[MWC] 5G-Mobilfunk – ganz anders als erwartet?

5G? Ein vernünftiger Mensch wird fragen „Was soll das?“ Und er hätte Recht: 4G, also LTE, gibt es erst in (größeren) Inseln, VoLTE, also Telefonie in den 4G-Netzen, wird gerade erst erprobt. Auch die Verfügbarkeit von 3G/3.5G (UMTS/HSPA/HSPA+) ist hierzulande wohl eher als löchriger Flickenteppich zu bezeichnen.Telekom Car 2 X-KommunikationTelekom Car 2 X-Kommunikation

Selbst im guten, alten GSM-Netz, also 2G/2.5G, kennt wohl jeder Gesprächsabbrüche und demzufolge streckenweise nutzlose Handys und Smartphones. Und da soll schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden, wo die alte noch nicht wirklich lebendig ist?

Schon 2015 präsentierten die ersten Hersteller von Netzwerk-Hardware die ersten Lösungen für die nächste Generation von Mobilfunknetzen. 5G soll auch auf der Straße das Gigabit-Zeitalter einläuten, in dem neuen Netz sollen Autos miteinander und mit der Umgebung kommunizieren, Überwachungskameras mit Wetterstationen reden und vielleicht Mülltonnen ihren Füllstand an die Straßenreinigung melden. Ganz zu schweigen von Drohnen, die Pakete für Amazon und Co. ausliefern.

Nokia und das IoTNokia und das IoT

Nicht nur Ulf Ewaldsson, CTO des Netzbetreiber-Ausrüsters Ericsson, wird mit Aussagen wie „5G ist nicht so sehr für Menschen gemacht, sondern für das IoT.“ zitiert. Es gehe eher darum, „alle Geräte der Welt mit allen Clouds der Welt“ zu verbinden, also darum, innerhalb der einzelnen Funkzellen so viel Kapazität zur Verfügung zu stellen, dass auch alle Geräte jederzeit miteinander und mit Servern kommunizieren können.Ericsson testet 5G mit 25 GBit/sEricsson testet 5G mit 25 GBit/s

Währende Ericsson derzeit 20 Versuchsnetze mit bis zu 25 GBit/s betreibt, spricht Nokia von drei bis vier wichtigen Testumgebungen, in denen ein Standard entwickelt werde, der bis zu 10 GBit/s mit ultraschnellen Latenzen zur Verfügung stellen soll. Die Finnen sprechen von zehn bis unter einer Millisekunde Verzögerung, die bei der die Kommunikation zwischen Smart Vehicles, Smart Transport, Smart Cities, Industrie 4.0 und Robotik möglich sein soll.

Noch niedriger greift die Telekom, die mit Huawei, Samsung und der Stanford University zusammenarbeitet: Der Netzbetreiber spricht von „mehr als 1,5 GBit/s“ und Latenzen von weniger als einer Millisekunde – hier bekommt also die Möglichkeit zu schnellen Antworten den Vorzug vor hohen Datenraten, was vor allem bei zeitkritischen Anwendungen wie der Car-to-Car-Kommunikation wichtig sein könnte.

Die persönliche Kommunikation scheint bei den Entwicklern der nächsten Mobilfunkgeneration nicht mehr so wichtig zu sein: Muss sie auch nicht, denn die „alten“ Netze würden es ja auch tun – wenn sie denn endlich flächendeckend funktionieren würden.

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1 Kommentar
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  • markox
    Schon klar,... "Konten von dänischem Millionär leer geräumt. Koreanische Hacker verschafften sich Zugriff über über die iCloud durch eine Sicherheitslücke eines Toasters made in China." Tomshardware, 21. Mai 2023.
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