Roundup: Drei 8-zöllige Media-Tablets im Vergleichstest

Prozessor, Akku, Speicher

Huawei Mediapad M3

Huawei setzt bei einer Vielzahl seiner Geräte auf Chips aus eigenem Hause. Das ist beim Mediapad M3 nicht anders. Hier setzt der Hersteller auf ein HiSilicon Kirin 950, das erstmals Anfang letzten Jahres im Huawei Mate 8 seinen Dienst verrichtete. Schon in diesem ersten Test zeigte sich, dass das SoC nicht mit der absoluten Highend-Klasse vom Schlage eines Apple A10 oder eines Qualcomm Snapdragon 820 mithalten kann. Das heißt jedoch nicht, dass der Prozessor ein langsamer wäre - im Gegenteil.

Mit seinen vier 2,3 GHz schnellen ARM-Cortex-A72-Kernen und den vier mit 1,8 GHz getakteten Cortex-A53-Kernen lässt sich der Flachrechner von keiner Anwendung in die Knie zwingen. Der limitierende Faktor ist an dieser Stelle eher die Mali-T-880-GPU, die ebenfalls von ARM entwickelt wurde. Doch auch diese Grafikeinheit gehört längst nicht zu den schwachbrüstigen Vertretern ihrer Art, zumal sie über vier Grafik-Cluster verfügt.

Daneben trägt zu der insgesamt guten Gesamt-Performance ein vier Gigabyte großer Arbeitsspeicher bei, sodass das Mediapad M3 nicht nur als schlichtes Surfbrett taugt, sondern den mobilen Arbeiter genauso wie den Spiele-Fan auf seine Kosten kommen lässt.

Medion Lifetab P8513

Auch wenn Intel nicht mehr ganz so extreme Niedrigpreise wie beim Atom Z3537 bietet, wird die neue Generation bei günstigeren Tablets immer noch gerne genommen. Beim Medion Lifetab P8513 setzt der Hersteller auf einen Atom x5-Z8350. Das SoC bietet vier x86-CPU-Kerne, die standardmäßig mit einer Taktfrequenz von 1,44 GHz zu Werke gehen; bei eingeschaltetem Turbo sind Geschwindigkeiten von bis zu 1,92 GHz drin.

Als GPU kommt die hauseigene HD Graphics 400 zum Einsatz, die über zwölf Grafik-Cluster verfügt und standardmäßig mit 200 MHz getaktet ist; im Bedarfsfall sind 500 MHz drin. Abgerundet wird das Gesamtpaket von einem mit zwei Gigabyte nicht wirklich übergroß dimensionierten Arbeitsspeicher.

Trotz dieser auf den ersten Blick schwachbrüstigen Ausstattung ist das Atom-SoC alles andere als langsam. Nach wie vor sind Intels x86-Kerne sehr potent. Erstaunlicherweise zeigt sich die GPU als vergleichsweise stark, ein Bereich, der bisher nicht so richtig als Intels Domäne wahrgenommen wurde.

Samsung Galaxy Tab S2 8.0

Seit das Interesse an Flachrechnern zurückgeht, sind auch die Highend-Prozessoren in der Gerätekategorie selten geworden. Da macht das Tab S2 8.0 keine Ausnahme. Und anders als Huawei setzt Samsung bei dem schlanken Tablet nicht auf einen Chip aus der eigenen Entwicklung, sondern auf das aktuell stärkste Mittelklasse-SoC Qualcomms, das Snapdragon 652, das architektonisch allerdings gar nicht soweit vom Huawei-Prozessor entfernt ist: Auch hier werden vier Cortex-A72- mit vier Cortex-A53-Kernen im big.LITTLE-Verbund kombiniert. Allerdings sind die Taktgeschwindigkeiten mit 1,8 bzw. 1,2 GHz deutlich niedriger. Zudem kommt eine Adreno-510-GPU zum Einsatz.

Mit dieser Zusammenstellung ist das Tablet im Alltag zwar flott unterwegs, im direkten Vergleich - mit Blick auf die Benchmarks - ist es aber nicht das allerschnellste, wenngleich die Differenzen so gering sind, dass bei der Nutzung kaum Unterschiede zu bemerken sind.

  Huawei Mediapad M3
Medion Lifetab P8513
Samsung Galaxy Tab S2 8.0
Geekbench 3 single/multicore1738/5289 Punkte928/2381 Punkte1005 / 2946 Punkte
AnTuTu v6.294.514 Punkte67.946 Punkte59.426 Punkte
PC Mark Work 2.0
5213 Punkte4014 Punkte4332 Punkte
3DMark - Ice Storm Unlimited20.231 Punkte20.267 Punkte16.844 Punkte
3D Mark - Sling Shot ES 3.1937 Punkte1180 Punkte894 Punkte
3D Mark - Sling Shot ES 3.01121 Punkte1602 Punkte1153 Punkte
GFXBenchmark T-Rex (Offscreen)33 fps
30 fps28,2 fps
GFXBenchmark T-Rex (Onscreen)21,8 fps26 fps22,8 fps
GFXBenchmark Manhattan 3.0 (Offscreen)16,2 fps12 fps11,8 fps
GFXBenchmark Manhattan 3.0 ( Onscreen)9,1 fps11 fps8,2 fps
GFXBenchmark Manhattan 3.1 ( Offscreen)10,1 fps9,9 fps8,4 fps
GFXBenchmark Manhattan 3.1 ( Onscreen)5,1 fps9,3 fps5,6 fps
GFXBenchmark Manhattan 3.1.1 1440p ( Offscreen)5,7 fps6,1 fps4,7 fps
GFXBenchmark Car Chase 3.1 ( Offscreen)6,5 fps7,1 fps6,1 fps
GFXBenchmark Car Chase 3.1 ( Onscreen)3,4 fps6,9 fps3,9 fps

Die Hardware-Benchmarks mögen einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der Hardware geben, die Testläufe im Browser umgibt jedoch die Aura der etwas größeren Praxisnähe, da sie mit Hilfe eines Standardprogramms (in diesem Fall Googles Chrome) ausgeführt werden. Am Gesamteindruck dieser drei Tablets ändern sie jedoch nichts.

  Huawei Mediapad M3Medion Lifetab P8513Samsung Galaxy Tab S2 8.0
Google Octane v210.796 Punkte6325 Punkte
6860 Punkte
jetstream 1.1
62.709 Punkte35.640 Punkte45.127 Punkte
WebXPRT 2015127 Punkte62 Punkte65 Punkte

Datenspeicher: 32 Gigabyte sind nicht viel im Tablet

Ob Smartphones oder Tablets - lange Zeit zeigten sich die Hersteller beim Datenspeicher knausrig. Nun werden 32 Gigabyte große Speicher mehr und mehr zum Standard. Gerade Tablets im Acht-Zoll-Format sind zumeist klassische Media-Flachrechner, die zu Hause wie auch unterwegs für allerlei Unterhaltungszwecke verwendet werden - vom schlichten Betrachten von Fotos bis hin zu anspruchsvollen Spielen. Dementsprechend groß ist der Bedarf an Speicherplatz, der schließlich all die Bilder, Videos und Spiele aufnehmen muss.

Gerade bei etwas höherpreisigen Tablets haben sich daher Datenspeicher mit Fassungsvermögen von 32 Gigabyte durchgesetzt. So richtig viel ist das allerdings nicht: Die Hersteller genehmigen sich schnell sieben Gigabyte und mehr vom knappen Speicher für Betriebssystem, Recovery usw., sodass Intensiv-Nutzer durchaus an die Grenzen stoßen.

An dieser Stelle hilft dann nur noch microSD-Karte weiter, wobei im Falle der hier aufgeführten Flachrechner der SDXC-Standard unterstützt wird. Allerdings garantiert keiner der Hersteller die Funktion von Karten mit mehr als 128 Gigabyte Speicher. Wenn in den bunten Werbeblättchen der einschlägigen Elektronikgroßmärkte groß auf die neuen Kapazitäten hingewiesen wird, ist dies zumindest teilweise Augenwischerei.

Und wenn es keine Unterschiede bei den Speichergrößen gibt, dann lassen sich bei den Speicher-Controllern teils deutliche Differenzen ausmachen. Am leistungsstärksten präsentiert sich an dieser Stelle einmal mehr Huawei. Beim sequenziellen Schreiben leistet der Controller die doppelte Geschwindigkeit. Im Zufälligkeitsmodus verschwindet der Unterschied zwischen dem Lese- und dem Schreibprozess nahezu, gerade bei letzterem fallen die Geschwindikeiten fast dreimal so hoch aus wie bei Medion und Samsung.

  Huawei Mediapad M3
Medion Lifetab P8513Samsung Galaxy Tab S2 8.0
AndroBench 3 (sequential read/write)248,85/112,73 MByte/s
150,17/49,29 MByte249,64/51,95 MByte
AndroBench 3 (random read/write 4K)8155,73/7983,09 IOPS5602,86/2785,74 IOPS6601,69/2579,98 IOPS

Akku: Größe ist alles

Ein helles Display mit hoher Auflösung und ein schnelles SoC mit vielen Kernen - das sind Zutaten, die den Energiebedarf eines Mobilgeräts in die Höhe treiben. Dies gilt eigentlich auch für das Mediapad M3. Doch Huawei hat allem Anschein nach alle sich im Gehäuse bietenden Platzreserven ausgenutzt und einen Akku mit einer Kapazität von 5100 mAh ins Gehäuse gequetscht - das ist deutlich mehr als im Matebook steckt, dem Produktiv-Tablet des Herstellers.

Die beiden unten aufgeführten Akku-Benchmarks zeigen das Potenzial des Tablets mehr als eindrucksvoll. Selbst beim Daddeln auf der Couch geht dem Flachrechner nicht so schnell die Luft aus. Vielreisende können sich über einen Reisebegleiter freuen, der auch auf längeren Trips viel Durchhaltewillen beweist.

Anders gestaltet sich die Situation bei dem Medion-Tablet: Der Akku ist 4500 mAh spürbar kleiner und die leistungsstarken x86-Kerne wollen ordentlich mit Energie versorgt werden, sodass die Akkulaufzeiten trotz des dunklen Bildschirms recht knapp geraten. Deswegen ist das Ergebnis im PCMark Work 2.0 Battery Test auch nur bedingt aussagekräftig: Eigentlich soll der Bildschirm mit einem auf eine Leuchtdichte von 200 cd/m² kalibrierten Display durchgeführt werden - ein Wert, den das Medion-Panel nicht mehr hervorbringen kann.

Der Flachrechner ist damit am besten in den heimischen Gefilden aufgehoben, wo steht ein Ladekabel griffbereit ist. Für längere Reisen ist eine Powerbank durchaus empfehlenswert.

Letzteres gilt gleichermaßen für das Samsung-Tablet. Zwar setzt der Hersteller mit dem Snapdragon 652 auf ein SoC, das in anderen Tests bereits gezeigt hat, dass es durchaus mit seinen zur Verfügung stehenden Energiereserven hauszuhalten weiß, allerdings sind diese beim Galaxy Tab S2 8.0 nicht gerade üppig. Vermutlich ist es eine Konsequenz der sehr flachen Bauform, dass im Inneren lediglich ein 4000 mAh großer Akku Platz gefunden hat. Die Laufzeiten sind dementsprechend nicht die längsten. "Über den Daumen gepeilt" ist diese beim Huawei Mediapad M3 etwa ein Viertel länger.


Huawei Mediapad M3
Medion P8513Samsung Galaxy Tab S2 8.0
Akku-Größe
5100 mAh4500 mAh4000 mAh
GFX Bench Akkutest (Leistung)
3104 Frames
1439 Frames965,4 Frames
GFX Bench Akkutest (Geschätzte Zeit)408,4 min
183,3 min210,1 min
PCMark Work 2.0 Battery Test6:08 h
   4:11 h
4:37 h
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2 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Xx____
    hallo nachbar,
    ich habe das m3 für meine mutter als telefon ersatz gekauft und sie ist absolut zufrieden. natürlich geht das dann nur mit bluetooth headset. für internet und medienkonsum ist das gerät mit den lautsprechern besser als die meisten anderen handsets.
    wer auf die top smartphone kameras verzichten kann und damit leben kann dass es kein oled screen ist und daher beim schnellen scrollen das bild verwischt, macht hier nichts falsch.
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  • Martin_6
    0,34er Schwarzwert und 850:1 Kontrast bei nem nem Samsung AMOLED?
    Sicher nicht! Da muss sich wohl ein falscher Abschnitt eingeschlichen haben...
    0