[MWC] Fraunhofer Institut entwickelt 3D-Sound für VR

Die virtuelle Realität gehört zu den großen Themen auf dem Mobile World Congress und dem entzieht sich auch das Fraunhofer Institut Erlangen nicht. Die Forscher haben bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Audio-Codecs entwickelt – erinnert sei an das MP3-Format –, die aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken sind.

Blick in das Fraunhofer Sound LaborBlick in das Fraunhofer Sound LaborNun haben sich die Wissenschaftler einem Problem gestellt, das im Zusammenhang mit VR-Inhalten offensichtlich wird: Zwar gibt es mittels Surround-Sound durchaus die Möglichkeit, Klang räumlich darzustellen. Das funktioniert jedoch prinzipiell nur dann, wenn der Betrachter seinen Blick auf einen zentralen Punkt hin ausrichtet. In virtuellen Welten dagegen kann der Blick schweifen, der Zuschauer sich teilweise sogar im Raum bewegen – dann muss der Ton allerdings mit ihm wandern. Dies wird umso bedeutender, wenn es um 360°-Filme geht, in denen einer frontalen Handlung nur noch bedingt gefolgt wird. Im Erzählerischen kommt ihm hier eine noch größere Rolle zu, weil er den Zuschauer „in der Geschichte“ hält.

Die Erlanger Forscher präsentieren in Barcelona für Produzenten von VR-Inhalten Lösungen, die ihnen den gesamten Produktionsprozess erleichtern sollen. Als Basis kommt eine Ansammlung von mehreren Mikrofonen zum Einsatz, die den Ton bereits dreidimensional aufzeichnen. Dies gilt gleichermaßen auch für Musik und Effekte. Derzeit befindet sich die Aufnahmelösung noch im Prototypen-Stadium; sie soll aber im Laufe des Jahres ersten Geräteherstellern für eine Lizenzierung angeboten werden.

Daneben wurde ein VST-Plugin für gängige Software zur Tonnachbearbeitung entwickelt, das Produzenten ein leicht zu bedienendes Werkzeug für die klangliche Nachbearbeitung des Filmsounds an die Hand gibt.

Zur Übertragung bzw. zum Streamen der Inhalte werden spezielle Codecs bereitgestellt, die auf dem AAC- bzw. Mpeg-Format basieren und in Abwandlung als HE-AAC bzw. Mpeg-H bezeichnet werden.

Mit Fraunhofer Cingo, das Gerätehersteller zur Lizenzierung angeboten wird, kann der 3D-Sound schließlich über klassische Kopfhörer wiedergegeben werden, die an einem handelsüblichen Smartphone oder Tablet angeschlossen sind. Android-Telefone können schon nativ mit HE-ACC 5.1 umgehen. Cingo wird sowohl von Samsungs Gear VR wie auch LGs gerade erst vorgestellter 360 VR unterstützt.

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