Nvidia Geforce GTX 650 und 660 im Test: Kepler in neuen Preisregionen

Nvidias neue Geforce-GTX-Modelle 650 und 660 sollen die Lücke zwischen den Kepler-Abkömmlingen Geforce GTX 640 und Geforce GTX 660 Ti füllen. Können diese GK107- und GK106-basierten Karten den Radeon-HD-Modellen 7750 und 7850 Paroli bieten?

Fast sechs Monate sind vergangen, seit Nvidia seine Kepler-Architektur in Form der Geforce GTX 680 auf den Markt brachte, die wir für ihre deutlich verbesserte Effizienz und pure Leistung lobten. Seitdem hat das Unternehmen Fermi-basierte Karten mit der Geforce GTX 690, 670 und 660 Ti sowie der GT 640 ersetzt, die allesamt auf der gleichen Kepler-Architektur aufbauen.

AMD hatte bereits etliche Grafikkarten der aktuellen Generation am Markt, als Nvidia mit Kepler zurückschlug, und erwehrt sich der Konkurrenz jetzt mit Performance-steigernden Treiber-Updates, Preissenkungen und BIOS-basierten Übertaktungen existierender Modelle. Was bis dahin ein stabiler Grafikkartenmarkt war, ist nun ein echtes Schlachtfeld, auf dem alte Preispunkte von neueren, attraktiveren Deals abgelöst werden. Geduldige Enthusiasten sind davon natürlich begeistert, während Käufer der ersten Stunde sich trotz höherer Kaufpreise schon seit Monaten an ihrer schnellen Highend-Hardware erfreuen können.

Im Mainstream-Bereich dominieren derzeit AMDs 110 US-Dollar teure Radoen HD 7750 und die 210 US-Dollar teure Radeon HD 7850. Aber Nvidia ist nun endlich in der Lage, AMDs schnellen und leisen Budget-orientierten Karten Kepler-basierte Konkurrenten vor die Nase zu setzen. Denn heute stellt Nvidia die Geforce GTX 650 und die Geforce GTX 660 vor, die zu 109 bzw. 229 US-Dollar auf den Markt kommen sollen.

Sagt Hallo zur Geforce GTX 650

Wenn euch dieses Blockdiagramm bekannt vorkommt, dann ist das kein Zufall – ihr habt es wahrscheinlich schon in unserem Testbericht Nvidia Geforce GT 640 – Kepler im Kleinformat gesehen. Die Geforce GTX 650 nutzt den gleichen GK107-Grafikprozessor wie die existierende Geforce GT 640. Er hat zwei SMX-Cluster mit insgesamt 384 CUDA-Kernen sowie 32 Textureinheiten und kann dank zweier ROP-Cluster 16 Vollfarb-Pixel pro Taktzyklus produzieren.

Bis dahin ist die Geforce GTX 650 also identisch mit der Geforce GT 640. Aber worin unterscheiden sie sich denn nun?

Die Geforce GTX 650 hat zwei handfeste Vorteile gegenüber der GT 640: Höhere Taktraten und GDDR5-Speicher. Die GTX 650 hat einen Kerntakt von 1058 MHz, also 158 MHz mehr als GT 640 – aber das ist nur ein relativ kleiner Boost. Der wirkliche Performance-Schub kommt vom GDDR5-Speicher, der die doppelte Bandbreite pro Taktzyklus bietet wie DDR3. Diese Verbesserung ist der Hauptgrund für das Potenzial der Geforce GTX 650, mit AMDs Radeon HD 7750 zu konkurrieren.

Schauen wir uns die Karte und die direkten Konkurrenten mal etwas genauer an:


GeForce GT 640
GeForce GTX 650
Radeon HD 7750GeForce GTX 550 Ti
GeForce GTS 450
Shader-Kerne
384
384512
192192
Textur-Einheiten
32
3232
3232
ROPs
16
1616
1616
Fertigungsprozess
28 nm
28 nm28 nm40 nm40 nm
Core-/Shader-Takt
900 MHz
1058 MHz800 MHz
900 (1800) MHz783 (1566) MHz
Speichertakt
891 MHz DDR3
1250 MHz GDDR51125 MHz GDDR5
1025 MHz GDDR5902 MHz GDDR5
Speicherbus
128-bit
128-bit128-bit
192-bit128-bit
Speicherbandbreite
28.5 GB/s
80 GB/s72 GB/s98.5 GB/s
57.7 GB/s
Grafik-RAM
1 GB DDR3
1/2 GB GDDR5
1 GB GDDR5
1/2 GB GDDR51/2 GB DDR3
Stromanschluss
None
1 x 6-pin
None
1 x 6-pin1 x 6-pin
Thermal
Design Power (max)
65 W
64 W
55 W
116 W
106 W
Marktpreis
$95 - $110
(Newegg)
~$109
(MSRP)
$100-$140
(Newegg)
$110-$150
(Newegg)
$100-$110
(Newegg)

Der Speicherbandbreitenvorteil der Geforce GTX 650 gegenüber der GT 640 ist riesig. Die Karte scheint auch der Geforce GTS 450 in praktisch jeder Hinsicht überlegen zu sein und sollte gut mit der Radeon HD 7750 und Geforce GTX 550 Ti konkurrieren können.

Ursprünglich erwarteten wir ja, dass die Geforce GT 640 unter die 100-Dollar-Grenze fallen würde. Aber mit ihrem empfohlenen Verkaufspreis von 109 US-Dollar wird die Geforce GTX 650 mit Sicherheit dafür sorgen, dass die GT 640 in einem Preisbereich gedrückt wird, in dem sie schon beim Launch hätte liegen sollen.

Gigabyte GeForce GTX 650 Overclock (GV-N650OC-2GI)

Gigabytes GeForce GTX 650 wird wahrscheinlich für etwa 140 US-Dollar auf den Markt kommen und damit also 30 Dollar teurer sein als Nvidias empfohlener Verkaufspreis. Dies dürfte auf die Bestückung mit zwei GByte Speicher zurückzuführen sein, günstige Karten verfügen nur über ein GByte. Der Kerntakt von 1111 MHz liegt zwar 53 MHz über der Referenz-Spezifikation, aber dafür operiert der Speicher mit den gleichen 1250 MHz wie das Referenz-Design.

Die GeForce GTX 650 verfügt allerdings nicht über die "GPU Boost"-Funktion. Wer also über die vorgegebenen 1111 MHz hinausgehen will, muss manuell Hand anlegen.

Das Referenz-Board der Geforce GTX 650 verfügt über zwei DVI-Ports (Dual-Link) und einen Mini-HMDI-Ausgang, was Gigabyte noch um einen analogen VGA-Anschluss erweitert. Alles in allem unterstützt die Karte so aktuell vier Bildschirme: Drei im Surround-Modus und einen als erweiterten Desktop.

Das PCB der Karte ist mit 14 cm genauso lang wie das der bereits getesteten Afox GeForce GT 640. Aber im Gegensatz zur Afox-Karte mit ihrem Formfaktor halber Höhe ist die GeForce GTX 650 volle 11,5 cm hoch. Sie benötigt einen Stromanschluss mit 6 Pins, was angesichts von Nvidias angesagter 64-Watt-TDP-Grenze ein bisschen überraschend ist. Einen SLI-Anschluss gibt es nicht, ein entsprechendes Setup mit mehreren Karten ist also nicht möglich.

Gigabyte spendiert seiner GeForce GTX 650 einen großen Kühlkörper und einen 100-mm-Lüfter, der sich in Sachen Betriebsgeräusch und Hitze exzellent schlägt. Die Kunststoffabdeckung um den Kühler herum reicht über die Abgrenzungen des PCBs hinaus; die Karte wirkt dadurch größer als sie eigentlich ist.

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14 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Sehr schön! :) Gut gemacht, nVidia. Da wird ja auch wieder ein 'preiswertes' SLI aus 2 GTX 660 interessant, wenn der Preis unter der 200 Euro-Marke liegt. :D
    Ansonsten wäre wohl weiterhin die 670 die bessere Wahl für Enthusiasten.
    0
  • was habt ihr denn nun getestet ? &40 und 650 oder 650 oder 660 ? In den Benchmarktabellen führt das alles zu großer Verwirrung ;)
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  • Ich muss DerBremer86 zu stimmen. Zudem kann ich das Fazit nicht anhand der Benchmarks bestätigen, klar nette Karte, aber diese Lobhudelei ist ja mal total an den Benchmarks vorbei. Von wegen "nVidia schlägt zurück". Da ist nirgends ein echte Strikeback zu sehen. Von GPGPU ganz zu schweigen.
    0
  • Verstehe die Aufteilung in zwei Benchmarksdiagramme auch nicht. Wieso wird die 7750 oder 7770 z.B. beim Elder Scrolls Ultra Preset nicht mit aufgeführt, würd den Abstand ja schon auch gern gegen die 660 sehen. Und auch ich seh insbesondere bei der 650 mit höherem Verbrauch inkl. 6Pin, höherem Preis und schlechterer Performance kein "strike back", noch nicht mal n Unentschieden.
    Dennoch Danke für den flotten Vergleich.
    0
  • Sehe ich irgendwie auch so. Wer nicht gerade Cuda braucht, ist mit der AMD 7870 viel besser bedient.
    Aber mal abwarten wie sich der Preis noch entwickelt bzw. dass erst mal Karten vefügbar sind. Schaut ja noch ziehmlich mau aus im Moment.
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  • Wie breit ist denn die Gigabyte 660 GTX? Die ti-Version soll von der Oberseite Platine bis zur Außenkante Lüfterabdeckung ca. 3,65 cm breit sein. Ist das bei dieser hier genauso? (Ich brauche ne ganz schmale Karte für mein kleines Board, sonst ist der 3. PCI-Express-Platz blockiert). Vielen Dank im voraus. ;0)
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  • Schön. Damit ist mit der GTX650 erstmals wieder eine Karte minimal schneller als die 3.5 Jahre alte GTS 250....toll! Und auch die kam schon mit 1x 6-Pin aus (Auch wenn der Verbrauch etwas höher war).

    Echt tolle Leistung!
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  • Mir kommt gerade, dass THG vielleicht einfach nut dern [Ironie]-Tag vergessen hat?!
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  • Ich war noch nie so dicht dran eine ATI zu kaufen. Endlich haben die mal ihre richtig schlechtes AF in den griff bekommen, die Treiber kommen nicht mehr Monate nach der Hardware (meistens), die Leistungsaufnahme ist nicht mehr so unnötig hoch im Leerlauf. Wenn jetzt die Userbewertung bei den Händlern nicht mehr von Spulenpfiepen und Grafikbugs berichten würden konnte man echt drüber weg sehen das einige tolle features wie Physx, ambient-occlusion, GPU-transkodierung, TXAA, SGSSAA im inspector erzwungen, und vorallem der frame-limit für SLI, was ja scheinbar viel besser skaliert als XF, fehlen. Aber mal abwarten was neue Treiber und die OC-Versionen bringen. Im test war die 660 ja durchaus taktfreudig auf ti Niveau und das billiger als die 7870. Mal gucken ob ich die ATI Enttäuschungen in der Vergangenheit überwinden kann ....
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  • Die GTX 650 wird es dann wohl nicht mehr werden bei mir. - Dann eine HD 7770 OC bzw. 7850 1GB.

    Mal gucken, wenn die Preise noch etwas purzeln.
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  • Wenn die Diagramme alle Karten enthalten würden wäre das übersichtlicher. "In den Benchmarktabellen führt das alles zu großer Verwirrung" Seh ich auch so.
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  • Ich finde die getrennte Darstellung gut und transparent. Es wurde ja auch mit unterschiedlichen Voraussetzungen/Detailstufen gebenched. Das kommt dem potentiellen Käufer entgegen. Hätte man nur mit Ultra Presets getestet, würde die sicher niemand kaufen. :D
    Bei Low glaubt man noch an das vermeindliche grosse Glück. ;)
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  • Beim Metro 2033 Bench muss im Textfazit unten (bez. Full HD 4x MSAA) eine GTX 660 statt GTX 650 eingesetzt werden.

    Sonst kaufe ich mir die kleine dann doch noch, wenn die sooo gut ist und eine HD 7870 knapp schlägt.:D
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  • Die Stromaufnahme der GTX 650 unter Last ist sicherlich nicht richtig. In anderen Tests liegt die GTX 650 rund 20 Watt über der HD7750... bei THG 20 Watt unter der HD7750 und unterbietet sogar noch die 640 GT, welche auf DDR3 Ram und einen geringeren Takt setzt? Warum hat NVidia dann überhaupt noch einen zusätzlichen Stromanschluss realisiert?
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