4 TB fürs NAS-Gerät: Seagate NAS HDD ST4000VN000 im Test

Die Seagate NAS HDD ist aktuell nur eine von zwei Festplatten-Serien, die für NAS-Systeme optimiert sind. Wir haben das 4-TB-Spitzenmodell unter die Lupe genommen.

Mit der NAS HDD hat Seagate eine Serie von 3,5-Zoll-Festplatten am Start, die speziell für den Einsatz in kleineren NAS-Systemen vorgesehen sind. Als optimale Einsatzbereiche nennt der Hersteller Home-Server, NAS-Desktop-Lösungen und Backup-Server, die zwischen einem und fünf Laufwerksschächten besitzen, sowie ganz allgemein den Datenaustausch in kleinen Unternehmen. Mit der NAS HDD setzt Seagate einen Kontrapunkt zur WD Red, die ebenfalls für kleine Netzwerkspeicher in den eigenen vier Wänden oder in einer Büroumgebung gedacht ist.

Die NAS HDD unterscheidet sich nur in wenigen, aber für den NAS-Betrieb relevanten Details von der 3,5-Zoll-Desktop-Festplattenserie Desktop HDD.15, deren 4-TB-Spitzenmodell ST4000DM000 wir bereits ausführlich testen konnten. Auch die in 2 TB, 3 TB und 4 TB Größe verfügbaren NAS HDD-Laufwerke setzen auf 1 TB große Platter, die mit 5.900 U/Min rotieren. Dabei greifen sie gleichfalls auf einen 64 MB großen, multisegmentierten Cache sowie eine SATA-6-Gb/s-Schnittstelle zurück. Anders als die Desktop HDD.15 ist die NAS HDD aufgrund einer unterschiedlichen Firmware jedoch auf Dauerbetrieb ausgelegt und soll mit 600.000 doppelt so viele Start-/Stop-Zyklen erreichen wie die Desktop-Serie.

Den größten Unterschied machen indes die unter der Bezeichnung NASWorks zusammengefassten Firmware-Eigenschaften aus: So soll die NAS HDD eine Fehlerbehebungskontrolle (mit anderen Worten: TLER) sowie Funktionen für das Stromsparmanagement und Vibrationstoleranz bieten. Dazu verpasst Seagate der Festplatte bei der Fertigung eine spezielle Auswuchtung, die eine höhere Toleranz gegenüber Rotationsschwingungen gewährleisten soll. Durch die Obergrenze von fünf Laufwerken pro NAS-System und die Auswuchtung sind laut Seagate keine zusätzlichen Vibrationssensoren erforderlich. NASWorks soll sich außerdem positiv auf sequenzielle und direkte Datenzugriffe auswirken.

Wie sich die NASWorks-Funktionen speziell beim letztgenannten Punkt auswirken, haben wir uns einmal näher angeschaut und waren besonders gespannt, wie stark sich die NAS HDD dabei von der WD RED 30EFRX und der Desktop HDD.15 ST4000DM000 unterscheidet. Für die Benchmarks stand uns die 4-TB-Version ST4000VN000 der NAS HDD zur Verfügung, deren Straßenpreis zum Testzeitpunkt bei rund 170 Euro liegt.

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6 Kommentare
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  • bigreval
    Hallo!
    Ja, der Test, wie immer, ganz gut. Ich vermisse hier nur eine HDD. Wenn Ihr die so umfangreich mit diversen anderen Desktop/NAS und was weiß ich für HDDs testet, fehlt mir definitiv die Seagate Constellation. Ich setzte davon zwei in meinem Home-Server als RAID 1 (3TB-Modelle) ein. Mich würde hier mehr interessieren, wie die getesteten Modelle im Vergleich zu den den "echten" 24/7 Platten abschneiden.

    Was wichtig ist, kommt auf´s RAID 1, Aber der restlice Kram, Videos vor allem, soll auf zwei weitere Platten kommen. Ohne RAID. Wenn die dann mal sterben ist es egal. Deshalb suche ich noch eine Alternative zu den etwas teureren Constellation Platten...

    Schade, wieder "drann vorbei" getestet. Aber ansonsten guter Artikel.
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  • benutzer_2000
    Ich habe mir für meine Synology DS 1513+ fünf von diesen Platten bestellt! Ich habe bei zwei verschiedenen Händlern bestellt, um die Chance für "Serienfehler" zu minimieren - soweit das in diesem (Zeit-)Rahmen möglich ist! Auf jeden Fall war bei jedem Händler eine defekte Platte von Beginn an defekt und konnte nicht benutzt werden! Ausser einem Quietschen bzw. Klackern (gleicher Fehler bei beiden Platten) kam nicht viel! Ich frage mich, wenn 2 von 5 Festplatten defekt sind, ob dann von 5000 Platten 2000 defekt sind!? Oder hatte ich einfach Pech?
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  • amd64
    "die NAS HDD aufgrund einer unterschiedlichen Firmware jedoch auf Dauerbetrieb ausgelegt und soll mit 600.000 doppelt so viele Start-/Stop-Zyklen erreichen wie die Desktop-Serie."

    Sollte es wirklich nur an der FW liegen, dass die Platte die doppelte Anzahl an Start-/Stop-Zyklen verträgt, dann wäre es sehr freundlich, diese auch für die Desktop Platten zur Verfügung zu stellen. Aber ich nehme mal an, dass sich hier ein Fehler eingeschlichen hat ... oder etwa nicht?
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  • Michalito
    Ja, schon mal vielen Dank für diesen Test. Da ich mich gerade mit der mit der geplanten Anschaffung von 4* 4 TB Platten trage kommt dieser Test wie gerufen ;-) Tendiere generell zu Agate aber, warum testet denn niemand die Video 3.5 4 TB? Die ist doch hoch interessant mit 10 hoch 15 Lesefehlern, 75 Grad Temperaturverträglichkeit und ebenfalls 3 Jahre 24/7 zugelassen. Gut, der Verbrauch (Strom) ist höher, aber das kann es doch nicht sein, oder? Vorallem würde ich das cool finden wenn mal Profis wie Ihr sie mal durchmesst. Naja mal schauen. Finde ich aber für eine Home Raid Lösung ganz Interessant und muss nochmal grübeln. Billiger ist Sie auch... Und der Red sagt man nach relativ hoche Ausfallraten zu haben.. Seufz
    Was tun..
    Danke dem THG Team für witeres Nachdenfutter und einen guten Test..
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  • fffcmad
    @amd64: Das Problem ist, das die Firmware nur Kompromisse machen kann. Das Gehaeuse und die mechanischen Bauteile sind oft identisch zu den Versionen der HDDs untereinander. Die Firmware entscheidet dann zwischen Performance, Zuverlaessigkeit und Lebensdauer. Ich hab zum Beispiel die ST3000vx000. Diese sind fuers Videograbbing gedacht. Sind aber auch fuer 24/7 geeignet usw. Die unterscheiden sich aber in Sachen I/O-Performance von den normalen Platten. Ausserdem reagieren sie sehr empfindlich auf Erschuetterungen. Dafuer ist die Lebenserwartung, der sequentielle Durchsatz sowie die Zuverlaessigekit sehr hoch. Ich benutze 4 davon im RAID6-Verbund. Die Rekalibrierung nach einer Erschuetterung macht im Normalbetrieb keine Probleme. (Beim Abspielen von Videos gibts keine Aussetzer) Bei I/O-lastigen Anwendungen sieht man mit den Platten jedoch keine Schnitte. So mal als Beispiel.
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  • amd64
    Anonymous sagte:
    @amd64: Das Problem ist, das die Firmware nur Kompromisse machen kann. Das Gehaeuse und die mechanischen Bauteile sind oft identisch zu den Versionen der HDDs untereinander. Die Firmware entscheidet dann zwischen Performance, Zuverlaessigkeit und Lebensdauer. Ich hab zum Beispiel die ST3000vx000. Diese sind fuers Videograbbing gedacht. Sind aber auch fuer 24/7 geeignet usw. Die unterscheiden sich aber in Sachen I/O-Performance von den normalen Platten. Ausserdem reagieren sie sehr empfindlich auf Erschuetterungen. Dafuer ist die Lebenserwartung, der sequentielle Durchsatz sowie die Zuverlaessigekit sehr hoch. Ich benutze 4 davon im RAID6-Verbund. Die Rekalibrierung nach einer Erschuetterung macht im Normalbetrieb keine Probleme. (Beim Abspielen von Videos gibts keine Aussetzer) Bei I/O-lastigen Anwendungen sieht man mit den Platten jedoch keine Schnitte. So mal als Beispiel.


    Das ist mir alles soweit schon klar. Trotzdem geht es um Geldschneiderei, ansonsten würden sie halt auch für die günstigen Platten, die langlebigeren FWs anbieten. Ich denke das ein großer Teil der User auf Performance zugunsten der Lebensdauer verzichten würden, gerade bei mehreren TB großen Datengräbern :D
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