Early Access: 'Master of Orion' im Hands-on-Preview

Remakes scheinen im Trend zu liegen: Nach XCOM 2 ist uns jetzt Master of Orion im frischen Gewand auf den Schreibtisch geflattert. Wir sind gespannt, ob das Spielprinzip in den 23 Jahren seit dem Erscheinen des ersten Teils Staub angesetzt hat.

Was war noch gleich Master of Orion?

Dass es überhaupt ein offizielles Remake des Klassikers gibt, haben wir dem Chef von Wargaming Labs zu verdanken. Denn er beschloss beim Konkurs von Atari, die MoO-Lizenz rauszukaufen und die Serie wiederzubeleben. Dennoch hat es einige Jahre gedauert, bis die Sache spruchreif wurde. Und auch wenn das Spiel scheinbar sein persönliches Steckenpferd ist, hat er doch dem argentinischen Entwickler NGD Studios die eigentliche Arbeit überlassen.

Eines der Völker-IntrosEines der Völker-Intros

Doch bevor der eine oder andere Fan der Serie zu euphorisch wird, haben wir einen kleinen Dämpfer für euch: Nein, Master of Orion (MoO) ist noch nicht fertig. Stattdessen gibt es ab heute auf Steam die noch nicht abgeschlossene Early-Access-Version zu kaufen. Das fertige Spiel soll im zweiten Quartal dieses Jahres auf die heimischen PCs kommen. Bis dahin geht die Entwicklung fleißig weiter und sicherlich werden bis dahin auch viele Spieler die Gelegenheit nutzen, die Early-Access-Galaxie zu erobern.

Was ist Master of Orion?

Gemeinsam mit Civilization hat Master of Orion das Genre der 4X-Strategiespiele begründet. Die vier X stehen hierbei für eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate. Auf welches X man den Fokus legt, bleibt dabei dem Spieler überlassen - wenn ihm denn die gegnerischen Spieler die Wahl lassen. Eine der vielen weiteren Gemeinsamkeiten mit Civilization ist, dass Master of Orion rundenbasiert ist.

Die Wiege der MenschheitDie Wiege der Menschheit

Aber auch bei den eigentlichen Inhalten ist die Verwandtschaft mit Civilization nicht zu übersehen. Man beginnt mit einem Planeten (anstatt mit einer Stadt), hat dort eine (hoffentlich) wachsende Bevölkerung und muss sich um Aufrüstung, Forschung und Bevölkerungsentwicklung kümmern.

Für jede Bevölkerungseinheit kann man sehr konkret entscheiden, ob sie in die Fertigung, Nahrungsproduktion oder Entwicklung gehen soll. Die Forschung findet klassisch in einem Entwicklungsbaum statt. Jede neue Technologie resultiert in neuen Forschungsmöglichkeiten, Gebäuden usw.

Ein kleiner Teil des EntwicklungsbaumesEin kleiner Teil des Entwicklungsbaumes

Früher oder später werden dem Spieler andere Rassen bei der Expansion im Weltall begegnen und man muss sich entscheiden, ob man diesen friedlich oder kriegerisch begegnet.

Die Ratssitzung mit unfreundlichem EchsenwesenDie Ratssitzung mit unfreundlichem Echsenwesen

Ebenso wie bei Civ gibt es mehrere Wege zum Sieg. Bei Master of Orion werden es im fertigen Spiel fünf sein, von denen in der aktuellen Early-Access-Version aber nur drei zur Verfügung stehen.

Viele Wege führen zum SiegViele Wege führen zum Sieg

Wofür steht hier Early Access?

Für eine Version, die vermutlich noch mehrere Monate vom Release entfernt ist, wirkt Master of Orion verblüffend ausgereift. Offensichtlich scheint der Termin gut vorbereitet und die Version gründlich getestet worden zu sein. Anstatt unfertiger oder gar kaputter Features wurden eher Funktionen oder Elemente ausgelassen. Doch dazu später mehr.

Die deutschsprachige ForschungsverwaltungDie deutschsprachige Forschungsverwaltung

Während der gesamten Spielzeit verzeichneten wir weder Abstürze noch andere gravierende Probleme - was inzwischen selbst bei fertigen Spiele eher die Ausnahme ist.

Die übersichtliche PlanetenverwaltungDie übersichtliche Planetenverwaltung

Die Early Access ist nur auf Englisch und Russisch spielbar. Die deutsche Sprachausgabe ist fast fertig, wurde aber extra für die Early-Access-Version wieder deaktiviert. Die deutschen Texte sahen aber schon ziemlich ordentlich aus, auch wenn man gelegentlich noch über englische Fragmente oder fehlende Texteinschübe stolperte.

Die deutschen Texte sollen aber noch innerhalb der Early-Access-Phase nachgereicht werden. Unserer Einschätzung nach sollten die restlichen Lokalisierungsarbeiten (wenigstens für Deutsch) in wenigen Tagen machbar sein. Ob das heißt, dass dies auch so schnell umgesetzt wird, sei mal dahingestellt.

Die grundlegende Spielmechanik funktioniert wie erwartet; die KI tut, was sie soll. Ob sie das in perfekter Qualität tut, lässt sich bei diesem schnellen Hands-on-Preview natürlich nicht feststellen.

Schiff ahoi!Schiff ahoi!

Die Grafik sieht ziemlich final aus und dieser Teil wird mit Sicherheit nicht die Baustelle der nächsten Monate sein. Am ehesten nach Baustelle sieht aktuell noch der Weltraumkampf aus. Möchte man hier selbst Hand anlegen und nicht die automatische Simulation nutzen, wirkt das Ganze doch noch sehr wie ein Prototyp.

Tod dem WeltraumaalTod dem Weltraumaal

Folgende Einschränkungen gibt es bei der aktuellen Early Access-Version:

  • nur sechs der zehn Völker
  • nur drei der fünf Wege zum Sieg
  • mindestens ein Gebäude funktioniert noch nicht
  • der strategische Kampf sieht noch unfertig aus

Und sicherlich gibt es noch etliche weitere Stellen unter der Oberfläche, an denen noch gearbeitet wird.

Versuch eines Fazits

Master of Orion ist noch nicht fertig und soll es auch noch nicht sein. Wie schon vor über 20 Jahren (und auch zwischenzeitlich) hat das Spiel seinen ganz besonderen Reiz. Immer wieder fühlt man sich an Civilization erinnert - und auf gewisse Weise ist es auch ein Civ, das sich aufs Wesentliche konzentriert. Simple Mechanik innerhalb der Kolonien, übersichtliche Karten und Routen - all dies macht das Spiel übersichtlich und deutlich schneller spielbar als die Mutter aller Strategiespiele.

Was dem jeweiligen Spieler besser gefällt, ist letztlich Geschmackssache. Aber selbst für fanatische Liebhaber hochstrategischer Spiele ist auch etwas leichtere Kost womöglich eine interessante Abwechslung.

Die Grafik war bei dieser Art von Spiel schon immer eher Nebensache. Dennoch sehen viele Bereich von MoO sehr hübsch aus. Wichtiger ist allerdings, dass großer Wert auf Übersichtlichkeit gelegt wurde. Bis auf wenige Stellen sind die notwendigen Informationen übersichtlich und schnell erfassbar dargestellt. Die Bedienung ist intuitiv und einfach gehalten.

Sehr liebevoll sind die zwischendurch im CNN-Stil gezeigten Nachrichtensendungen - und auch der Humor kommt hier nicht zu kurz.

Live auf GNNLive auf GNN

Durch die funktionale Grafik sind die Hardware-Anforderungen sehr gering und auf unserem Testsystem lief das Spiel wenig überraschend selbst in 4K stets mit maximaler Bildrate. Das Spiel basiert übrigens auf der 3D-Engine Unity.

Wer bei der Early Access-Version zuschlägt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Spiel noch nicht fertig ist und er zumindest teilweise die Katze im Sack kauft. In der heutigen Version fehlen noch Gameplay-Elemente und das Spielerlebnis entspricht nicht dem Spielerlebnis, das mit dem finalen Spiel zu erhoffen ist. Dennoch ist die aktuelle Version in unseren Augen recht vielversprechend.


Mindestvoraussetzung
Empfohlen
Testsystem
Betriebssystem:Windows 7 (64 Bit)
Windows 7 (64 Bit)Windows 10
Prozessor:
Intel Core 2 Duo @ 2,0 GHz / AMD Athlon @ 2,2 GHz
Intel Core i5 @ 2,8 GHz / AMD Athlon X4 @ 4,0 GHzIntel Core i7-6700K, 4x 4,0 GHz
Grafikkarte:Nvidia GeForce GT 240, ATI Radeon HD 4650 oder Intel HD Graphics 3000Nvidia GTX 560 oder ATI Radeon HD 5870Gainward GeForce GTX 980 Ti Phoenix Golden Sample, 6 GByte
Speicher:
2 GByte RAM
4 GByte RAM16 GByte RAM (DDR4-2666)
Festplattenplatz:
45 GByte45 GByteSamsung SSD 850 Evo, 250 GByte
Grafikkarte:



Weitere Informationen zum Testsystem findet ihr in Kais Testbericht über die verwendete KCSGaming BattleBox Earthquake, die uns freundlicherweise für unsere Spieletests zur Verfügung gestellt wurde.
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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Oh oh... ich sehe meine Freizeit bedroht... was hab ich das Original damals gesuchtet. Extra vom Kumpel ausgeliehen und meine guten Noten riskiert, vor lauter Sucht :D
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  • leider ist der kampf nicht rundenbasierend, damit kann man erst recht wieder eines der besten features von moo2 nicht nutzen: strategische runden kämpfe, wo man die spezielle ausrüstung auf den eigenen schiffen einsetzen kann und so bei guter strategie auch mit technisch leicht unterlegenen schiffen einen kampf gewinnen kann.
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  • MoO2 habe ich geliebt! :-)

    Teil 3 finde ich optisch ansprechend und gut, dass es bei seinen Wurzeln bleibt. Dass das Spiel 45 GB verschlingen soll finde ich etwas erschreckend. Speicher kostet zwar fast nichts, aber wenn ich sowas sehe denke ich immer an schlechte Programmierung. Die Vorfreude versaut mir allerdings der Preis: 46 € auf Steam. Das sind ja Konsolenpreise. Frechheit.
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  • Der Preis ist für die digitale Collectors Edtion und für eine CE ehrlich gesagt eher im unteren Bereich...

    MfG
    Mr. J
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  • Digitale CE - und schon bin ich nicht mehr interessiert :) Eine Collectors Edition MUSS zwingend im dicken, fetten Paket mit PHYSISCHEN Goodies kommen. So wie meine Anno-Truhe anno (harr harr) dazumal ...

    Dann doch lieber die normale Edition kaufen.
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  • Quote:
    leider ist der kampf nicht rundenbasierend, damit kann man erst recht wieder eines der besten features von moo2 nicht nutzen: strategische runden kämpfe, wo man die spezielle ausrüstung auf den eigenen schiffen einsetzen kann und so bei guter strategie auch mit technisch leicht unterlegenen schiffen einen kampf gewinnen kann.


    Der rundenbasierte Kampf war das, was auch mir am meisten Spaß gemacht hat. Das die Entwickler bei diesem sowie bei vielen anderen 4x Spielen davon Abstand genommen haben, finde ich äußerst schade.

    Das klassische/bewährte Spielmechaniken auch in der heutigen Zeit funktionieren sieht man z.B.
    bei Grim Dawn - vergleichbar mit Titan Quest / Diablo - macht mir aktuell sehr viel Spaß und ich bin richtig froh das es mal wieder so ein Spiel gibt.

    Wie es richtig geht haben auch die Entwickler von Civilization gezeigt, Rundenkampf gelassen und immer nur an einigen Stellschrauben was verändert + Grafik modernisiert.
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