Übertakten mit Luft: Zehn Kühler für LGA 1156 im Vergleich

Der größte Feind des Prozessors ist die Hitze. Wird eine CPU zu heiß, wird sie instabil und ihre Lebensdauer verkürzt sich aufgrund der Elektromigration. Das Gemeine: Manchmal zeigt sich das Problem erst nach längerer Zeit, wenn es schon zu spät ist. Außerdem fallen die thermischen Limits bei verschiedenen Prozessorfamilien sehr unterschiedlich aus.

Doch halt, hat sich das mit dem Lynnfield nicht alles geändert? Immerhin soll dessen Kern Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius vertragen, was unsere eigene Erfahrung bestätigt: In einigen unserer Mainboard-Tests pendelte sich unsere Test-CPU, ein Core i7-870, bei stabilen 4,3 GHz bei einer Temperatur von 95 Grad ein.

Andererseits war es reiner Zufall, dass die thermische Stabilitätsgrenze dieses Prozessors mit der von uns favorisierten Höchstspannung zusammenfiel und von unserem Standard-Kühler noch bewältigt werden konnte. Und wenn die Plattform im offenen Aufbau schon solche Temperaturen entwickelt, dann ist sie zumindest in dieser Konstellation für ein geschlossenes System ungeeignet. Im Gehäuse herrscht zwangsläufig eine höhere Umgebungstemperatur, was schnell dazu führen würde, dass sich der Prozessor selbst heruntertaktet, um sich vor Überhitzung zu schützen (Stichwort Thermal Throttling).

Eine Wasserkühlung könnte zwar helfen, doch haben unsere amerikanischen Kollegen gezeigt, dass es dann schon ein Radiator mit zwei Lüftern sein müsste. Das dürfte den meisten Nutzern wohl zu viel Aufwand sein, von der Größe ganz zu schweigen. Für den Ottonormalbastler dürfte der gute alte Luftkühler nach wie vor die erste Wahl bleiben – er muss möglicherweise nur etwas größer ausfallen. Deshalb schauen wir uns heute 10 Modelle verschiedener Hersteller an.

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41 Kommentare
    Dein Kommentar
  • skylang
    Der Test an sich ist ja nicht schlecht, aber mir fehlen hier ganz klar ein paar Kandidaten:
    -Prolimatech Megahalems
    -EKL Brocken
    -EKL Nordwand
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  • miserable one
    da geb ich dir vollkommen recht skylang, so leid es mir tut THW. das mögen zwar nicht unbedingt die aktuellsten sein, aber erstens bringen die verdammt gute leistung und zweitens sind sie sehr beliebt
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  • Gudi
    Man kann im Artikel ja schon lesen, dass es an den Unternehmungen lag welche Lüfter sie ins Rennen schicken.
    Wenn EKL oder Prolimatech nicht mitspielen, werden sie eben auch nicht getestet.
    Natürlich vorausgesetzt, sie wurden vorher angeschrieben. ;-)
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  • pivo
    Vorsicht mit Arctic Cooling!!!

    Der Montagerahmen ist aus einem derart miserablen Plastik gefertigt, daß es jederzeit und unvermittelt passieren kann, daß sich das Ding zerlegt.

    Ich hatte 2 Alpine Pro 11.
    Der Rahmen ist zwar nicht exakt baugleich, aber sehr ähnlich und funktionsgleich.

    Der erste der beiden hat eine halbe Stunde durchgehalten und ist dann mit einem leisen 'Klack' abgefazzt, worauf der Proz nach ein paar Sekunden runtergetaktet hat (gottseidank funktioniert das wirklich).

    Der zweite hat sich beim Festschrauben des eigentlichen Kühlers auf dem Rahmen zerlegt.

    Mir geht es nicht in den Kopf, wie man für soviel Geld soviel Schrott verkaufen kann!

    ... und das auch noch aus der Schweiz *kopfkratz*
    Mglw. geht denen die Asche aus, wo doch jetzt die Steuerbetrüger keine Schwarzkohle mehr rüberschieben.
    ;-)
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  • titan1981
    schöner test. traue aber nie einem test den du nicht selber gefälscht hast ;)
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  • pivo
    Hat eigentlich noch jemand derartige Probs mit AC gehabt?
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  • bonzebonze
    Ein EKL Lüfter haben sie indirekt ins Rennen geschickt. Der Sunbeam sieht doch genau so aus wie der Alpenföhn.
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  • Derfnam
    Die Befestigung der Freezer Xtreme ist auch Schrott, ich kann da durchaus mitfühlen, Pivo.
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  • Zero Gravity
    Danke für den Test, hätte ich keinen Noctua würde mich (jetzt) der Thermalright sehr interessieren...
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  • DHAmoKK
    Moin

    Da dachte ich doch letztens echt "jetzt mal wieder ein Kühlertest, dat wär schön" und schwupps ... da isser :D

    Aber die Geschichte mit der Differenz zur Umgebungstemperatur ist nicht ganz so glücklich: Ihr selbst schreibt "Der Kühler erreichte mit unserem übertakteten Prozessor ganze 82° Celsius! " (zum Arctic Cooling Freezer) ... Aber wenn ihr damit die Differenz meint, ist er doch schon locker über die 100°C drüber, wenn im Raum übliche 20-22°C herrschen o_O Dass 'das' jetzt schon die Temperaturdifferenz in 11°C kalter Luft ist, wird erst im nächsten Satz klar. In der Grafik dagegen gar nicht.
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  • Diesel_im_Blut
    Ist doch ein netter Kühlertest, der vor allem ein breites Preisspektrum abdeckt. Der Noctua müsste sich bei diesem Preis bestimmt auch mit einer einfachen Wasserkühlung wie der "Corsair Hydro Series H50" messen können, diese kostet ab etwa 60€.
    Persönlich halte ich sehr viel von Scythe Kühlern. Diese bieten eine sehr hohe Fertigungsqualität bei einem vertretbaren Preis.

    Ich habe noch einen kleine Anregung für das THG Team. Vielleicht wäre mal ein Kühlervergleich für HTPC´s, wo man in der Bauhöhe sehr eingeschränkt ist, möglich. Zwei Testkanditaten für so einen Vergleich wüsste ich schon, den Scythe Shuriken sowie den Scythe Big Shuriken. Auch andere Hersteller bieten Kühler mit geringer Bauhöhe an. Ich denke mal, es gibt User, die einen potenten PC auf engstem Raum bauen wollen, aber nicht wissen welchen Kühler sie nehmen sollen.
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  • Anonymous
    Zum Ich hatte 2 Alpine Pro 11

    Ich habe bei diesem und anderen Modellen genau das gleiche Problem mit dem spröden Kunststoff. Daraufhin habe ich mich an Arctic Cooling gewandt. Sie haben mir bestätigt, das hier ein Materialfehler vorliegt. Neu wird ein anderer Kunststoff für die Halterungen verwendet. Sie haben mir alle defekten Teile kostenlos ersetzt ohne, dass ich diese einsenden musste.

    Greetz Beagle
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  • pivo
    Danke @Beagle,

    sowas ähnliches hatte ich gehofft.
    Werde denen mal ne Email schicken, mal sehen, ob ich dann ein Retention-Modul aus 5mm Krupp-Stahl kriege.
    ;-)
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  • Strom
    Schöner, und gut durchgeführter Test. Die Acoustic Efficiency Tabelle finde ich auch sehr interessant.
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  • Anonymous
    Finde den Test soweit auch gut bis auf folgendes:
    Was soll das mit diesem "generischen" Lüfter?
    1. Wenn man sowas macht, dann muss man auch angeben um welchen es sich handelt. Vorallem die Größe wäre ja durchaus interessant und wichtig zu wissen. Dann stellt sich auch die Frage, ob man in diesem Fall einen Kühlkörper der für 92mm ausgelegt ist überhaupt mit einem für 120mm verglichen werden kann. Auf beide nen 92er Lüfter schrauben erscheint da genauso "unfair", wie wenn man einen 120er draufbastelt.
    2. Wieso zum Henker nimmt man ausgerechnet einen der mit wahnwitzigen 2500U/min dreht? Sowas will man doch nicht in seinem Gehäuse haben, wenn man extra nen dicken Kühlkörper kauft!!!
    Da nimmt man doch besser einen, der leise ist. Dann sind die Temps zwar etwas höher, aber dann trennt sich die Spreu auch vom Weizen.
    -2
  • mic1184
    Die Temperaturangaben im Test sind verwirrend. Angaben sind in °C, also Niveau/Pegel. Beschriftung "Temperature above ambient" impliziert aber ein delta T, Einheit müsste dann aber Kelvin sein. Ist ein Detail, aber wirkt unprofessionell.

    Und was für einen Sinn soll es machen, die Umgebungstemperatur für einzelne Testkandidaten zu ändern? Also warum (und wie?) sollte man einen Raum mit einer Klimaanlage (!) auf 11°C herunterkühlen? Welches Modell verwendet ihr bitte, bei welcher Raumgröße?

    ::Kopfschütteln::
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  • bensen
    Quote:
    Dann tauschten wir ihn gegen ein anderes generisches Modell, das mit 2.500 U/Min rotierte, um vergleichen zu können, wie sich die Kühler bei gleicher Lautstärke und gleicher Belüftung schlagen.
    Gehts noch theoretischer. Kein mensch wird nen Lüfter bei der Drhzah einsetzen, es sei denn er ist taub.
    Mehr als 1200U/min sind bei nem Kühler in der Größe Schwachsinn. Wenn mir die Laustärke egal ist, brauch ich keinen so großen Kühler.

    Die Ergebnisse würde dann komplet anders ausfallen. Manche Kühler haben die Lamellen so dicht stehen, dass bei niedrigen Umdrehungen die leistung extrem abfällt.
    Sieht man in so einem test natürlich nicht.
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  • bluray
    Das leidige Problem mit dem Überhang habe ich selbst auch auf einem AM3-Board mit dem Zalman 10X Extreme zu spüren bekommen. Will man Corsair Dominator3-Speicher verbauen, wirds auf DIMM0 und DIMM1 erstmal essig, weil die Kühlrippen zu tief angesiedelt sind und die Halteklammern einen Dreh um 90 Grad (was die beiden verdeckten DIMM Slots freigeben würde) nicht erlauben.

    Jetzt verrichtet ein 9900NT sein Werk und das zuverlässig und durch die 90-Grad-Drehung bläst der Lüfter aus dem Gehäuse raus (warme Luft weg) und steht auch den DIMM-Sockeln nicht im Weg...

    Schade eigentlich. Ein gutes Produkt wäre der 10X Extreme, aber mit Mankos, denn nur Intel-Besitzer können den Kühler wahlweise drehen.
    AMD-Besitzer haben hier das Nachsehen und müssen nach einer Ersatzlösung schauen!
    0
  • kevchen
    @mic1184
    Wenn die Testbedingungen geändert werden müssen, damit ein System überhaupt funktionsfähig ist, ist es schlicht und einfach untauglich oder ungeeignet (für Übertaktungen jedenfalls). Was mich bei Arctic Cooling ehrlich gesagt wundert, denn der Kühler soll 130W schaffen. *grübelgrübel* (Wärmeleitpaste schlecht???)

    etwas Allgemeines
    Fakt ist, dass es niemanden interessiert wie schnell die Lüfter drehen, sondern nur, wie laut sie sind. Dass es dort mathematische Proportionen gibt, liegt auf der Hand allerdings hängt es von der Bauart ab und da finde ich es fast unsinnig mit "festen" Lüfterdrehzahlen zu testen, sondern viel besser wäre zusätzlich ein fester Schallpegel, z.B. 30dB(A) oder ein "Delta over Ambient" ähnlich bei der Temperatur (Vorschlag). Denn 1200U/min sind manchmal lauter als 1500U/min. ... liegt natürlich am Lüfter.

    Zu Arctic Cooling:
    Ich habe seit Jahren Arctic Cooling Lüfter in meinen Systemen. Bin sehr zufrieden und das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich recht überzeugend. Durchschnittlich 15€ mit 6 Jahren Garantie finde ich schon ok.

    Gruß
    1
  • derGhostrider
    mic1184Die Temperaturangaben im Test sind verwirrend. Angaben sind in °C, also Niveau/Pegel. Beschriftung "Temperature above ambient" impliziert aber ein delta T, Einheit müsste dann aber Kelvin sein.

    Wie kommst Du denn auf die Idee, daß Temperaturdifferenzen in Kelvin angegeben weden müssten?

    Hättest Du nur den Hauch einer Ahnung, was Du da gerade geschrieben hast, dann wäre Dir selbst klar, daß es bei Differenzen keinen Unterschied macht, ob sie in Kelvin oder Celsius angegeben werden.
    Als Physiker muß ich Deinen Beitrag böse Abstrafen, vor allem, da Du wegen Deines Fehlers die Professionalität vom Redakteur in Frage stellst.

    Schwache Leistung, mein lieber... ganz schwache Leistung.

    Zudem spielt die Raumgröße keine Rolle, sofern die Temperatur per Klimaanlage konstantgehalten wird. Das ist dann äquivalent zu einem Wärmereservoire mit unendlicher Größe - egal ob es ein Schuhkarton oder eine Lagerhalle ist.
    Wie man einen Raum auf 11°C herunterkühlen kann? Ganz einfach: Eine anständige Klimaanlage auf die höchste Stufe stellen!
    In unseren Serverräumen war das ebenfalls kein nennenswertes Problem, sofern draußen nicht bereits über 35°C waren. Bei einem Klimaanlagentest war ich mal anwesend. In meiner Winterjacke - aus gutem Grund.

    Bitte, bevor Du hier solche Sachen von Stapel lässt, solltest Du zumindest googlen. Das erspart Dir dann vielleicht solch peinliche Postings in der Zukunft.

    --------------

    @kevchen, bluray, bensen und andere:
    Es ist nicht "schwachsinn" einen Referenzlüfter heranzuziehen.

    Für die "extremen Overclocker" (nunja, das ist schon irgendwo "schwachsinnig") ist soetwas durchaus interessant.
    Die Frage ist eben, was man zeigen möchte.
    Nun hätte man jeden Kühlkörper mit einem regelbaren Lüfter zwischen 800rpm und 2500rpm an drei oder vier Messpunkten untersuchen können, um jede Vorliebe irgendwo abzudecken.
    Der Test wäre dann viel aufwändiger und gäbe noch viel mehr Tabellen, die im Extremfall nichts neues gezeigt hätten.

    Ich persönlich hätte gerne auch nochmal alle mit einem langsam drehenden "Standardlüfter" (sowas wie ein Noiseblocker oder ähnliches) gesehen. Einfach nur, damit auch das untere Ende der Rotationsgeschwindigkeiten nochmal einheitlich abgedeckt wird.

    Fakt ist, daß eure persönlichen Vorlieben nicht die "einzig richtigen" oder "allgemein gültigen" Maßstäbe für einen Test darstellen.
    Durch die Verwendung EINES Lüfters wurde die Variable der unterschiedlichen Lüfter entfernt. Das ist doch schonmal etwas!

    ----

    @kevchen: Die Lautstärke liegt, einen hochwertigen Lüfter vorausgesetzt, der nicht zu schnell dreht, häufig nichtmal primär am Lüfter selbst, sondern an den Verwirbelungen, die bei der Durchströmung des Kühlers entstehen.
    Zudem gibt es bei Lüftern mehr Variablen als die Rotationsgeschwindigkeit, die entscheidend sind. Der erzeugte Druck und die transportierte Luftmenge sind zwei wichtige Variablen, die man nicht vergessen sollte und die nicht zu 100% von der Rotationsgeschwindigkeit abhängen. Die Flügelgeometrie ist da ganz entscheidend.

    Aber Du hast natürlich vollkommen recht, wenn Du sagst, daß ein Lüfter mit 1200rpm lauter sein kann als einer mit 1500rpm.
    Ebenso kann es aber auch sein, daß dieser "lautere" Lüfter an einem anderen Kühlkörper plötzlich leiser ist, einfach da er besser zu den dortigen Strömungsbegebenheiten passt.


    Fazit meines Beitrages: Man kann einfach alles testen. Dafür müsste man jeden Lüfter mit jedem Kühlkörper durchprobieren und zusätzlich noch mit der Kombination die Rotationsgeschwindigkeit variieren, bis man den optimalen Punkt gefunden hat. Solch ein Test würde ewig dauern, die Unterschiede wären nicht entscheidend für den Betrieb eines PCs und zudem wenig repräsentativ, da man dafür die Tests am besten in einem schalltoten Raum durchführen müsste - natürlich mit ganz anderem Equipment als diesem kleinen Handmessgerät.

    Für den THG-Leser reicht dieser Test. Es zeigen sich vor allem die Gewinner im Originalzustand, also mit den mitgelieferten Lüftern. Das ist erstmal das wichtigste.
    Der Vergleich mit einem zufällig gewählten anderen Lüfter zeigt dann nur, daß einige Kandidaten anders abschneiden könnten, wenn sie einen anderen Lüfter gewählt hätten und somit vielleicht auch zu bevorzugen sind, wenn man noch einen passenden Lüfter hat.

    ...

    Ansonsten: Was wollt ihr denn noch? Wann ist euch der Test recht? Wenn THG zu euch nach Hause kommt und in euren Gehäusen vor Ort die Lüfter einbaut - mit eurem ganz privaten Lieblingslüfter und der handgerührten, ausgependelten Wärmeleitpaste?
    Das wird es wohl kaum geben.

    Die 11°C finde ich persönlich auch nicht gerade gut gewählt, da sie die Ergebnisse absolut betrachtet deutlich nach unten ziehen.
    Da wäre es schöner gewesen bei 18°C zu bleiben und dem Kühler, der es nicht packt den Hinweis zu verpassen: "Reicht im normalen PC, jedoch nicht für extremes Übertakten geeignet."
    -1