Die richtige NAS-Strategie: Zentrale Netzwerkspeicher optimal eingesetzt

NAS-Geräte haben einen hohen Funktionsumfang und sind in vielen Szenarien verwendbar. Werden sie mit der richtigen Strategie eingesetzt, können sie für Unternehmen zum unverzichtbaren Partner werden.

In Zeiten von mobilem Internet, schnellen Internet-Leitungen und diversen Cloud-Speicherlösungen könnten man fast meinen, das Vorhalten von Daten an dem geographischen Ort, an dem sie erstellt, be- und verarbeitet werden, ist ein organisatorisches Auslaufmodell. Es geht aber auch heute noch nichts über lokal verfügbare Daten, vor allem wenn diese kritisch sind und zu jeder Zeit verfügbar sein müssen.

Vor allem im gewerblichen Bereich kann ein Ausfall der Internetverbindung schnell zum Stillstand des Unternehmens führen, wenn Mitarbeiter nicht mehr auf Ressourcen wie Webanwendungen oder Dokumente zugreifen können, die bei einem externen Anbieter liegen.

Bei größeren Firmen ist diese Gefahr relativ gering, da hier technische Vorkehrungen gegen einen solchen Ausfall getroffen werden und wichtige Leitungen in der Regel redundant ausgelegt und abgesichert sind. Diesen Luxus können sich kleinere Firmen, Freiberufler und Einzelunternehmer aber oftmals schon aus Kostengründen nicht leisten.

Hoher Funktionsumfang ab Werk: NAS-Geräte können mehr als nur Datenverwaltungszentrale seinHoher Funktionsumfang ab Werk: NAS-Geräte können mehr als nur Datenverwaltungszentrale sein

Mittelstand im Mittelalter?

In der Praxis findet man in diesem Kreis recht abenteuerliche Lösungen, wenn es um die Verwaltung von Daten geht. Aus Kostengründen kümmert sich oft der Firmeninhaber, ein Mitarbeiter oder gar ein Bekannter des Hauses um die informationstechnischen Systeme und die dazugehörige Infrastruktur und mangels Fachwissen erblicken hier oft eigenwillige Konstrukte das Licht der Welt.

So werden Dateien auf den Arbeitsrechnern lokal in Ordnern gespeichert, die wiederum im Netzwerk freigegeben sind. Wird eine Datei bearbeitet, wird sie von einem Rechner auf den anderen kopiert - das Versionschaos ist damit vorprogrammiert. Zentrale Dateiverwaltung, Backup-Strategie für Client-Rechner und Daten, Disaster-Recovery? Leider oftmals Fehlanzeige.

Tatsächlich sind die Anforderungen bei der Verwaltung von Dateien in jedem Betrieb und bei jedem (Klein-)Unternehmer unterschiedlich. Der Großteil dieser Anforderungen in Sachen Daten-Management lässt sich jedoch mit einer einzigen Geräteklasse bedienen: NAS (Network Attached Storage).

Alleskönner im Netzwerk

Vom Prinzip her macht es wenig Unterschied, ob man als Netzwerkspeicher einen ausgewachsenen Desktop-PC nimmt oder sich auf spezialisierte NAS-Geräte verlässt. Letztere haben aber den Vorteil, dass sie ab Werk einen Funktionsumfang mitbringen, der bei einer Windows- oder Linux-basierten PC-Lösung erst in mühevoller Kleinarbeit nachgerüstet und entsprechend konfiguriert werden muss. Dies kostet nicht nur Zeit und damit Geld, sondern bringt auch das Problem mti sich, dass man aufgrund der Komplexität auch jede Menge falsch machen kann.

Eine für die oben angesprochenen Personenkreise bessere Variante der Netzwerkspeicher stellt die Familie der NAS-Geräte von Herstellern wie Asustor, Buffalo, Qnap, Synology oder Thecus dar. Der Funktionsumfang dieser spezialisierten Geräte geht weit über die Fähigkeit hinaus, lediglich Dateien im Netzwerk bereitzustellen. Viele NAS-Systeme besitzen beispielsweise einen integrierten Web- und Datenbankserver, bieten Funktionen zur zeitgesteuerten Datensicherung auf verschiedene Ziele an, können Ordner zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren oder lassen sich in heterogene Netzwerke einbinden.

Wir werden auf den nächsten Seiten beispielhaft zeigen, wie gerade Selbständige und kleinere Unternehmen NAS-Geräte sinnvoll einsetzen können, um Themen wie Backups von Client-PCs, Disaster-Recovery oder Synchronisierung und Replikation von Daten professionell anzugehen.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • fffcmad
    Auch hier: RAID5 oder RAID6 sind ohne geeignete Hardware eher ein vorprogrammiertes Risiko fuer Datenverlust statt andere RAID-Modi ohne Parity Fuer den Heimgenrauch ist RAID5 oder RAID 6 also quasi Mumpitz und kontraproduktiv. Da sich kaum jemand einen Hardwarecorntroller plus BBU/ Cacheprotection holt ist von diesen RAID-Typen einfach nur abzuraten. An Sonsten wird RAID5/ 6 zum Himmelfahrtskommando. RAID10 bedeutet zwar bei 4 Platten einen großen Verlust an nutzbarer Kapazitaet, aber bei Stromausfall reicht ein Resync + Dateissystemcheck um ohne kompletten Datenverlust aus der Situation herauszukommen. Vor einem kleinem Datenverlust kann eh kein RAID schuetzen.
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  • lamaditx
    Mich würde sehr interessieren wie die NAS im Internet verfügbar gemacht werden kann.
    Leider ist es so, dass immer mehr ISPs auf IPv6 bzw. ds-lite umstellen und somit die NAS nicht aus dem Internet verfügbar ist. Dienste wie DnyDNS helfen an der Stelle nicht weiter, weil auf Grund von NAT mit ds-lite die NAS nicht vom Internet aus verfügbar ist.
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  • abferber
    Wer DS-Lite hat fragt dann einfach seinem Provider nach IPv4 und bekommt dann meist einen Businessvertrag angeboten mit mehreren IPs. Wer denoch DS-Lite nutzen muss stellt sein NAS meist unter einer eigenen IPv6 direkt ins Netz, da die meisten modems oder Router noch keinen konfigurierbaren IPv6 Filter haben, ist dies Sicherheitsrelevant.
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