Kaufberatung: Von A wie Allrounder bis Z wie Zocker - Welcher Monitor passt zu mir?

Einen Monitor zu finden, ist nicht schwer. Soll der Bildschirm allerdings auch noch bestmöglich zu den eigenen Ansprüchen und Anforderungen passen, wird es kompliziert- die Vielfalt ist einfach zu groß. Wir helfen bei der Suche nach dem perfekten Monitor.

Die Größe spielt eine Rolle – auf jeden Fall

PC-Monitore entwickeln sich seit Jahren in zwei Richtungen: Die Bildschirmdiagonalen wachsen an, das Bildformat geht immer mehr in die Breite. Es gibt zwar auch heute noch Bildschirme mit einem Seitenverhältnis von 4:3, allerdings bilden sie mittlerweile eine Minderheit, da sie nur noch in Größen von 18 bis etwa 21 Zoll zu haben sind.

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Vor allem in Multi-Monitor-Umgebungen spielt das 4:3-Format seine Stärke aus. Denn bei zwei oder mehr Breitbild-Bildschirmen nebeneinander kommen die meisten Schreibtische schnell an ihre Grenzen. Zudem leidet die Übersichtlichkeit.

In den meisten Büros und Privathaushalten kommt aber nur ein Monitor pro PC zum Einsatz – und der besitzt mittlerweile in der überwiegenden Zahl der Fälle ein Breitbild-Display. Die gängigsten Formate sind 16:10 und 16:9, wobei das letztgenannte Seitenverhältnis die Nase vorn hat. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele HD-Filme eben dieses Format nutzen.

Mit 21:9 drängt allerdings bereits ein weiteres, noch breiteres Breitbildformat mit Nachdruck in den Monitorbereich. Hierbei handelt es sich um Bildschirme mit recht großen Diagonalen ab 29 Zoll aufwärts.


Welche Größe nun für welchen Anwendungsfall die richtige ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die größte Anzeigefläche bezogen auf die Bildschirmdiagonale bietet jedenfalls ein Monitor mit einem 4:3-Bildformat. Mit zunehmender Ausdehnung in die Breite wächst zwar auch die Bildschirmdiagonale an, die Anzeigefläche wird aber nicht um denselben Faktor größer.

Mit einfachen Worten: Je breitformatiger ein Monitor ist, desto kleiner fällt die Bildschirmfläche in Bezug zur Diagonale aus. Das sollte bei der Größenauswahl unbedingt berücksichtigt werden. So besitzt etwa ein 27 Zoll großer 16:9-Monitor eine größere Bildfläche als ein 21:9-Modell mit 29 Zoll Diagonale.


Letztlich ist die Entscheidung für eine bestimmte Monitorgröße eine Frage des persönlichen Geschmacks - und in vielen Fällen auch eine des Budgets.

Wer seinen Bildschirm vorwiegend für Büroarbeiten nutzt, wird am ehesten mit einem 4:3-Modell glücklich, da sich hier die zusätzliche Bildhöhe positiv auswirkt. Für alltägliche Aufgaben reicht oftmals bereits ein Monitor mit 19 Zoll Diagonale. Entsprechende Modelle kosten oft nicht viel mehr als 130 Euro.

19-Zoll-Monitore mit 16:10- bzw. 16:9-Seitenverhältnis sind zwar vielfach ein gutes Stück günstiger zu haben, im Büroumfeld ist der Nutzen des breiteren Bildes aber zweifelhaft. Als kleiner Multimedia-Bildschirm oder als portabler Gamer-Monitor macht die Kombination 19 Zoll und 16:9 aber eine gute Figur.

Die meisten Monitore fallen heutzutage aber ein deutliches Stück größer aus. Beliebt sind Modelle mit Diagonalen zwischen 23 und 27 Zoll, im extrem breiten 21:9-Format dominieren Monitore mit 29 bis 34 Zoll das Angebot. Gerade letztere eignen sich auch gut als Fernseh-Ersatz im Büro oder in der Zweitwohnung.

Die Auflösung: Höher ist nicht immer besser

Neben der Größe kommt auch der Auflösung eine entscheidende Rolle zu. Meist lösen großformatige Monitore auch höher auf als kleinere Modelle. Das ist aber keine verbindliche Regel. So gibt es durchaus 27 Zoll große Bildschirme mit derselben Auflösung wie bei kleinen 18-Zöllern.

Moderne Monitore bieten Auflösungen von 1280 x 1024 bis 1600 x 1200 Bildpunkten im 4:3-Bereich. Bei Breitbild-Bildschirmen sind Full-HD mit 1920 x 1080 und 1920 x 1200 Pixeln sehr beliebt - je nachdem, ob es sich um ein 16:9- oder 16:10-Display handelt. Monitore mit diesen Auflösungen kommen oft als Allrounder zum Einsatz. Aber auch Spieler setzen gerne auf Breitbild-Monitore mit einer Auflösung im Full-HD-Bereich.

Bei größeren Bildschirmen - etwa im 27-Zoll-Bereich - lautet die Auflösung derzeit oft WQHD, was soviel heißt wie Wide Quad High Definition. Dabei wird im Vergleich zur normalen HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln die vierfache Anzahl an Bildpunkten ausgegeben - also 2560 x 1440 Pixel.

Solche Monitore stehen oft auf Schreibtischen von Grafikern und Designern. Schließlich bieten sie eine recht große Anzeigefläche und eine Auflösung, die die vorhandene Fläche gut ausnutzt, ohne Schriften oder Symbole bereits extrem klein darzustellen. 16:9-Bildschirme mit WQHD-Auflösung machen auch als Allrounder eine gute Figur. Übrigens liefert auch Apple seinen iMac mit dieser Größe und Auflösung aus.


Den All-in-One von Apple gibt es – ebenso wie imme rmehr große Monitore– mittlerweile aber auch in 4K- und 5K-Ausführung. Diese Bildschirme stellen aktuell die Speerspitze in Sachen Auflösung dar.

4K (oder UHD für Ultra-HD) beschreibt dabei für gewöhnlich eine Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten, also das Vierfache der Full-HD-Spezifikation. Apple geht (natürlich) wieder einen eigenen Weg: Hier steht 4K für 4096 x 2304 Pixel.

Noch mehr Bildinformationen gibt es bei einem 5K-Bildschirm. Hier ist sich Apple ausnahmsweise mit anderen Herstellern einig, was die Pixelzahl betrifft: 5K steht für 5120 x 2880 Bildpunkte. Monitore mit derart hohen Auflösungen kosten aber nicht nur bedeutend mehr als ihre geringer auflösenden Pendants identischer Größe, sie bringen auch ein weiteres Problem mit sich: Durch die extrem hohe Pixelanzahl verringert sich die Größe der einzelnen Bildpunkte im Vergleich zu kleineren Auflösungen signifikant, sodass Schriften und Symbole sehr klein wiedergegeben werden.

In vielen Fällen lasst sich das lösen, indem man die Skalierung für Schriften und Icons anpasst. Doch nicht jedes Programm und jedes System hält sich an diese Einstellungen bzw. bietet überhaupt passende Optionen an. Denn selbst bei 1,5-facher Vergrößerung werden bei einem 27 Zoll großen 4K-Monitor etwa Schriften im Explorer noch so klein wiedergegeben, dass sie bei normalem Sitzabstand kaum zu entziffern sind.

Daher bleibt in manchen Fällen nur die Interpolation, also die Wiedergabe einer Auflösung, die nicht der nativen entspricht. Das ist auch für Gamer sehr interessant. Denn Spiele in voller 4K- oder sogar 5K-Auflösung schaffen nur die wenigsten Grafikkarten oder Multi-GPU-Setups mit brauchbaren Frameraten. Daher bietet sich auch hier eine interpolierte Darstellung an.

Im Gegensatz zu Röhrenmonitoren, die verschiedene Auflösungen in optimaler Qualität wiedergeben können, besitzen TFT-Monitore aber Pixel fester Größe, deren Anzahl die native Auflösung ergibt. Um kleinere als die native Auflösung wiedergeben zu können, muss das Bild dann interpoliert werden und aufgrund der geringeren Auflösung werden Schriften und Symbole vergrößert dargestellt. Dies setzt allerdings voraus, dass der Interpolations-Algorithmus zusätzliche Bildpunkte berechnet. Nur so lässt sich etwa ein Punkt, der nativ nur aus einem einzigen Pixel besteht, vergrößert wiedergeben.

Letztlich führt eine Interpolation unweigerlich zu einer Verschlechterung der Darstellung; es leidet vor allem der Schärfegrad. Viele Monitore halten aber einen Schärferegler bereit, um diese Scharte bestmöglich auszuwetzen. Und das gelingt vielen modernen Monitoren auch sehr gut - erst recht, wenn es um Auflösungen geht, die einem ganzzähligen Teiler der nativen Auflösung entsprechen.

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Paneltyp: Das Panel entscheidet über das Einsatzgebiet

Stehen Größe und Auflösung fest, stellt sich die Frage nach dem richtigen Panel. Denn die Technologie des Panels ist oft ausschlaggebend, wenn es darum geht, ob sich ein Monitor für ein bestimmtes Einsatzgebiet besonders gut eignet. Erschwert wird die Entscheidung dadurch, dass es nicht "die eine" Panel-Technologie gibt, die alle Anforderungen bestmöglich erfüllt. Manche Parameter schließen sich gegenseitig sogar aus.

Werfen wir also einen Blick auf die verfügbaren Technologien:

TN (Twisted Nematic)

TN-Panels sind quasi der Klassiker unter den LCD-Panels. Die TN-Technik kommt bereits millionenfach in Taschenrechnern und Uhren zum Einsatz - dort allerdings meist nur monochrom. Zahlreiche Verbesserungen haben letztlich zur heute aktuellen TN-Technik in Flachbild-Monitoren geführt. Die grundlegenden Eigenschaften haben sich indes kaum verändert.

TN-Panels besitzen sehr kurze Schaltzeiten, weswegen sie sich vor allem bei Gamern großer Beliebtheit erfreuen. Zudem sind die Panels recht günstig zu produzieren und brauchen wenig Strom. Daher finden sie sich in vielen Budget-Monitoren. Die Grenzen der TN-Technik liegen da, wo es um große Farbräume, eine hohe Blickwinkelstabilität und eine kontrastreiche Darstellung geht.

VA (Vertical Alignment)

Panels auf Basis der Vertical Alignment-Technik, kurz VA (auch MVA oder PVA), sind bei Grafikern sehr beliebt. Die Technologie erlaubt die Darstellung von 16,7 Millionen Farben und überzeugt für gewöhnlich mit sehr hohen Kontrastwerten. Die Kehrseite der Medaille sind recht lange Schaltzeiten und ein höherer Stromverbrauch als bei TN-Panels. Aktuelle VA-Monitore machen auch beim Thema Blickwinkelstabilität eine gute Figur. Das war nicht immer so.

IPS (In Plane Switching)

Auch die IPS-Technik musste erst einige Optimierungen durchlaufen, um die aktuell sehr gute Qualität zu erreichen. Wie VA-Panels benötigen IPS-Modelle mehr Strom als TN-Vertreter. Dafür glänzen sie mit großen Farbräumen, ordentlichem Kontrast und sehr hoher Blickwinkelstabilität. Zudem fallen die Schaltzeiten meist geringer aus als bei VA-Panels. Monitore mit IPS-Panel sind heute in jedem Bereich vertreten und eignen sich am besten als Allrounder. Aber auch für Grafik-Profis und anspruchsvolle Gamer hält der Markt passende IPS-Monitore bereit.

Neben der Panel-Technologie spielt auch die Oberflächenbeschaffenheit des Panels eine Rolle. Früher war die in den meisten Fällen matt, das Display neigte also kaum zum Spiegeln. Mittlerweile bringen die Hersteller immer mehr Monitore mit glatter Frontscheibe und glänzenden Panels auf den Markt. Das hat durchaus seine Reize, vor allem in optischer Hinsicht. Hinzu kommt, dass Farben leuchtender und brillanter rüberkommen und der Kontrast höher ausfällt als bei entspiegelten bzw. matten Panels. Diese Vorzüge sind mit bloßem Auge erkennbar.

Die Nachteile überwiegen aus unserer Sicht dennoch. Spiegelnde Monitore reflektieren schon die geringste Lichtquelle. An einem ungünstigen Aufstellort ist an einem sonnigen Tag kaum mehr etwas auf dem Bildschirm zu erkennen. Selbst helle Kleidung kann zu störenden Reflexionen führen. Speziell fürs Büroumfeld und professionelle Ansprüche empfehlen wir ganz klar ein mattes Panel. Für den Multimedia- und Gaming-Bereich spielt die Entspiegelung hingegen meist keine so große Rolle.

Anschlüsse: Digital ist das Maß der Dinge

Früher war an jedem Monitor eine analoge Schnittstelle verbaut. Die D-Sub- oder VGA-Buchse war der Quasi-Standard zum Anschluss eines Monitors an den Computer. D-Sub findet sich auch an zahlreichen aktuellen Modellen. Benötigt wird ein analoger Eingang aber nur noch in den seltensten Fällen. Betagte Notebooks etwa besitzen nach wie vor einen analogen VGA-Ausgang.

Technisch spricht hingegen alles für die digitale Signalübertragung. Denn im Gegensatz zur analogen Technik muss das digitale Signal des PCs nicht erst in ein analoges gewandelt werden, was zu Qualitätseinbußen führt. Betroffen sind Schärfe, Farben und Bildausrichtung. Die älteste digitale Schnittstelle für den Betrieb eines Monitors, DVI, ist zudem abwärtskompatibel zu VGA. Jedoch leider nur in eine Richtung. Der Anschluss eines PCs mit DVI-Grafikkarte an einen Monitor mit VGA-Buchse funktioniert mit dem passenden Adapter. Anders herum klappt es indes nicht.

Im digitalen Bereich herrschen drei Schnittstellen vor: DVI, HDMI und DisplayPort. DVI steht für Digital Visual Interface und ist der Klassiker unter den digitalen Bildübertragungs-Schnittstellen und auch heute noch an sehr vielen Monitoren vorhanden. Die maximal mögliche Auflösung liegt bei Verwendung eines Single-Link-Kabels bei 1920 x 1200 Bildpunkten. Im Dual-Link-Betrieb sind es bis zu 2560 x 1600 Pixel, jeweils bei 60 Hz.


Wer höhere Auflösungen benötigt, muss auf einen anderen Übertragungsstandard ausweichen. So schafft HDMI in der Revision 2.0 bzw. 2.0a mittlerweile sogar 4k. In aktuellen Monitoren ist bis dato aber fast immer ein älterer HDMI-Standard verbaut. HDMI 1.3 etwa ist für Auflösungen bis 1440p bei 60 Hz spezifiziert. Ältere Schnittstellen taugen meist nur für Full HD, also 1080p. Manche Monitore besitzen zudem eine MHL-kompatible HDMI-Schnittstelle. Damit lassen sich über einen entsprechenden Adapter Inhalte von Smartphones und Tablets direkt auf dem Bildschirm ausgeben.

Für noch höhere Auflösungen eignet sich DisplayPort. Diesen Übertragungsstandard gibt es seit März 2016 in der jüngsten Version 1.4, die auch extrem hohe Auflösungen von bis zu 7680 x 4320 ermöglicht. Die Vorgänger-Versionen schaffen indes „nur“ 5k (1.3) bzw. 4k (1.2). Gerade bei Notebooks bietet sich die kleinere Steckerversion miniDisplayPort an, die von Apple entwickelt und später in die offizielle Spezifikation aufgenommen wurde.

Zu DisplayPort elektrisch und mechanisch kompatibel ist Thunderbolt, eine gemeinschaftliche Entwicklung von Intel und Apple. Thunderbolt dient nicht nur zum Anschluss von Monitoren, sondern eignet sich auch zum Betrieb von Kameras, Festplatten und weiteren Peripherie-Geräten. Thunderbolt basiert auf einer Kombination aus DisplayPort und PCI Express und soll als universeller Übertragungsstandard etabliert werden. Die jüngste Version Thunderbolt 3 erlaubt den parallelen Betrieb zweier 4k-Displays. Zudem ist die Datenübertragung und Stromversorgung über USB 3.1 Type C möglich.

Wer heute auf der Suche nach einem neuen Monitor ist, sollte besonderes Augenmerk auf die Anschlussausstattung legen. Denn abgesehen von den Schnittstellen zur Bild- und Tonübertragung bieten zahlreiche Bildschirme weitere Anschlussmöglichkeiten. Für viele dürfte ein USB-Hub interessant sein. Zum einen erhöht er die Zahl der vorhandenen USB-Buchsen im Gesamtsystem.

Zum anderen liegen die USB-Anschlüsse am Monitor oft erheblich griffgünstiger als die am PC-Gehäuse. Das gilt aber nicht für alle Monitore. Manche Hersteller machen sich offenbar keine Gedanken zum Thema Ergonomie und platzieren die Anschlüsse oft so, dass sie besonders schwer zu erreichen sind. Wer sein Smartphone an der USB-Buchse des Monitors laden will, sollte nach einem schnellladefähigen Anschluss Ausschau halten.


Ganz neu ist der Ansatz des kabellosen Ladens von Tablet und Smartphone mithilfe eine Monitors. Bis dato hat nur Samsung ein derartig ausgerüstetes Modell im Programm. Die Umsetzung ist noch nicht perfekt gelöst, der Trend aber erst einmal gesetzt. Es ist also damit zu rechnen, dass künftig weitere Hersteller auf diesen Zug aufspringen und Monitore mit induktiver Lademöglichkeit anbieten werden.

Die Ergonomie wird oft unterschätzt

Ein moderner Monitor muss für viele nicht nur eine gute Bildqualität und eine umfassende Ausstattung bieten. Im Idealfall soll er auch noch gut aussehen und sowohl im Büro als auch im Wohnzimmer eine gute Figur machen. Doch gerade bei den Design-Modellen verlieren die Hersteller – und die Käufer – oft den ergonomischen Aspekt aus den Augen. Denn viele Monitore, die gut aussehen, bieten kaum Verstellmöglichkeiten, um die Anzeigefläche optimal zu platzieren. Das mag vielen Nutzern egal sein, gerade im Büroumfeld sollte das Thema Ergonomie aber nicht unterschätzt werden.

Tilt: Monitorneigung nach vorn und hintenTilt: Monitorneigung nach vorn und hinten

Die Mindestanforderung an einen Monitor ist die Neigbarkeit des Displays nach vorne und hinten. Das erleichtert das Finden einer angenehmen Position und bei spiegelnden Displays das Vermeiden störender Reflexionen, etwa von Fenstern oder der Raumbeleuchtung.

Die optimale Höhe des Monitors erreicht man über eine Höhenverstellung. Ist eine solche nicht vorhanden, tut es zur Not auch eine stabile Unterlage, die zur Erhöhung dient. Steht die Bildschirmfläche allerdings bereits im Auslieferungszustand zu hoch, wird es ohne Verstellmechanismus schwierig, die perfekte Position zu finden.

Höhenverstellung nach obenHöhenverstellung nach obenHöhenverstellung nach untenHöhenverstellung nach unten

Ebenfalls zum Einstellkomfort trägt eine Drehbarkeit des Displays bei. Zudem lässt sich der Bildschirminhalt mit einer Drehung des Monitors auch anderen Personen – etwa in einem Beratungsgespräch – gut zeigen. Mit Neige-, Dreh- und Höhenverstellung erfüllt ein Monitor alle wichtigen Anforderungen im Bereich Ergonomie.

Swivel: SchwenkfunktionSwivel: Schwenkfunktion

Das ergonomische i-Tüpfelchen heißt Pivot- oder Portraitfunktion. Dabei wird die Bildschirmfläche ins Hochformat gedreht, was etwa die Ansicht einer DIN-A4-Seite in voller Größe auch bei kleineren Monitoren erlaubt. Bei großen Monitoren klappt das sogar mit einer DIN-A3-Seite.

Pivot: Monitor im Hochformat nutzbarPivot: Monitor im Hochformat nutzbar

Viele Design-Monitore, die auf einen Großteil der wichtigen Einstellmöglichkeiten verzichten, lassen sich im Nachhinein aber noch auf ergonomisch trimmen. Dafür müssen aber VESA-kompatible Bohrungen vorhanden sein, an denen sich ein alternativer Standfuß montieren lässt. Auch Wandhalterungen nutzen diese Befestigungsmöglichkeit.


Exkurs: Die ideale Monitoreinstellung

Die ideale Einstellung des Monitors folgt natürlich sehr subjektiven Gesichtspunkten. Was der eine als angenehm empfindet, kann für den anderen schon störend sein. Dennoch gibt es gewisse Anhaltspunkte, die bei der Einstellung eine gute Orientierung bieten.

Die Höhe des Monitors sollte so eingestellt werden, dass die oberste Bildschirmzeile nicht oberhalb der Augen liegt. Dadurch ist der Blick leicht nach unten gerichtet, was zu einer teilweisen Verdeckung des Auges durch das Lid führt. Dadurch verdunstet weniger Tränenflüssigkeit als bei voll geöffnetem Auge, die Augen trocknen nicht so schnell aus.


Als Neigungswinkel sind rund 20 Grad nach hinten empfehlenswert. In diesem Bereich sollten die meisten Anwender eine bequeme Sitz- und Kopfhaltung einnehmen können.

Die Anzeigefläche sollte idealerweise im 90-Grad-Winkel zu etwaigen Fenstern stehen. Denn so werden störende Reflexionen ebenso vermieden wie eine Blendung des Anwenders. Lässt sich der Aufstellort nicht entsprechend wählen. Sollten Lichtquellen gedimmt, verschattet oder abgedunkelt werden.

Der Sitzabstand zum Monitor sollte so gewählt werden, dass die ganze Bildschirmfläche mit einem Blick erfasst werden kann. Bei modernen Breitbildmonitoren – erst recht mit 21:9-Bildverhältnis – ist das aber nicht mehr sinnvoll möglich. Der Abstand zum Bildschirm wäre so groß, dass sich Zeichen und Buchstaben nur noch bei deutlicher Vergrößerung zuverlässig erkennen ließen. Je nach Monitorgröße sind 60 bis 90 Zentimeter Sitzabstand empfehlenswert.

Beim Gaming geht es nicht nur um Geschwindigkeit

Wenn es um den Einsatz eines Monitors im Gaming-Bereich geht, ist fast immer vom Reaktionsverhalten die Rede. Ein Thema, das bei der guten alten Röhre keine Rolle spielte, kann im LCD-Zeitalter den Ausschlag bei der Kaufentscheidung geben. Dann nämlich, wenn ein Monitor auch oder insbesondere zum Spielen eingesetzt werden soll. Damit ein LCD-Panel verschiedene Graustufen und Farben wiedergeben kann, müssen die einzelnen Flüssigkristalle (LC: Liquid Crystal) in bestimmten Winkeln gedreht werden.

Wie groß der Winkel ist, hängt dabei von der Farbe ab, die erzeugt werden soll. Die Drehung der LCs erreicht man durch das Anlegen einer Spannung. Da Flüssigkristalle aber zu einer natürlichen Trägheit neigen, nimmt dieser Vorgang eine gewisse Zeit in Anspruch. Bei normalen Tätigkeiten wie etwa Büroarbeiten sind diese Verzögerungen nicht wahrnehmbar. Bei schnellen Bewegungen in Filmen oder Spielen wirkt sich das träge Reaktionsverhalten indes nachteilig auf die Bildqualität aus. Es zeigen sich Schlieren und Nachzieheffekte.

Besonders betroffen von der LC-Trägheit sind Monitore mit VA-Panel. Aber auch IPS-Panels sind nicht gerade für ihr schnelles Reaktionsverhalten bekannt. Die aktuell schnellsten Panels nutzen die TN-Technik, die im Gegenzug meist nicht mit hohem Kontrast, großem Farbraum und stabilen Blickwinkeln überzeugen kann.

Um einem Monitor in Sachen Reaktionsverhalten auf die Sprünge zu helfen, implementieren die Hersteller so genannte Overdrive-Schaltungen. Hierbei berechnet ein Prozessor voraus, welche Farbe ein Flüssigkristall mit höchster Wahrscheinlichkeit als nächstes anzeigen muss, und es wird eine höhere Spannung angelegt, als für die eigentliche Drehung erforderlich. Das führt zu einer beschleunigten Drehung und damit einer kürzeren Schaltzeit.

Gleichzeitig birgt ein Overdrive aber die Gefahr, dass ein Pixel zu weit gedreht wird und zumindest kurzzeitig die falsche Farbe bzw. Graustufe wiedergibt. Dieses Phänomen wird als Überschwinger bezeichnet. In sanfter Form führen Überschwinger nicht zur Beeinträchtigung der Bildqualität. Schießt die Beschleunigung aber stark über das Ziel hinaus, machen sich negative Effekte bemerkbar. Vor allem die Korona-Bildung ist dabei zu nennen. Bei schnellen Bewegungen zeigt sich an den Rändern von Objekten ein helles Nachleuchten, was durchaus störend sein kann. Daher ist eine Beschleunigung immer nur als Kompromiss anzusehen, im Idealfall sorgt der Overdrive für kurze Schaltzeiten ohne störende Nebeneffekte.



Für Spieler ebenfalls entscheidend ist die Latenzzeit (Verzögerung) des Monitors. Dieser Wert beschreibt die Dauer vom Steuersignal bis zum messbaren Beginn des Aufleuchtens eines Pixels. Dazu addiert sich noch die halbe mittlere Bildwechselzeit, sodass sich die mittlere Gesamtlatenz ergibt, also die Dauer vom Steuersignal zum vollen Bildaufbau. Spieler bezeichnen diese Zeitspanne als Input Lag. Ist sie zu lang, führt das vor allem bei schnellen Spielen zu störenden Verzögerungen.

Spiele-Monitore neueren Datums unterstützen immer öfter die 144-Hz-Technik. In diesem Modus werden statt der sonst üblichen 60 Bilder pro Sekunde eben 144 Bilder pro Sekunde angezeigt. Man spricht auch von der Bildwiederholfrequenz. Gerade empfindliche Naturen werden bereits bei normalen Bürotätigkeiten eine Verbesserung bei 144 Hz feststellen, etwa beim Verschieben von Fenstern. Interessant ist die Technik aber vor allem für Spieler. Oft zeigen Monitore im 144-Hz-Modus neben einer schon grundlegend flüssigeren Wiedergabe auch ein schnelleres Reaktionsverhalten und eine kürzere Latenz.


Die Hersteller haben aber mittlerweile noch weitere Technologien zur Verbesserung der Spieletauglichkeit entwickelt, allen voran Nvidia G-Sync und AMD Freesync. Diese Techniken sollen regelmäßig auftretende Ruckler und das so genannte Tearing, das Zerreißen des Bildes, unterbinden. Es handelt sich in beiden Fällen um eine dynamische Veränderung der Bildwiederholrate, die an die Ausgabe-Framerate der Grafikkarte angepasst wird. Im Gegensatz zu V-Sync, das nur bei Frameraten ab 60 FPS zufriedenstellend funktioniert, profitieren Gamer bei G-Sync und Freesync auch bei niedrigeren Frameraten von einer sichtbaren Verbesserung.

Die konkurrierenden Technologien sind allerdings nicht für jeden gleichermaßen nutzbar. Während G-Sync eine Nvidia-Grafikkarte zwingend voraussetzt, ist Freesync theoretisch auch mit Nicht-AMD-Karten nutzbar. Theoretisch deshalb, weil es eine Anpassung der Treiber erfordern würde, was Nvidia mit Blick auf die eigenen Absatzzahlen wohl eher nicht machen wird.

Spezialist oder Allrounder?

Bei der Anschaffung eines Monitors ist es erforderlich, die eigenen Ansprüche möglichst genau zu definieren. Suche ich einen Bildschirm, der viele Bereiche abdeckt und einen möglichst guten Allrounder abgibt? Bin ich bereit, etwaige Kompromisse hinsichtlich Spiele-Tauglichkeit, Bild-Qualität oder Ergonomie einzugehen? Oder soll es doch ein spezialisiertes Modell sein, etwa ein Gamer oder ein aufs Büro abgestimmter Bildschirm?

Diese Fragen sollte sich jeder Monitor-Interessent vor de Kauf stellen. Denn nur so lässt sich das nahezu unüberschaubare Angebot lichten und die Auswahl auf eine sinnvolle Anzahl eingrenzen. Letztlich hält der Markt nahezu für jeden Anspruch etwas bereit.

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5 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Behrli
    Danke für den guten Artikel. Bin schon länger auf der Suche aber gerade im 24 Zoll WQHD Bereich ist man recht mager bedient. 27 Zoll ist mir für meinen Schreibtisch zu groß, da kann ich auch auf meinem Fernseher spielen ( was eigentlich ziemlich gut klappt z.B bei Witcher)
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  • neugieriger
    Sehr guter Artikel. An in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Die Querformate sind für Büroarbeiten nicht zweite Wahl, sondern ideal: Mehrere Dokumente lesbar nebeneinander und so Tabellen, Diagramme und zugehörige Texte auf einen Blick, parallel nutzbar, statt sonst nur 2 überflüssige breite Ränder zu sehen.
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  • 0x90
    Ich kann nur einzelne 4:3 Monitor finden und auch nur knapp mit dem Preis, den ihr hier schreibt. Könnt ihr mir vielleicht ein paar Beispiele zeigen? Ich bin wahrscheinlich einfach nur unfähig richtig zu suchen.

    Mich interessiert, mit welchen Monitoren man das beste Preis/Fläche Verhältnis hat.
    Also welche Panelgröße und Seitenverhältnis. Ich will das nicht tatsächlich zur Grundlage einer Kaufentscheidung machen und weiß, dass natürlich viel mehr Aspekte als Fläche und Preis für einen Monitor relevant sind. Ich bin einfach nur neugierig. Auch was vielleicht geschätzt der Preis pro m² ist.
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  • diem_
    Ich denke mal mit 4:3 wurde ebenfalls 5:4 gemeint. Also die große Schar an 19" Monitoren mit 1280x1024 Pixeln.

    http://geizhals.de/?cat=monlcd19wide&xf=952_4%3A3%7E952_5%3A4#xf_top
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  • alterSack66
    Ich kauf mir demnächst den Eizo FS2434. Derzeit ist meine Grafikkarte unterlastet. :D
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