Meltdown & Spectre: Intel versucht mit Benchmarks zu beruhigen

An immer wieder auftauchende - auch schwerwiegende - Sicherheitslücken hat sich der Nutzer längst gewöhnt. In den meisten Fällen kommt wenige Tage spätestens wenige Tage nach dem Bekanntwerden ein passendes Update und alles ist wieder gut.

Doch Meltdown und Sprectre sorgen für eine wesentlich größere Verunsicherung, nicht zuletzt deshalb, weil der Fehler in den CPUs, also der Hardware, steckt, deren Leistung mit einem Update in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke wurde darüber spekuliert, dass ein entsprechendes Sicherheitsupdate zu Leistungseinbüßen von bis zu 30 Prozent führen könnte.

Nun hat der Hersteller eine Reihe von Benchmarks veröffentlicht, die die erhitzten Gemüter beruhigen sollen. Demnach fallen die Leistungsverluste weit geringer aus als befürchtet. Getestet wurden Verschiedene Systeme der sechsten, siebten und achten Core-Generation, wobei auf den Sysmark 2014 SE, den PCMark 10, den 3DMarkt Sky Fall sowie den Browser-Benchmark WebXPRT 2015 zurückgegriffen wurde. Der Leistungsverlust bei den aufgeführten Prozessoren in den einzelnen Testläufen zumeist bei weniger als zehn Prozent. Lediglich im Responsiveness-Testlauf des Sysmarks bricht die Leistung - je nach Modell - um bis zu 21 Prozent aus. Lediglich auf einem Skylake-Chip basierenden System mit einer Festplatte mit dem Update übertrifft den Wert des nicht gefixten Ausgangssystems um einen Prozent. Der "Vorteil" der HDD ist jedoch längst nicht so groß, denn sie ist insgesamt weniger reaktionsfreudig und kann damit auch in dem Test nicht der Performance einer SSD mithalten.

Ebenso wenig lässt sich an den Benchmarks ablesen, wie die Leistungseinbrüche bei älteren Prozessoren ausfallen. Intel hat angekündigt, dass Updates für die Chips der letzten fünf Jahre bereitgestellt werden sollen. Hier scheinen die Probleme deutlich größer zu sein. Bei Chips für Heimrechner wie auch Rechenzentren, die auf der Haswell- und Broadwell-Architektrur basieren, kommt es nach der Installation des Updates immer wieder Neustarts. Der Hersteller sucht bereits nach einer Lösung. Auch die Leistungseinbußen sollen hier deutlich größer sein.

Verschwörungstheoretiker könnten hinter Meltdown und Spectre auch eine Maßnahme für den Verkauf neuer Rechner vermuten.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • drno
    https://www.computerbase.de/2018-01/meltdown-spectre-amd-intel-benchmarks/
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/AMD-rudert-zurueck-Prozessoren-doch-von-Spectre-2-betroffen-Microcode-Updates-fuer-Ryzen-und-Epyc-in-3939975.html
    https://www.heise.de/tipps-tricks/Prozessor-Sicherheitsluecke-So-findest-du-heraus-ob-du-gegen-Meltdown-und-Spectre-geschuetzt-bist-3937717.html

    Also - bummelige Leistungsverluste von 10% - und?

    Mit Patches soll es gefixt werden können? Warum auch? Im Leben nicht!
    Da klickert die Wahrheit bestenfalls centweise in die Parkuhr.
    Vor allen Dingen. Wer patcht das Zeugs, das älter als 2 - 3 Jahre ist.
    Der Weihnachtsmann oder das Sparschwein?

    Falls ich die verkauften Aktien vom cleveren Brian und die "Entdeckung der seit 1995 bestehenden Bugs" in Intels Gesamtarchitektur mal gegen den Strich bürste, fällt mir nur ein Begriff ein: Ein echter SuperSupercoup! Ich denke dabei nicht an Brians bescheidene 25 Millionen US$ - das ist letztendlich nur ein bescheidenes Trinkgeld.

    Mutung:
    Es beschleicht mich ein ganz pöser Verdacht. Da haben sich die Akteure zum großen Konglomerat zusammengetan und fahren sich ein echtes weil riesiges Konjunktur, pardon Kassierpaket in die Tasche. Endlich fegen sie den Bestand an vorhandenem Zeugs (fast) komplett vom Markt und ab in die Tonne - und es startet der totale Neubeginn nach der dammbrechenden Sinntflut. Genial!

    Wenn ich mir nur die Logos der Bugs ansehe, dann klingelts doch schon in der Kasse!

    Win 10 und Linux als neuem gläsernen Standart, Cannon Lake und Ryzen 2 bzw. 3 usw.
    Das alles frei von Altbeständen und Co. Solange wie diese Nummer nicht durch
    ist - sollte man prinzipiell für IT - Hardware und Prozzis derzeit keine Knete mehr legen!
    Falls doch - lieber das kleinere Übel = AMD Zeugs - ebenso von den Bugs betroffen.

    Bisher jedenfalls nach Stand der INTEL Liste noch aus der Sache heraus sind die User
    von den guten alten Yorkfields. Core 2 Duo und Quads. Die stehen - momentan noch nicht drauf.
    Ob diese nun real nicht betroffen sind - das steht freilich auf einem Blatt.
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  • snooze
    "bricht die Leistung [...] um bis zu 21 Prozent aus"
    - Ich dachte immer in diesem Kontext heißt es einbrechen...
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  • weisse15.fw
    Was sich Intel da gedacht ausgedacht hat ist ja wohl an Dreistigkeit nicht oder sagen wir nur schwer zu überbieten. Für solch eine, nennen wir es mal Fake, Sicherheitslücke ihren und ja scheinbar auch den Umsatz von AMD exzessiv steigern zu wollen indem jede ältere CPU mit Leistungseinbußen belegt wird, findet man gar keine Worte mehr. Bekommen diese Konzerne denn ihren Rachen\Hals nicht schon voll genug gestopft, muss denn auf "Teufel komm raus" der Jahresumsatz ins unermäßliche gesteigert werden!? Es geht dem Ende entgegen, gute Nacht und Gratulation an alle die aus dieser Maßlosigkeit noch etwas positives entnehmen können!
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