Microsoft stellt Smartphone-Entwicklung ein

Smartphones sind eine Produktkategorie an der sich die ansonsten erfolgsverwöhnten Redmonder die Zähne ausgebissen haben. Trotz Investitionen von vielen Milliarden Dollar gelang der Softwareschmiede weder das hauseigene Betriebssystem für Smartphones - Windows Phone - zum Erfolg zu führen noch mit der von Nokia übernommenen Smartphone-Sparte zu einem der großen Fertiger zu werden. Schon seit längerem deutete sich daher eine Abkehr von den Lumia-Smartphones an. Zuletzt wurde über eine neue Serie spekuliert, die an den Surface-Tablets angelehnt werden sollte.

Doch Microsoft verliert offenbar die Geduld und zieht die Reißleine, nachdem der Marktanteil von Windows Phone weltweit auf unter einen Prozent gesunken ist. Im letzen Quartal wurden weltweit noch 2,3 Millionen Lumia-Smartphones verkauft, im Vorjahreszeitraum waren es noch 8,6 Millionen.

Allerdings darf der Rückgang nicht verwundern, denn bereits im Februar wurde der Bereich um 2300 Mitarbeiter verkleinert, die vorrangig mit dem Marketing für die Lumia-Smartphones betraut waren. Verkaufserfolge ohne ein schlagkräftiges Team sind nahezu ausgeschlossen.

Nachdem die Entwicklung der Feature-Phones an Foxconn verkauft wurde, steht nun die Smartphone-Produktion endgültig vor dem Aus. Der Hersteller verkündete 1850 Arbeitsplätze in diesem Bereich abbauen zu wollen, von denen 1350 in Finnland angesiedelt sind und schreibt weitere 950 Millionen Dollar von den 5,44 Milliarden ab, die 2013 für die Nokia-Smartphone-Sparte gezahlt wurden.

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12 Kommentare
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  • Bernard Sheyan
    Fragt sich, warum Microsoft das gekauft hat. Nur wegen irgendwelcher Patente?
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  • Rurik
    Die wollten Apple und Google nicht kampflos das Feld räumen. Aber selbst Apple scheint ja momentan ein wenig tiefer zu stapeln. Es wird Zeit für irgendeine sinnvolle Konkurrenz zu Google, sonst bewegen wir uns da auf der Stelle...

    Gruß - Rurik
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  • matthias wellendorf
    Die Alternativen werden in der Tat zusehends geringer. Blackberry wird sein Betriebssystem auch nicht mehr wirklich weiterentwickeln und Ubuntu Phone ist vielleicht ganz nett, aber (noch) nicht wirklich alltagsfest.
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