MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G: 1152 Shader & halber Speicher

Temperaturen, Lautstärke und Fazit

Temperatureinfluss auf Performance, Taktraten und Spannung

Wie bereits bei der Leistungsaufnahme kurz angerissen, ermöglicht unsere neue Software eine völlig neue Auswertung der Testergebnisse. So sehen wir in der ersten Grafik, die den Temperaturverlauf im direkten Verhältnis zur Gaming-Performance darstellt, dass sich die tatsächliche Framerate am statisch gewählten Messpunkt im Game mit Werten von 79 bis 80 FPS (mit einigen spielbedingten Spikes) nicht ändert.

Einerseits können wir davon ausgehen, dass der Boost-Takt eben nicht von der Temperatur eingebremst wird, und andererseits kennen wir ja die tatsächlichen Bremsen aus unseren Benchmarks. Die kleine spielbedingte Delle werden wir auch in den anderen Auswertungen wiederfinden - was auch zeigt, wie synchron die Messungen nun erfolgen können.

Ähnlich verhält es sich beim tatsächlich anliegenden Boost-Takt, der von stolzen 1974 MHz ab Werk auch nach völliger Erwärmung lediglich um eine Stufe auf 1949 MHz abfällt.

Natürlich folgt auch die Spannung diesem Trend, denn von 1,062 Volt geht es hinab bis auf 1,043 Volt, was genau dem entspricht, was für den etwas niedrigeren Boost-Step zu erwarten gewesen wäre.

Infrarot-Messung

Die GPU liegt mit ihrer unterhalb des Sockels gemessenen Temperatur ziemlich exakt bei dem Messwert, den auch die GPU-Diode im Inneren als Sensorwert ausgibt. Das betrifft sowohl den Gaming- als auch den Torture-Loop.

Die Spannungswandler und die Speichermodule sind thermisch vollkommen im sicheren Bereich. Direkt unterhalb der Module liegt die Temperatur deutlich unter 70°C, auch wenn die Spezifikation Temperaturen bis zu 85°C erlauben würde. Und mit knapp 73°C haben die Spannungswandler bereits fast schon Eiszeit.

Im Stresstest werden im Bereich der fünf GPU-Spannungswandler dann solide 77°C erreicht, wobei die wärmsten Speichermodule noch unter der 75°C-Marke bleiben. Bei der Kühlung gibt es also definitiv nichts auszusetzen.

Lüfterkurven und Geräuschemission

Kommen wir jetzt zur Lüfterkurve. Die beiden großen Lüfter drehen fast mit der Minimaldrehzahl, bei der sie gestartet sind, bleiben aber auch im Stresstest deutlich unter 900 U/min. Das ist ab einem Abstand von etwa 50 Zentimetern faktisch gar nicht mehr hörbar und selbst in geringerer Entfernung wird man den Lüfterbetrieb eher erahnen oder sehen als ihn akustisch wahrzunehmen.

Gemessen wird wie immer in unserem reflexionsarmen Raum auf einem wassergekühlten, speziellen Silent-System. Die praktische Untergrenze unseres Raum-im-Raum-Konzeptes liegt bei circa 22 dB(A) - bedingt durch die laufende Hardware.

Diesen extrem niedrigen Wert werden wir diesmal auch brauchen, denn die extrem niedrige Geräuschemission dieser Grafikkarte ist mit herkömmlichen Schallpegelmessgeräten definitiv nicht mehr sauber messbar - und Schallpegel um und unterhalb von 30 dB(A) sind in normalen Räumen sowieso eine Illusion.

Wer weitere Details zu unseren Messungen erfahren möchte, sei auf den Grundlagenartikel Tom's Hardware intern: So testen wir Geräuschemissionen verwiesen.

Testsystem und Hardware
Mikrofon:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei, Low Cut bei 50 Hz)
Verstärker:
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Hardware:Grafikkarten-Testsystem mit optimierter Wasserkühlung:
- Intel Core i7-5930K @ 4,2 GHz, wassergekühlt
- Crucial Ballistix Sport, 4x 4 GByte DDR4-2400
- MSI X99S XPower AC
- 1x Crucial MX200, 500-GByte-SSD (System)
- 1x Corsair Force LS, 960-GByte-SSD (Anwendungen, Daten)
- Be Quiet! Dark Power Pro, 850-Watt-Netzteil
Wasserkühlung:
- Alphacool VPP655 Pumpe (abgeregelt)
- Alphacool NexXxos-CPU-Kühler
- Phobya Balancer
- Alphacool 24-cm-Radiator
- 2x 12 cm Noiseblocker eLoop-Lüfter @400 U/min
Software:Smaart v.7
Messraum:
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Kontrollmessungen:Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Ausgabewerte:
- Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
- Frequenzspektrum der emittierten Geräusche (Grafik)

Im Idle stehen die Lüfter, weshalb wir auf eine Angabe natürlich verzichten können. Beim Gaming erzielen wir einen extrem guten Wert von 29,3 dB(A), der in der Spitze von den etwas tieferen Lagergeräuschen herrührt. Die eigentlichen Lüftergeräusche gehen im "Grundrauschen" der Karte dann komplett unter.

Dieser Wert ist zusammen mit den gemessenen Temperaturen ein Indiz für eine überlegene und hier durchaus auch überdimensionierte Kühlung, deren Preis man allerdings noch hinterfragen muss - womit wir auch elegant beim Schlusswort angekommen wären.

Fazit

Die MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G ist eigentlich keine schlechte Grafikkarte, die vor allem mit ihrer soliden, souveränen Kühlung punkten kann. Der verbaute Chip wäre am Ende wohl auch noch zu verkraften, wenn sich der Straßenpreis irgendwann auf akzeptable Werte einpegelt. Was aber Nvidia geritten hat, den Speicher derart zusammenzustreichen, weiß wohl nur die Führungsetage allein. Und auch die Benennung der Kartenklasse könnte man schon als willentliche Irreführung bezeichnen.

Betrachtet man die Systemanforderungen aktueller und demnächst erscheinender Titel, dann kann einem bei vielen Settings bereits Angst und Bange werden. Es gibt natürlich auch Einstellungen, in denen die drei Gigabyte Speicher reichen könnten - nur sind diese dann wiederum Einstellungen, die eigentlich für eine völlig andere Zielgruppe und Preisklasse sprechen. Wenn es sogar eine Radeon RX 460 mit vier Gigabyte Speicher zu kaufen gibt, wirken die hier verbauten drei Gigabyte erst recht wie eine kleine Ohrfeige.

Es ist außerdem nicht sonderlich transparent, wenn Spiele in Zukunft selbst entscheiden können, bestimmte Einstellungen auf Grund von Speichermangel einfach wegzulassen oder herunterzusetzen - denn der Anwender wird davon erst einmal nichts mitbekommen. Nur das Ergebnis wird als solches eben schlechter.

Sagen wir es einmal so: MSI hat mit der GeForce GTX 1060 Gaming X 3G wohl noch das Maximale aus dieser Konstellation herausgeholt; dafür gebührt dem Hersteller von technischer Seite her ein dickes Lob. Doch empfehlen können wir die Karte deshalb trotzdem nicht, weil sie für den Preis aktuell einfach zu wenig Zukunftssicherheit bietet.

Auch wenn uns MSI noch keinen finalen, offiziellen Preis verraten hat - man peilt so ca. 215 US Dollar für den europäischen Raum an, woraus dann zusammen mit Steuern und den üblichen Aufschlägen schnell mal 250 Euro werden könnten.

Dann aber wäre eine Radeon RX 470 in einem der besseren Custom-Designs mit Sicherheit die bessere Wahl, denn wegen einer durchschnittlich um 20 bis 30 Watt höheren Leistungsaufnahme wird wohl niemand am Hungertuch nagen. In diesem Fall hat AMD - wenn die Preise in diesem Rahmen bleiben - wohl das interessantere Angebot im Portfolio. Denn damit, dass man die abgespeckte GeForce GTX 1060 mit kleinem Speicherausbau für weit über 200 Euro angebietet, stellt man sie automatisch und irgendwie auch schon willentlich ins Abseits.

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8 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Derfnam
    Ich hab den 3 GB-Witz zuerst auch nicht verstanden, aber wenn man nur unbedarft genug ist, dann geht das etwa so: jemand will ne 1060er, natürlich möglichst günstig. Also schaut man sich dort um, wo schlaue Verkäufer erwähnten unbedarften Interessenten günstige Sachen anbieten: man findet ne GTX 1060 für 230.- auf iiihbäh, denkt sich in aller unbedarften Pracht: ja, geil, haben will und bestellt sich dann die 3 GB-Karte.
    So fast geschehen in einem Thread. Fast, weil er dann doch noch den Link setzte und vom Kauf abgehalten werden konnte.
    Wenn das nicht die StangenPC-Karte überhaupt ist, dann weiß ich auch nicht.
    Ich kann die 1050er mit 2 GB kaum erwarten :/

    Nebenbei: limitiert der FX nicht?
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  • drno
    Wer Preise "lesen" kann, der weiß eines bestimmt: YG4YP = You get 4 Watt you pay. Vielen Dank an unseren Redaktiions-Fürsten Igor, der hier wieder mal die "Geheimnisse" der OEM Hersteller aufgedeckt hat, denn schließlich ist es wieder ein Meilenstein im Kampf gegen den bekannten Verdummungswettbewerb der Grafen Fix Du Seelig = Dusselig, dessen geliebtes Umlabeling, Re-Design und sonstig praktizierte Käufer-Verarschung!
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  • klomax
    In anderen Foren liest man zuhauf, dass Nvidia besonders effizient mit den 2-3 GB seiner Karten umgehen 'soll'. - Trotzdem sind 2-3 oder 3,5 GB nicht mehr zeitgemäß, egal welches einzelne Spiel das Gegenteil beweisen möge. - Weniger werden die Spiele in Zukunft jedenfalls nicht verbrauchen, und unnötig Details runterschrauben macht keinen Spaß.

    Gut finde ich die Kategorisierung des FX-Systems als Mainstream-System, weil faktischer Weise noch eine Menge Leute mit den alten 4-Modulern unterwegs sind und die rhetorische Frage von Derfnam dadurch wenigstens etwas an Ernst verliert. ;)
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  • Derfnam
    Die ist nicht rhetorisch und das Speichermanagement nVidias IST besser.
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  • mareike
    Für mein "Jetzt" wäre das eine gute Lösung. Meine 7950 Boost hat auch nur 3 gb und wird nicht überfordert. Nur was ist in 2-3 Jahren? Es soll ja auch 1,5 Gb Speichermodule geben, das wären dann schöne 4,5 GB geworden. Aber so werd ich wohl eine 470 anschaffen.
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  • kleinstblauwal
    Nvidia hat auch viel Erfahrung damit. Wenn man zurückschaut, hat man den Eindruck, NVidia habe schon immer ein etwas kleineres Speicherinterface als das enstprechende AMD Pendant gehabt, und dementsprechend einen kleineren, wenn auch meist etwas höher getakteten Speicher. Ist es jetzt ein Feature, dass die Karten zumindest in den Spielen, die zum Launch auf den Benchmarklisten stehen, ganz gut mit Speicher und der Bandbreite klar kommt oder geht es schon in die geplante Obsoleszenz, weil das über die Zeit immer mehr limitieren kann?
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  • drno
    Man will ja auch in der Zukunft wieder Zukunft verkaufen!
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  • solbeam
    Die preise haben sich ja nun anders entwickelt als in diesem Artikel vorhergesehen.
    GTX1060 3G = 220€
    RX470 4G = 200€
    RX470 8G = 260€
    RX480 8G = 270€
    Wenn ich jetzt um die 200€ für 1080p gaming ausgeben möchte, beschränkt sich meine Auswahl somit auf die GTX1060 3G oder die RX470 4G, ist der 1G unterschied zwischen den zwei Karten hier wirklich ausschlaggebend? Wo die GTX 1060 doch bei fast allen aktuellen spielen bessere Frameraten erzielt?
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