Googles erstes Tablet hat Hit-Potential: Es ist leicht, schlank, preiswert und läuft mit Android Jelly Bean. Das Nexus 7 scheint also alles richtig zu machen – zum perfekten Tablet fehlen ihm wirklich nur noch Details.
In den letzten Monaten hat Google eine ganze Menge Geräte unter eigenem Namen auf den Markt gebracht. Dennoch meinen wir, dass es die Firma schwer haben wird, sich vom Image eines Software-Anbieters zu lösen. Ähnlich wird ja auch Amazon als Onlinehändler gesehen, der ein eigenes Tablet im Angebot hat, um es Kunden leichter zu machen, bei Amazon Geld zu lassen. Aber was ist Googles Motivation hinter dem Nexus 7?
Bislang waren es vor allem Googles zahlreiche Hardware-Partner, die sich mit Apple um die Marktanteile stritten. Für Google ist das keineswegs von Nachteil, erlaubt es der Firma doch, sich mehr auf ein möglichst robustes (wenn auch zugegebenermaßen fragmentiertes) Software-Ökosystem zu konzentrieren. Derweil kümmern sich die Partnerfirmen um die Innovationen auf Hardware-Seite. Das Ergebnis ist eine wirklich sehr breite Auswahl an Android-Geräten, die für praktisch jeden Geschmack ein passendes Gerät bieten sollte.
Das perfekte Tablet, wenn es so etwas überhaupt gibt, benötigt Hardware und Software, die gut auf einander zugeschnitten sind. Sonys Tablet S ist beispielsweise ein Traumgerät für Multimedia-Liebhaber, weil es viele Ideen aus dem HTPC-Bereich übernimmt: Es besitzt gute Klangeigenschaften, ist sehr ergonomisch geformt und bringt sogar eine eingebaute Fernbedienung für den Fernseher mit. Analog dazu ist das Kindle Fire die perfekte Wahl für Amazon-Junkies, weil sein Android-Ökosystem speziell für die Amazon-Welt angepasst worden ist. Wenn Hardware und Software auf diese Weise zusammen arbeiten, ergibt sich ein Gesamterlebnis, dass jedes der beiden Teile für sich nicht bieten könnte.
Und genau aus diesem Grund sind Apples Tablets so erfolgreich. Apple ist geradezu besessen von der Idee, beide Seiten des Design- und Herstellungsprozesses zu kontrollieren. Ist das vielleicht auch die wahre Motivation für Google, nun enger mit einem Hardware-Partner zusammen zu arbeiten und ein Tablet unter eigenem Namen herauszubringen?

Die Vorstellung des Nexus 7 auf der I/O-Konferenz 2012 war zwar dramatisch inszeniert, unerwartet war sie jedoch nicht. Das Nexus 7 ist Googles erstes wirklich eigenes Tablet, doch sind schon viele Erfahrungen anderer Hersteller in das Design eingeflossen. Man darf also guter Hoffnung sein, dass Käufern die Kinderkrankheiten anderer Android-Geräte der ersten Generation erspart bleiben.
| Tablet | Betriebssystem | Displaygröße | Auflösung | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Nexus 7 (8 GB) | Android 4.1 (Jelly Bean) | 7" | 1280x800 | $199 |
| Nexus 7 (16 GB) | Android 4.1 (Jelly Bean) | 7" | 1280x800 | $249 |
| Kindle Fire (8 GB) | angepasstes Android 2.3 (Gingerbread) | 7" | 1024x600 | $199 |
Wir finden, dass das Nexus 7 optisch viel hermacht. Nicht nur seine schlanke Linie macht es zum Hingucker, auch die technischen Daten, der 8 GB große Speicher im Einstiegsmodell und der wirklich erträgliche Preis von nur 199 US-Dollar dürften für großes Interesse sorgen. Zudem scheint Google das Gerät als direkten Konkurrenten zu Amazons Kindle Fire aufzustellen. Der größte Unterschied zwischen den beiden ist, dass beim Nexus 7 eine komplett unveränderte Version des Android-OS in Version 4.1 (Jelly Bean) zum Einsatz kommt. Damit darf es im Gegensatz zum Kindle Fire auch auf den App-Store Google Play zugreifen.

Im Innern steckt Hardware, die zum schicken Äußeren passt, denn als CPU dient Nvidias leistungsfähiger Tegra-3-Chip. Auch wenn die GPU von einem Grafikspezialisten stammt, liefert sie zumindest aktuell nicht die höchste Geschwindigkeit. Nvidia argumentiert, dass die derzeit verfügbaren Benchmarks einfach das Potential des Chips nicht voll ausreizen können. Wie dem auch sei, es ist auffällig, dass viele der grafisch anspruchsvollsten Spiele für die Android-Plattform entweder für Nvidia-Hardware optimiert sind oder sie sogar voraussetzen.
Trotz insgesamt gelungener Ausstattung: An einer Stelle muss sich Google allerdings auch Kritik gefallen lassen. Zwar gibt es das Nexus 7 in zwei Versionen mit Speichergrößen von 8 bzw. 16 GB, doch einen Einschub für Speicherkarten vermisst man bei beiden. Dabei gehört der eigentlich bei Tablets zum guten Ton. Das ist gerade beim 8-GB-Modell ärgerlich, denn bei einem Tablet, das als Medienbetrachtungsgerät gedacht ist, füllt sich der Speicher schnell - dann schmerzt die mangelnde Erweiterbarkeit. Entweder muss man also mit Dateien jonglieren und je nach Bedarf austauschen, oder man nutzt einen der vielen Google-Dienste. Gut denkbar, dass dieses Kalkül dahintersteckt. Übel nehmen könnte man es Google nicht, denn Apple hat mit dem iPad vorgemacht, wie man über Hardware-Käufer die Dienste-Nutzung ankurbelt. Zudem bekommt man für die 199 Dollar wirklich viel fürs Geld.
| Tablet | Länge | Breite | Dicke | Displaygröße | Auflösung | Seitenverhältnis | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Google Nexus 7 | 19,8 cm | 11,94 cm | 1,04 cm | 7” | 1280x800 | 16:10 | 340 g |
| Amazon Kindle Fire | 19,05 cm | 11,94 cm | 1,14 cm | 7" | 1024x600 | 16:10 | 404 g |
| Apple iPad 2 (3G) | 24,13 cm | 18,57 cm | 0,86 cm | 9.7" | 1024x768 | 4:3 | 603 g |
| Apple iPad 3 (3G) | 24,13 cm | 18,57 cm | 0,94 cm | 9.7" | 2048x1536 | 4:3 | 662 g |
| Motorola Xoom | 24,9 cm | 16,76 cm | 1,27 cm | 10.1" | 1280x800 | 16:10 | 680 g |
| Samsung Galaxy Tab 10.1 | 25,65 cm | 17,53 cm | 0,86 cm | 10.1" | 1280x800 | 16:10 | 590 g |
Wie schon erwähnt waren wir vom Design des Nexus 7 beeindruckt. Schon beim Kindle Fire gefiel uns der 7-Zoll-Bildschirm und ließ daneben viele größere Tablets unhandlich erscheinen – vor allem, wenn man sie mit sich herumträgt. Auch das Nexus 7 ist also dank seines kleineren Displays ein handlicheres, mobileres Gerät.

Das Nexus 7 wie auch das Kindle Fire sind in etwa so groß wie ein klassischer E-Book-Reader. Mit einem Gewicht von gut 400 Gramm und einer Dicke von 11,4 mm ist Amazons Fire aber etwas pummeliger als das Nexus 7, dass es auf 340 Gramm und 10,45 mm bringt. In Zahlen ausgedrückt scheint der Unterschied im Gewicht nicht so groß, aber die reinen Zahlen können nicht vermitteln, wie viel angenehmer sich das Nexus 7 halten und benutzen lässt. Das liegt nicht zuletzt auch am kantigen Rahmen des Kindle Fire, der einfach ein wenig unangenehm in der Hand liegt. Das Nexus 7 besitzt hingegen abgerundete Ecken und Seiten, und seine Rückseite ist dank texturierter gummierter Oberfläche viel griffiger.
Einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte ist, dass dem Nexus 7 eine rückwärtige Kamera fehlt. Das ist Geschmackssache, denn wer einen Schnappschuss machen möchte, könnte auch zu Smartphone oder der Digiknipse greifen. Und irgendwie sieht es schon merkwürdig aus, wenn jemand mit einem Tablet ein Bild macht. Eine frontseitige Kamera ist dagegen viel wichtiger, um beispielsweise Video-Chats zu nutzen. Genau für diesen Zweck bringt das Nexus 7 eine 1,2-Mpixel-Kamera und ein integriertes Mikro mit.
Die Entwicklungsgeschichte des Nexus 7 ist ein kleines Mysterium. Das Licht der Welt erblickte es als Asus Eee Pad MeMo 370T, und auf der Rückseite des Gerätes findet man auch nach wie vor eine Modellnummer der 370T-Serie. Kleiner Rückblick: Schon im Dezember 2011 hatte Googles Eric Schmidt angekündigt, dass man ein eigenes Tablet entwickeln werde, während Asus noch im Januar auf der CES 2012 das MeMo 370T für 249 Dollar ankündigte. Merkwürdigerweise verschwand das Memo 370T kurz darauf von der Bildfläche, und Asus tat anschließend so, als hätte die CES-Vorstellung nie stattgefunden.
Rückblickend kann man sich das nun so zusammenpuzzlen, dass Google so sehr von Asus’ Tablet beeindruckt war, dass man die Firma als Auftragsfertiger für das Nexus 7 verpflichtete. Die Entscheidung mag auf den ersten Blick komisch erscheinen, da Google nach dem Kauf von Motorola Mobility theoretisch im Alleingang ein solches Gerät hätte entwickeln können. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese Akquisition erst im Mai 2012 abgeschlossen wurde, und zu der Zeit muss sich das Nexus 7 schon lange in der Entwicklung befunden haben.
- Zwei Wochen mit Googles Nexus 7
- Höhere Performance mit Android 4.1 (Jelly Bean)
- Nexus 7 Performance: Ähnlich wie bei anderen Tegra-3-Tablets
- Google Play – Mehr als nur Apps
- Das IPS-Display des nexus 7 unter der Lupe
- Batterielaufzeiten und Ladezeit
- Nexus 7: Gelungenes Erstlingswerk von Tablet-Neuling Google
Danke fürs Feedback. Das ist ein fairer Einwand. Im Fazit war der Punkt zwar schon genannt, aber ich habe auf Seite eins bei der Ausstattung noch einen entsprechenden Absatz eingefügt.
Es muss also immer ein Smartphone mit Datenflat und WiFi Tethering in der Nähe sein, falls man "mal im Bus oder der U-Bahn kurz in die Zeitung schauen will".
Sonst scheint es wirklich ein sehr gutes Gerät zu sein. Leider macht der fehlende SIM Einschub bei mir die Kaufentscheidung zunichte.
Was mir eher fehlt, ist die Tatsache, dass das Nexus 7 kein UMTS hat. Wenn man mal im Zug sitzt und surfen will, brauch man einen Hotspot...
Ich habe das Huawei Mediapad 7" welches auch nur über 8 GB Speicher verfügt. Zum Glück gibt es beim Huawei aber UMTS und einen SD-Slot, den ich mit einer 32GB-Karte gefüttert habe.
Von den insgesamt 8 GB internem Speicher sind ja schon im Auslieferungszustand nur noch 5-6 GB verfügbar. Dann hat mein ein paar Apps, etwas Musik und Photos dabei und schon wird es, wenn man auch nur ein Video mitnehmen will.
Selbst auf kurzen Reisen hat man schon Bedarf für einen Film für die Hinreise und einen Film für die Rückreise. Von einem Transatlantikflug und/oder 2 Wochen Urlaub ganz zu schweigen.
8 GB sind also definitiv zu wenig, wenn man sein Pad auch entsprechend nutzen will. Bei einer derart geizigen Speicherausstattung ist ein SD-Slot Pflicht!
Zu doll by doll : Warum ist das Nexus 7 kein Ipad Konkurrent ? Klar, es ist kleiner, aber ansonsten ist die Hardware deutlich besser: Quadcore anstatt wie beim Ipad dualcore und längere Akkulaufzeit.
Nicht zu vergessen der Preis, das Ipad kostet mehr wie doppelt so viel, kann aber nichts besser, außer dem größeren Bildschirm.
Scheint als wäre ein Apple fanboy anwesend -.-
Ich bin tablet neuling, habe seid ein paar Tagen das Nexus 7 aus UK und bin hochzufrieden.
Zu doll by doll : Warum ist das Nexus 7 kein Ipad Konkurrent ? Klar, es ist kleiner, aber ansonsten ist die Hardware deutlich besser: Quadcore anstatt wie beim Ipad dualcore und längere Akkulaufzeit.
Nicht zu vergessen der Preis, das Ipad kostet mehr wie doppelt so viel, kann aber nichts besser, außer dem größeren Bildschirm.
Scheint als wäre ein Apple fanboy anwesend -.-
Ich bin tablet neuling, habe seid ein paar Tagen das Nexus 7 aus UK und bin hochzufrieden.
Zu doll by doll : Warum ist das Nexus 7 kein Ipad Konkurrent ? Klar, es ist kleiner, aber ansonsten ist die Hardware deutlich besser: Quadcore anstatt wie beim Ipad dualcore und längere Akkulaufzeit.
Nicht zu vergessen der Preis, das Ipad kostet mehr wie doppelt so viel, kann aber nichts besser, außer dem größeren Bildschirm.
Scheint als wäre ein Apple fanboy anwesend -.-
Deswegen ja auch der Satz,
"Das Ding ist als Volks-Tablet konzipiert mit dem Google einfach Marktanteile mit Android gewinnen will."
Der Preis macht es eben!
Mit dem Preis kann man das so bezeichnen.
Ich wollte nur drauf hinweisen das es sich mit der Hardware keineswegs versteccken muss, das Samsung Galaxy Tablet hat nicht mehr drauf, kostet aber fast das doppelte, sonst hätte ich mir kein tablet geholt :-)
1. Nexus 7 HAT ein GPS eingebaut.
2. Hast du ein Smartphone bei dir, hast du auch Internet. Ein Knopfdruck und das N7 hängt dran.