Luxa² Lavi S im Test: Bluetooth-Kopfhörer und Lautsprecher in Personalunion

Ein echter Janus-Kopf: Der Lavi S von Luxa² zeigt zwei völlig unterschiedliche Gesichter, denn er wäre gern Kopfhörer und Lautsprecher zugleich. Einfach Schalter umlegen und schon ist die Verwandlung perfekt. Innovation oder doch nur unnützes Gadget?

An sich ist die Idee ja gar nicht so abwegig, denn man kann neben der normalen Funktionalität eines Bluetooth-Kopfhörers samt Freisprechmöglichkeit auch die in den Ohrmuscheln außen angebrachten Lautsprecher als Raumbeschallung nutzen.

Natürlich treibt man mit zwei getrennten Systemen pro Muschel und einem Akku-Pack das Gesamtgewicht etwas nach oben, doch mit etwas Glück schafft Luxa² ja vielleicht sogar diesen Spagat.

Der Lavi S ist mit seinem scharzen Mönchskutten-Look rein optisch kein wirklicher Eye-Catcher, sondern tritt eher dezent auf. Lediglich die glänzenden Teile der Ohrmuscheln sind als Fingerabruckskarte wirklich trefflich zu gebrauchen und damit leider auch unpraktisch hoch drei.


Offenbar war es dem Designer aber schlicht unabdinglich, weil man erneut wieder einmal den üblichen Trends hinterher läuft anstatt mal über die praktische Seite solch alberner Hochglanzflächen nachzudenken. Schade drum, denn die Sammlung an verräterischen Fingerkuppen ist schnell flächendeckend zurechtgarniert.

Und sonst? Die Bügel des Kophörers sind recht massiv und auch die Befestigung der Ohrmuscheln scheint sehr solide. Auch die Haptik stimmt. Die Beweglichkeit für die Anpassung beschränkt sich jedoch nur auf eine Ebene (Neigung), eine Drehung ist nicht möglich. Damit bewegt sich der Lavi S auf dem durchschnittlichen Level ähnlicher Produkte für unterwegs, auch wenn es durchaus bessere Lösungen gibt.

Die Verstellmöglichkeiten des Umfangs sind auch für große Kopfe ausreichend, der Halt ist jedoch auf Grund der Positionierungsoptionen und des hohen Gewichts besonders bei kleinen Köpfen eher mittelmäßig. Der Bügel rastet in den einzelnen Positionen jeweils (etwas zu) leicht ein, jedoch sind die Druckpunkte stets noch deutlich spürbar. Zusätzlich lassen sich die Kopfhörer über zwei Scharniere recht einfach zusammenklappen, um unterwegs Platz zu sparen. Das wiederum wirkt straff und einigermaßen haltbar.

Luxa² schreibt zwar auf der Packung was von einer Over-Ear-Lösung, doch es ist am Ende das klassische On-Ear-Polster, in das noch nicht einmal ein Kinderohr raumgreifend reinpassen würde - das Polster liegt auf dem Ohr auf, umschließt es aber nicht vollständig. Natürlich funktioniert das auch und ist zudem im Straßenverkehr auch die bessere, weil eher halboffene Variante, bei der die Umwelt nicht vollständig ausgeschlossen ist.

Die nach außen hin angebrachten Zusatzlautsprecher fallen erst einmal gar nicht so sehr optisch ins Auge, so dass kein extrem überladenes Bild entsteht. Trotzdem ist natürlich das Gewicht schon merklich höher, was sich auch beim Tragen bemerkbar macht.

Zubehör und Lieferumfang

Was man in ungefähr auf die Ohren bekommt, das wissen wir nun. Doch was bekommen wir eigentlich neben den Kopfhörern noch in der Verpackung mitgeliefert? Man muss nicht lange suchen, der Inhalt lässt sich recht schnell aufzählen: USB-Ladekabel, Klinkenkabel und ein dünnes Handbuch - das war's dann auch schon.

Eine Tragetasche gibt es leider nicht, genauso wenig wie ein kleines Mikrofaser-Tuch, mit dem man die Hochglanzflächen von den Fettresten der Griffel hätte befreien können. Und jetzt kommt das faire Aber: bei einem Preis von knapp unter 40 Euro ist das alles eher Nebensache!

Das Klinkenkabel ist lang genug, um es an einem Smartphone in der Gesäßtasche anzuschließen, aber zu kurz, um es am PC anzustöpseln. Damit fällt der Einsatz an stationären PCs flach - es sei denn, man nutzt den Bluetooth-Stack (falls das Mainboard es überhaupt hergibt).

Preis-Leistungs-Kracher?

Betrachtet man die angebotene Optik, die Ausführung, die Verarbeitung sowie den Funktionsumfang samt Lautsprecher-Idee, dann könnte dieses Multi-Talent durchaus eine intersesante Offerte sein. Deshalb werden wir im nächsten Schritt dieses Headset einem praktischen Funktionstest unterziehen, die akustische Performance messen und auch unsere subjektiven Klangeindrücke beurteilen.

Blieben am Ende noch die technischen Daten, die wir zur besseren Übersicht schnell noch in einer Tabelle  zusammengefasst haben:

Technische Daten: Luxa² Lavi S
Bezeichnung:Lavi S Over-Ear Wireless Kopfhörer
AD-HDP-PCLSBK-00
Abmessungen (LxBxH):20,0 x 19,0 x 8,0 cm
Bluetooth-Version:Bluetooth 3.0
Reichweite:bis zu 10 m
Köpfhörer-Treiber:
Durchmesser: 40 mm Neodym
Impedance: 32 Ω bei 1 KHz
Frequenzumfang: 20 Hz bis 20 KHz (Herstellerangabe)
Frequenzumfang: 40 Hz bis 13 KHz (± 6 dB Messung)
Schallpegel: 109 dB ± 3 dB (Herstellerangabe)
Lautsprecher:
Durchmesser: 40 mm
Impedance: 4 Ω
Leistung: 3 Watt
Frequenzumfang: 160 Hz ~ 20 KHz (Herstellerangabe)
Frequenzumfang: 140 Hz bis 16 KHz (± 6 dB Messung)
Schallpegel: 81 dB ± 3 dB (Herstellerangabe)
Mikrofon:
Durchmesser: 4,0 x 1,5 mm
Empfindlichkeit: -42 ± 3 dB
Akkumulator:
1000 mAh, 3,7 Volt, Lithium-Polymer
Laufzeit:Kopfhörer-Betrieb: bis zu 30 Stunden
Lautsprecher-Betrieb: bis zu drei Stunden
Stromversorgung:
5V/500mA, Micro-USB Kabel
Ladezeit:etwa zwei Stunden
Status LED:
niedriger Ladestand: rotes Blinken
aufladend: rotes Dauerlicht
Akku voll: blaues Dauerlicht
Pairing: blau-rotes Blinken
Bluetooth verbunden: langsames blaues Blinken.
Bluetooth nicht verbunden: schnelles blaues Blinken
Gewicht:225 g
Preis:
ab ca. 39 Euro
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15 Kommentare
    Dein Kommentar
  • fffcmad
    bei den Herstellerangaben zum frequenzgang kann man eigentlich schon von betrug sprechen. Einfach 20 - 20Kz raufgetackert obwohl das geraet es schon preislich niemals schaffen koennte. Fuer 40€ scheint es aber ganz gut auszusehen...
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  • Tesetilaro
    yo ey, bis du das wem erklärt hast alda...

    ^^ du weißt was ich sagen will? sinnlos es zu versuchen, die meisten in der Zielgruppe halten Hz vermutlich für eine Angabe von Leistung -.-
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  • ShieTar
    Naja, die Frequenzen gehen ja, halt mit -10dB Dämpfung und nicht den -6dB die hier im Test als Grenze genutzt werden. Von daher sind die Herstellerangaben vielleicht unvollständig, aber wohl kaum juristisch betrügerisch.
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  • quixx
    Es sind schon verdammt viele Originalverpackungen bei EBay zum Gerätepreis geschossen worden.

    Daher müsste ein Gesetz her, dass 20-20KHz auch hörbar sein muss und nicht +/- 100db.

    Das ein 20Hz Signal durchaus noch Geräusche machen kann ist wohl klar, aber sicher nicht abgestrahlt werden kann.
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  • Hentai
    Also ich besitze den Lavi S und ob die Angaben stimmen oder nicht ist im Grunde egal. Der Sound ist so wie er sein soll. Ich hab sehr lange gesucht und im Vergleich zu den anderen Bluetooth Headsets hat er noch die lautsprecherfunktion die den Unterschied machen. Natürlich ist er nicht so gut wie ein Bose oder Sennheiser aber für den Preis einfach klasse :)
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  • fffcmad
    Er hat Bose gesagt! Steinigt ihn! :) Bose wuerde ich nicht erwaehnen wenn es um gute Wiedergabe geht. Die schaemen sich die Spezifikationen ihrer Lautsprecher kund zu tun. Hat wohl auch seinen Grund...
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  • Tesetilaro
    und sennheiser kann aktuell bei günstigen headsets hervorragend durch die vollkommene einsparung jeglicher haltbarkeit glänzen :D
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  • FormatC
    Ich habe den Award ja nicht umsonst verteilt. HiFi geht natürlich komplett anders, aber für diesen Preis kann und muss man auch Abstriche akzeptieren. Das Ding ist ein universelles Schnäppchen und zudem auch recht ordentlich verarbeitet.
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  • fffcmad
    So sehe ich das auch. Bei 40€ muss sich das Teil nicht schaemen.
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  • quixx
    ...aber deswegen Bose gleich als so etwas Ähnliches wie gut zu bezeichnen?
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  • FormatC
    Warum die das immer so falsch schreiben? Das heißt BÖSE, nicht Bose... :P

    (und genau so klingt es auch)
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  • Tesetilaro
    und jetzt wissen wir auch warum sennheiser so heißt und klingt wie frosch im hals :-P

    scherz beiseite - bei denen hat mich nur die haltbarkeit genervt... worauf ich in sachen haltbarkeit nix kommen lasse - office headsets von plantronics - meins ist inzwischen über 6 jahre alt und der akku ist noch der originale!!!
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  • FormatC
    Sennheiser-Kopfhörer habe ich drei Stück verschliissen. Zweimal linker Speaker defekt und einmal Kabelbruch. Alles immer kurz nach Ablauf der.... geplanten Obsoleszenz :P
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  • Tesetilaro
    ich war schneller beim letzten sennheiser, vor meinem erstaunlich haltbaren creative, das dann gott sei dank dem nash weichen durfte...

    aber der sennheiser war aus der 30€ preisklasse, und der Kabelbruch nicht ganz unverschuldet - da sich die schaumstoffpolster an den ohren aber nach 1,5 Jahren bereits komplett aufgelöst hatten - wertstoffhof -.-
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  • quixx
    Schon in der Walkman-Zeit habe ich meine Sony-Kopfhörer mehrmals mit dem Kabel eines eigens erstandenen 5DM-Hörers aufgefrischt.

    Schaumstoffpolster gips bei EBay für lau.
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