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Netzteile: Echte Marke oder Label? Die Vergleichsliste der wahren Produzenten 2014

Netzteile: Echte Marke oder Label? Die Vergleichsliste der wahren Produzenten 2014
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Fluch oder Segen? Nicht immer steckt hinter einer Netzteilmarke ein echter Hersteller. Wir helfen zu erkennen, wer wirklich selbst produziert, und zeigen, dass sich unter so manchem preisgünstigen Label statt Schrott sogar Markenqualität verbergen kann.

Update vom 03. März 2014

Mittlerweile haben wir knapp 300 OEM, Marken und Label erfasst sowie die aktuellen Netzteilserien ergänzt. Natürlich kommen fast wöchentlich neue Produkte hinzu, aber der aktuelle Stand repräsentiert nun wieder das aktuelle Marktgeschehen als Inhalt dieses nunmehr schon vier Jahre alten Service-Artikels.

Der ausdrückliche Dank geht an dieser Stelle erneut an die Community, deren Mitglieder viele nützliche Informationen und Daten zur Auswertung beigetragen haben. Auch einige Anbieter und Hersteller haben freundlicherweise ihre Daten erneut offen gelegt, was aber leider noch immer nicht bei allen Firmen selbstverständlich ist.

Deshalb möchten möchten wir an dieser Stelle erneut alle Leser und Firmen bitten, mögliche Fehler oder Lücken als Artikel-Feedback an uns zu übermitteln, damit die Inhalte kontinuierlich erweitert und überarbeitet werden können und die Auflistung dynamisch wächst.

(Igor Wallossek)

Weiterführende Artikel:

Seifenblase ErP/EuP - Wie der Handel Energiesparrichtlinien boykottiert

Netzteilpraxis: Wie viel Netzteil braucht der Mensch wirklich? Und vor allem: welches?

[Die erste Version des Artikels erschien bereits am 03.08.2010, 2011 erfolgte dann ein erstes Update. Da dieser Artikel vielfach auch verlinkt wurde, wird er als reines Update der Auflistung weitergeführt; der restliche Inhalt blieb weitgehend ungeändert.]

Wer ist wer? Über Hersteller, Designer und geduldige Etiketten

Wir wollen die Anbieter vorab in drei große Gruppen einteilen, damit wir die Datenbank und die Firmenverbindungen später einfacher begreifen können:

1. Die Erstausrüster / OEM (Original Equipment Manufacturer)

Diese Firmen produzieren komplett selbst. Entweder sie produzieren ausschließlich für den Eigenbedarf die selbst entworfenen Modelle (Enermax) oder sie produzieren neben eigenen Marken als Auftragsfertiger auch nach Entwürfen der Kunden (Seasonic, HEC, FSP). Im Extremfall konzentrieren Sie sich überwiegend auf Exporteure und bieten vielfältige Modelle an, die dann später unter einem Drittlabel verkauft werden (Channel Well). Hier kann es passieren, dass baugleiche Modelle unter vielen verschiedenen Bezeichnungen und Labeln vermarktet werden, obwohl das Innenleben zu 100 Prozent identisch ist. Die Industriegebiete um Shenzhen sind die Wiege der meisten niedrigpreisigen Netzteile, die weltweit vermarktet werden.

Ein normaler Sommermorgen in Shenzhen. So würde wohl auch Frankfurt aussehen, würden alle ohne Nachdenken gekauften Netzteile gleichzeitig in Rauch aufgehen. Ein normaler Sommermorgen in Shenzhen. So würde wohl auch Frankfurt aussehen, würden alle ohne Nachdenken gekauften Netzteile gleichzeitig in Rauch aufgehen.

2. Die Designer ohne eigene Produktion

Die zweite Gruppe der Anbieter entwickelt seine Netzteile ebenfalls komplett selbst. Jedoch wird die Produktion teilweise oder ganz an einen oder mehrere Auftragsfertiger ausgelagert. Ein Beispiel ist hier Be Quiet (Listan). Und wenn sich heute noch jemand fragt, warum die P7-Modelle schlagartig besser wurden, als es die anfälligen P6 waren - die Antwort liegt einfach im Wechsel des Fertigers von Topower zu FSP. Weitere Vertreter dieser Kategorie sind beispielsweise Silverstone, Power & Cooling oder auch Tagan.

3. Die Etikettenkleber mit und ohne technischem Anspruch

Eigentlich sollte man diese Gruppe fairerweise noch einmal untergliedern. Es gibt einerseits Importeure, die fremde Produkte unter ihrem Label verkaufen, auf die sie in noch gewissem Maße Einfluss nehmen (Qualitäten der Komponenten, Umfang) und leider auch solche, die einfach irgendwelche Boliden sehr günstig einkaufen, umlabeln und in den Handel bringen.

Die Gruppe der Etikettierer ist allerdings für den preisorientierten Kunden wohl die interessanteste. Denn man kann sowohl ein Schnäppchen machen, indem man umgelabelte Markenware zu einem niedrigeren Preis bekommt, als auch einen Verlust verzeichnen, weil man dann doch zu geizig war. Sehr positve Beispiele sind zum Beispiel neue Modelle von Aerocool, bei denen man quasi ein Cougar-Modell von Compucase/HEC zum Discounterpreis, jedoch mit aufwändig gestyltem Äußeren bekommt. Ähnliches gilt für Corsair, wo ältere, aber bewährte Seasonic-Technik für kleines Geld den neuen Besitzer erfreut.

Wo viel Licht ist, findet man jedoch auch viel Schatten. Tests und Inaugenscheinnahme von niedrigpreisigen Modellen (durch uns, unsere Leser und zum Teil auch befreundete Computerhändler) lässt uns von "Sparbüchsen" so mancher vermeintlich günstiger Anbieter abraten. Wir haben einige dieser Modelle auch ohne UL-Nummer anhand der verbauten Komponenten identifizieren können, wollen diese Dinge aber auch nicht generell pauschalisieren, denn es gibt auch löbliche Ausnahmen. Unter 30 Euro geht allerdings auch dort fast nichts mehr. Fehlende Schutzschaltungen, niedrige Effizienz und mangelhafte Verarbeitungen waren dabei nur die wichtigsten Kritikpunkte. Den sprichwörtlichen Vogel schoss ein seinerzeit auf Hardwaremania24 gelabeltes Netzteil eines Fertig-PCs ab, das sich im Standby erst bis knapp 80° aufheizte, um dann nach 6 Stunden mit viel Qualm und Herausspringen der Arbeitsplatzsicherung sein klägliches Ende in die Welt zu posaunen, ohne dass der PC überhaupt eingeschaltet war. Wir haben nach der Analyse der Platine außer einer trägen Schmelzsicherung keinerlei Schutzmechanismen vorgefunden.

106 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • bleikrone , 3. August 2010 08:32
    Ist da was dran das NesteQ irgendwie eine Tochterfirma von Enermax drinen ist?
    Würde gerne mein Gehäuse aufmachen wenn meine Schwester nicht im Urlaub wäre und mein ganzes Zeug bei sich daheim lagern hätte.
  • klomax , 3. August 2010 09:00
    Zitat :
    Ein normaler Sommermorgen in Shenzhen. So würde wohl auch Frankfurt aussehen, würden alle ohne Nachdenken gekauften Netzteile gleichzeitig in Rauch aufgehen.



    Ich liebe diese spitze Feder...:) 
  • Anonymous , 3. August 2010 09:13
    @FC: Thema Corsair, wie schaut es bei den größeren Modellen - oder auch der neueren AX-Baureihe aus, noch keinerlei Infos drüber ??
  • El-Locko , 3. August 2010 09:59
    Trotz längerem suchen habe ich auf meinem Seasonic keine UL Nummer gefunden. Auch mit den E Nummern aus der Tabelle habe ich keine Ähnlichkeiten. Offensichtlich muss es sich dann wohl um eines ohne Unter Label direkt von Seasonic produziertem NT handeln.
  • checkmate , 3. August 2010 11:01
    Danke für diesen aussagekräftigen Report über Netzteil-"Marken". Über Mainboards, CPUs, Gehäuse und sogar Festplatten (Auch SSDs) fühle ich mich gut informiert. Neben RAM waren die Netzteile noch weiße Flecken in der Landkarte von Produktempfehlungen, wo doch gerade die Netzteilauswahl nach verschiedenen Kriterien besonders wichtig ist. Nun habe ich die Gelegenheit, mich umfassend zu informieren und kann diese Infos im Bekanntenkreis weiter geben. Nochmals Danke :ouch: 

    edit: Nun kann man Schnäppchen ergattern, die auch wirklich welche sind. Eine Hitliste der Schnäppchen wäre da noch hilfreich.
  • crazymath , 3. August 2010 11:52
    Habs grad gestern gemerkt. Mein altes 300W Enermax Netzteil hat sich mit einem lauten Knall verabschiedet...zum Glück ist da nur die Sicherung in der Wohnung rausgeflogen...sämtliche Hardware blieb unbetroffen. Ob das mit einem LC-Power auch so geendet hätte?

    Aber wirklich guter Artikel!
  • f1delity , 3. August 2010 12:25
    Guter Artikel, allerdings wäre nun eine Liste mit bruachbaren "Herstellern" nicht verkehrt, nur weil jemand auslagert muss er ja nicht schlecht und nur weil jemand selbst produziert ist das noch lange kein Qualitätsprodukt.
  • Hinagiku , 3. August 2010 12:31
    Ein paar Empfehlungen aus den Erfahrungen dieser Zusammenstellung wären wirklich Klasse. Wenn man sich bisher nicht großartig mit dem Thema beschäftigt hat, hilft einem diese Übersicht beim Kauf eines neuen Netzteils auch nicht sonderlich weiter. Zumal wohl praktisch jeder OEM auf Kundenwunsch hin auch "Billigteile" fertigen würde und somit keine Qualitätsgarantie darstellen dürfte.
    Der Geheimtipp in Form eines 600W Netzteils für 75€ (kleinste Variante der Serie) ist für ziemlich exakt jeden einzelnen der PCs die ich im Laufe der letzten Jahre zusammengebaut hab hoffnungslos überdimensioniert. Da kleinere Office-/HTPCs selbst unter Vollast oft kaum noch an den 100 Watt kratzen, wäre es insbesondere unter den kleineren Vertretern mal interessant was es da brauchbares gibt. Die "Empfehlungen unter 50€" von vorletzter Woche scheinen den Kommentaren nach ja nicht unbedingt das Wahre gewesen zu sein.
  • Derpet , 3. August 2010 12:32
    crazymathHabs grad gestern gemerkt. Mein altes 300W Enermax Netzteil hat sich mit einem lauten Knall verabschiedet...zum Glück ist da nur die Sicherung in der Wohnung rausgeflogen...sämtliche Hardware blieb unbetroffen. Ob das mit einem LC-Power auch so geendet hätte?Aber wirklich guter Artikel!

    Njoa mein LC-Power werkelt nach 3 Jahren immernoch in meinem PC ohne Murren. Auch das Asrock-Board vertut seinen Dienst zuverlässig.

    *Mal schnell mehrfach auf Holz klopf*

    Mein einzigstes abgerauchtes Netzteil war in 2002 und das hat sich heimlich verkokelt während ich daneben gepennt hab und erst nach 3 Tagen feststellte warum das System so instabil ist :D 

    (wat hatte ich Kopfschmerzen von den Dämpfen :D )
  • klomax , 3. August 2010 12:43
    Zitat :

    Mein einzigstes abgerauchtes Netzteil war in 2002 und das hat sich heimlich verkokelt während ich daneben gepennt hab und erst nach 3 Tagen feststellte warum das System so instabil ist :D 

    (wat hatte ich Kopfschmerzen von den Dämpfen :D )



    :o 

    Wäre auch mal interessant: Eine Statistik nicht nur über vorzeitigen Netzteiltod im Sinne von "Netzteil tot", sondern "Tod durch Netzteil".
  • Anonymous , 3. August 2010 13:30
    Endlich mal eine Übersicht "Orginal oder Nachbau" das war viel Arbeit diese Tabelle aufzunehmen. Ein Nachbau muß nicht fälschlicherweise schlechter sein als das Orginal vom Hersteller, manche Modelle überzeugten diesbezüglich, Top! ;) 
  • ka0t , 3. August 2010 15:52
    Daumen hoch für die viele Mühe und den ansprechenden Artikel !
    Nie hätte ich gedacht ein HEC/Enermax in billigerem Gewand kaufen zu können. Ab und an machen mir die ganz billigen Teile wirklich Angst- ernsthaft. Mir ist mal Funkenflug ans Gesicht gekommen, weil ein Netzteil während ich in der Nähe gearbeitet hatte lautstark starb und einfach der Lüfter weiterlief...
    Wenn die dynamische Last im Netzeil des Computerbild-Selbstbaupcs ein Spuelnfiepen erzeugt, das stark an Super-Mario- Gameboymusik erinnert schaudert es mich immer wieder :>
  • Scour , 3. August 2010 18:56
    Super :) 

    Ist die größte Übersicht die ich bisher sah.

  • Philanthropist , 3. August 2010 19:07
    Ich möchte hier noch mal auf den Unterschied zwischen "Qualität" und "Qualität" aufmerksam machen. Und zwar den Begriff "Qualität", wie er in der Industrie verstanden wird und den Begriff, wie er unter uns Endverbrauchern/Laien verstanden wird. Beide Begriffe werden nämlich gerne vermischt und damit entstehen oft Missverständnisse.

    Qualität für Endverbraucher: Was kommt uns in den Sinn, wenn wir von "Qualität" hören? Wir denken an etwas hochwertiges. An etwas gutes, an etwas, was lange hält.

    Qualität für die Industrie: meint etwas ziemlich anderes. Nämlich das Erreichen und Erhalten von Vorgaben. Diese können gesetzlich vorgegeben sein oder selbst gewählt. Wenn also ein Hersteller der Meinung ist, etwas preisgünstig herzustellen, so stellt er auch "Qualität" her. Diese Betrachtung kommt aus der ISO 9000 f Zertifizierung. ISO 9000 f ist ein Qualitätsmanagement. Wer danach herstellt, stellt "Qualität" her. Eigentlich alle Hersteller sind ISO (oder ähnliches) zertifiziert, stellen also "Qualität" her. Auch Schrott kann zertifiziert werden und ist damit "Qualität".

    Auf den Artikel zurück: Auch ein Netzteil, dass 10 Euro kostet ist also Qualität, auch wenn es in unseren Augen "billig", gefährlich und nicht empfehlenswert ist. Ein ähnliches Netzteil, dass 100 € kostet muss daher nicht besser sein, nur weil es teurer ist. Bitte etwas mehr Vorsicht bei der Verwendung des Begriffs.
  • Derfnam , 3. August 2010 19:43
    Phil, hieße deine Mutter Vorsicht, wüßte ich deinen Nachnamen :D 
    Davon ab und mal ganz unter uns: an wen ist der Artikel gerichtet, was meinst du?
  • Diesel_im_Blut , 3. August 2010 21:34
    Ich finde die Übersicht auch super. Selber habe ich ein Coba Nitrox in einem PC. Coba kommt ja nicht so gut weg. Aber die Nitrox Netzteile sollen ja die bessere Serie von Coba sein, laut dem Hersteller. Nun ja, meines verrichtet seit 3 jahren seinen Dienst ohne zu murren.

    Aber nach der Liste wird mein nächsets ein Enermax oder Seasonic....
  • Anonymous , 3. August 2010 22:54
    Ein Nachbau muss nicht schlechter sein, genauso kann man aber auch nicht davon ausgehen, dass ein "Noname"-Netzteil von einem Markenhersteller zusammengeschraubt genauso gut ist wie die unter dem Markenlabel Verkauften. Bei elektronischen Bauteilen kann man an allen Ecken und Enden sparen, ohne dass der Kunde das so einfach merkt. Bekanntes und sich für den Kunden schnell bitter auswirkendes Beispiel wären da z.b. billige Kondensatoren.
  • Pascha , 4. August 2010 00:02
    Schöne Übersicht. Da kann man auf jeden Fall mal gut was mit anfangen.

    Und meine Definition von Qualität ist:
    Qualität hört da auf wo Preisdruck anfängt.
    Ein Produkt kann noch so gut Entwickelt oder von jemand Anderem abgekupfert sein, sobald die Einkäufer auf den Trichter kommen irgendwo sparen zu könnnen oder zu müssen, geht oftmals was daneben.

  • Anonymous , 4. August 2010 00:51
    Also ich hab mein erstes netzteil mit 500 W vor mehr als nem jahr gekauft von AXP.War für den sehr niedrigen preis sehr gut.Dann hab ich mir letzens ein 700W modular netzteil von Superflower gekauft und bin auch sehr zufrieden.Und jetzt find ich herraus dass die soziemlich die gleiche firma sind xD.
    Ich empfehle beide Firmen.
  • toudoku , 4. August 2010 01:57
    Stutzig werden sollte man auch, wenn die Produktionsstätten nur die auf dem folgenden Bild zu sehenden Ausmaße haben:




    An den Preisen von 50~250€ (+Mwst.) erkennt man bei dieser Firma jedenfalls nicht, dass nur umgelabelte Netzteile von Topower vertrieben werden. Uebrigens die gleichen Teile, die man auch von Scythe, die sich ja mit anderen Produkten einen guten Namen gemacht haben, bekommt. Die Restbestaende an Scythe-Netzteilen habe ich dann nach mehreren Fehlschlaegen, auch um weiteren Aerger zu vermeiden, kurzerhand entsorgt.


    Bei BeQuiet mag sich die Qualitaet mit dem Wechsel zu FSP verbessert haben. Die Qualitaetsspanne der Netzteile von FSP finde ich aber doch zu gross, als dass man FSP uneingeschraenkt empfehlen koennte. Zur Veranschaulichung mag das folgende zugekleisterte, selbst unter geringer Last schnell heiß werdende & recht laute "Noise Killer" FSP-Netzteil aus einem Gehaeuse des taiwanesischen Herstellers In Win dienen:



    p.s. Klasse Artikel!


    Edit: Gehaeusehersteller berichtigt.
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