Motorola Moto X Play: Der neue Maßstab in der Mittelklasse?

Mit dem Moto G, das mittlerweile in der dritten Generation erschienen ist, machte der Hersteller einst die Mittelklasse attraktiv. Macht das Moto X Play nun Oberklassegeräte überflüssig?

Motorola war einer der innovativen Entwickler von Smartphones. Mit Modellen wie dem Backflip oder dem Flipout versuchten sich die Amerikaner an neuen Formaten, um die Tastatur am Smartphone zu halten. Die Milestone-Serie zeigte, wie ein Business-Smartphone aussehen kann, auf dem kein Blackberry-Logo leuchtete. Das Atrix nutzte vor alle anderen ein Dual-Core-SoC und das Motorola Razr war das erste High-End-Smartphone mit einer Bauhöhe von lediglich sieben Millimetern.

Aber gegen die zunehmende Dominanz von Apple und Samsung verlor der Hersteller an Boden und wurde schließlich zum Sanierungsfall - einer Aufgabe, der sich zunächst Google annahm und in seinem kurzen Zwischenspiel - mittlerweile wurde Motorola an Lenovo weitergegeben - mal eben die Trendwende einleitete.

Das geschah mit einem Angriff auf die Mittelklasse: Das Moto G lieferte akzeptable Leistungen zu einem Preis, der nicht weit von den damals noch spürbar schwachbrüstigen Einsteigermodellen entfernt war. Und auch das höherwertigere Moto X der ersten Generation war eher ein Mittelklasse-Smartphone denn ein echter High-End-Bolide.

Mittelklasse-Smartphone mit hochauflösender Kamera

Erst die zweite Moto-X-Generation klopfte wieder an das Oberhaus an. Doch aufgrund einer zu geringen Speicherausstattung - der nicht erweiterbare Speicher des Basismodells war gerade mal 16 Gigabyte groß - blieb der Erfolg hinter den Erwartungen zurück.

Dabei scheint der Hersteller gleich gänzlich den Glauben an die Oberklasse verloren zu haben. Denn bei der dritten Generation rudert der Hersteller wieder zurück: Mit dem Moto X Play und dem Moto X Stylus wird die Baureihe zwar gleich mit zwei neuen Smartphones ausgebaut, doch in keinem steckt echte High-End-Technik.

So wartet das X Play zwar mit einem 5,5 Zoll großen Bildschirm auf und gilt damit als ein Phablet, die Auflösung des Panels bleibt jedoch bei 1920 x 1080 Pixeln stehen, während Konkurrenten wie Samsung oder auf eine 2K oder - im Falle des zur IFA vorgestellten Xperia Z5 Premium - sogar auf eine 4K-Auflösung setzen.

Auch der Prozessor - ein Qualcomm Snapdragon 615 - ist ein typischer Vertreter der Mittelklasse und ein zwei Gigabyte großer Arbeitsspeicher ist nicht außergewöhnlich. Das gleiche gilt für den 16 Gigabyte großen Datenspeicher - eine Mittelklassen-typisch geringe Größe. Bilder werden an der Front mit fünf und auf der Rückseite mit üppigen 21 Megapixeln aufgenommen. Ist die Kamera also das Detail, das den Mehrwert liefert, mit dem sich Motorola in dem mittlerweile nahezu unüberschaubaren Segment ein Alleinstellungsmerkmal sichert? 

Reines Android

Kein Alleinstellungsmerkmal, aber doch einmal mehr eine begrüßenswerte Herangehensweise ist die Software-Ausstattung. Denn anders als viele andere Hersteller verzichtet Motorola auch beim Moto X Play auf die Entwicklung einer eigenen Oberfläche, sondern setzt auf eine Version von Googles Betriebssystem ohne zusätzlichen Schnickschnack, die gut auf das Smartphone angepasst ist. So geht etwa das Wechseln der Bildschirme recht flüssig voran.

Außerdem resultiert der Verzicht auf ein Hersteller-spezifisches Interface Aktualität: Installiert wird das aktuelle Android  5.1.1 und Nutzer können damit rechnen, das eine Aktualisierung auf das kommende 6.0 (Marshmellow) vollzogen wird, die zudem vermutlich nicht zu lange auf sich warten lassen dürfte.

Die Dreingabe von Apps fällt jedoch mager aus: Über das Betriebssystemangebot hinaus liefert der Hersteller wenig Zusätzliches. Immerhin gefällt die Moto-Anwendung, mit der sich bestimmte Steuerungsmöglichkeiten einrichten lassen - etwas das Reagieren auf ein Schütteln des Smartphones.

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5 Kommentare
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  • Tja, für den Preis bekomme ich aber auch schon ein Oneplus One mit 64 GB Speicher und 3 GB Ram.
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  • Das mag wohl sein, aber die Kamera kann vermutlich nicht mithalten und der Speicher ist nicht erweiterbar. Es ist an dieser Stelle also schon eine Frage der jeweiligen Prioritäten.
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  • definitiv - was uns wieder zur Hardwaretaste am unteren Ende bringt - es war ausgerechnet ein Motorola, daß diese Forderung zum Ausschlußkriterium für Geräte ohne Taste gemacht hat ;)
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  • Motobashing oder ist mein uraltes (2014) Sony Xperia Z3 compact auch untere Mittelklasse? Bis auf CPU sehr ähnlich, auch im Preis.
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  • wir wollen doch aber nur iOS haben und nicht dieses wrickel / bastel Android !!!!!!
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