Toshiba könnte NAND-Sparte auslagern

Toshiba galt einst als eine der Größen im PC-Geschäft und gehört zu den Erfindern des Notebooks. Doch die glorreichen Zeiten des Herstellers liegen schon etwas länger zurück. Ein schwächerer Markt bei PCs, vor allem Notebooks, eine falsche Modellpolitik und nicht zuletzt ein verpatzter Einstieg ins Mobilgeschäft sind ein Grund für die wirtschaftliche Schieflage. Daneben hatten hohe Toshiba-Funktionäre über Jahre die Gewinne geschönt und brachten den Konzern auch damit in Bedrängnis. Rund 1,2 Milliarden Dollar beträgt die Finanzlücke, die bisher nicht geschlossen werden konnte.

Nun scheint der Hersteller gezwungen zu sein, auch das Tafelsilber zur Disposition zu stellen: Dabei handelt es sich um die Halbleiter-Sparte, die auch mit der Entwicklung der NAND-Speicher-Chips betraut ist. Sie sorgt derzeit allerdings für 80 Prozent des Konzernumsatzes, sodass ein vollständiger Verkauf nicht in Frage kommt. Vielmehr scheinen die Japaner diesen Geschäftsbereich in ein eigenständiges Unternehmen ausgliedern und einen Teil an einen Partner verkaufen zu wollen.

Bei diesem Partner könnte es sich im Western Digital handeln, wie unsere US-amerikanischen Kollegen berichten. Der weltgrößte Festplattenhersteller hat das sich andeutende Ende der mechanischen Datenträger schon früh erkannt und sich mit entsprechenden Zukäufen - etwa SanDisk für 19 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr - gewappnet. An dem neuen Speicher-Hersteller könnte Toshiba einen Anteil von 80 Prozent halten, während die weiteren 20 Prozent für 2,5 Milliarden Dollar an den neuen Partner veräußert werden könnten.

Für Western Digital liegen die Vorteile auf der Hand. Durch die SanDisk-Übernahme ist der Konzern bereits zu einem gewichtigeren Marktteilnehmer geworden. Mit dem Toshiba-Jointventure könnte diese Position gefestigt und weiter ausgebaut werden.

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