Microsofts Surface Phone erst im Oktober 2017?

Mit dem Ende des Sommers werden in den Supermärkten nicht nur Lebkuchen und Weihnachtsmänner in die Regale geräumt. Zahlreiche Hersteller über die verschiedensten Branchen hinweg kündigen im gleichen Atemzug neue Produkte an, die sich spätestens - mit einem schicken Schleifchen garniert - unterm Weihnachtsbaum wiederfinden sollen. Da macht Microsoft keine Ausnahme.

Surface Cardinal: Microsoft will einen "echten" Rechner

Nach Informationen von ZDNet werden die Redmonder gegen Ende Oktober zum einer großen Pressekonferenz laden. Allerdings wird der Hersteller nur wenig Neues zu vermelden haben.

Vorgestellt werden soll ein neuer All-In-One-PC, der allem Anschein nach als Surface Cardinal entwickelt wurde und der schon seit einigen Wochen in der Gerüchteküche für Gesprächsstoff sorgt.

Der Rechner mit der Hardware direkt hinterm Bildschirm soll in zwei oder drei Größen angeboten werden, wobei über Bildschirmdiagonalen von 21, 24 und 27 Zoll spekuliert wird. Auf welche Komponenten der Hersteller darüber hinaus zurückgreifen wird, ist noch nicht bekannt geworden.

Wenig Neues bei den Tablets?

Auf weitere, größere Neuerungen scheinen die Redmonder verzichten zu wollen. Vor einem Jahr wurden zwar Surface Pro 4 und Surface Book 2 vorgestellt, mit einer grundlegenden Aktualisierung will sich Microsoft jedoch mehr Zeit lassen: Die beiden Mobilgeräte im 2in1-Format, bekommen unter Umständen neue Chips verpasst, sollen jedoch erst im kommenden Frühling mit einer grundlegenden Überarbeitung bedacht werden.

Eine Vermutung, die schon länger die Runde macht, wenngleich ursprünglich von einer Verschiebung ausgegangen wurde, deren Ursache in einem verspäteten Marktstart der Kaby-Lake-Chips von Intel liegen sollte.

Gänzlich unklar ist, was aus dem Surface 3 wird. Die Hardware-seitig abgespeckte Version des Microsoft-Tablets wurde bereits im Mai 2015 auf den Markt gebracht, eine Modellpflege fand bisher nicht statt.

Es ist fraglich, ob es nun zur einer Aktualisierung kommt (etwa in Form eines Apollo-Lake-Chips) oder ob das Format früher oder später aufgrund mangelnden Interesses aus dem Programm genommen wird.

Vaporware: Surface Phone

Noch nebulöser gestaltet sich derzeit die Zukunft von Microsoft-Smartphones. Die ebenfalls Ende letzten Jahres vorgestellten Lumia-Flaggschiffe 950 und 950XL haben sich als Ladenhüter entpuppt, nach dem Lumia 650 Anfang diesen Jahres ist kein weiteres Smartphone von Microsoft vorgestellt worden.

Der Marktanteil ist neben den Ökosystemen von Google und Apple verschwindend gering, wobei die Tendenz eher auf einen weiteren Rückgang hindeutet als eine echte Erholung. Dies allerdings nicht zuletzt auch der schlechten Modellpflege geschuldet, die nicht gerade zu einer Steigerung der Attraktivität führt.

Dennoch wird Microsoft nicht müde zu betonen, welch große Bedeutung der Mobil-Sparte beigemessen wird. Erst zur IFA in Berlin betonte der Hersteller, dass die Entwicklung an dieser Stelle weitergeführt werde - und das nicht nur in Form der bestehenden Geräte, bis diese ihren Lebenszyklus beendet haben. Vielmehr sollen auch neue Smartphone in Planung sein.

Man wird jedoch noch lange warten müssen. Allem Anschein nach steht das Thema Surface Phone frühestens im Oktober 2017 auf der Agenda. Dass sich dann noch irgendwer für Smartphones mit Windows 10 interessiert, darf fast schon bezweifelt werden.

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6 Kommentare
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  • silveroffspring
    Ich habe mir damals echt überlegt auf ein Lumia umzusteigen, aber sowohl Preis, als auch Produktpflege (Appstore) haben mich dann doch eines Besseren belehrt. Ob Microsoft damit noch einmal Fuß fasst wage ich stark zu bezweifeln.
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  • The_Simplifier
    Es ist eigentlich sehr schade, wie das ganze sich entwickelt hat. Einmal mit einem unfertigen Windows 7 Phone angefangen und jetzt wird man den Ruf einfach nicht mehr los. Obwohl das System sehr viel Potential hat und bei weitem einem Android überlegen ist. Die Benutzeroberfläche ist sehr durchdacht. Doch wenn es nur wenige Apps gibt setzt es sich nicht durch. Und wenn es niemand kauft entwickelt oder portiert auch keiner seine Apps darauf. Dieser Kreislauf wurde leider durch ein unfertiges Windows Phone 7 gestartet. Ob Sie da je wieder rauskommen ist die Frage. Doch schade wäre es für ein einfaches , durchdachtes Bedienungskonzept und ein Updatemechanismus der nur bei Apple besser ist.
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  • matthias wellendorf
    Man hat in Redmond gefühlt auch noch nie eine stringente Strategie für den Mobil-Bereich entwickelt. Microsoft hatte einst mit Windows Mobile ein leistungsstarkes Betriebssystem, doch wollte man nicht mehr daran glauben und stampfte die ganze Geschichte ein, um zwei Jahre später mit einem völlig unfertigen Windows Phone 7 auf den Markt zu gehen.

    Mit WP8 wurde die ganze Chose zwar tatsächlich brauchbar, aber so richtig war man sich wohl nicht sicher welche Nutzer adressiert werden sollen. Vielleicht war ihnen auch nur der Erfolg im Günstig-Segment zu gruselig. So eierte man vom klassischen Privatnutzer hin zum Unternehmenskunden, und bis heute wird man den Eindruck nicht los, dass alles nur so halb fertig ist.

    Dabei wäre etwas mehr Wettbewerb neben Apple und dem immer drückenderen Google durchaus wünschenswert gewesen - und neben Microsoft gibt es an dieser Stelle nicht mehr viele, die hier noch Paroli bieten könnten.
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