Nvidia Geforce GTX 560 Ti im Test: sparsam, kühl und leise

Mit der GF114-GPU auf der GeForce GTX 560 Ti löst Nvidia nicht nur die GeForce GTX 470 ab, sondern schickt das 3-Milliarden-Transistor-Monster GF100 endgültig in Rente. Dank Optimierungen ist die GTX 560 Ti mit weniger Transistoren die bessere Karte.

Als die GeForce GTX 460 letztes Jahr vorgestellt wurde, spekulierten wir, ob Nvidia einen der Streaming Multiprocessors der GF104-GPU abgeschaltet hatte, um die GeForce GTX 465 nicht vollends in den Boden zu stampfen. Obwohl wir mit unserer Vermutung richtig lagen und dies der Fall war, hatten wir dennoch gehofft, eine Version mit acht aktivierten SMs zu sehen. Immerhin war uns schon die „normale“ GeForce GTX 460 mit ihren 336 CUDA-Cores und 56 Textureinheiten eine Kaufempfehlung wert – wie hätte da erst die Vollversion des GF104 ausgesehen? Klar, eine solche Karte hätte den teureren und wenig attraktiven GeForce-Modellen das Leben sehr schwer gemacht. Andererseits hätte Nvidia damit aber auch einen sehr wirksamen Konter gegen AMDs Radeon-HD-6800-Familie parat gehabt – und zwar drei Monate, bevor die AMD-Karten überhaupt erschienen sind.

Natürlich hätte sich Nvidia damit absolut keinen Gefallen getan. Die GeForce GTX 465 hatte es auch so schon schwer genug – da brauchte sie nicht noch Konkurrenz aus eigenem Hause in Form des komplett freigeschalteten GF104-Chips. Inzwischen wird diese glücklose Karte aber nicht mehr hergestellt, und wir können nur zu gut nachvollziehen, dass Nvidia sich so schnell wie möglich von den GF100-Chips verabschieden will.

Bis heute gab es nur noch eine Karte im Portfolio, die noch die ursprüngliche Fermi-GPU nutzte, und zwar die GeForce GTX 470. Die GTX 470 übernahm eine sehr wichtige Position in Nvidias Aufstellung und füllte die Lücke zwischen der preiswerteren GTX 460 und der teureren GTX 570.

Heute, nur knapp ein Jahr nach ihrer Einführung, nimmt die GF100-GPU aber endgültig ihren Abschied. Ersetzt wird sie durch die GeForce GTX 560Ti. Anstatt den GF104-Chip im Vollausbau einzusetzen, nutzt die GTX 560, ähnlich wie die GeForce GTX 580, eine überarbeitete Chipvariante, die auf der Transistorebene einige Verbesserungen mitbringt. Das Ergebnis ist eine Spiele-GPU mit weniger als zwei Milliarden Schaltkreisen (1,95 Milliarden, laut Nvidia), die durch die Bank weg mit der Performance einer GF100-basierten GeForce GTX 470  (drei Milliarden Transistoren) gleichziehen oder diese sogar schlagen kann.

Wie man eine schnellere Spiele-GPU baut

Dass sich die GTX-500-Reihe architektonisch nur wenig von der 400-Serie unterscheidet, dürfte bekannt sein. Die GeForce GTX 580 und 570 basieren beide auf der GF110-GPU, einer überarbeiteten GF100 mit besserer Texturfilterung, effizienterem Z-Culling und einer Reihe von Verbesserungen auf Transistor-Ebene, die höhere Taktraten bei praktisch identischem Stromverbrauch ermöglichen.

Ähnlich verhält es sich mit der GeForce GTX 560 Ti, deren GF114-GPU einen überarbeiteten GF104-Chip darstellt. Da letzterer aber bereits die verbesserten Texturfiltereinheiten mitbrachte, fällt der Sprung hier nicht so groß aus wie bei den größeren GTX-500-Modellen zu ihren GF100-Vorgängern. Wie der GF104-Kern (und der GF110) kann auch der neue GF114 vier 64-bittige FP16-Texel pro Takt und Textureinheit filtern. Das verbesserte Z-Culling der GF110-Generation erben die GF114-Chips aber leider nicht, denn Nvidia lässt die Raster Engine so, wie sie war.

Im Endeffekt ist der GF114-Chip funktional identisch mit einer GF104-GPU. Tatsächlich gibt Nvidia sogar an, dass beide mit 1,95 Milliarden Transistoren gleich „groß“ sind. Außerdem werden beide bei TSMC in  40 nm gefertigt. Der überarbeitete Chip kann aber bei geringerer Leistungsaufnahme höhere Taktraten erreichen, was die Performance erhöht – aber letztlich bleibt er ein verbesserter GF104. Der größte Unterschied ist, dass bei der GeForce GTX 560 Ti alle Streaming Multiprocessors aktiv sind, während beim GF104-Chip der GeForce GTX 460 einer ausgeknipst blieb. Im direkten Vergleich bedeutet das also, dass die neue Karte mit höherem Takt läuft, über mehr CUDA-Kerne verfügt, dank der achten PolyMorph-Engine eine höhere theoretische Geometrieleistung mitbringt und acht zusätzliche Textureinheiten an Bord hat. Zählt man all diese Faktoren zusammen, bekommt man letztlich eine Karte, die nicht die GeForce GTX 460 ersetzt - vielmehr ist sie schnell genug, um sogar die GeForce GTX 470 in den Schatten zu stellen.

Deja Vu bei den technischen Daten

Wer die GF104-GPU schon kennt, dem wird auch die überarbeitete Variante sehr bekannt vorkommen.  Der GF114 -Chip besteht aus zwei Graphics Processing Clusters (GPCs), die jeweils über vier Streaming Multiprocessors verfügen. Wie bereits erwähnt sind in der GeForce GTX 560 Ti davon auch alle aktiv.

GF100/GF110 SMGF100/GF110 SMGF104/GF114 SMGF104/GF114 SM

Man verzeihe uns in Anbetracht der Ähnlichkeiten, wenn wir hier das Rad nicht neu erfinden sondern leicht angepasst aus unserem damaligen GTX-460-Review zitieren:

Verfügt der GF100-Chip pro SM über 32 CUDA-Cores, sind es bei der GF114-GPU derer 48. Diese komplexeren SMs auch immer mit Daten zu versorgen erfordert auch einen höheren Befehlsdurchsatz, was uns zur nächsten Verbesserung bringt: Nvidia erhöht die Zahl der Dispatch Units von zwei (GF100) auf vier (GF104/GF114). Im gleichen Zuge wurde auch die Anzahl der Textureinheiten von vier auf acht verdoppelt.

Vereinfacht gesagt ist diese GPU breiter ausgelegt als der GF100/GF110-Chip. Deshalb bietet dieses Design in den Spielen, die heute am beliebtesten sind, bessere Performance als ein zurechtgestutzter GF100.

Der GF114-Chip, wie er in der GeForce GTX 560 Ti verbaut wird.Der GF114-Chip, wie er in der GeForce GTX 560 Ti verbaut wird.

Auch beim Back-End existieren Unterschiede. Ein vollständiger GF100 besitzt sechs von den GPCs unabhängige ROP-Partitionen, die jeweils acht 32-bittige Ganzzahl-Pixel pro Takt ausgeben können (insgesamt also 48). Jeder der sechs Partitionen steht außerdem eine 64 Bit breite Speicheranbindung zur Verfügung, was zusammen genommen einen 384-Bit-Speicherbus ergibt. Der GF114-Chip kommt maximal auf vier Partitionen. Ergo kommt er auf bis zu 32 Pixel pro Takt und einen 256-Bit-Speicherbus.

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67 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Macht mal bitte Tests mit aa. Ich denke die wenigsten die so eine Karte haben/kaufen zocken dann ohne aa. Reicht ja wenn ihr 4 und 8x nehmmt das kommt doch am meisten vor.
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  • Ich hätte mehr erwartet oder besser gesagt, preislich weniger und weniger Stromverbrauch. Nvidia wird die Preise wohl noch senken müssen, sonst sieht die Karte im Vergleich zu den ATi irgendwie alt aus.
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  • @Panzerhase - In jedem Benchmark wird mit 4xAA getestet. Deshalb sind bei jeder Auflösung im Chart auch zwei Balken: Einmal mit und einmal ohne AA.
    Schau noch mal hin. ;)
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  • Genau, derbene, so ist das richtig: die Karte ist besser als eine GTX 470, verbraucht weniger Strom, ist richtig leise und auch noch günstiger bzw wird es bald sein. Sieht echt alt aus gegenüber Karten einer Firma, die es nicht mehr gibt :O
    Ich weiß nicht, was du so erwartet hast, aber du wirst lachen: genau so einen Kommentar habe ich von dir erwartet :D
    Likewise, vermute ich mal^^
    -2
  • ist die karte geil, ich stelle mir das grad als sli gespann vor 2 von denen (schlabber) da stink ich ja mal voll ab mit meiner gtx 470soc .... (preis/leisung)
    Nun ja der zahn der zeit. ...
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  • ach mist sorry für doppelpost aber ich habe de ein . oben vergessen ich meinete natürlich nicht den vergleich 2x560 vs 1x470 xd
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  • hm schonmal besser von nvida holen so langsam Leistung/Verbrauch auf scheinen wohl doch mal ihre Hausaufgaben zu machen.
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  • 14762 said:
    Genau, derbene, so ist das richtig: die Karte ist besser als eine GTX 470, verbraucht weniger Strom, ist richtig leise und auch noch günstiger bzw wird es bald sein. Sieht echt alt aus gegenüber Karten einer Firma, die es nicht mehr gibt :O Ich weiß nicht, was du so erwartet hast, aber du wirst lachen: genau so einen Kommentar habe ich von dir erwartet :D Likewise, vermute ich mal^^


    Die ist nicht besser als die 470iger. Verbraucht halt weniger Energie und ist Effizienter. Besser ist aber nciht gleich "Besser". Performanztechnisch Steht die 470 ja teilweise mit gutem Abstand da, bis auf ein paar Sonderfaelle.
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  • Doch, ist sie, fffcmad:
    http://www.computerbase.de/artikel/grafikkarten/2011/test-nvidia-geforce-gtx-560-ti-sli/24/#abschnitt_leistungsurteil
    Hier auch:
    http://ht4u.net/reviews/2011/nvidia_geforce_gtx_560_ti_msi_n560ti_twin_frozr_2/index30.php
    Und hier:
    http://www.techpowerup.com/reviews/NVIDIA/GeForce_GTX_560_Ti/27.html

    Oder: überall, auch hier im Test steht der schöne Satz:
    Von der Performance her kann sie die GeForce GTX 470 komplett ersetzen und soll sogar etwas weniger kosten.
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  • Also ich hab noch eine GTX260 und einen 1680x1050 Monitor (plus 775er Quad mit 3,3GHZ). Für mich schien ein Upgrad auf eine GTX460 vor einer Weile nicht wirklich sinnvoll, das sieht jetzt mit der 560 aber schon wieder besser aus. Fraglich ist, ab wann mein Prozz anfängt zu limitieren und ob das dann noch Sinn macht.
    Die andere Frage ist auch, wie viele Games noch kommen werden, für die sich die Karte lohnt (also Games, die auf meiner Konfig nicht mehr flüssig laufen mit akzeptabler Qualität), mal abgesehn von Crysis 2 und den nächsten Gothic Klonen. Allein, der Stromverbrauch und die Lautstärke vor allem sind verdammt gute Argumente. Naja, da lass ich wohl noch ein halbes Jahr ins Land und den Preis ein wenig nach unten ziehen, dann kann man sich das für >200€ sicher überlegen.
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  • Komisch Derfnam: Bei fast allen Benchmurks haengt die GTX 560 der 470iger hinterher :)
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  • Guck nochmal hin, fffcmad, du verwechselst da was.
    Im Test dieser Seite:
    1. Metro 2033 - 560 überall vor der 470
    2. Lost Planet 2 - im 1. Bench knapp dahinter, in den anderen beiden davor
    3. Alien vs Predator - 560 3 x vorn
    4. BBC2 - auch 3 x vorn
    5. F1 2010 - nur in höchster Auflösung hinter der 470
    5. Just Cause 2 - wieder 3 x vorn
    6. WoW C: auch 3 x vorn

    Kann das sein, daß du irrtümlicherweise die 570er Ergebnisse genommen hast?
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  • @borizb: Der Verbrauch ist doch kein Argument FÜR die Karte, sondern dagegen!?!
    Nur weil sie weniger verbraucht als eine gefräßige GTX470 ist das doch nicht gut.
    Die geringe Lautstärke gefällt mir dagegen sehr gut.
    Wird ein spannender Kampf zwischen der 560ti und der HD6950 1GB. :-)
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  • also algemein schenke die sich nix das sin immer nur paar fps die machens nicht mehr fett. @derfnam und fffcmad
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  • ich würde gerne einen Test 460er SLI vs 560er SLI sehen...das wäre mal interessant.
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  • @ Gudi: wenn du einfach mal aufhören würdest, Äpfel und Birnen miteinander zu vermusen - was spricht gegen eine Karte, die eine fast identische Leistungsaufnahme wie die GTX 260 hat, dafür aber 77% (laut HT4U) schneller ist? Nix, gar nix oder überhaupt nix?
    @ nami2k: ich will aber wissen, was fffcmad da falsch las. Menno^^.
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  • Bei dem ganzen Nummern Chaos mit Umbenennungen fehlt mir etwas der Überblick, wie viele Generationen meine 8800GTS (G80) Karte alt ist, aber "zwei oder mehr Generationen " trifft bestimmt zu.
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  • @derfnam: Die Karte ist halt nicht das, was man nach dem Preis/Leistungsknüller GTX 460 erwarten hätte können. Natürlich ist sie eine Verbesserung zur 470, aber das war ja nicht schwer. Ich hätte gedacht Nvidia haut da mal wieder nen Kracherpreis raus. Gut die 460 lag damals auch bei 200-230€, aber im Vergleich zu den AMD Karten sind 239€ einfach zu viel, das meinte ich damit. Die 6950 mit 1GB gibts für 219€ und ist schneller als die 560, verbraucht auch noch weniger, hat nette Features wie DualBios und Powertune. Über irgendein Argument muss Nvidia kommen. 239€ sind realitätsfremd.

    Du kannst mir gerne in deiner seltsam ignoranten Art und Weise erzählen, es war klar, dass ich das sagen würde, weil AMD-Fanboydummgelaber blabla. Da machst dus dir schön einfach, derfnam. Ich habe lediglich heut mittag geschrieben, dass der vorgegebene Preis von 240€ zu hoch für die Leistung und den Stromverbrauch der Karte ist und die Reaktionen der Händler bestätigen mich ja irgendwie.
    Hat schon seinen Grund, warum die Händler die 560 schon am allerersten Tag regulär für 210€ statt 239€ listen, im Preisbereich 200-210€ ist sie gut aufgehoben, aber nicht für 240€.

    Und du weisst selbst genau, dass eine GTX 470 oder auch eine 260 keinen Benchmark für eine 560 darstellen, sondern nur die direkte Konkurrenz, also z.B die 6950 1GB oder auch 2GB.
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  • Die Karte ist definitiv nett, aber ich habe es schon geahnt.... da würde ich mich lieber für eine 6950 entscheiden.
    Nvidia sollte echt was an Preisen machen, um es uns etwas schmackhafter zu machen.
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  • "Insgesamt gesehen bietet die GeForce GTX 560 Ti ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und ein hohes Übertaktungspotenzial. Allerdings hätte der Lüfter beim Referenzdesign ruhig etwas leiser sein dürfen - die niedrigen Chiptemperaturen erlauben es eigentlich" Zitat aus Hartwarenet. Laut und leise liegen wohl sehr eng zusammen. Ihr mit euerm Verbrauch immer :p
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