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Mobile Gaming: Nvidia enthüllt Shield Tablet und Shield Controller

Mobile Gaming: Nvidia enthüllt Shield Tablet und Shield Controller
Von , Matt Humrick

Nvidias Shield Tablet möchte nicht nur mobilen Medienkonsum ermöglichen, sondern auch Gaming-tauglich sein. Zu diesem Zweck vereint der Hersteller die Eigenschaften des Tegra Note 7 sowie des Gaming-Handhelds Shield zu einem Mini-Tablet samt Gamepad.

Aufgrund rückläufiger Verkaufszahlen im Bereich der Desktop-PCs und einer zunehmenden Akzeptanz von mobilen Geräten sowie der Cloud orientiert sich auch Nvidia zunehmend am Mobile-Gaming-Trend. Im letzten Jahr präsentierten die Kalifornier bereits das Tegra Note 7 Tablet sowie die Shield: Eine tragbare Spielekonsole mit einem 5,5 Zoll großen Bildschirm in 720p-Auflösung auf Basis des Tegra 4 SoC.

Auf der diesjährigen CES wurden dann letzte Zweifel hinsichtlich der Neuorientierung von Nvidia in Bezug auf den sich schnell wandelnden Markt für mobile Endgeräte zerstreut: Der Hersteller kündigte an, sich bei künftigen GPU-Generationen zunächst auf die Entwicklung der entsprechenden mobilen Derivate konzentrieren zu wollen.

Tegra Note 7 und Shield sollten zunächst die Verbreitung der eigenen Tegra 4-SoCs vorantreiben und Android als Gaming-Plattform etablieren. Auf dieser Basis konnte Nvidia im Verlauf des letzten Jahres Erfahrungen und Anwender-Feedback im mobilen Bereich sammeln und die Zahl der zur Shield kompatiblen Spiele insgesamt verdreifachen. Darauf baut der Hersteller nun weiter auf und präsentiert die nächste Evolutionsstufe des eigenen Produktangebots im mobilen Spielbereich.

Nvidias neues Shield Tablet weist in mehrfacher Hinsicht Verbesserungen gegenüber dem Tegra Not 7 auf. In Verbindung mit dem neuen, kabellosen Gamepad ist es zudem in der Lage, die gleiche Spieletauglichkeit zu bieten wie die nunmehr in "Shield Portable" umbenannte oiginale tragbare Spielekonsole.

Technische Spezifikationen

Die im Shield Tablet verbauten Komponenten haben gegenüber dem Vorgänger deutliche Upgrades erfahren. Unter anderem kommt das neue Tegra K1-SoC zum Einsatz. Das Nvidia Tegra K1 setzt weiterhin auf vier für hohe Leistung ausgelegte ARM Cortex-A15-Kerne sowie einen weiteren A15-Kern, der für einen möglichst stromsparenden Betrieb optimiert wurde.

Diese Aufteilung entspricht dem, was wir bereits vom Tegra 4 aus dem Tegra Note 7 kennen. Allerdings wird das Tegra K1 SoC im 28-nm-HPM-Verfahren gefertigt und die Cortex-A15-CPUs kommen in einer neuen, dritten Revision zum Einsatz. Die maximale Taktfrequenz des Prozessors liegt bei 2,2 GHz; das entspricht einer Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Tegra Note 7.

Die zusätzliche Prozessorleistung ist erfreulich, aber die eigentliche Stärke des Tegra K1 ist seine GPU. Hier treffen wir nicht mehr auf die Geforce ULP, die Nvidia in den vorigen SOCs nutzte und die gegenüber anderen mobilen High-End-GPUs stets etwas hinterherhinkte. Stattdessen kommt eine Lösung auf Basis der Kepler-Architektur aus dem Desktop-Bereich zum Einsatz.

Die mobile Version hat zwar erwartungsgemäß nur eine arg abgespeckte Ausbaustufe (auf dem Tegra K1 werkelt lediglich eine einzelne SMX-Einheit mit 192 CUDA-Cores), aufgrund der ansonsten identischen Architektur kann die mobile Kepler-Variante allerdings volle Software-Kompatibilität bieten.

Wer sich weiter in die Thematik einlesen möchte, sollte sich unseren Grundlagenartikel zum Nvidia Tegra K1 zu Gemüte führen.

Bislang hatten wir noch keine Gelegenheit, den Tegra K1 durch unseren Benchmark-Parcours zu scheuchen. Nvidias eigenen Messungen zufolge fällt die GPU-Leistung etwa drei Mal höher aus als bei der Adreno 330, die beispielsweise in Samsungs Tab Pro 8.4 oder im Rahmen des PowerVR G6430-Chipsatzes im iPad Air zum Einsatz kommt.

Hier scheint sich also einiges getan zu haben: Nvidia sollte mit dem Tegra K1 für sich beanspruchen können, die aktuell leistungsstärkste mobile Grafiklösung in petto zu haben und sich noch vor Qualcomms aktuellen Adreno 420 im Snapdragon 805 platzieren können. Nvidia selbst behauptet, mit dem Tegra K1 eine ähnliche Grafikleistung bieten zu können, wie wir sie ansonsten von der Xbox 360 und der PS3 kennen.

Aber die Kepler-GPU im Tegra Shield bietet noch mehr als nur reine Rechenpower. Sie unterstützt auch die aktuell in Desktop-PCs und Konsolen verwendeten APIs OpenGL 4.4 und DriectX12. Warum das so wichtig ist? Durch die identische GPU-Architektur und die Kompatibilität zu denselben APIs wird es in Anbetracht der erheblichen Leistungssteigerung der mobilen Grafikeinheit künftig viel leichter möglich sein, die PC- und Konsolenversionen von Spielen zu portieren.

Dadurch erhalten das Shield Tablet sowie andere künftige Endgeräte auf Basis des Tegra K1-SoCs die Möglichkeit, auf den bereits bestehenden, riesigen Spielekatalog von PC, Xbox 360 und PS3 zurückgreifen zu können. In der Theorie bedeutet das nicht nur, dass massenhaft ältere Konsolentitel für das Shield Tablet veröffentlicht werden könnten, sondern auch aktuelle Spiele sollten nach einigen Anpassungen lauffähig sein.

Dadurch wiederum könnte durch das Shield Tablet und den Tegra K1 eine neue Ära im Bereich des mobilen Gaming eingeläutet werden, in der das vorherrschende Spielegenre nicht mehr aus irgendwelchen Flappy-Bird-Klonen besteht, sondern aus genau den Titeln, auf die wir alle seit dem Zeitpunkt hoffen, an dem Nvidia sich im mobilen Gaming-Bereich zu engagieren begann.

Dies war zumindest der Grundtenor der diesjährigen Präsentation auf der diesjährigen Google I/O, wo auf dem Tegra K1 eine beeindruckend aussehende Demo auf Basis der Unreal Engine 4 vorgeführt wurde – einschließlich volumetrischem Nebel, erweiterter Ausleuchtung und Raucheffekten. Ermöglicht wird diese höhere Darstellungsqualität durch die Unterstützung des Android Extension Packs (AEP), wobei es sich um einen Satz von Erweiterungen für API (OpenGL ES 3.1) handelt, mit dem sich der Feature-Abstand zu DirectX11 überbrücken lässt.

Preis und Verfügbarkeit

Nvidia bietet das Shield Tablet in zwei Ausstattungsvarianten an: Eine Version mit 16 GByte Speicher und integriertem WLAN für 299,99 Euro sowie eine Version mit 32 GByte Speicher und zusätzlichen LTE-Modul für 379,99 Euro. Das kabellose, "Shield Controller" getaufte Gamepad schlägt mit zusätzlichen 59,99 Euro zu Buche. Selbstverständlich wird auch eine passende Schutzhülle für das Gerät für 29,99 Euro angeboten werden.

Im Gegensatz zum Shield Portable und Tegra Note 7, die allein in den USA verfügbar waren, soll das Shield Tablet ab dem 14. August auch in Deutschland vertrieben werden.

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2 Kommentare anzeigen.
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  • zeromaster , 24. Juli 2014 09:49
    Krasses Tablet, reizvoll obwohl ich die Idee auf einem Tablet ernsthaft zu zocken eigentlich immer verwerfen würde und soooo oft bin ich auch nicht unterwegs... ich wünschte mir das Ganze nur irgendwie in einer Win8 version, bin das nutzen verschiedener Systeme langsam etwas leid.
    Wenn der Sound gut ist könnte ich mir aber vorstellen das Ding als Multimediagerät im Kinderzimmer unterzubringen, die alten CDs sind ein Graus und warum nicht ein Gerät kaufen, welches auch mehr kann als nur BibiBlocksberg wiedergeben?^^ kleiner Malblock, kleines Unterhaltungsgerät für Reisen, ideal.
  • Myrkvidr , 25. Juli 2014 02:14
    Dual-Boot mit Windows RT und Android wär auch nicht schlecht. Man, wenn ich jetzt ein großes TV-Gerät hätte, wäre ich auch sehr versucht...
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