UPDATE: Maxwell-Roundup: GeForce GTX 970 und GeForce GTX 980 im Vergleichstest

Zusammenfassung und Fazit

Es ist diesmal sehr schwierig, einzelne Karten herauszustellen - alle Anbieter verfolgen ihre ganz eigenen Absichten und Konzepte, um Kunden für die jeweiligen Produkte zu begeistern. Es ist deshalb festzuhalten, dass bisher alle getesteten Karten die an sie gestellten Aufgaben mit Bravour gemeistert haben und damit auch keine negativen Ausreißer zu verzeichnen waren. 

Trotzdem stechen einige Karten mit individuellen Alleinstellungsmerkmalen hervor, die für den einen interessant und für den anderen eher ein Ausschlusskriterium sind. Deshalb werden wir unsere Empfehlung auch in Gruppen aufteilen.

Da dieses Roundup zudem inhaltlich ständig mit neuen Karten erweitert werden wird, können wir natürlich zu keinem Zeitpunkt eine Karte zur absoluten Siegerin erklären, da sich dieses Bild unter Umständen beim nächsten Update ja schon wieder ändern kann. Trotzdem wollen wir - je nach Interessen- und Zielgruppe - besonders die Karten empfehlen, die uns unter den jeweiligen Gesichtspunkten jeweils am besten gefallen haben. 

Extrem-Übertaktung

Wer unseren Grundlagenartikel zur Effizenz der größeren Maxwell-Karten gelesen hat, der weiß auch, dass hier die Leistungsaufnahme eher im Hintergrund steht, wenn es darum geht, auch das Letzte aus den Karten herauszuquetschen.

Beide Karten - die Gigabyte GTX 980 Gaming G1 und die Gigabyte GTX 970 Gaming G1 - bieten aktuell das jeweils höchste Power-Target und schaffen zusammen mit den potenten Kühlern damit die besten Voraussetzungen für stabile Boost-Taktraten unter anhaltender Last auch bei höherer Übertaktung.

Wer eher auf einen guten Kompromiss aus Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke steht, wird hier natürlich nicht wirklich fündig.

Die Palit GTX 980 Super JetStream kann mit ihrem massiven Kühler punkten und bietet alles in allem eine ausgewogene Mischung aus Übertaktung, gut angepasstem Power Target und sehr leiser Lüftung, die auch die Spannungswandler nicht vernachlässigt.

Zusätzlich ist sie auch unter längerer Volllast so leise, dass man die leichten Spannungswandlergeräusche heraushören kann, die dann auch unser einziger, kleiner Kritikpunkt wären.

Die Karte ist trotz ihrer massiven Erscheinung über 260 Gramm leichter als die Zotac GTX 980 AMP! Omega Edition und wiegt kaum mehr als die MSI GTX 980 Gaming 4G.

Die als Karte mit besonders extremen Werks-OC beworbene Zotac GTX 980 AMP! Omega Edition scheitert an einem expliziten Kauftipp aus drei Gründen. Erstens ist das im BIOS festgelegte Power Target viel zu niedrig, als dass man ernsthaft die Werte der Gigabyte GTX 980 Gaming G1 erreichen könnte.

Selbst die Leistung der nominell gleich hoch getakteten Palit GTX 980 JetStream wird ganz knapp verfehlt. Viel zu oft läuft die Karte auch ohne weitere Übertaktung bereits ins Power-Limit; sie ist damit kaum schneller als die sparsamere MSI GTX 980 Gaming 4G, die zudem wesentlich kühler und damit auch viel leiser läuft.

Zweitens kratzt die Zotac GTX 980 AMP! im eingebauten Zustand unter längerer Last fast schon an der 80°C-Marke, obwohl die Lüfter dabei schon deutlich hörbar sind. Für ein so schweres 3-Slot-Design ist dies eine echte Enttäuschung, zudem aus Richtung Spannungswandler auch ab und zu noch unangenehme Geräusche deutlich hörbar zu vernehmen sind.

Die Galax GTX 980 SOC schrammt nur ganz knapp an einem expliziten Kauftipp vorbei, denn trotz gleicher Taktvorgaben kann sie den maximalen Boost-Takt aufgrund des etwas niedrigeren Power Targets gegenüber der Gigabyte GTX 980 Gaming G1 nicht ganz errreichen. Ansonsten weiß sie durch einen ebenso schlanken Kühler zu gefallen, der allerdings trotz ähnlicher Lautstärkeentwicklung keine Reserven im eingebauten Zustand mehr besitzt.

Die inno3D GTX 970 iChill Ultra ist ein brachial gekühltes Monster, bei dem dieser Vorteil aber leider auch Nachteile mit sich bringt. Gegen einen uneingeschränkten Kauftipp sprechen dann nämlich einerseits das Gewicht von deutlich mehr als 1,3 Kilo (womit die Karte selbst unser Sockel 2011-Mainboard zum Durchhängen brachte) und andererseits die etwas zu hohe Geräuschentwicklung, die man aber per Software regeln könnte. Trotz allem eine tolle Karte, deren höherer RAM-Takt auch die Gigabyte GTX 970 Gaming G1 etwas ins Schwimmen bringt. Es ist eine Karte, die optisch und technisch mit Sicherheit polarisieren wird.

Die Galax GTX 980 Hall Of Fame wird polarisieren, aber auch jede Menge Freunde gewinnen. Neben der auffälligen Optik mit dem weißen Cover, der weißen Platine und der hellen Aluminium-Backplate punktet sie auch durch ihren extrem hohen Werkstakt und ein ausreichend hohes Power Target, was zusammen für eine überdurchschnittlich hohe Gesamtperformance der Karte sorgt. Hinzufügen sollte man auch, dass ein Third-Party-Tool in der Lage ist, die Spannungen der Karte frei anzuheben - eine absulote Ausnahme bisher.

Die Zotac GTX 980 Amp! Extreme Edition schrammt knapp an einem Kauftipp vorbei, weil auch hier das eher knapp ausgelegte Power Target keine wirklich konstanten Boost-Taktraten erlaubt, was sich dann natürlich auch auch negativ auf eine weitere manuelle Übertaktung auswirkt. Die Karte ist kühl und relativ leise, aber eben auch groß und schwer - Interessenten sollten anhand unserer Angaben zu den Abmessungen vor dem Kauf prüfen, ob die Karte wirklich in ihr Gehäuse passt.

Kompromisse aus Performance, Leistungsaufnahme, Kühlung und Lautstärke

Dafür sind nunmehr gewisse Zugeständnisse für eine möglichst ausgewogene Balance gefragt. Die MSI GTX 980 Gaming 4G und die MSI GTX 970 Gaming 4G sind sehr gutes Beispiele dafür, wie man durch ein moderateres Power Target eine wirklich sehr leise und trotzdem ausreichend kühle Karte hinbekommt, bei der die Spannungswandler nicht verglühen und die sich zudem leistungsmäßig nicht zu verstecken braucht.

Selbst mit diesen Karten ist noch eine weitere Übertaktung möglich, auch wenn die extremen Ergebnisse dann durch das Power Target ein klein wenig limitiert werden. Deshalb sind auch beide Karten, vor allem weil sie so auffällig unauffällig sind, immer eine gute Wahl.

Etwas schade ist, dass die Asus GTX 980 STRIX DCII OC ab Werk nicht wenigstens ein klein wenig aggressiver kühlt. Die Spannungswandler heizen die Platine im geschlossenen Gehäuse großflächig auf bis zu 100°C auf, was einem Kauftipp dann leider im Wege steht.

Die Übertaktung sowie das Power Target fallen relativ moderat aus - das muss aber kein Nachteil sein, wenn man Wert auf Effizienz und Lautstärke legt. Die Karte ist mit Sicherheit für Silent-Liebhaber richtig interessant, solange im Gehäuse ein gewisser Luftdurchsatz garantiert ist.

Das Gleiche gilt für die Spannungswandler der Palit GTX 970 JetStream, die ansonsten eigentlich eine sehr gelungene Karte ist. Mit etwas höheren Lüfterdrehzahlen ließen sich die Temperaturen an der Rückseite der Platine nämlich auch wieder unter 100°C drücken, ohne dass die Karte merklich lauter werden müsste.

Hier könnte der Kunde mit etwas Feintuning sicher selbst eingreifen, zumal das Power Target der Karte so geschickt gewählt wurde, dass gegenüber der eigentlich höher getakteten Giganyte GTX 970 Gaming G1 kaum Performance-Nachteile entstehen.

Die Galax GTX 970 EXOC ist extrem flach, sehr leicht und auch richtig sparsam - allerdings nach dem letzten BIOS-Update, das zu hohe Temperaturen vermeidet, auch wieder relativ laut. Das ist besonders schade, weil die Karte ansonsten kaum Schwächen zeigte.

Im Vergleich zur größeren Schwester ist die Zotac GTX 970 Amp! Extreme Edition eher ein Schaf im Wolfspelz. Mit dem gleichen, massiven Kühler ausgerüstet und extremen Kühlreserven ausgestattet verhindert ein viel zu klein bemessenes Power Target bereits bei Werkstakt einen kostanten Boost Takt unter Last. Die Karte is zudem recht groß ausgefallen, so dass sie oft nicht konfliktfrei eingebaut werden kann.

  

Getestet und verbal bewertet

Die GeForce GTX 980 im Nvidia-Referenzdesign bläst zwar die Abwärme konsequent aus dem Gehäuse heraus, leidet aber in der Performance deutlich unter dem schnell erreichten Temperatur-Limit. Um die Karte ohne Limitierung zu nutzen, müsste man die Drehzahlen des Lüfters manuell deutlich höher schrauben, was dann allerdings bereits viel zu laut wird.

Fazit

Maxwell macht Spaß und die jeweiligen Interpretationsformen über Takt und Power Target machen die Auswahl interessanter und bunter. Welche der Spielarten man dann für sich selbst bevorzugt, das muss jeder ganz für sich allein entscheiden, denn wir können nur die Fakten liefern.

Wir werden dieses Roundup nach dem Eingang weiterer Karten kontinuierlich erweitern und fortführen.

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144 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • muetze2k
    Unter 1. sind bei "Wo liegen die Schwerpunkte der Tests" sind die Tabellenüberschriften wohl vertauscht.
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  • FormatC
    Gefixt, Danke :)

    Im Anflug (bzw. bereits gelandet) sind übrigens weitere Karten, aber ich brauche pro Karte einen Tag. Deshalb gibt es bald auch ein Update mit dem eingetrudelten Rest. Sind sehr unterschiedliche Karten dabei! Ein "Referenzdesign" der GTX 970 genauso wie ein über 1,3 Kilo schwerer Bomber. :)
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  • Tom Undso
    schade zu wenig 970iger im Vergleich.. wobei man ja die 980 ja als Referenz nehmen kann.
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  • FormatC
    Es kommen jetzt auch noch viele 970er - es ist ja ein Endlos-Roundup, was schön weiter geupdated wird.
    Da die meisten Seiten aber überwiegend 970er getestet haben, habe ich halt mehr 980er am Anfang ;)
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  • 7664stefan
    Gefällt mir sehr gut Igor. Insbesondere, dass man jetzt auch mal Details zur Bemaßung auf einen Blick hat. Für die ein oder andere Büchse ist das sicher wichtig. Vielen Dank für die vielen Stunden! :)
    Auf die Vertreter von Gainward, , EVGA, Inno3D und Co. freue ich mich. Asus hätte mal lieber die Kühllösung der GTX 7xx beibehalten sollen.
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  • FormatC
    EVGA ist ein Problem, die zieren sich ein wenig. Inno3D habe ich hier, Gainward kommt noch - sogar ein Referenzdesign, naja, so eine Art davon :)
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  • Faboan
    hab mir die gtx970 G1 geholt.länger hätte die echt nicht mehr sein dürfen.hoffe nvidia bringt die tage auch nochmal neue treiber.hier und da zickt das gute stück noch.
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  • FormatC
    Mit Maxwell habe ich auch so einige Treiber-Probleme, vor allem in den 4K-Auflösungen. Thief hängt sich beim Schließen auf und bei BF4 hängen die Menüs bis zu 3 Minuten, Schließen geht auch nicht.
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  • xGermanNoobx
    Welche der bisher verglichenen Gtx 970 würdet ihr empfehlen?
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  • Tom Undso
    Anonymous sagte:
    Welche der bisher verglichenen Gtx 970 würdet ihr empfehlen?


    Ich hab mir ja schon mehrere Tests der 970iger durchgelesen.
    Zur Zeit habe ich noch eine 770 von Asus, bin sehr zufrieden. Momentan weiß ich auch noch nicht ob ein Upgrade Sinn machen würde.

    Wenn überhaupt würde ich eher zur MSI 970 tendieren. Auf jeden Fall eine Karte die im Idle Modus die Lüfter abschaltet. Mir ist immer wichtig eine gute Mischung aus Leistung, Verbrauch, Temperatur sowie Lautstärke.
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  • xGermanNoobx
    Mir ist im grunde nur die Leistung wichtig. Sollte sich halt nur nicht wie ein düsenjet beim starten anhören :D
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  • Faboan
    @xGermanNoobx: also ich kann dir nur von der GB GTX970 G1 Gaming berichten.und die macht ihre arbeit prächtig.hatte vorher eine GTX680 WF OC und kann rein von der karte her nicht klagen.sie läuft ruhig und leise, selbst wenn sie mal gas gibt.mein system ist ansich nicht das leiseste aber ich merke schon den unterschied zur GTX680 WF OC.konzept,verarbeitung und performance bzw preis/leistung sind natürlich hammer.am stärksten merke ich die performance bei star citizen.vorher mit der gtx680 immer mal hier und da nen ruckler gehabt oder wenn der gegner poppte nen kleinen framedrop.das ist nun geschichte.wirklich smooth.jetzt fehlt nochn treiberupdate seitens nvidia und ich bin glücklich (aber darauf wartet man auch mit einer anderen 970)
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  • FormatC
    Beim derzeitigen Stand Gigabyte Gaming G1 oder eine der Karten, die ich noch hier habe. Mit der G1 macht man aber glaube ich nix falsch, das Power Target kann man immer noch runter setzen, wenn man will.
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  • xGermanNoobx
    @Faboan Ich Würd nen sprung von der gtx 560 ti auf die gtx 970 machen und da würd ich halt gerne das holen, was sich am meisten lohnt
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  • xGermanNoobx
    @FormatC
    Schon ne Ahnung wann das nächste Update kommt?
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  • Anonymous
    Guter Test, bin schon auf die anderen Karten gespannt.

    Ich finds aber ziemlich schade, dass du keine Fotos vom PCB und von den abmontierten Kühlern gemacht hast. Hat man es dir nicht erlaubt?

    In meinen Augen sind die DirectCU-Karten eine Schlamperei (v.a für den Preis), nie haben alle Heatpipes Kontakt zur GPU und von einer kostspieligeren, aber sinnvollen Bodenplatte will man dort nichts wissen. Leider schwören ja viele durch die Werbung von ASUS auch noch auf diesen Quatsch.

    Die Spannungswandler werden ASUS-typisch auch sehr warm, ich hatte eine GTX 770 von denen, mit einer guten Lufterkurve knacken die auch die 100°C unter Last. Die sollten wirklich mal effizientere Modelle verbauen, die Kühler anpassen, dem PCB mehr Kupfer spendieren usw. - hauptsache sie senken die Temperaturen deutlich. Die Palit schneidet in der Disziplin auch nicht sonderlich gut ab.

    Die Gigabyte ist in der Hinsicht wesentlich durchdachter: Aktive Spannungswandlerkühlung, alle Heatpipes haben Kontakt zur GPU (eine Bodenplatte wäre aber trotzdem schön) und dadurch wesentlich bessere Temperaturen. Die hohen Idle-Drehzahlen gehen aber gar nicht, kommt da überhaupt noch ein besseres BIOS?
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  • FormatC
    Zitat:
    Ich finds aber ziemlich schade, dass du keine Fotos vom PCB und von den abmontierten Kühlern gemacht hast. Hat man es dir nicht erlaubt?


    Einige haben es untersagt (zu Recht) und bei einigen habe ich es aus Kollegialität nicht gemacht. Ich selbst schicke auch jede Karte postwendend zurück, wenn irgend wer schon mal daran rum geschraubt hat. Dann weiß man nie, welche Billig-Pampe womöglich dazwischengekleistert wurde bzw. wie viel. Und dann wundern sich die Leser immer, warum ein und dieselbe Karte bei verschiedenen Redaktionen unterschiedlich abschneidet.

    Apropos: Kollegialität ist auch so eine Sache. Ich hätte drei Karten mehr gehabt, wenn sich einige Herren Kollegen nicht über 2 Wochen an eine Karte klammern und damit (wohl auch mit Absicht) blockieren. Die meisten karten habe ich mir deshalb aus den HQ direkt besorgt, denn leider klappt hier in Deutschland effektiv gar nichts.

    Zitat:
    kommt da überhaupt noch ein besseres BIOS?

    Wenn nicht offiziell, dann besorge ich eins. Wäre ja nicht das erste Mal, dass ich hier dann den Verteiler spielen muss :D
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  • Tesetilaro
    was auch höchst willkommen ist und entsprechend gewürdigt wird, zumindest von mir *g* Vielen Dank mal an der Stelle!!!
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  • kaan
    Wieviel Zeit haben die Karten beim Temperaturstress sich zu erhitzen? Hab jetzt nichts dazu gefunden.
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  • FormatC
    Normalerweise 30-60 Minuten. Das reicht locker, weil ich es mit der Thermokamera nachprüfen kann, ob sich z.B. noch Wärme weiter ausbreitet. Bisher war aber alles nach spätestens 40 Minuten auf Betriebstempreatur. Im Gehäuse warte ich meist sogar mehr als eine Stunde. Da habe ich mehrere Sensoren verteilt und wenn sich dort nix mehr ändert, ist ebenfalls Testende :)
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