Fermi light: Nvidia GeForce GTX 465

Die GeForce GTX 480 darf sich mit dem Titel der schnellsten (und stromdurstigsten) Einzel-GPU-Karte schmücken. Heute stellt Nvidia mit der GeForce GTX 465 ein Derivat vor, das auf dem gleichen riesigen GF100-Chip basiert.

Wenn man es genau nimmt, ist die GeForce GTX 480, Nvidias derzeitiges Spitzenmodell, schon so etwas wie ein Derivat. Mit 480 Shader Kernen kommt sie auf knapp 94% des Maximums, das die GF100-GPU erlaubt – das wären dann 512 Shader Cores. Die GeForce GTX 470 bringt es noch auf etwa 88 % der Vollausstattung.

Heute stellt Nvidia eine dritte Karte vor, die auf dem mehr als drei Milliarden Transistoren großen Monster-Chip GF100 basiert. Zeitgleich soll die Karte auch im Handel erhältlich sein. Mit 352 aktiven Shader Cores ausgestattet, sind bei ihr nur noch rund 66 % der Ausführungseinheiten eines kompletten GF100-Chips aktiv. Schon anhand dieser Zahlen können wir recht gut abschätzen, wie die Performance einer GeForce GTX 465 ausfällt. Vergleicht man die durchschnittlichen Benchmark-Ergebnisse der beiden Karten bei 1920 x 1200 mit aktivierter Kantenglättung, kommt die GeForce GTX 465 auf etwa 66% der Performance einer GeForce GTX 480.

Die bislang kleinste Fermi-Karte hat im Zuge ihrer Entstehung aber nicht nur CUDA-Kerne einbüßen müssen. Die GeForce GTX 465 verfügt auch nur über 44 Textur-Einheiten und vier ROP-Partitionen, die bis zu 32 ganzzahlige Pixel pro Takt mit einer Genauigkeit von 32 Bit ausgeben können. Auch das Speicherinterface hat die Schrumpfkur nicht unbeschadet überstanden: Ist der Speicherbus bei der GeForce GTX 470 noch 320 Bit breit, bleiben hier nur noch 256 Bit übrig, die 1 GB GDDR5-Speicher anbinden.

Ein Neuling sucht seinen Platz

Die GeForce GTX 465 in den aktuellen Grafikkarten-Markt einzuordnen, fällt alles andere als leicht. Nvidia nennt als empfohlenen Verkaufspreis 279 US-Dollar, und erste (Pre-Launch-)Listungen in Preissuchmaschinen schwanken zwischen 275 und gut 300 Euro. Der Preis wird sicherlich in den Tagen nach der offiziellen Vorstellung deutlich fallen. Zum Vergleich: Die Radeon HD 5850 kostet derzeit ab 255 Euro aufwärts, leicht schnellere Varianten gibt es ab 275 Euro.

Da wir schon wissen, dass eigentlich die GeForce GTX 470 mit ATIs Radeon HD 5850 konkurrieren soll und für ihren Mehrpreis auch mehr Performance bietet, macht das stutzig. Lässt man sich die technischen Daten der GTX 465 noch einmal durch den Kopf gehen, ist nicht damit zu rechnen, dass sie der HD 5850 Paroli bieten kann. Dennoch kostet sie zumindest derzeit mehr.

Wer wäre denn dann der passende Gegenpart zur GeForce GTX 465? Diese Rolle fällt wohl der Radeon HD 5830 zu. Diese Karte hatte uns bei ihrer Einführung Ende Februar alles andere als vom Hocker gehauen. Auch wenn sie nicht signifikant mehr Performance mitbringt als eine ältere Radeon HD 4890, kann man sie wenigstens schon für um die 200 Euro finden.

Laut Nvidia soll die GeForce GTX 465 genau in die Lücke zwischen der Radeon HD 5850 und der HD 5830 passen. Da ihr Preis aber wohl selbst nach dem Launch noch eher im Bereich einer HD 5850 liegen wird, müsste sich ihre Performance schon weit mehr an der GeForce GTX 470 orientieren, als es die technischen Daten erwarten lassen.

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22 Kommentare
    Dein Kommentar
  • avatar_87
    Das war mal wieder ein Schuss in den Ofen ;) Aber schade, dass die HD 5770 nicht in die Benchmark Tests miteinbezogen wurde...
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  • benkraft
    Andere Grafikkartenklasse. :)
    Wer mag, kann aber im Review der HD 5830 die Vergleichswerte der Radeon HD 5770 nachlesen. Damit hat man auch den Vergleich zur GTX 465 (in etwa).
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  • Techniker Freak
    Trauriges Ergebnis und wenn der Preis so bleibt ist die Karte absolut sinnlos.
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  • Desolator
    Nvidia hat es geschafft: die DX11-Karte mit dem schlechtesten FPS/W-Verhältnis.
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  • Diesel_im_Blut
    Also die FTX 465 enttäuscht doch ein wenig. Würde diese Karte maximal 200€ kosten, dann hätte sie eine Daseinsberechtigung. In diesem Test hätten noch eine GTX 260 und GTX 275 berücksichtigt werden sollen, um einen Vergleich zu der alten Nvidia Generation zu bekommen.

    Beim Preis sage ich aber abwarten, der Markt regelt das schon. Leistungsmäßig ist die GTX 465 zum aktuellen Preis keine Option. Da kann man den Nvidia Anhängern nur zur GTX 470 raten oder einfach mit der "alten" Karte weiter zocken und auf was neues von Nvidia warten.
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  • Diesel_im_Blut
    Ich habe grade noch einen weiteren Test gelesen http://www.computerbase.de/artikel/grafikkarten/2010/test_nvidia_geforce_gtx_465/#abschnitt_einleitung

    Bei CB sind auch noch andere karten berücksichtigt. Allerdings schneidet dort die GTX 465 besser ab. Ber nichts desto Trotz, für 200€ könnte man sie nehmen, darüber nicht.
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  • Diesel_im_Blut
    Hier nochmal der LINK
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  • kevchen
    Da nur noch DX11 Karten getestet werden, könnte man mal über einen OpenCL / DirectCompute , Stream und Cuda Benchmark nachdenken. Es gibt schließlich auch Leute, die sich für GPGPU und die Rechenleistung interessieren.
    Vielleicht ist der Aufpreis für CUDA und Physx ;o) .

    Gruß
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  • avaka
    Könnte man machen nur ist das relativ unspektakulär. Selbst so ne Platinenseuche wie die GTX465 wird nicht erheblich langsamer als die dicke 480 sein. Die Fläschenhälse liegen bei solchen Anwendungen häufig nicht im Chip oder RAM.

    Die Karte hat so wirklich keinen Sinn. Die Bezeichung GTX hat sie ja schon beinahe nicht verdient. GTS450 hätte sie heißen sollen um für 170€ die 5700er Reihe zu plätten.
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  • dustwalker13
    man möge mir erklären was aus einer prozessoreinheit, die man anstatt wie die konkurrenz stream-prozessor "CUDA-Core" nennt auf einmal ein "feature" macht ... mal abgesehen von einer genialen marketingabteilung.

    physix und 3d-vision sind features, aber CUDA ist einfach nur der name für die cores der gpu und recheneinheiten sind kein feature, das ist eine grundfunktion egal ob man das streamprozessor, cuda oder von mir aus auch grünblau-getupfte-wobbelbonks nennt.
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  • druffY
    Wieder ein Schuss ins Nichts. Wenn man highend will und möglichst
    wenig Geld ausgeben möchte dann bündelt man sich 2x 4770 1GB mit OC zu CF.
    Bessere P/L gibt es nicht. Deshalb finde auch ich, dass eine 4770 hätte mitgebencht werden sollen.

    NVidia ist eine echte Enttäuschung zurzeit, man hat vielleicht Leistung, aber das kostet Geld, seeeehr viel Abwärme und Stromverbrauch und dann noch lachende AMD-Freaks im Rücken.

    NVidia, nein danke!
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  • benkraft
    @dustwalker - Ein wenig Recht hast du, denn "Cuda-COre" ist nichts weiter als die marketingträchtige Umbenennung von Shader-Cores. Andererseits ist CUDA an sich schon ein Feature, und zwar eins, was man eben nur bei Nvidia bekommt. ATI/AMD haben Stream, was aber bei weitem nicht so große Verbreitung erfahren hat (da hat AMD einfach mal geschlafen), und OpenCL/DirectCompute befinden sich noch in den Kinderschuhen.

    Insofern ist deine Aussage
    Zitat:
    CUDA ist einfach nur der name für die cores der gpu und recheneinheiten

    nicht richtig. Anders: Mit den Shader-Cores einer ATI-Karte bekommst du kein CUDA, und damit auch keinen Zugriff auf Anwendungen, die es nutzen können.
    Ergo: CUDA ist sehr wohl ein Feature. :)
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  • dustwalker13
    avakaKönnte man machen nur ist das relativ unspektakulär. Selbst so ne Platinenseuche wie die GTX465 wird nicht erheblich langsamer als die dicke 480 sein. Die Fläschenhälse liegen bei solchen Anwendungen häufig nicht im Chip oder RAM. Die Karte hat so wirklich keinen Sinn. Die Bezeichung GTX hat sie ja schon beinahe nicht verdient. GTS450 hätte sie heißen sollen um für 170€ die 5700er Reihe zu plätten.


    ich fürchte mal, da bei fermi vor allem auch die tesselation mit den cores skaliert, wirds bei einer noch kleineren variante als der 465 wohl in jeder hinsicht eng werden. was nvidia derzeit den vorteil bringt, wird da zum stolperstein. für die radeons mit der dedizierten tesselationseinheit wird der abstand mit jedem gestrichenen core bei nvidia kleiner.

    ich bezweifle, daß ein entsprechend gekürzter fermi einer 57xx in irgendeiner weise überlegen wäre (selbst wenn es um tesselation geht), und bei der chipgröße wären 170€ in jedem fall eine finanzielle kathastrophe für nvidia.
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  • kevchen
    CUDA ist nicht nur der Name der Recheneinheiten.
    Die Compute Unified Device Architecture, kurz CUDA genannt, ist eine von Nvidia entwickelte Technik zur Beschleunigung wissenschaftlicher und technischer Berechnungen durch Einbeziehung der Grafikkarte in die Berechnungen. (WIKI-Auszug)
    Bei ATI wird das ganze Stream genannt.
    Programmiert wird das Ganze in C/C++ o.ä.
    Dass die Recheneinheiten genauso heißen ist kein Zufall.

    Da Physx auf CUDA portiert wurde und AMD keinen Finger rührt, dass Stream dazu kompatibel ist (wie auch immer - Interpreter vielleicht), bleibt es nun mal ein Nvidia only Feature. Für Programme wie Adobe Premiere erscheinen auch immer mehr Plugins, etc. die das Rechnen erheblich beschleunigen.
    AMD Karten sind da außen vor...

    Die GTX 465 ist zwar eine (mehr oder) weniger gute Gamerkarte, kann aber weit mehr. Dazu ein Blick auf die Batman-Benchmarks (computerbase). Physx dank CUDA.

    PS: OpenGL Leistung wäre auch mal interessant.
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  • benkraft
    dustwalker13 und bei der chipgröße wären 170€ in jedem fall eine finanzielle kathastrophe für nvidia.


    Das ist ein Bingoooooo!
    Die 5700er wird Nvidia mit anderen, kleineren Chips ins Visier nehmen (müssen), also wohl dem GF104 und darunter. Damit wird das Ganze dann auch wieder rentabel, und man kann den Chip wiederum auf seine Leistungsklasse zuschneiden.
    Die GTX 465 macht eigentlich (m.E.) nur aus zwei Perspektiven Sinn:
    1 - Er erlaubt Nvidia, die nutzbare Ausbeute zu erhöhen (Stichwort "Chip Harvesting")
    2 - Man kann jeder ATI-Karte im High-End-Segment ein Modell gegenüberstellen und lässt damit keine Position unbesetzt. Es ist also teilweise sicher auch eine Prestigefrage.

    Preislich ist die Karte aber, wenn die Preise so bleiben, ein Griff in die Minuskiste.
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  • benkraft
    kevchenDa Physx auf CUDA portiert wurde und AMD keinen Finger rührt, dass Stream dazu kompatibel ist (wie auch immer - Interpreter vielleicht), bleibt es nun mal ein Nvidia only Feature.


    Das liegt daran, dass Nvidia die Rechte an PhysX hält, seitdem man PhysX-Entwicklerfirma Ageia gekauft hat. An der Stelle kann AMD/ATI also mal nix dafür. Nvidia wird dieses Alleinstellungsmerkmal kaum aus der Hand geben, egal wieviel Geld ATI dafür hinzublättern bereit wäre.

    Anders verhält es sich mit Stream, dass obwohl es früher auf dem "Markt" war als CUDA, nach wie vor nur geringe Verbreitung hat und außerdem im Ruf steht, liebloser, verwirrender und unsauberer zu sein als CUDA. Schade, eigentlich. Man kann nur hoffen, dass die proprietären Standards durch OpenCL und DirectCompute abgelöst werden - das wäre für die Nutzer das Beste.
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  • aconst
    Für CUDA würde ich schon eine Karte kaufen, die ein schlechteres FPS/EURO Verhältnis hat. AMDs Stream muss noch sehr stark aufholen, aber es dauert noch.
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  • kevchen
    Soweit ich mich erinnern kann, hat Nvidia, Physx, AMD angeboten um es auf Stream lauffähig zu machen (kann den Artikel nicht mehr finden, war 2008 glaub ich). AMD hat aber dankend abgelehnt um die Streamarchitektur zu fördern.
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  • crazymath
    Hm interessant. Auf einigen Seiten tendiert die Karte eher Richtung HD5870. In einigen wieder in Richtung HD5830....da hilft wohl nur die Benchmarks individuell herauszupicken und zu vergleichen. Und jede Seite hat sogar andere OC Ergebnisse...einmal ist bei 650MHz Chiptakt schluss, dann wieder bei 750...

    Ich denke, der Erfolg der 465er wird vom Preis abhängen. Der Stromverbrauch ist für das angepeilte Kundensegment wohl kein so starkes Kriterium...so lange das Ding noch erträglich leise und kühl bleibt.

    Im Moment sehe ich das Aufgrund der Werte der Seiten so: Im Bereich Verbrauch und Lautstärke liegt das Ding zwischen 275 und 285. Im Bereich Leistung über der 285. Im Bereich Preis auch darüber. Die Karte müsste also vom Preis her in Richtung GTX275 tendieren (Als die Karte neu war), dann passt es wohl.
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  • Desolator
    Die Karte scheint mir eine wesentlich bessere Leistung unter DX11 zu haben.
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