Anmelden / Registrieren

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain: Schön komplexer Schleich-Shooter

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain: Schön komplexer Schleich-Shooter
Von

Kaum eine Serienfortsetzung wurde so sehnlich erwartet wie Metal Gear Solid V: The Phantom Pain. Wir haben getestet, ob das Spiel den hohen Erwartungen gerecht wird - immerhin begründete es das Genre des Schleichspiels mit.

Auch wenn die Metal Gear Solid-Reihe schon aus elf Teilen besteht, haben es doch nur wenige auf den PC geschafft - was mit Sicherheit nicht an geringen Verkaufszahlen lag, da die Serie einen Erfolgsgarant darstellte. Auch Metal Gear Solid V wurde innerhalb der ersten Woche schon drei Millionen Mal ausgeliefert.

Hintergrund

Der VorläuferDer VorläuferThe Phantom Pain ist eigentlich der zweite Teil von Metal Gear Solid V. Ende 2014 erschien mit Metal Gear Solid V: Ground Zeroes quasi der Prolog für das aktuelle Spiel. Dort wurde Venom Snake, auch bekannt als Big Boss, im Jahr 1975 schwer verletzt und ins künstliche Koma gelegt. Daraus wacht er in The Phantom Pain neun Jahre später wieder auf und die Geschichte geht weiter.

Snake war ehemals Anführer einer weltweit agierenden Söldnertruppe, deren Basis zerstört wurde. Die meisten Mitglieder starben. Snake wurde schwer verletzt und an einem sicheren Ort im Koma "aufbewahrt" und behandelt.

Mit dem Aufwachen beginnt auch der Prolog, der gleichzeitig spielbar ist und das Tutorial bildet. Anschließend macht sich Snake daran, seine Organisation, die Diamond Dogs, wieder aus der Asche auferstehen zu lassen. Dies geschieht just während des Afghanistankriegs, bei dem sich die Russen eine blutige Nase holten.

Was für ein Spiel ist The Phantom Pain?

Von Haus aus ist es ein Schleich-Spiel - und da die MGS-Serie das Genre mitbegründet hat, ist daran auch nicht zu rütteln. Aber ebenso lässt es sich als Shooter spielen. Wer nicht gerne schleicht, kann sich auch mit mächtig viel Badabumm durch die Missionen ballern. Das gibt zwar Abzüge in der B-Note, ist aber erlaubt.

Egal wie man sich durch die Missionen kämpft: Von Mission zu Mission entfalten sich weitere Spielprinzipien. The Phantom Pain entwickelt sich zu einer ausgewachsenen Wirtschaftssimulation, in welcher der Spieler seine neue Basis ("Mother Base") und die Diamond Dogs leiten muss. Dieser Part ist überraschend umfangreich und durchaus spielentscheidend.

Snake in seiner persönliche Air Force OneSnake in seiner persönliche Air Force One

Letztlich ist das Spiel also ein Cross-Over aus Schleichspiel, Shooter und Wirtschaftssimulation - und dieser Mix ist verblüffend plausibel und wirkt in keinster Weise gekünstelt.

Venom 'Schmidtchen Schleicher' Snake

Auch wenn die Missionen sehr vielfältig sind, steht sicherlich der Schleichcharakter im Zentrum des Spiels. Je weniger Aufmerksamkeit man erregt, desto besser schneidet man bei der Bewertung ab und desto mehr Boni erhält man. Im Extremfall kann man Missionen komplett ohne tödliche Gewalt durchspielen. Selbst Missionen mit Tötungsauftrag lassen sich durch Gefangennahme der Zielperson erfolgreich beenden und der Spieler kann so seiner eventuellen pazifistischen Grundeinstellung gerecht werden.

'Snake in the Grass''Snake in the Grass'

In diesem Bereich spielt Metal Gear Solid all seine Erfahrung und all seine Stärken aus. Man merkt, dass das Team große Erfahrung im Genre 'Schleichen' hat, denn alle Aspekte dieses Bereichs sind vorzüglich umgesetzt. Dies beginnt bei den vielen Möglichkeiten für den Spieler (verschiedene Gang- und Kriecharten, Ablenkungsmanöver, schallgedämpfte Waffen) und endet bei Gegnern, die sowohl über die nötige Intelligenz als auch "echte" Sinne verfügen.

Doch werfen wir einen genaueren Blick auf diese verschiedenen Aspekte: Die Gegner verhalten sich "angemessen" intelligent. Den verschiedenen Soldaten scheinen im Kampf unterschiedliche Rollen zugeteilt zu werden: Während die einen einer Bedrohung auf den Grund gehen, halten andere die Stellung. Auch lassen sich Soldaten nicht beliebig weit von ihrem Posten fortlocken.

Einziger Kritikpunkt von uns ist, dass die KI-Soldaten innerhalb des zu bewachenden Bereichs zu sehr alle Augen auf den letzten Ort der Feindsichtung richten. Innerhalb des Spiels wertet dies den Stellungswechsel deutlich auf. Außerhalb des Spieles ergäbe das Verhalten gar keinen Sinn, weil bei bewaffneten Konflikten selten einzelne Angreifer auftauchen und dann eventuell sogar noch aus verschiedenen Richtungen. Hier wurde der KI offensichtlich sehr gezielt das starre "nur 1 Angreifer-Szenario" auf den Leib geschneidert (was technisch natürlich durchaus Sinn ergibt).

Verborgen bleiben ist das A und OVerborgen bleiben ist das A und O

Neben mehreren Bewegungsgeschwindigkeiten gibt es auch unterschiedliche Bewegungsarten (aufrecht gehen, geduckt gehen und kriechen). Diese sind sowohl optisch als auch akustisch unterschiedlich auffällig. Ebenso haben Untergrund und Hindernisse großen Einfluss darauf, wie unauffällig Snake sich bewegt. Im tiefen Gras ist er zum Beispiel nahezu unsichtbar. Zusätzlich kann man mit der richtigen Kleidung auf dem richtigen Untergrund weiter an seiner Tarnung feilen. Spezielle Uniformen gewähren zusätzlich Schutz vor Wärmesicht (Schleichanzüge) oder Schutz vor Geschossen (Kampfanzug).

Das herrlich absurde Highlight sind allerdings Pappkartons mit aufgedrucktem Tarnmuster. Sie scheinen optimale Tarnung zu bieten und man kann sich innerhalb der Kartons sogar fortbewegen. Neben dem Muster kann man sie auch mit zusätzlichen Bildern versehen, die dem ganzen einen gewissen Schick geben sollen und sich gelegentlich sogar auf die NPCs auswirken. Außerdem haben sie aber noch einen anderen Nutzen, auf den wir aber später noch eingehen werden.

Selbstverständlich wirken sich auch Tageslicht und Wetterbedingungen auf die Sichtbarkeit aus. Der Extremfall sind die gelegentlichen Sandstürme, die den Kampf für alle Beteiligten zu einer Art Blindflug machen - hier sieht und hört man kaum etwas. Das sind für einen Angreifer bzw. Eindringling natürlich optimale Bedingungen.

Hat Snake einen Gegner überwältigt bzw. betäubt, kann er ihn mit Hilfe einer Ballon-Apperatur per "Luftpost" abholen und auf die eigene Basis transportieren lassen. Dort schließt er sich Snakes Truppe "freiwillig" an. Im Einsatz allerdings bietet es sich an, Soldaten erst zu verhören und so wichtige Informationen über Stellungen, wertvolle Ressourcen und ähnlichs zu erhalten, bevor man sie gen Himmel befördert.

3 Kommentare anzeigen.
Auf dieser Seiten können keine Kommentare mehr abgegeben werden
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • Plitz , 24. September 2015 08:44
    Für einen ernstzunehmenden Test wird mir hier dann doch ein bisschen zu wenig auf die Probleme eingegangen, die offensichtlich und vielzählig sind.

    Auch kommt das Gefühl auf, dass das Spiel nicht wirklich durchgespielt wurde, was nach der langen Zeit die es schon draussen ist komisch scheint.

    Alles in allem ist das Spiel gut, aber die massiven Probleme auf die hier nicht eingegangen wird sind für viele Spieler bestimmt ein Kriterium das einen Kauf direkt ausschließt.
  • Bodo , 24. September 2015 15:55
    Hallo Plitz, danke für deine Kritik. Auf die Probleme, die bei mir aufgetreten sind, bin ich eingegangen. Einige sind sogar in den ersten 1-2 Wochen behoben worden. Verglichen mit einigen anderen Blockbustern fand ich den Release eher problemarm und ohne wirkliche Showstopper.

    Insgesamt habe ich MGS extrem lange gespielt, war aber zum Zeitpunkt des Tests trotzdem noch nicht ganz durch. Was in meinen Augen eher für das Spiel spricht.
  • Take , 28. September 2015 03:46
    Das Ende ist eine absolute Frechheit. Habe es mir gekauft, nach 4 Stunden gelangweilt und dann einfach alle Cutscenes auf Youtube angesehen. War ich erleichtert dass ich da nicht noch mehr Zeit investiert habe. Vom Stile eines MGS1,2,3 hat es absolut garnichts. Die nervige Kameraschwenks und Kamerafahrten sollten wohl Hollywood imitieren, waren aber einfach nur nervig und wirkten wie ein 0815 Shooter, allgemein das ganze Gameplay. Die ewigen Videos habe ich ihn den vorherigen Spielen geliebt, fing ja auch gut an die erste Stunde, danach läuft man in eine Schrottmission nach der anderen. Der Knaller war aber Metal Gear....die Darstellung wirkte wie ein Gundam aus einer billigen Japanischen Anime-Folge von 1995, als hätte man das Ding mit Pastellfarben ins Bild gemalt.
    Hätte ich nie ein Metal Gear Solid vorher gespielt, hätte ich es in eine Sparte mit Resident Evil 6 eingeordnet, nicht schlecht aber auch nicht gut. Wenn man aber die Vorgänger kennt, wundert es mich nicht das Konami nun nichts mehr in dem Stile produziert und Hideo kojima gefeuert wurde.