Mit Quick Sync holte Intel beim Sandy-Bridge-Launch ein As aus dem Ärmel, das fünf Jahre geheim gehalten worden war. Mit dem falschen Desktop-Chipsatz bleibt Enthusiasten dieses Feature aber verwehrt. Lucidlogix will Abhilfe schaffen.
Im Streben sich von der Konkurrenz zu unterscheiden stehen sich Ingenieure und Marketingabteilung gegenüber. Auf der einen Seite stehen brillante Teams, die mit der Entwicklung des bestmöglichen Produkts beschäftigt sind. Auf der anderen Seite befinden sich genauso intelligente Köpfe, die darauf bedacht sind, diese Produkte mit dem größtmöglichen Profit zu vermarkten. Sofern die Zusammenarbeit zwischen beiden Teams harmonisch verläuft, kommt dabei meistens etwas heraus, von dem Enthusiasten ihre Finger nicht lassen können.
An dieser Stelle stellen wir die Gruppe der Hardcore-User absichtlich hervor. Sie sind bereit, für einen Core i7-2600K gutes Geld auf die Ladentheke zu legen, weil sein umfangreicher Funktionsumfang schlichtweg beeindruckend sind. Sie kennen die Geschwindigkeiten und Leistungsdaten. Sie wissen genau, was sie von einem Produkt zu erwarten haben – und deshalb wissen sie auch ganz genau, wenn ihnen etwas vorenthalten wird. Und nicht zuletzt wissen sie auch, dass sie ihrem Unmut durch eine Kaufentscheidung Ausdruck verleihen können – die klassische Abstimmung mit dem Portemonnaie.
Es gibt viele Nutzer, denen es völlig egal ist, ob sie ihren Sandy-Bridge-Prozessor mit einem Motherboard auf H67-Basis nicht übertakten können. Sie verlassen sich lieber darauf, dass ihnen ein Systemanbieter oder der große Elektromarkt schon die richtigen Komponenten zusammenstellen wird. Enthusiasten sehen das natürlich ein wenig anders.
Vielen Enthusiasten haben die ersten beiden Chipsätze die Vorfreude auf Sandy Bridge kräftig verdorben als herauskam, dass der H67-Chipsatz Voraussetzung ist, um dieses Feature nutzen zu können. Er ist der einzige bislang vorgestellte Chipsatz, mit dem man die integrierte Grafikeinheit von Sandy Bridge nutzten kann, ist aber gleichzeitig so entwickelt worden, dass man mit ihm die CPU nicht übertakten kann. Das ist wirklich schlechtes Marketing.
Video-Enthusiasten sollten Auf Z68 warten
Wer sich nicht für Quick Sync interessiert, kann an dieser Stelle aufhören zu lesen, den dann ist die P67-Plattform eine sehr gute und leistungsfähige Wahl – vor allem, wenn man einen Prozessor der K-Serie kauft. Wen allerdings vor allem die Möglichkeit anspricht, die Transcoding-Zeit um 80% zu verkürzen, und wer nicht ohne separate Grafik leben kann, der sollte lieber bis Mai/Juni warten und zum Z68-Express-Chipsatz greifen. Er wird folgende Möglichkeiten mitbringen:
1. Übertakten der K-Serie-CPUs durch manuelle Auswahl des Multiplikators
2. Verwendung integrierter Grafik, wodurch die Übertaktung dieser Komponente ebenfalls möglich wird
3. Ermöglichen von SSD-Caching—dazu später mehr
Allerdings bleibt ein Problem weiter bestehen. In einer Z68-Maschine ist ein friedliches Zusammenleben von HD Graphics 3000 und separater Grafik durchaus möglich. Allerdings dürfte kaum jemand bereit sein, beim Transcoden eines Videos oder zum Spielen jedes Mal den Monitor an die jeweils andere Grafiklösung anzuschließen und dann den Rechner neu zu starten. Dadurch wären auch mögliche Zeitersparnisse durch Quick Sync ganz schnell dahin.
Lucidlogix Als Retter In Der Not
Allerdings bietet Lucidlogix mit der GPU-Virtualisierung eine Lösung, die den Z68 hoffentlich für Enthusiasten noch attraktiver macht. Dies ist übrigens dasselbe Unternehmen, das bereits versucht hat Multi-Card-Lösungen von AMD und Nvidia zu ermöglichen (mehr dazu in unserem Artikel MSI 870A Fuzion Power Edition - Big Bang, der Zweite?). Unter Verwendung der Virtu-Software von Lucidlogix lässt sich ein Monitor an den Ausgang des H67- oder Z68-Motherboards anschließen, eine separate Grafikkarte installieren und so das Potential beider Komponenten voll ausschöpfen.
Virtu ist insofern gesehen generisch, dass es der Software im Prinzip egal ist, ob man eine Add-In-Karte von AMD bzw. Nvidia benutzt oder eine integrierte Grafiklösung von Intel bzw. AMD. Derzeit wird das ganze lediglich für Sandy Bridge-Plattformen angeboten und validiert. Allerdings gehen wir davon aus, dass Lucidlogix irgendwann auch Support für andere Konfigurationen bieten wird. Durch die oben genannten Einschränkungen für Enthusiasten im Bezug auf Quick Sync hat Intel in diesem Fall aber eine Steilvorlage geliefert.
Klingt das vielleicht so, als hätte man darauf bei Intel von vornherein gezählt? Schon möglich, immerhin ist Intel Capital einer der Lucidlogix-Investoren…
- Quick Sync plus Grafikkarte dank GPU-Virtualisierung
- GPU-Virtualisierung: So funktioniert's
- Universelle oder anwendungsspezifische Software?
- Lucidlogix’ Virtu-Software im Einsatz
- Testkonfiguration, Benchmarks und Video-Transcoding
- Benchmarks: 3DMark11
- Benchmarks: Virtu In Aktion
- Benchmarks: Wir erklären die Ausnahmen
- Benchmarks: Leistungsaufnahme
- Fazit


Es geht hier darum welche Dippsauce am besten zu einer bestimmte Tacosorte schmeckt.