Grafikkarten: Krypto-Miner sorgen für Lieferengpässe

Das Phänomen der Krypto-Währungen hinterfragt nicht nur das Geschäft klassischer Banken, sondern sorgt auch dafür, dass die Preise für Grafikkarten durch die Decke gehen - und mehr noch: Allem Anschein erreichen seit Dezember immer weniger Karten europäische Händler. Betroffen sind nahezu alle Modelle.

Ein Beispiel hierfür sind etwa die Versionen der Vega-Karten der AMD-Partner. Abgesehen davon, dass die GPU nicht gerade in großen Stückzahlen produziert wird, werden die Karten, die mit der Grafikeinheit ausgeliefert werden, quasi schon an den Werktoren von chinesischen Minern "abgefangen".

Von den Karten, die noch verfügbar sind, wie etwa die Nvidia Geforce GTX 1080 Ti, erhalten Großhändler aktuell maximal einige hundert Exemplare. Die GTX-1060- und 1080-Modelle sind dagegen von den Lieferschwierigkeiten betroffen. Mancher Händler hat seit Dezember keine dieser Grafikkarten mehr erhalten - die einen gelten als sehr effizient beim Generieren der Krypto-Währungen, bei den anderen kommt es zu Schwierigkeiten bei der Fertigung, weil der GDDR5X-Grafikspeicher knapp wird.

Die Grafikkarten-Hersteller scheinen die Karten derzeit ohne Kühlsystem und selbst ohne PCI-Halterung verkaufen zu können oder sie werden gleich als spezielle Mining-Karten ohne Garantie an Drittanbieter verkauft, die sich auf den Bedarf der Miner spezialisiert haben. Damit wird die Fertigung günstiger, es entfallen Transportkosten und der Support, sodass die Gewinnmarge steigt.

Dies hat natürlich Auswirkung auf die Märkte. In den USA werden die GTX 1080 Ti oder die Radeon RX Vega 64 bei Amazon teilweise für bis zu 1500 Dollar angeboten. In hiesigen Bereiten lassen sich derartige Phänomene noch nicht beobachten, doch auch hier heißt es bei vielen Händlern "nicht auf Lager". 

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11 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • ShieTar
    Zitat:
    Das Phänomen der Krypto-Währungen hinterfragt nicht nur das Geschäft klassischer Banken

    So ein Unsinn, das Kaufen und Verkaufen von irrealen Produkten zu steigenden Preisen mit dem einzigen existierende Vermögen ohne Einsatz von Produktivarbeit zu erhöhen IST das Geschäft klassischer (Investment-)Banken. Die Krypto"währungen" unterscheiden sich letzten Endes in keinster Weise von den Kredit-Derivaten die uns vor 10 Jahren um die Ohren geflogen sind.

    Und wer jetzt jammert das deswegen die Grafikkarten teurer werden sollte sich mal in die Lage der Millionen von Menschen versetzen derren Existenz zunehmend durch Spekulative Geschäfte mit Lebensmitteln gefährdet wird.
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  • Kobichief
    Dieser Stromverschwendung wird hoffentlich demnächst durch Regulierung und Steuern ein Ende gesetzt. Mit positivem Beigeschmack fallender Grafikkartenpreise. Vor allem in China, wo ca. 60% des Stroms aus Kohle und nochmal ca. 10% aus Gas und anderer Thermaler Stromerzeugung kommt. Kryptogoldrausch auf Kosten der Umwelt, geiler Scheiss!!11elf
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  • 0x90
    Kann man an dem hohen Bedarf auch was positives sehen? Sowas wie mehr Innovation, mehr Entwicklung, mehr Geld für die Hersteller?
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