Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition: Pascal im Test

Fazit

Nvidias GeForce GTX 1080 liefert unglaublich hohe Performance – und das zu einem für Nvidia sehr günstigen Zeitpunkt. Obwohl die GeForce GTX 980 Ti und ihr Konkurrent aus dem roten Lager, AMDs Radeon R9 Fury X, beide bei 4K spielbare Framerates erzeugen, muss man bei beiden dennoch Kompromisse bezüglich der Qualität in Kauf nehmen oder eine zweite GPU dazu packen, wenn man wirklich in jeder Lebenslage ausreichende Performance parat haben will.

Teilweise dank TSMCs 16-nm-FinFET+-Prozesstechnik bringt die GP104-GPU der GeForce GTX 1080 satte 2560 CUDA-Kerne mit, die mit einem Basis-Takt (!) von bislang beispiellosen 1607 MHz zu Werke gehen. Die GPU ist im Vergleich zur GM204 ein deutlicher Schritt nach vorn und die GTX 1080 eine gleichermaßen beeindruckende Wachablösung des ehemaligen Flaggschiffs GTX 980 Ti.

In den acht heute getesteten Spiele-Benchmarks liefert die GTX 1080 in der 4K-Auflösung im Durchschnitt 34 Prozent mehr FPS ab als die GTX 980 Ti. Das ist ein ausreichend großes Mehr an Performance, damit man mit anspruchsvollen Details flüssig in UHD spielen und das Ganze in der Tat genießen kann.

Gleichzeitig ist die Karte ein mindestens eben so gute (wenn nicht potenziell noch viel bessere) VR-Lösung – besonders dann, wenn Spieleentwickler Zugriff auf die Pascal-Architektur bekommen und ihre speziellen Features wie beispielsweise SMP (Simultaneous Multi-Projection) zu nutzen beginnen.

Ironischerweise wird man mit der Karte, auf die die meisten Enthusiasten warten (die GeForce GTX 1070), nicht so unbesorgt an den Qualitäts-Stellrädchen drehen können wie mit der GTX 1080. Andererseits: Angesichts ihres 450-Dollar-Preispunkts kann man einfach zwei Stück als SLI aufsetzen – und das in etwa für weniger oder das gleiche Geld, das man heute für eine Titan X im Handel hinblättern muss.

Bezüglich der Preisgestaltung nannte Nvidias CEO Jen-Hsun Huang zwei Zahlen für jede der beiden der vorletzte Woche erstmals angekündigten Karten: Einen Preis für die Founders Edition und eine UVP für die Partner-Boards. Wie wir jetzt wissen basiert die Founders Edition auf dem industriellen Referenzdesign, das vor so langer Zeit mit der GeForce GTX 690 Popularität errang. Das Ganze ist jetzt etwas eckiger, aber das Konzept ist ähnlich. Wir sind große Verfechter der DHE-Implementierung (Direct Heat Exhaust), deren Axiallüfter die Abwärme direkt aus dem Gehäuse abführt.

Selbst wenn man sich die GTX 1080 mit ihrem deutlich höheren 700-Dollar-Preispunkt (UVP hierzulande 657 Euro zzgl. MwSt., alles in allem 789 Euro) anschaut ist sie dennoch die absolut überzeugende Wahl, wenn man sie mit einer GeForce GTX 980 Ti oder zwei GeForce GTX 980 vergleicht. Und obwohl wir bisher noch keine Partner-Boards in die Hände bekommen haben, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass die Custom-Designs von Board-Partnern Enthusiasten wie bei den Vorgängergenerationen Zugriff auf noch mehr (Kühl-)Leistung verschaffen werden.

AMDs Radeon R9 Fury X kommt in einigen Games wie Ashes of the Singularity und Hitman vielleicht halbwegs an die GTX 1080 heran, aber es gibt wesentlich mehr Beispiele, wo die Fiji- genau wie die GM200-Karten einfach keine spielbaren Framerates bei 4K mit voll aufgedrehten Details erzeugen können – die GTX 1080 aber schon.

Wenn das die Messlatte ist, die wir für Next-Generation-Gaming anlegen (also spielbare Framerates bei 4K oder in VR-Games mit maximalen Details), dann ist Nvidias GeForce GTX 1080 die erste Karte, die sie wirklich sicher und ohne zu Reißen schafft.

Stört es uns, dass Nvidia von 3- und 4-Wege-SLI-Konfigurationen Abstand nimmt? Nicht wirklich – irgendetwas sagt uns, dass wir erst mal aus dem Staunen über die Leistungsfähigkeit eines 2-Wege-Setups herauskommen müssen, bevor wir vom Mangel eines (offiziellen) 3er Setups enttäuscht sein können.

Man sollte außerdem daran denken, dass wir nur über die für heutiges Gaming relevanten Elemente der Nvidia Geforce GTX 1080 gesprochen haben. Unser US-Kollege Chris ist beispielsweise als überzeugter Multi-Monitor-Gamer vorsichtig optimistisch, das Spieleentwickler SMP nutzen werden, um perspektivisch korrektes Spielen an drei oder mehr Monitoren zu ermöglichen.

Es ist allerdings wesentlich wahrscheinlicher, dass VR-Gaming zuerst von der Pascal-Architektur profitieren wird. Von „kostenloser“ Geometrie dank Single Pass Stereo über verbesserte Effizienz dank Lens Matched Shading bis hin zu effektiverem Timewarping dank Pixel-Level-Vorhersage: Bei Pascal lauert eine Vielzahl cooler Features unter der Oberfläche, die von der Gaming-Industrie nur noch angenommen und genutzt werden müssen.

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106 Kommentare
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  • moeppel
    Solide Leistung und gute Wahl für 2560*1440. Für 4K tauglich halte ich sie dann immer noch nicht, auch wenn die Richtung erkennbar ist.

    Bei dem Preispunkt vorerst allerdings äußerst uninteressant. Belibt noch abzuwarten, wie viel Luft nach oben ist bei den OC Modellen und wo diese sich preislich einrichten werden.

    Bei DX12 sieht es dann tatsächlich nach einem Nvidia Brute-Force Versuch aus, als tatsächlichen Architekturverbesserungen.

    800€ ist nicht wenig, noch viel weniger, wenn man weiß, dass der große Pascal noch gar nicht das Licht der Welt erblickt hat ;)
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  • FormatC
    UVP ;)
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  • ybox720
    SLI darf noch keiner machen?
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  • moeppel
    Zitat:
    UVP ;)


    Ich sehe das Problem darin, dass Boardhersteller den Founder-Märchenpreis als Grundlage nehmen können, da diese das Referenzdesign ohne Weiteres links liegen lassen dürften ;)

    Letztlich wäre ich nicht überrascht, wenn es sich hier nur um einen Money-Grab handelt, der in einigen Monaten belächelt wird (siehe Titan-Karten).

    Ich warte nun geduldig bis diese Performance in die gehobene Mittelklasse bzw. Oberklasse Einzug findet. Die 1070, so nehme ich an, wird sich irgendwo bei der 980Ti einordnen - oder drunter.

    In einigen Wochen sind wir schlauer. :D
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  • ybox720
    Ich finde übrigens den "Founder Preis" garnicht so Märchen... Momentan bekommt man gehörig mehrleistung gegenüber einer TI. Somit ist sie auch teurer. Wird sich sicher noch einpendeln. Fast Sync find ich auch interessant.
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  • Plitz
    Zitat:
    SLI darf noch keiner machen?

    SLI kann noch keiner machen, da jeder nur eine Karte bekommen hat ;)
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  • gst
    Exaktamundo. ;)
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  • amd64
    Wie gewohnt, super Artikel!

    "Wir sehen jedoch auch, dass noch eine weitere Phase auf der Verschaltung möglich gewesen wäre, der Platz für die Bauelemente jedoch frei gelassen wurde."

    Da werden sich die Board Partner sicherlich breit machen, oder? :D
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  • ybox720
    Zitat:
    Zitat:
    SLI darf noch keiner machen?

    SLI kann noch keiner machen, da jeder nur eine Karte bekommen hat ;)

    "Ja, hallo bin ich hier bei der Computerbase-Redaktion? Hier Tomshardware. Ihr habt doch auch so eine GTX 1080 bekommen. Könnten wir da nicht..." Ok, ich weiß, die Brücke fehlt.
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  • Plitz
    Nu kennt man die NDA Bestimmungen nicht. Vielleicht war es ja so geregelt, dass man die Karte an niemanden externen weitergeben darf, was ja auch gut nachvollziehbar ist.
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  • Anonymous
    Die Karte selbst leistet gute Arbeit.

    Sie verbraucht so viel wie ihr Vorgänger (GTX 980), leistet aber 60-70% mehr und schlägt damit die Referenz GTX 980 Ti um bis zu 30%. Die Dinger werden aber 700€ aufwärts kosten, an der Stelle kann man nur noch Linus Torvalds zitieren. Zum Vergleich: Die schon überteuerte GTX 980 wurde "nur" bei ~500€ angesiedelt. Man nutzt jeden Leistungsschub, um einfach das Preisniveau in die Höhe zu katapultieren.

    Das nur TSMC schuld daran sein soll, wage ich zu bezweifeln, schließlich ist die Ausbeute vom neuen Prozess gar nicht schlecht. Die Preise steigen und steigen und steigen...sagte ich schon, dass sie nur steigen?

    Man sollte nicht vergessen, dass der Vor-Vor-Vorgänger, die GTX 560 Ti - knapp 200€ zu Buche geschlagen hatte...
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  • moeppel
    Anonymous sagte:
    Die Karte selbst leistet gute Arbeit.

    Sie verbraucht so viel wie ihr Vorgänger (GTX 980), leistet aber 60-70% mehr und schlägt damit die Referenz GTX 980 Ti um bis zu 30%. Die Dinger werden aber 700€ aufwärts kosten, an der Stelle kann man nur noch Linus Torvalds zitieren. Zum Vergleich: Die schon überteuerte GTX 980 wurde "nur" bei ~500€ angesiedelt. Man nutzt jeden Leistungsschub, um einfach das Preisniveau in die Höhe zu katapultieren.

    Das nur TSMC schuld daran sein soll, wage ich zu bezweifeln, schließlich ist die Ausbeute vom neuen Prozess gar nicht schlecht. Die Preise steigen und steigen und steigen...sagte ich schon, dass sie nur steigen?

    Man sollte nicht vergessen, dass der Vor-Vor-Vorgänger, die GTX 560 Ti - knapp 200€ zu Buche geschlagen hatte...


    Das wahrlich Makabere daran ist aber noch, dass Leute es hinnehmen, da die Produkte in Relation zueinander positioniert werden, statt wie es eigentlich sein müsste, sein Portfolio rundum zu erneuern nach so einem Sprung. Der Node Shrink ist längst überfällig, man ist über 5 Jahre auf 28nm rumgeeiert. Alles was keine 1070/1080/Polaris ist, gehört zum Altmetall. Dinosaurier einer Ära, die längst hätte verschwinden müssen.

    Aus Optimierungssicht hatte es aber sicher Vorteile, so lange auf 28nm gefangen zu sein.

    Die 20-30% Mehrleistung ist das mindesten, was ich von einem fast 50% Shrink erwarten würde.

    Mich würde es nicht verwundern, wenn wir die 1080 binnen 12 Monaten in der Mittelklasse sehen, sobald sie den Fertigungsprozess unter Kontrolle habe und die Speichertechnologien und Engpässe verfügbar sind. Zumindest glaube ich nicht, dass die Hersteller es nicht könnten, wenn sie wollten.

    Ich befürchte, dass die 1070 u.U so kastriert wird, dass Leistung einer 980 in die gehobene Mittelklasse gedrückt wird. Aufgrund des einfachen GDDR5 Speicher mit Nvidias oftmal recht spärlich gewähltem (bzw. nicht skalierenden) Speicherbus bleibt sie vermutlich weiter unter ihrem (theoretischen) Potential. Lässt dann aber Raum, um ein 'Ti' dran zu hängen, sofern die Konkurenz was aus dem Hut zaubern sollte.

    Der Geduldige wird belohnt werden, hoffe ich :D
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  • Derfnam
    Sehr enttäuschend. Gut, dass ich sowas erst in wenigstens 5 Jahren brauchen werde, dann ist das die neue Fußhupe :D
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  • FormatC
    Schöne Fußhupe. Miep, miep... :)

    Ich habe in diesem Stil noch 'ne Fermi 480 OC mit Accelero, eine 580 Lightning, eine 680 Lightning, eine 780 GHz Edition, eine 980 Strix und dann eben auch die 1080 zum rumhupen.
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  • Derfnam
    Und die 5 Jahre alte 580 ist die (nicht mehr ganz so) neue 750 Ti und ich zahl nie mehr als 150.- für ne Karte. Paßt scho.
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  • Chemidemi
    Ich Tippe mal aufgrund des Aufbaues der GPU wird sich ein Vergleich in FHD wohl nicht lohnen oder? Wird sich wohl ähnlich wie bei den Fury-Karten Verhalten die erst ab WQHD ihre stärke ausspielen konnten.
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  • FormatC
    Falsch, die GTX 1080 rennt fast permanent ins CPU Limit. Ich habe sogar einen *piep*950X bis auf 4.*piep* GHz geprügelt und es hat noch fast linear mit dem CPU-Takt skaliert Für Full-HD reichen auch kleine Karten.
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  • Chemidemi
    Ah das erklärt die amüsanten Ergebnisse anderer Seiten und das Geheule der dortigen Leser. ^^
    Danke für die Antwort und sehr schicker Test.
    Ich Tippe mal die Preise werden sich wohl noch nach unten korrigieren so in den 600 € Bereich und dann mit der Ti unter 600 € in etwa? Oder ist dies eher unrealistisch?
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  • FormatC
    Wir haben 1080p bewusst weggelassen, weil der Skylake sogar mit OC nur noch limitiert.
    Jetzt muss erst mal Intel liefern, ich hätte gern 30% auf den aktuellen i7 6700K. :)


    Wo lag die 980 vor 2 Wochen und wo nach dem Launch? Diese Spanne sollte auch hier realistisch sein, falls AMD liefern kann. Wenn nicht, vergiss es.
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  • Chemidemi
    Ich würde sagen sie ist etwa 50-100 € gefallen, also wäre man im Bereich zwischen 650-750 €. Naja wenn man die Leistung und vorallem die neuen Funktionen mit einbezieht ist das durchaus gerechtfertigt. Dazu der neue Speicher, welcher erst kürzlich in die Maßen Produktion ging. Aber das vergessen leider sehr viele und sehen nur Balken in einem Diagramm wo die versprochene Leistungsverdoppelung nicht immer sichtbar ist. Diese liegt halt an anderer Stelle und die Entwicklung der ganzen Funktionen wird wohl auch ein Großteil der Entwicklungskosten ausgemacht haben schätze ich.
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