Nvidia GeForce GTX 1050 & GTX 1050 Ti: Pixelschlacht unter Full-HD

Messungen: Temperaturen, Takt und Lautstärke

Temperatureinfluss auf Taktraten und Spannung

Betrachten wir zunächst den einfachen Temperaturverlauf für den Gaming-Loop und den Stresstest über die komplette Aufwärmphase von 15 Minuten. Während sich der Gaming-Loop bei ca 62°C (geschlossenes Gehäuse 63 bis 64°C) enpendelt, schafft es der Torture-Loop, die Karte immerhin auf bis zu 64°C aufzuheizen (geschlossenes Gehäuse max. 66°C) - damit kann man sicher recht gut leben.

Der in der Kurve sichtbare Cut bei 62 bis 64°C liegt hauptsichlich darin begründet, dass MSI ein Temperaturziel von 64°C fest vorgegeben hat.

Der tatsächlich anliegenden Boost-Takt fällt mit steigender Erwärmung von anfänglich erstaunlich hohen 1835 MHz um knapp 40 MHz ab, was absolut kein Beinbruch ist und sich in der Gesamt-Performance kaum bemerkbar macht.

Wir haben bei der Übertaktung den Lüfter jedoch aggressiver eingestellt, um die 50°C-Marke zu unterbieten und jegliches Heruntertakten zu unterbieten. Dann waren - egal ob man das Power Target auf 110 oder 125 Prozent gestellt hat - sogar 1911 MHz langzeitstabil möglich.

Natürlich folgt auch die Spannung diesem Trend, denn von 1,1 Volt geht es hinab bis auf 1,075 Volt, was genau dem entspricht, was für den etwas niedrigeren Boost-Step zu erwarten gewesen wäre. Damit liegt die GP107-GPU bei der Spannung sogar noch etwas über dem GP106 der GeForce GTX 1060, die mit maximal 1,062 Volt gemessen wurde. Es ist interessant zu sehen, dass Nvidia etwas höhere Spannungen freigibt, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Infrarot-Messung

Die GPU liegt mit ihrer unterhalb des Sockels gemessenen Temperatur ungefähr bei dem Messwert, den auch die GPU-Diode im Inneren als Sensorwert ausgibt. Das betrifft sowohl den Gaming- als auch den Torture-Loop.

Die Spannungswandler und die Speichermodule sind thermisch vollkommen im sicheren Bereich: Direkt unterhalb der Module liegt die Temperatur bei rund 60°C, auch wenn die Spezifikation Temperaturen bis zu 85°C erlauben würde. Und mit etwa 70°C haben die Spannungswandler fast schon Eiszeit.

Im Stresstest werden im Bereich der fünf GPU-Spannungswandler dann solide 73°C erreicht, wobei die wärmsten Speichermodule noch unter der 62°C-Marke bleiben. An der Kühlung gibt es also definitiv nichts auszusetzen - im Gegenteil.

Lüfterkurven und Geräuschemission

Kommen wir jetzt zur Lüfterkurve: Die beiden großen Lüfter drehen im Gaming-Loop mit kaum mehr als mit 900 U/min und bleiben auch im Stresstest bei nur reichlich 1000 U/min - das ist ab einem Abstand von etwa 50 Zentimetern faktisch nicht mehr hörbar. Selbst in geringerer Entfernung wird man den Lüfterbetrieb eher erahnen oder sehen als ihn akustisch wahrzunehmen. Letztlich werden fast alle aktiven Komponenten eines herkömmlichen Computers meist deutlich lauter agieren.

Gemessen wird wie immer in unserem reflexionsarmen Raum auf einem wassergekühlten, speziellen Silent-System. Die praktische Untergrenze unseres Raum-im-Raum-Konzeptes liegt bei circa 22 dB(A) - bedingt durch die laufende Hardware.

Diesen extrem niedrigen Wert werden wir diesmal auch brauchen, denn die sehr niedrige Geräuschemission dieser Grafikkarte ist mit herkömmlichen Schallpegelmessgeräten definitiv nicht mehr sauber messbar - und Schallpegel um und unterhalb von 30 dB(A) sind in normalen Räumen sowieso eine Illusion.

Wer weitere Details zu unseren Messungen erfahren möchte, sei auf den Grundlagenartikel Tom's Hardware intern: So testen wir Geräuschemissionen verwiesen.

Testsystem und Hardware
Mikrofon:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei, Low Cut bei 50 Hz)
Verstärker:
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Hardware:Grafikkarten-Testsystem mit optimierter Wasserkühlung:
- Intel Core i7-5930K @ 4,2 GHz, wassergekühlt
- Crucial Ballistix Sport, 4x 4 GByte DDR4-2400
- MSI X99S XPower AC
- 1x Crucial MX200, 500-GByte-SSD (System)
- 1x Corsair Force LS, 960-GByte-SSD (Anwendungen, Daten)
- Be Quiet! Dark Power Pro, 850-Watt-Netzteil
Wasserkühlung:
- Alphacool VPP655 Pumpe (abgeregelt)
- Alphacool NexXxos-CPU-Kühler
- Phobya Balancer
- Alphacool 24-cm-Radiator
- 2x 12 cm Noiseblocker eLoop-Lüfter @400 U/min
Software:Smaart v.7
Messraum:
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Kontrollmessungen:Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Ausgabewerte:
- Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
- Frequenzspektrum der emittierten Geräusche (Grafik)

Im Idle stehen die Lüfter, weshalb wir auf eine Angabe natürlich verzichten können. Beim Gaming erzielen wir einen extrem guten Wert von 28,8 dB(A) der noch einmal etwas unter den 29,3 dB(A) der größeren MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G liegt. Der Peak rührt in der Spitze von den etwas tieferfrequenten Lagergeräuschen her, wobei die eigentlichen Lüftergeräusche komplett im "Grundrauschen" der Karte und der Umwelt untergehen.

Dieser Wert ist zusammen mit den gemessenen Temperaturen ein Indiz für eine überlegene und hier durchaus auch überdimensionierte Kühlung, deren Preis man für eine so kleine Karte allerdings noch hinterfragen muss.

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9 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • DConan123
    Wie immer ein sehr schöner Test, aber eigentlich warte ich seit Monaten auf ausführliche Tests der RX 480 der Board-Partner, ist so ein Test denn noch geplant? ;-)
    Vielen Dank!
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  • 0Turbox
    Mich würde gerne einmal interessieren, wie ich die TDP Angaben im HWMonitor und GPU-Z zu bewerten habe. Anhand deren Angaben komme ich nämlich auf ganz andere Verbrauchswerte.
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  • FormatC
    Diese Angaben sind albern. Das, was Tools wie GPU-Z & Co. anzeigen, kommt vom Treiber. Das ist die Prozentzahl des hinterlegten Power-Target plus jede Menge Fhler + Unwägbarkeiten. Da aber das Power Target nie wirklich erreicht wird und dort auch der RAM und die Spannungswandlerverluste nicht mit drin sind, ist diese Angabe glatt für den Popo. Messen und Schätzen driften oft auseinander ;)

    Wenn die Firmen keine 480 testen lassen möchten, kann ich keine testen. Einfache Geschichte. No Samples, no Party... :D
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  • moeppel
    Die 1050Ti dürfte bei dem Preis keine Daseinsberechtigung haben, wenn man sich im Vergleich die RX470 für ~30-40€ Aufpreis anschaut.

    Mal sehen was langfristig aus der Karte wird.
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  • gst
    Eben. Vor allem: Erst mal abwarten, was die Martkpreise in ein, zwei Wochen hergeben. Launch-Preise/UVPs sind eh immer mit Vorsicht zu genießen.
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  • diem_
    Aufgrund der Lücke, die AMD zwischen der 460 und 470 sowohl im Preis als auch bei der Leistung gelassen hat, finde ich die zwei Karten sehr sinnvoll positioniert.

    So richtig direkte Konkurrenten gibt es für keine der Karten. Es gibt immer einen (zumindest aktuellen) Preisunterschied plus ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, wo sich jeder seine Präferenz raus suchen kann (und sei es der doppelte Speicher der 460er ggü. der 1050).

    Herausragend an diesem Launch finde ich am ehesten die verschiedenen Kulturen auf den Redaktionsportalen. Lobt der eine die zielgruppengerechte Kombination aus Leistung/Preis/Energiebedarf bei der 1050er nonTi, ist dies auf der nächsten Seite gleich ein "Speicherkrüppel". ;)
    Und selbst die Jünger in den Foren fühlen sich wieder in allem bestätigt, was sie sowieso schon vorher gewusst haben.
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  • FormatC
    Nun ja, die Präferenzen der Redakteure eben. Und die Rot- oder Grünlichtbestrahlung vorab :D
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  • mareike
    Ich finde die 1050er fürs Spielen etwas zu schwach, und für HTPC zu viel. Da werden bestimmt noch kleinere Versionen kommen. ? Die 1050Ti OC hingegen kann für FHD Spieler die nicht immer Ultra-Einstellungen benötigen erste Wahl sein, wenn der Preis mal stimmt. Ich sitze noch auf einer potenten stromfressenden 7950 Boost. Mehr Leistung brauche ich nicht. Wenn ich um Strom zu sparen, beim modernisieren auf eine 470 wechsle, ist der Unterschied zu gering. Zu einer 1050Ti aber erheblich. Für einen AAA Titel kann man sie OCen, für Alltagskost genügt sie @Stock. Wer den Strom nicht selber zahlt oder öfter grafisch anspruchsvollere Titel spielt wird mit der 470 warscheinlich glücklicher.
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  • drno
    Die 1050 gibt nach meiner Beurteilung eine gute Multi-Media-Karte.
    Für das Gebotene stimmt auch der Preis. Wer noch mehr will, soll
    sich ne 1050 TI kaufen, vielleicht eine mit nem separaten Stromanschluß.
    Preislich etwas mehr Geld, aber insgesamt auch noch im Rahmen.

    Nicht zu vergessen..: Vielen Dank an FormatC für die ausgezeichnete Arbeit bei den neuen Tests. Klasse!
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