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Spionage durch Smart-TVs: LG nimmt zu Vorwürfen Stellung

Von - Quelle: Tom's Hardware DE | B 8 kommentare

Laut LG Electronics Inc. reagiert das Unternehmen mit diesem Statement auf die mediale Berichterstattung, die auf den Ausasagen des britischen DoctorBeet's Blog basierte. Wir berichteten gestern vormittag als eine der ersten deutschen IT-Publikationen über dieses bedenkliche Verhalten von LGs Smart-TVs; am späten Nachmittag erweiterten wir den Beitrag um ein Statement der deutschen LG-Niederlassung.

Nachfolgend das Statement aus LGs Zentrale in Seoul:

Bei LG sind wir ständig bestrebt, das Smart TV-Erlebnis unserer Kunden zu verbessern. Kürzlich veröffentlichte Medienberichte haben nahegelegt, dass bestimmte Nutzungsinformationen auf LG Smart-TV ohne Einwilligung weitergegeben wurden. Da die Privatsphäre unserer Kunden ein sehr wichtiger Bestandteil des Smart TV-Erlebnisses ist, haben wir eine sofortige Untersuchung dieser Behauptungen eingeleitet. Hierbei haben wir Folgendes festgestellt:

Bei Informationen wie Programm, TV-Plattform, Sendequelle, usw., die von bestimmten LG Smart TV erfasst werden, handelt es sich nicht um personenbezogene Informationen, sondern um Informationen zum Sehverhalten. Diese Informationen werden im Rahmen der Smart TV-Plattform erfasst, um den Zuschauern Programmempfehlungen auf Grundlage des Sehverhaltens anderer LG Smart TV-Besitzer zu geben sowie interessenbezogene Werbeinhalte anzubieten. Wir haben verifiziert, dass auch bei Abschaltung dieser Funktion durch die Zuschauer weiterhin Informationen zum Sehverhalten weitergegeben werden, obwohl die Daten vom Server nicht gespeichert werden. Derzeit wird ein Firmware-Update zur sofortigen Auslieferung erstellt, das dieses Problem auf allen betroffenen LG Smart TV behebt, so dass bei ausgeschalteter Funktion keine Daten übertragen werden.

Es wurde auch darüber berichtet, dass die Namen von Mediendateien, die auf externen Laufwerken wie z. B. USB Flash-Geräten gespeichert sind, durch LG Smart TV erfasst werden. Die Dateinamen werden nicht gespeichert, jedoch war die Übertragung solcher Dateinamen Bestandteil eines neuen, noch in der Entwicklung befindlichen Features, mit dem im Internet nach Daten (Metadaten) gesucht wird, die im Zusammenhang mit der betrachteten Sendung stehen. Dieses Feature ist jedoch niemals völlig fertiggestellt worden, und es wurden zu keiner Zeit personenbezogene Daten erfasst oder aufbewahrt. Diese Funktion wird mit dem Firmware-Update bei betroffenen LG Smart TVs ebenfalls deaktiviert.

LG bedauert alle Bedenken, die durch diese Berichte entstanden sein könnten, und wird weiterhin alles daran setzen, die Erwartungen aller unserer Kunden und der Öffentlichkeit zu erfüllen. Wir hoffen, dass diese Informationen alle Missverständnisse beseitigen.

Bezogen auf die Situation in Deutschland hat LG nach eigener Aussage direkt nach Bekanntwerden der Behauptungen eigene Untersuchungen angestellt, in denen sich eine solche Weitergabe von Informationen bisher nicht nachvollziehen ließ. Nach weiterer Klärung der Angelegenheit will LG Deutschland gegebenenfalls noch einmal Stellung beziehen.

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  • aarfy , 22. November 2013 02:45
    Na witzig, wenn das die TVs machen.. was machen dann erst die Smartphones?

    Irgendwie würde mich das LG Statement in keinster Weise beruhigen wenn ich ein LG Gerät mein eigen nennen würde.
    Klingt doch alles zu sehr nach: "Was sagen wir nur das sich keiner mehr aufregen kann, muss ja nicht mal stimmen, kann ja eh keiner nachprüfen."

    Fehlt eigendlich nur noch ein Kommentar ala "Die anderen machen's doch auch.."
  • echoez , 22. November 2013 07:11
    @aarfy
    Bei Smartphones weiss man ja, beim akzeptieren der Zugriffsrechte, was die App alles "nutzt".
    Aber Dateinamen und Inhalte eines externen Speichers zu senden, wie wenig personenbezogen das auch immer ist, ist eine Frechheit.
    Dauert nicht mehr lang, und es wird in jedem Fernseher eine Art Kinect verbaut, und man ist sich nicht mehr sicher was alles ausspioniert wird.
  • Diluvian , 22. November 2013 12:25
    Der Kommentar bestätigt also nur, dass die es praktizieren und nun, da es bekannt wurde, die Option zur Verfügung stellen, dass man es deaktivieren kann, sofern man diese Beiträge gelesen hat :)  Gute Strategie!
  • Alle 8 Kommentare anzeigen.
  • BlackJack , 22. November 2013 12:52
    @echoez
    es gibt doch schon die gestensteuerung bei samsung tv's (http://www.samsung.com/de/article/smart-tv-facial-and-gesture-recognition)
  • Scour , 23. November 2013 19:51
    Skandal, LG macht jetzt auch das was bei Samsung normal ist. Ich bin erschüttert
  • RJdaMoD , 24. November 2013 16:52
    Ich hab es mal an meinem LG 50LN5708 kurz getestet, der verbindet sich offenbar nur für hbbTV nach draussen, der Rest war snmp und derartiges. hbbTV müsste man auch deaktivieren können, muss jedoch noch prüfen, ob dies auch wirklich funktioniert, und ob auch über längere Zeiträume keine Verbindungen aufgebaut werden. Letztlich sollte man sich aber immer im Klaren darüber sein, dass mit dem Internet verbundene Haus- und Konsumgeräte, die man nicht selbst "administriert", potentielle Spione sind. Der Wert von Beschwichtigungen seitens Wirtschaft und Regierung sollte heutzutage ebenfalls bekannt sein.
  • reiti_net , 27. November 2013 13:07
    In der heutigen Endkunden-Welt herrscht große Verwirrung was "personenbezogen" bedeutet. Daten ohne Bezug zur Person sind also völlig egal.

    Beispiel: "Datensammler A" kennt den Namen der Datei XY auf Gerät B. Kennt aber nicht den Besitzer von Gerät B. Wen interessiert also ob Datei XY auf 100 Geräten installiert ist?

    Ich sage es gern immer wieder - wer heutige Technologie nicht möchte, der muss sie auch nicht nutzen - es gibt noch ein paar freie Höhlen in der Natur, viell. dort einziehen. Ich sehe bei LG keinen Verstoß gegen vernünftige Datenschutzkriterien ebenso wenig bei vielen anderen liegt kein großes Bedenken vor.

    Natürlich gab es auch bedenkliche Datensammler - aber das sind eher sehr vereinzelte Ausnahmen.
  • Scour , 2. Dezember 2013 19:17
    Alles was nach außen geht kann auch von anderen Sammlern abgefangen werden.

    Dann erpresst NSA & Co. die Politiker, die sich nen Porno reingezogen haben.

    Wäre also so ne Situation wie momentan, wo fast alle Politiker die USA und GB schon gewähren lassen, weil sie selbst Dreck am Stecken haben