der Kunststoff-Tastatur geht völlig in Ordnung. Zwar klappert und knarzt die Rolly-Tastatur ein wenig, wenn man sie im geschlossenen Zustand in der Hand hält. Das ist aber nicht weiter tragisch, zumal der Rollmechanismus sehr gut funktioniert.

Die Tastatur ist quer in fünf Segmente unterteilt, wobei das oberste ein dickerer Kern ist, um den sich die anderen Segmente beim Zusammenrollen herumwickeln. Ein Magnet hält das kompakte Paket dann zusammen. Der massive Kern beinhaltet zudem ausklappbare Halterungen für Smartphone oder Tablet, beherbergt eine AA-Batterie und das Bluetooth-Modul sitzt ebenfalls dort.

Zum Testzeitpunkt war die deutsche Version noch nicht im Handel verfügbar, die UVP dürfte aber bei rund 120 Euro liegen. Erste Händler listen die Tastatur bereits für unter 90 Euro, einen Liefertermin können sie aber bis dato nicht nennen.

Zu großer Abstand zwischen den Tastenreihen

Nach der kinderleichten Inbetriebnahme – die Tastatur muss weder eingeschaltet noch in einen Pairing-Modus versetzt werden – kann es also losgehen mit dem Tippen. Zwei Geräte können mit der Tastatur gekoppelt werden. Sobald sie auseinandergerollt wird, verbindet sie sich automatisch und ist binnen weniger Sekunden einsatzbereit.

LG setzt funktechnisch auf Bluetooth 3.0, ein doch schon recht alter Standard. Mit Version 4.0 würde die Batterie in der Tastatur vielleicht länger halten als die vom Hersteller angegebenen drei Monate. Eine blaue LED am linken Rand des Kerns informiert über den Betriebszustand der Tastatur.

Die ausklappbaren Ständer eignen sich nur für Tablets und große Smartphones, die zudem lediglich im Querformat eingestellt werden können. Smartphones sind im Hochformat zu schmal, Tablets zu schwer - sie bringen die Gesamtkonstruktion zum Kippen. Zu dünn dürfen die Geräte zudem auch nicht sein: Die ultraflachen Tablets der Sony Xperia-Z-Reihe etwa rutschen aus den Halterungen heraus.

Mit ca. 14 Millimetern sind die Tasten des LG Rolly noch ausreichend groß, der horizontale Abstand zwischen den Tasten beträgt angenehme drei Millimeter. Auch Hub und Druckpunkt sind für eine faltbare Tastatur mehr als okay. Gute Voraussetzungen für schnelles Tippen ... wenn da nicht der große vertikale Abstand zwischen den Tastenreigen wäre.

Dieser ist erforderlich, damit sich die Segmente der Tastatur beim Zusammenfalten an den Kern "anschmiegen" können. Zehn-Finger-Tipper werden sich an diesem Abstand allerdings anfangs stören, da die Finger doch immer wieder die falschen Tasten oder gleich zwei treffen, weil der Abstand einfach nicht stimmt. Es dauert tatsächlich einige Tage, bis man sich daran gewöhnt hat.

Dass man für die Eingabe von Zahlen die Funktionstaste bemühen muss, geht da schon schneller in Fleisch und Blut über und ist – gerade bei einer so kompakten Tastatur – auch nicht anders zu lösen. Nach ein paar Tagen konnten wir schon recht flott mit dem Rolly Keyboard tippen. Wichtig ist dabei aber eine feste Unterlage, denn aufgrund der flexiblen Lamellen klappt das Schreiben auf den Oberschenkeln nur sehr eingeschränkt. Dadurch, dass die Tastatur sehr flach ist und plan auf dem Schreibtisch liegt, ermüden auch die Hände früher als bei einem Modell mit "Füßchen".

Kritik verdient allerdings die Anordnung der Cursor-Tasten: Drei davon befinden sich nebeneinander in der untersten Tastenreihe, die vierte in der Reihe drüber - blind lassen sich diese Tasten so kaum bedienen.

Wer unterwegs eine ordentliche Tastatur mit mechanischen Tasten braucht, die zudem kaum Platz beim Transport einnehmen soll, ist mit dem LG Rolly Keyboard vielleicht ganz gut bedient. Über das ein oder andere Manko muss man dann aber hinwegsehen und auch der Preis ist eine nicht unerhebliche Hürde.

LG Tone Active: Ein Headset für Sportler

Auch das zweite Zubehörteil von LG ist nicht gerade ein Schnäppchen. Satte 140 Euro rufen die Südkoreaner für ihren jüngsten Headset-Spross namens Tone Active auf. Dabei handelt es sich um ein "Premium-Sport-Headset", wenn man dem Hersteller glauben will.

Headsets für den sportlichen Einsatz gibt es reichlich, interessant wird das LG Active Tone durch seine ausziehbaren Ohrstöpsel und das integrierte Mikrofon, sodass beim Sport auch die Möglichkeit des Telefonierens besteht. Doch der Reihe nach; schauen wir uns das Tone Active erst einmal etwas genauer an.

Schon optisch mimt das Bluetooth-Headset ganz den Sportler: Der schwarze, angenehm zu greifende Kunststoff wird an beiden Seiten von farbigen Applikationen unterbrochen. Die gibt es wahlweise in den Farben Orange, Limette, Blau oder Pink. Das in Form eines Halsbandes gehaltene Headset wiegt 51 Gramm und besitzt vier Tasten zur Steuerung. Die Größe des Headsets lässt sich über zwei verschiedene Sets von "Stabilisatorspitzen" ein wenig an den Umfang des Halses anpassen.

Die Verbindung zum Smartphone stellt das LG Tone Active über den neuesten Bluetooth-Standard 4.1 her, der eine besonders geringe Leistungsaufnahme verspricht. Laut Hersteller soll eine Akkuladung für knapp 10 Stunden Musikwiedergabe, 13 Stunden Telefonie oder 430 Stunden Standby reichen. Verbaut sind zwei Lithium-Polymer-Akkus mit je 90 mAh Kapazität.

Zunächst einmal muss das Tone Active mit einem Smartphone gekoppelt werden. Dazu genügt es, das Headset einzuschalten und auf dem Telefon nach einem neuen Bluetooth-Gerät zu suchen. Die Eingabe eines Pairing-Codes ist nicht erforderlich. Bei Bedarf lässt sich auch noch ein zweites Smartphone mit dem LG-Headset koppeln.

Wir haben das Tone Active zum Laufen in der freien Natur und zum Gerätetraining ins Fitnessstudio mitgenommen. In beiden Fällen sitzt es angenehm und sicher am Hals, selbst beim Laufen gerät es kaum in Bewegung. Die ausziehbaren In-Ear-Stöpsel sind sehr komfortabel handzuhaben und erlauben eine individuelle Anpassung an wohl jede Kopfgröße.

Ob die Stöpsel allerdings im Ohr angenehm sitzen, kann nur jeder für sich selbst entscheiden, denn zugunsten eines sicheren Halts sitzen sie recht weit im Ohr. Unser Autor hat das nicht als störend empfunden - ganz im Gegenteil: So ist man besser gegenüber Außengeräuschen abgeschirmt. Die dünnen Käbelchen, die ein selbsttätiges Einziehen der Ohrhörer ermöglichen, haben sich als erstaunlich robust erwiesen. Versehentlich abreißen wird die wohl kaum jemand.

Bedient wird das Headset über vier Tasten, von denen jeweils zwei auf der linken und rechten Seite sitzen. Rechts befinden sich die Lautstärketasten, links die Power- und die Multifunktionstaste. Bei der Musikwiedergabe dienen die Lautstärketasten auch zur Titelwahl. Ein längerer Druck von etwa einer Sekunde erlaubt das Vor- und Zurückspringen innerhalb der Playlist.

Das Tone Active unterstützt zudem zahlreiche Funktionen beim Telefonieren wie etwa "Ruf abweisen", "Anklopfen", "Stummschalten" und "Wahlwiederholung". All diese Funktionen auf nur vier Tasten unterzubringen geht zwangsweise mit Doppelbelegungen und unterschiedlicher Drückdauer einher. Ein Studium des Handbuchs ist dafür in jedem Fall erforderlich. Die meisten Anwender werden aber nur die wichtigsten Grundfunktionen nutzen; also Titel- und Lautstärkewahl sowie Anrufe annehmen und beenden. Das kriegt man nach weniger Minuten Übung locker hin – auch beim Sport.

Und da will man seine Lieblingsmusik in anständiger Qualität genießen. LG spricht beim Tone Active vollmundig von Klang auf On-Ear-Niveau - was immer das auch heißen mag; denn auch da gibt es gute und schlechte Vertreter. Mit echten HiFi-Kopfhörern kann das LG Tone Active jedenfalls nicht mithalten, und richtig gute In-Ears haben dem Sport-Headset auch noch einiges voraus. Allerdings vertragen die wiederum den Schweiß des Trägers und Regen bestimmt nicht so gut.

Unterm Strich waren wir mit dem Klang des Tone Active aber zufrieden. Sicher, der Klang spielt sich weitgehend im Mitten- und Hochton-Bereich ab. Doch LG hat es auch geschafft, basslastiger Musik ein gewisses Volumen zu verleihen. Zuviel darf man sich aber nicht erwarten. Dafür klingen Stimmen sehr natürlich, der Klang ist nahezu glasklar. Das kommt auch Telefonaten zugute: Anrufer waren stets sehr gut zu verstehen. Die eigene Stimme kommt indes sehr synthetisch rüber. Hintergrundgeräusche werden zudem kaum ausgefiltert - ein lautes Fitnessstudio ist daher kein guter Ort für ausgiebige Telefonate.

Für den Sport gemacht

Wer ein schnurloses Headset für den sportlichen Einsatz sucht, der kann mit dem LG Tone Active glücklich werden. Kleine Abstriche bei der Sprach- und Hörqualität muss man zwar machen. Dafür erhält man ein sehr durchdachtes, bequem zu tragendes Sport-Headset, das den Namen auch verdient hat. LG verspricht hier nicht zu viel. Nur beim Preis schießen die Südkoreaner etwas über das Ziel hinaus.



Fazit

Beim Rolly Keyboard wird der größte Vorteil gleichzeitig zum Hauptmanko: Der geniale Falt-Roll-Mechanismus erfordert einen großen Abstand zwischen den Tastenreihen, was beim Tippen mit zehn Fingern anfangs Probleme macht. Die Anordnung der Cursor-Tasten ist zudem sehr unglücklich gewählt. Die Tastatur als solches hinterlässt aber einen guten Eindruck und wird sicher den Weg in die ein oder andere Handtasche bzw. Aktenkoffer finden.

Und nach dem Feierabend geht es dann mit dem LG Tone Active auf die entspannte Jogging-Runde - das ist das Metier des stylishen und funktionellen Bluetooth-Headsets. Und für einen kurzen Anruf zuhause reicht es auch.

Die Kritik am hohen Preis gilt aus unserer Sicht dagegen für beide Zubehörteile.

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