Kaufberatung und Vergleichstest Mini-PC, Stand August 2016

Elitegroup ECS Liva X

Kleiner Liva X als großer Medienplayer

Die von uns getesteten Mini-PCs haben sich als sehr vielseitig, aber auch als sehr unterschiedlich herausgestellt. Der Liva X kommt in seinem schwarzen Gehäuse mit rotem Aufdruck auf den ersten Blick eher unscheinbar daher: Das Gehäuse besteht aus Metall und nur in den Seitenteilen sind Lüftungsschlitze zu finden. An der Rückseite eines Fernsehers angebracht ist das Gerät ein unscheinbarer und doch leistungsfähiger HTPC.

Aufbau und Anschlüsse

Der Liva X ist ein eher kleiner Vertreter aus der Riege der Mini-PCs. Die Anschlüsse sind durchdacht angebracht: Die drei USB-Anschlüsse (2x USB 2.0 und 1x USB 3.0) befinden sich gemeinsam mit dem Ein-/Ausschalter auf der Vorderseite und haben ausreichend Abstand voneinander. Alle anderen Anschlüsse sind auf der Rückseite "verborgen". So gelangt man leicht an die USB-Ports, die tendenziell häufiger umgesteckt werden.

Neben dem obligatorischen Stromeingang und dem Audioausgang im Klinkensteckerformat gibt es je einen Gigabit-Ethernet-Anschluss sowie HDMI- und VGA-Anschluss. Der einzelne Klinkenstecker ist allerdings auch eine seiner größten Schwächen. Denn hier kann man gerade einmal einen Kopfhörer oder Lautsprecher anschließen. Für ein Headset fehlt der zusätzliche Audio-Eingang des Mikrofons. Wer also ein Headset anschließen will, muss zu einem USB-Headset greifen und opfert damit einen der drei USB-Anschlüsse.

Auch wenn der VGA-Anschluss eher anachronistisch erscheint, erlaubt er immerhin den Anschluss eines zweiten Displays. Praktisch sind selbstverständlich auch das eingebaute WLAN- (802.11n) und Bluetooth-Modul. Löblich ist die Möglichkeit, das Gerät mithilfe eines Adapters an die Rückseite eines Fernsehers oder Monitors verschrauben zu können, sodass der Mini-PC quasi unsichtbar im Wohnzimmer oder am Schreibtisch seinen Platz findet. Verwendet man dann noch eine Funkmaus bzw. Funktastatur, kann das Gerät ohne sichtbare Kabel genutzt werden.

Oberseite der PlatineOberseite der Platine

Energieaufnahme und Leistung

Mit einem Gesamtstromverbrauch von maximal 15 Watt ist Elitegroups Liva X - besonders verglichen mit normalen PCs - sehr sparsam. Allerdings erkauft man sich die Sparsamkeit auch mit einer ebenso sparsamen Leistungsfähigkeit. Der verbaute Bay-Trail-Prozessor (Celeron N2808) verfügt über zwei Kerne, die im Basistakt mit knapp unter 1,6 GHz werkeln. Im Burst schafft der Prozessor 2,25 GHz. Das reicht für die üblichen Office- und Multimedia-Aufgaben, gelegentlich könnte es aber ruhig etwas schneller zugehen. Opulente 3D-Spiele wird man aber zwangsläufig meiden (müssen).

Datenträger

Die Datenträgerausstattung ist gleichzeitig eine der größten Stärken und Schwächen des Liva X. Die verbaute Toshiba eMMC-"SSD" ist so langsam, dass sie zum massiven Flaschenhals wird. Insbesondere in der uns vorliegenden Version mit 32 Gigabyte ist sie weder schnell noch groß genug, um wirklich alltagstauglich zu sein.

Allerdings verfügt das Gerät gleichzeitig über einen freien mSATA-Anschluss, über den zusätzlich deutlich schnellere SSDs verbaut werden können. So kann sowohl das Platz- als auch das Geschwindigkeitsproblem beseitigt werden. Da es 128 Gigabyte große mSATA-Laufwerke bereits ab etwa 50 Euro gibt, kann man das Gerät so kostengünstig deutlich aufwerten. Alternativ kann man natürlich auch zusätzlichen Platz über den USB 3.0-Anschluss bereitstellen. Allerdings ist diese Lösung weniger elegant - außer man möchte unbedingt einen Wechseldatenträger verwenden.

Einziger Wehrmutstropfen des mSATA-Einbaus ist, dass das Gerät hierfür komplett auseinandergenommen werden muss. Das ist zwar relativ einfach, aber immerhin muss hierfür sogar die Platine aus dem Bodenteil des Gehäuses genommen werden. Der ganze Prozess dauert nur wenige Minuten. Ein kleines Manko sollte auch nicht unerwähnt bleiben: Es gibt keinerlei Anzeige für Festplattenaktivität.

Temperatur und Lautstärke

Wie alle anderen Geräte in diesem Test ist auch Elitegroups Liva X lüfterlos und dank SSD völlig geräuschlos. Das ist gerade im Wohnzimmer mit Sicherheit ein wichtiger Punkt. Dank der sparsamen Hardware reicht die Passivkühlung auch völlig aus. Unter Last wird das Gerät aber gerade an der Unterseite des Gerätes recht warm, wohingegen die anderen Seiten verhältnismäßig kühl bleiben.

Der massive Kühlkörper des Liva XDer massive Kühlkörper des Liva X

Konfiguration

Die kleine, uns vorliegende Version mit 32 Gigabyte eMMC-SSD von Toshiba (Modell 032GE4) und zwei Gigabyte RAM ist leider nur begrenzt alltagstauglich. Mit den zwei Gigabyte Arbeitsspeicher kann man eventuell noch leben, aber die 32 Gigabyte große SSD ist schon beinahe nach Installation aller Windows-8.1-Updates voll. Sinnvoller ist da definitiv die größere Variante mit viere Gigabyte RAM und einer 64 Gigabyte großen SSD, die leider auch spürbar teurer ist. Alternativ kann man lieber auf eine zusätzliche mSATA-SSD zurückgreifen, die auch um Längen schneller sein dürfte.

Preis und Verfügbarkeit

Leider gibt es für den ECS Liva X in Deutschland keinen offiziellen Vertrieb. Bei Amazon US kostet die kleine, hier getestete Variante allerdings nur 128 US-Dollar, was als echtes Schnäppchen bezeichnet werden kann. Die größere Variante ist beinahe doppelt so teuer und ist damit nur mäßig interessant.

Fazit

Dank 4K-Unterstützung ist der Liva X ein sehr angenehmer HTPC. Da er dank Passivkühlung und SSD völlig lautlos arbeitet, stört er nicht und macht als Medienplayer eine sehr gute Figur - vorausgesetzt man nutzt entweder einen externen Datenträger oder verbaut selbst eine mSATA-SSD.

Möchte man ihn ernsthafter nutzen oder als Desktop Replacement einsetzen, ist der Einbau einer zusätzlichen mSATA-SSD dringender angeraten, um die eigene Geduld zu schonen. Für größere, anspruchsvollere Anwendungen ist mit Sicherheit auch die Variante mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher hilfreich. Und wer gerne über den PC telefoniert, für den führt kein Weg an einem USB-Headset vorbei.

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17 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Rurik
    Ich würde empfehlen, die ZBox Nano auf jeden Falls als Barebone zu nehmen. Das Einbauen von RAM und SSD ist echt einfach und man bekommt definitiv mehr fürs Geld. Die ca. 100,- € Aufpreis für die Plus-Variante kann man besser für 8GB Ram und 120GB SSD (oder 4GB und 240GB) verwenden - da hat man glatt doppelt so viel Speicher zum gleichen Preis.
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  • robberlin
    Die ZBOXEN sind einfach super - kann ich mich nur anschließen und wer eh mal nen Notebook aufgerüstet hat,oder im technischen was macht, der hat auch Möglichkeit kleine Festplatte und etwas RAm aufzutreiben um die ZBOX als Barebone zu nehmen.
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  • Tesetilaro
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D
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  • robberlin
    Quote:
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D


    Seit wann und wo?

    Ich hab die ZBOX EI-730 - steiles Teil - der direkte Konkurrent vom Brix PRO. natürlich größer aber selbst unter Vollast hinterm Fernseher kaum hörbar und bessere Ausstattung (2 mal LAN, optischer Out)
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  • robberlin
    haha wie cool - 0,6L ist natürlich nur für mini Bildformat aber trotzdem ganz nett ^^
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  • Atrocity
    Irgendwie fehlen mir in dem Test die "NUCs" von Intel. Sau geile Teile, leise & klein.
    Außerdem bekommt man die je nach Anforderung mit dem passenden Prozessor.
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  • thorax
    Ich vermisse in den Tests die in meinen Augen sehr leistungsfähigen Intel NUC Mini-PCs. Gibt es mit diverser Ausstattung und mir gefällt auch das Preis-Leistung Verhältnis. Auch der Treiber-Support und das sehr freundliche Forum hat mich überzeugt. Bin jedenfalls sehr zufrieden.
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  • Tesetilaro
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?
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  • thorax
    65059 said:
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?

    Wie es früher war kann ich nicht beurteilen, meine 3 NUCs sind alle nicht älter als 2 Jahre. Bislang hatte ich keine Probleme mit dem Lüfter bez. Lüftergeräusch.
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  • Tesetilaro
    ich kenne halt nur früher und das pfeiffgeräusch unter last war die hölle - ich gestehe auch gerne zu da´es erste generation war und ich empfindlich bin, sowie das gerät ne montagskiste - aber danach war ich von kleinen lüftern erst mal ne ganze weile geheilt *g*
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  • KalleWirsch
    Mir sind die CPUs der vorgestellten MiniPc zu schwachbrüstig. Der ecs liva core ist der Einzige ohne total kastrrierte CPU. Unter einen i5 5x00 würde ich ehrlich gesagt nix kaufen. Es gibt auch genug Geräte die so ausgestattet sind.
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  • derGhostrider
    Schöner Vergleich...
    Ich habe allerdings eine Anmerkung zum Artikel:
    Ist das Ernst gemeint, dass man durch die Anschaffung eines z.B. 400 Euro teuren Gerätes SPAREN soll im Vergleich zu einem "nicht mehr aktuellen" PC?
    Ich weiß ja nicht... Man muss sich ja keinen alten Pentium D in den Keller stellen!

    Bevor man sonst Strom-MEHRKOSTEN in Höhe von mindesterns 400 Euro produziert hat, vergeht auch recht viel Zeit...
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  • Tesetilaro
    stimmt - ein grob überschlagenes scenario spart mir 2,80 € im Jahr, wenn ich zumindest einen Teil der nutzung von rechenknecht mit 300 Watt im Mittel auf den mini pc mit max 15 watt verlege - aber genau da wo's drauf ankommt, beim zocken, hilft der mini natürlich nicht ;)

    Auf der anderen seite ist es wirklich ein unterschied ob ich den großen oder den kleinen anmache um emails zu checken *g*
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  • Michalito
    Habe mir grade zwei Mini PC aud dem Reich der Mitte kommen lassen, einmal Z8300 2 GB Ram 32 GB MMC 60€, super und einmal i5 U4250 Barebone mit MSata und 2 mal Sata in Vollalu nicht mehr ganz so winzig mit 17 cm Kantenlänge, aber ich bin begeistert. Das Ding gab es für 170€. Testet sowas doch mal gegen die "etablierten"
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  • Bodo
    @tese: da hast du deinen Ziegelstein - wenn auch ohne Beamer
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  • Bodo
    ups, Brix kommt als nächstes. War kurzzeitig verwirrt
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