Do-It-Yourself: Wir bauen eine passiv gekühlte GeForce GTX 750 Ti

Die Verlockung war am Ende doch zu groß: Wir haben genau das getan, was bisher alle Board-Partner auf Anfrage abgelehnt oder unbestätigt gelassen hatten - eine passiv gekühlte GTX 750 Ti gebaut. Handarbeit war angesagt, denn passende Kühler gibt es nicht.

Ich muss allerdings zunächst erst einmal zwei Seiten Abbitte tun: Nvidia und Sapphire. Zum einen baue ich etwas, was es ja aktuell gar nicht gibt (oder laut den Board-Partnern in absehbarer Zeit nicht geben soll), und zum anderen missbrauche ich Teile einer Sapphire-Karte, die mangels sinnvoller Alternativen kurzfristig als Organspender herhalten muss.

Nur juckt es einem eben doch gehörig in den Fingern, einen 60-Watt-Chip auf seine Passivtauglichkeit hin zu untersuchen. Der Unterbau für unser Bastelobjekt ist die normale Referenzkarte der GeForce GTX 750 Ti von Nvidia, deren umfangreichen Test wir vor ein paar Tagen publiziert haben (Nvidia GeForce GTX 750 Ti: Maxwell ist da - mehr Power, weniger Durst):

Das fertige Produkt ist nun am Ende also eine GeForce-GTX-750-Ti-Grafikkarte mit einem Passivkühler, wie er auf der Radeon HD 7750 und R7 250 zu finden ist. Leistungstechnisch kommt das in der Theorie ja locker hin, aber praktisch? Schließlich ist Nvidias neuer Maxwell-Chip ja kleiner als AMDs Cape Verde.

Nvidia hat zudem bei den Details dafür gesorgt, dass keiner der in Frage kommenden Kühler passt, denn der Lochabstand der vier Schrauben für den Kühler ist nunmehr ein anderer. Board-Partner wie beispielsweise Asus oder Zotac können so nichts aus dem eigenen Regal nutzen, weil die Kühler der GeForce GT 630 oder GT 640 schlicht und einfach nicht mehr passen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

Nutzen die meisten Geforce noch Lochraster von 53,2 x 53,2 mm bzw. 58,4 x 58,4 mm und die Radeons 53,2 x 53,2 mm und 43 x 43 mm, wird es nun bei der GeForce GTX 750 Ti lustig. Ungefähr 44 x 44 mm sorgen für eine Inkompatibilität mit allen gängigen Kühlern, solange diese Halterungen besitzen, die aus Gründen der stabileren Befestigung den vollen Durchmesser der Bohungen nutzen.

Exakt deshalb konnte sich kein Nvidia-Partner einen vorhandenen, passenden Kühler schnappen und einfach mal so eine passive Karte bauen. Wir können es und ich zeige auf der nächsten Seite, dass man dies unkonventionell und mit etwas Vorsicht sogar selbst lösen kann.

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20 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • besterino
    Nette Idee und "Machbarkeitsstudie", danke dafür! Für mich persönlich nicht wirklich für eine eigene Umsetzung interessant, da ja selbst die aktiv gekühlten schon sehr angenehm in der Geräuschentwicklung sind. Aber wirklich nur meine persönliche Meinung - für mich ist passiv insg. eher unattraktiv, da summa summarum zu wenig Leistung der tauglichen GPUs und bei gleichzeitig zu hohem ufwand "drumrum" (Gehäusewahl/-lüfter, Airflow etc.).
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  • FormatC
    Mir persönlich wäre eine leise LP Variante auch lieber
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  • 7664stefan
    Sag mal, wie viel frischen Wind um die Ohren wäre denn nötig, um die 750ti mit dem Kühler unter 80 Grad zu halten? Reicht da nicht ein grosser, schlanker Propeller mit ein paar hundert Umdrehungen?
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  • FormatC
    Natürlich reicht der. Nur sehe ich in diesem Unterfangen keinen echten Sinn. Wegen 2% würde ich dann keinen Aufstand machen.
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  • 7664stefan
    Ja klar, insofern war der Umbau ja auch wieder mal eine feine Sache und sehr wohnzimmertauglich. Welche Lüfter waren denn im Fulmo ST verbaut?
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  • FormatC
    Anonymous sagte:
    Ja klar, insofern war der Umbau ja auch wieder mal eine feine Sache und sehr wohnzimmertauglich. Welche Lüfter waren denn im Fulmo ST verbaut?


    Danke für den Tipp, die waren abgeschaltet und ich hab es noch ergänzt. Einzig aktiv war die Lüftung auf der AIO-Wasserkühlung (800 U/min)

    Zitat:
    Daher kommt erneut das Enermax Fulmo ST zum Einsatz, in dem wir zuletzt ja schon diverse Radeon-R9-290(X)-Grafikkarten getestet hatten, allerdings mit abgeschalteten Lüftern.
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  • 7664stefan
    Danke Igor! Jetzt ist's klar. :)
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  • hundet
    coole Sache, bekommt man die Kühler auch ohne Karte?mfg
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  • FormatC
    Nein, aber auf Seite 2 unten steht ja auch noch ein Wort zum Accelero S1 Plus. Den gibt es einzeln, allerdings musst Du auch hier die Löcher aufbohren. Im Prinzip geht dann ja jeder Passivkühler, der zur HD 77xx kompatibel ist :)
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  • brausekopf
    Ich habe eine passiv gekühlte Nvidia 9600GT von Gigabyte. Das Ding hat bei einem vernünftig und leise gelüfteten Gehäuse noch nie Ärger gemacht, obwohl es 140 Watt zieht. Warum sind die Hersteller so ängstlich geworden?
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  • FormatC
    Anonymous sagte:
    Ich habe eine passiv gekühlte Nvidia 9600GT von Gigabyte. Das Ding hat bei einem vernünftig und leise gelüfteten Gehäuse noch nie Ärger gemacht, obwohl es 140 Watt zieht. Warum sind die Hersteller so ängstlich geworden?


    Schau Dir mal den Riesen-Chip der 9600 GT an. Die Strukturbreite dises Uralt-Chips ist im Vergleich zu den neuen Karten wie eine Streichholzschachtel zu einem Steinkohlebrikett. Diese Karten konnten kurzzeitig sogar über 100°C ab. Stichwort Density. Die Wärmemenge pro mm² ist mittlerweile viel höher. Außerdem braucht die 9600 GT von GB keine 140 Watt, sondern im Schnitt nur knapp über 90. ;)
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  • hundet
    Ja Format C, nur ist der Accelero zu groß für ein mini-itx sys, der Saphire klebt ja förmlich an der Karte, mfg
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  • FormatC
    Mini-ITX und passiv ist ab einer gewissen Leistungsklasse eh so eine Sache :D
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  • 7664stefan
    Sogar meine popelige Spielekonsole gönnt sich einen Quirl. Auch als Fan von Leisetretern kann ich mich mit diesen lüfterlosen Geschichten nicht anfreunden. Spannend fände ich, welchen minimalen Airflow man potenter HW gönnen muss, damit die Ohren geschont werden, und die Leistung dennoch überzeugt? Die GPUs, die ich interessant finde, sind wohl ehr nicht passiv zu kühlen.
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  • jo-82
    Also bevor ich das PCB aufbohr, mach ich persönlich lieber ein anderes Blech an den Kühler, oder bohr in die Halterung neue Löcher. =)Trotzdem danke für den Beweis, daß es Thermisch kein Problem ist.
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  • FormatC
    Anonymous sagte:
    Also bevor ich das PCB aufbohr, mach ich persönlich lieber ein anderes Blech an den Kühler, oder bohr in die Halterung neue Löcher. =)Trotzdem danke für den Beweis, daß es Thermisch kein Problem ist.


    Das geht aber nicht. Die Schrauben des Accelero verhindern dies und auch neue Bohrungen bekomst Du wegen des zu geringen Abstands nicht in den Kühler. Du hast auf dem PCB knapp 2 mm Luft pro Loch zur Vergrößerung und so grobmotorisch kann eigentlich auch keiner veranlagt sein, als dass er das nicht hinbekommt. Loch 3 und 4 der Testkarte wurden übrigriges von einer Hausfrau erledigt - das sah am Ende sogar besser aus, als mein Werk :D

    Dieses sehr ähnliche, aber eben dummerweise ganz knapp nicht passende Rastermaß hat NV sicherlich nicht ohne bösen Hintergedanken gewählt. Damit schließt man per se erst einmal alle aktuell in Frage kommenden Lösungen clever aus. Unnötig... :(
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  • jo-82
    Du kennst meine Bastelfähigkeiten nicht, hab auch schon mal aus zwei Kühlkörpern mit Heatpipes einen gemacht... ;) Metall ist in meinen Händen einfach geduldiger als Platinen.
    Ansonsten: kommt Zeit, kommt Ware aus dem Reich der Mitte zum Spotpreis inkl. Passivkühler.
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  • oliveron09
    @formatC: Netter Test !@jo-82:Das mit den beiden verschmolzenen Kühlern würde ich gern mal sehen so es da Bildmaterial gibt.
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  • jo-82
    Nö, Photos hab ich keine mehr, weiß grad gar nicht ob ich das Ding noch hab oder mitsamt PC verschenkt wurde. Hab das mit ner alten Lötelampe und Lötzinn gemacht, wie man es für Kupferrohre verwendet. Stichwort Hartlöten. Die Heatpipes selbst wurden nicht geöffnet, sondern nur vorsichtig in eine andere Form gebogen.
    Tipp: Während des Lötens den Kühler nicht montiert lassen, gibt schmelzendes Plastik aufm Board... ;))
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  • hundet
    Anonymous sagte:
    Mini-ITX und passiv ist ab einer gewissen Leistungsklasse eh so eine Sache :D


    Ja schon aber warum einen Brüllwürfel am Ohr stehen haben, ein leiser Lüfter wäre nat. die Lösung, mfg
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