Mit Netzteilen der Platimax-Serie war Enermax bereits mehr als einmal in unseren Roundups vertreten. Die Modelle mit geringerer Leistung als das Top-Modell konnten stets überzeugen. Für diesen Test hat uns Enermax eine 230-Volt-Version eingesendet, eine Version für 115 Volt gibt es aber ebenfalls. Genau genommen dürfte das Platimax das 80 Plus Platinum-Logo daher gar nicht tragen. Wenn, dann nur das neue 230-V-Logo. Aber dafür hat Enermax sein 1500-Watt-Netzteil aber nicht zertifizieren lassen.
Sei‘s drum: Da wir stets auch unter 230 Volt messen, können wir die Ergebnisse gut vergleichen und einordnen. Des Weiteren unterscheidet sich das Platimax-Netzteil von der versammelten Konkurrenz darin, dass Enermax "nur" fünf Jahre Garantie gewährt. Alle anderen Hersteller sind da mit sieben Jahren ein Stück großzügiger.
Wie alle Modelle der Platimax-Serie kommt auch das Flaggschiff in einem hervorragend verarbeiteten Gehäuse mit aufgerauter Oberfläche daher. Im direkten Vergleich ist es mit 180 Millimetern Tiefe der kompakteste Vertreter unter den High-End-Boliden. Die vollmodulare Kabelage ist allerdings dem Testgerät und der 1350-Watt-Version vorbehalten.
Während die Mainboard- und die beiden CPU-Leitungen als ummantelte Rundkabel ausgeführt sind, handelt es sich bei allen anderen um Flachbandkabel. Die Zahl der Anschlüsse ist mit zehn mal PCIe und 14 mal SATA üppig, reicht bei der starken Konkurrenz aber nur für einen Platz im Mittelfeld. Die Kabellängen können weitgehend überzeugen, lediglich die PCIe-Leitungen halten wir mit 50 Zentimetern für recht kurz.
Während Cooler Master, Corsair und Seasonic auf die Power einer einzelnen 12V-Schiene setzen, gibt es bei Enermax das andere Extrem: Gleich mit sechs 12V-Rails wartet das Platimax 1500 auf - und jede davon soll bis zu 30 Ampere Strom vertragen. Das ist zwar nur ein Viertel dessen, was beim Corsair AX1500i über die einzige 12-Volt-Leistung fließt, aber Sicherheitsliebende wird es freuen. 30 Ampere könnten andererseits für manche Enthusiasten vielleicht schon zu wenig sein. Letztlich aber ist die Diskussion um eine oder mehrere 12-Volt-Rails müßig. Denn ein Kurzschluss ist äußerst unwahrscheinlich.
| Enermax Platimax 1500 EPM1500EGT | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AC Input: | 220-240V, 50-60 Hz | |||||||
| DC Output: | +3.3V | +5V | +12V (#1) | +12V (#2) | +12V (#3) | +12V (#4,5,6) | -12V | +5Vsb |
| 24 A | 24 A | 30 A | 30 A | 30 A | 30 A | 0.5 A | 3 A | |
| Individual Output: | 32 A | 6 W | 15 W | |||||
| Rail Utilization: | Sys | Sys | CPU & VGA | |||||
| Combined Output: | 120 W | 1500 W | ||||||
| Total Continuous Output: | 1500 W | |||||||
| Peak Output: | 1650 W | |||||||
Effizienz gemäß 80 PLUS Spezifikation
Effizienz anhand von Leistungsprofilen
Die Einhaltung der Vorgaben für das 80 Plus Platinum-Logo können wir aufgrund der fehlenden 115-Volt-Unterstützung nicht überprüfen. Eigentlich dürfte es auch erst gar nicht auf der Packung kleben. Uns bleibt somit lediglich die Möglichkeit, die Ergebnisse der Effizienzmessungen bei 230 Volt mit denen der Mitstreiter zu vergleichen. Dabei zeigt sich, dass das Platimax bei geringer Last eine recht hohe Effizienz erreicht.
So stehen bei zehn Prozent Load immerhin 88,7 Prozent Wirkungsgrad zu Buche. Nach oben hin geht dem 1500er allerdings ein wenig die Luft aus. Der Wirkungsgrad von 88,9 Prozent unter Volllast wäre selbst bei 115 Volt knapp unterhalb des geforderten Grenzwertes. Unterhalb von zehn Prozent Last bricht der Wirkungsgrad stark ein – schlechter schneidet hier nur das Antec HCP-1300 ab.
Die übrigen Testwerte geben keinen Anlass zur Kritik, auch wenn die Holdup-Time mit 18,5 Millisekunden im Testvergleich schon sehr kurz ausfällt. Die ATX-Spezifikation ist aber eingehalten - und nur das zählt letzten Endes. Ebenso wie bei den Messungen von Ripple & Noise, wo sich das Platimax keine Blöße gibt. Mit Antec und Corsair kann es aber nicht ganz mithalten.
Kommen wir zum Betriebsgeräusch - und das gibt dann doch Anlass zur Kritik. Nicht, weil der Lüfter permanent arbeitet. Dass das kein Nachteil sein muss, hat ja bereits das Antec HCP-1300 gezeigt. Nein: Der Lüfter des Enermax Platimax ist einfach zu laut. Schon bei nur 40 Watt Lastabruf erzeugt der Ventilator einen Schalldruck von 34,7 dB(A), was in einer ruhigen Umgebung schon deutlich zu hören ist. Bei 600 Watt steigt die Lautstärke dann noch einmal spürbar auf 40,5 dB(A) an.
Aufs PCB geschaut
Während fast alle Hersteller APFC und die Primärseite des Netzteils auf der linken Gehäuseseite platzieren und die sekundäre Seite im rechten Bereich, dreht Enermax diese Anordnung um 90 Grad, so dass die Primärseite an der Frontseite des Netzteils platziert ist und die sekundäre im "Heck". Ziel dieser Maßnahme ist ein optimierter Luftstrom, der zu einer Verbesserung der Bauteilkühlung beitragen soll. Aus unserer Sicht eine simple, aber effektive Idee. Beim grundsätzlichen Design geht Enermax aber denselben Weg wie seine Mitstreiter, auch die Bauteile sind allesamt sehr hochwertig. Die Kondensatoren auf der Primärseite steuert Panasonic bei, die sekundären stammen von Rubycon. Die Lötarbeiten sind weitgehend sauber ausgeführt, ein wenig Luft nach oben bleibt aber.










Auch wenn Single-Rail-Designs etwas effizienter arbeiten können als Multi-Rails, so würde ich mir von Enermax doch mehr wünschen: Schaut mal bei Corsair, wie die Ripple & Noise hinbekommen haben. Schau mal bei der Konkurrenz, wie die Hold-Up-Time auf 30ms gebracht wurde!
Und bei der Effizienz ist auch noch etwas Spielraum nach oben!
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Der Testbericht ist wirklich gut, aber es gibt auch ein paar Stellen, an denen noch gefeilt werden kann:
Ihr testet die Lautstärke von Netzteilen in einer Leistungsklasse von 1200 W bis 1500 W bei "bis zu 600 W"?
Und was ist bei 1000W, 1200W oder sogar 1500W, sofern vom Netzteil unterstützt?
Fliegen einem dann die Ohren weg, oder soll der Test animieren, dass man sich solche Netzteile nur dann kauft, wenn man sie überhaupt nicht benötigt?
Multi-Rail ist, so ganz nebenbei, nicht nur "ich finde das aber besser". Es gibt Spezifikationen für Mainboards, die zwingend ein Multiraildesign vorschreiben.
Irgendwelche single-rail Netzteile sind dann schlichtweg ungeeignet. Im Test klingt das aber leider so, als wenn multi-rail Netzteile sinnlos wären und man sich wer weiß was für Gedanken über die Aufteilung der Rails machen müsste.
... bei theoretischen 600W pro 12V Schiene (Antec) muss sich niemand großartige Gedanken machen! CPUs und MB liegen für gewöhnlich auf, vom Rest getrennten, Schienen, die anderen, also mindestens zwei, sind dann noch verfügbar. Soviele Grakas kann man doch gar nicht im System verbauen, dass das an den zur Verfügung stehenden Anschlüssen knapp werden könnte.
Und selbst bei 32A pro 12V... 380 Watt. Die Anschlüsse werden, selbst wenn ich nun nicht ins Handbuch schaue, wohl über die 6(!) Schienen verteilt sein.
Wodrüber soll man sich noch gleich Gedanken machen, wenn man pro Schiene mehr Leistung zur Verfügung hat, als es in einem "normalen Desktop" für das gesamte System nötig ist?
Es wäre m.E. passender gewesen, wenn man das multi-rail-Design als positive Eigenschaft genannt hätte, die eben leider den Nachteil der etwas geringeren Effizienz mitbringt.
Apropos Effizienz:
Dieser Vergleich hinkt nicht nur, der kann nicht einmal hinken!
Die gewonnene Leistung aus einer festen Menge verbranntem Treibstoffs ist bei manch einem "Sportwagen" sogar höher, als bei einem Kleinwagen!
Das wäre ein halbwegs gültiger Vergleich in diesem Zusammenhang. Aber selbst der taugt nichts. Bitte restlos streichen!
Vor allem, da größere Netzteile von Haus aus effizienter sind als kleinere.
Das sieht man unter anderem daran, dass die Platinum (oder jetzt Titanium)-Logos zuerst bei besonders leistungsstarken Netzteilen zur Verfügung stehen und erst später in kleinere Netzteilgenerationen übernommen werden können.
Zudem gibt es vergleichbare Wirkungsgrade in Server-Netzteilen schon länger - ebenfalls in der "über 1kW" Leistungsklasse.
Entweder ist dies der Fall, weil man bei diesen starken Netzteilen eh höherwertige/teurere Komponenten und ein anderes Hardwaredesign verwenden muss und sich die Effizienz damit dann automatisch steigert, oder absolute Verluste fallen einfach nicht so stark auf.
Zu Anfang des Artikel klingt es jedoch so, als ob große Netzteile generell, also in ihrem Lastbereich, nicht so effizent wären. Vielleicht war ja nur gemeint, dass überdimensionierte Netzteile nicht so effizient wären, das ist dort aber auch nicht mit sehr viel Phantasie herauszulesen.
http://www.tomshardware.de/foren/id-127629/fuer-lightroom.html#974414
Und ne Frage an Ghostrider: Kannst du mal verlinken wo ein multirail NT gefordert wird bzw. erklären warum das vorgeschrieben wird.
Es ist zwar schade das die Lautstärke nicht unter hoher Last ermittelt wurde aber auch irgendwo egal weil wer so viel Leistung verbrät der hat auch entsprechende Lautstärke durch die Verbraucher.
Ich hab schon den Radiator draußen auf der Fensterbank damit er mir net die Bude heizt. Und damit er die Nachbarn beschallt ;-)
Und ne Frage an Ghostrider: Kannst du mal verlinken wo ein multirail NT gefordert wird bzw. erklären warum das vorgeschrieben wird.
Hold-Up-Time: Wenn mal die Spannung etwas einbricht oder eine Lastspitze (im PC) abgefangen werden muss, dann hilft da die HoldUp-Time: Es gibt ja im wesentlich an, wie großzügig die Kondensatoren dimensioniert wurden.
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Mainboards, die mehrere Voltage-Rails brauchen:
Das dürften ungefähr alle dual-CPU (oder auch quad-cpu) Mainboards sein.
Im Handbuch steht dann z.B. soetwas bei den Anforderungen an das Netzteil:
"It must also be SSI compliant." (aus der Anleitung des X9DAX-iF);
Siehe dazu z.B.:
https://ssiforum.org/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=246&Itemid=13
Auf dem PDF hab ich jetzt auch nichts zu multi single oder rail gefunden nur Leistungsangaben die eingehalten werden müssen von einer Erklärung ganz zu schweigen. Außerdem gehts da um Serveranlagen.
Naja ist und bleibt vielleicht eine Glaubensfrage, ich bleib lieber bei multirail ;-)
Das PDF ist auch die Workstation-Spezifikation. Steht auch in der Überschrift auf Seite 1:
"Power Supply Design Guideline for 2008
Dual-Socket Servers and Workstations"
Und in den SSI Spezifikationen für Mainboards steht zumindest schonmal:
"To meet 240VA electrical hazard limit requirements, separate power rails must be used for each twelve-volt rail
(+12V1, +12V2, etc)."
"In nen anderen Test stand ´Auch unter Volllast und Überlast war der Lüfter nicht zu hören´"
Natürlich ist das laut: http://www.techpowerup.com/reviews/Seasonic/P1200/5.html
Wie soll es bei gut 2500U/min denn leise sein?