[UPDATE] Nvidia Titan X 12 GB: Neues Single-GPU-Flaggschiff

Äußerer Aufbau und Platine

Die Titan X sieht zunächst einmal fast wie die GeForce GTX 1080 aus, Abweichungen gibt es vor allem bei der Farbgebung: Die Kühlerabdeckung fällt hier komplett schwarz aus und die Aluminiumfinnen des Kühlkörpers werden prominent zur Schau gestellt.

Wie die Seitenansicht zeigt, stehen auch zusätzliche Stromanschlüsse zur Verfügung: Die Titan X bietet einen achtpoligen sowie einen sechpoligen Anschluss. Abgesehen davon gibt es ein Paar SLI-Verbindungen und witzigerweise auch das GeForce-GTX-Branding, das Nvidias Marketing-Abteilung vermeiden wollte.

Weitere Belege für den ursprünglichen Namen der Karte finden sich auf der Rückseite, wo eine das PCB überdeckende Backplate den Schriftzug GeForce GTX Titan X trägt. Falls die Karten im SLI-Verbund betrieben werden sollen, lässt sich dieser Teil der Backplate übrigens entfernen. Das ist dann sinnvoll, wenn die Pixelbeschleuniger sehr dicht beieinanderliegen und jeder eingesparte Millimeter dem Airflow zugutekommt.

Der GP102-Chip setzt auf denselben Display Controller wie der GP104, somit ist auch die gebotene Anschlussvielfalt identisch. Es gibt drei Display-Port-1.4-Anschlüsse, einen HDMI-2.0b-Port und einen Dual-Link DVI-D-Ausgang.

Es ergibt sich keine Notwendigkeit, die Titan X gesondert als Founders Edition zu vermarkten, da es diese Karte ausschließlich in der vorliegenden Form geben wird. Nvidia wird sie über die eigene Homepage an Endkunden verkaufen und Systemhäusern für deren Builds zur Verfügung stellen. Daher ist das Referenzdesign mit all seinen Stärken und Schwächen auch die einzige Bauform, die es zu berücksichtigen gilt.

Die Karte verfügt über einen Radiallüfter, der Luft ansaugt und dann durch die Öffnungen an der I/O-Halterung direkt aus dem PC-Gehäuse befördert. Gerade bei einer 250-Watt-Karte gefällt uns dieser Ansatz, auch wenn der Lüfter etwas lauter und die Kühllösung selbst etwas schwächer arbeitet als die Eigendesigns einiger Third-Party-Hersteller mit Axiallüftern.

Leider konnte uns Nvidia zum Testzeitpunkt nur ein einziges Exemplar der Titan X zur Verfügung stellen, weshalb wir im Rahmen dieses Tests zunächst einmal nur die grundlegenden Gaming-Benchmarks liefern können. Den ansonsten obligatorischen und ausführlichen Testabschnitt zu Leistungsaufnahme, Temperaturentwicklung und Lautstärke müssen wir wie bereits beim Launch der GTX 1070 in Form eines Updates nachreichen. Dennoch lassen sich diesbezüglich bereits vorab begründete Vermutungen anstellen.

Die Titan X besitzt dieselbe Vapor Chamber wie sie bei der GTX 1080 anzutreffen ist und sie verfügt über den gleichen Lüfter. Aufgrund ihrer um 70 Watt höheren TDP ist davon auszugehen, dass der Lüfter etwas schneller drehen muss, während Nvidia gleichzeitig von einer etwas höheren Temperatur ausgeht und Target-Wert für die Temepratur um ein Grad erhöht hat.

Wir haben insgesamt zehn Durchläufe von Metro: Last Light Redux ausgeführt, um Temperaturwerte und Lüfterdrehzahl von Titan X und GTX 1080 zumindest rudimentär vergleichen zu können.

Im Gaming-Stresstest kann Nvidias Titan X die Basis-Taktfrequenz dauerhaft aufrechterhalten, die nie unter 1418 MHz sinkt. Die durchschnittliche Taktfrequenz liegt bei 1587 MHz und somit sogar etwas höher als die übliche Boost-Taktrate mit 1531 MHz.

Dafür muss allerdings an anderer Stelle der Preis gezahlt werden. Die GP102-GPU pendelt die meiste Zeit zwischen 83 und 84 Grad Celsius und somit oberhalb des 82-Grad-Target der GTX 1080, wenngleich das immer noch deutlich unterhalb des von Nvidia angegebenen Maximalwertes von 94 Grad Celsius ist.

Der Lüfter dreht auf bis zu 2500 U/min hoch, während er auf der GTX 1080 nur mit um 2200 U/min ans Werk geht. Das klingt zunächst einmal nicht nach viel und machte sich in der Testumgebung unseres amerikanischen Kollegen Chris Angelini kaum bemerkbar. Sobald eine Titan X unseren Igor Wallossek erreicht, werden wir jedoch das versprochene Update zum Test nachliefern und gerade auch diesen Bereich detaillierter untersuchen.

Unter dem Kühler unterscheidet sich das PCB der Titan X deutlich von dem der GeForce GTX 1080. Zunächst einmal gibt es im Bereich um die GPU herum zwölf statt acht GDDR5X-Speicherbausteine. Bereits bei der GTX 1080 hatte Nvidia die Optimierung der Signalpfade zum Erreichen einer Datenrate von 10 Gbit/s ausdrücklich hervorgehoben. Gemessen daran war es vermutlich nicht gerade ein Kinderspiel, die Speicherbandbreite der Titan X noch einmal um 50 Prozent zu erhöhen.

An die Stelle der Stromversorgung über 5+1 Phasen tritt ein großzügigeres 7+2-Design. Davon abgesehen gibt es den bereits erwähnten, zusätzlichen sechspoligen Stromanschluss.

Die GP102-GPU an sich fällt mit 471 mm² größer aus als die GP104, ist aber gerade im Vergleich zur Vorgängergenerationen wahrlich kein Flächenriese. Zum Vergleich: Der GM200-Chip der GTX 980 Ti und der Titan X aus der letzten Generation maß noch ganze 600 mm².

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42 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • konradw
    Auf Seite 4 ist beim ersten Absatz das 4K Ergebnis reingerutscht, statt dem QHD!
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  • bluray
    NVidia hat die Titan X konsequent weiterentwickelt. Habe selbst 2 TitanX auf Maxwell-Basis im Rechner drin. Die Karten haben eine extrem hohe Performance. Allerdings eben stattliche 2400 CHF, die ich dafür auf den Ladentisch gelatzt habe. Bei 4K läuft momentan jedes Spiel aus meiner Sammlung mit gut 60fps. Solange man nicht solche Schmakazien, wie 2xSSAO aktiviert, sollten solche Karten also dicke langen.

    Wer weiss, wenn NVidia seine 11xx-Generation herausbringt, was sich bis dahin alles tut. Aber derzeit sehe ich keinen Drang, auf die neue TitanX zu setzen...
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  • Atent12345
    Wo bleibt der OC Test mit Wakü und Custom Bios wie es sich für eine Titan gehört ?
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  • fffcmad
    So langsam kommen die Karten in die uneingeschraenkte 4K Eignung. Ich denke der Titan haette HBM2 sehr gut getan.
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  • FormatC
    Anonymous sagte:
    Wo bleibt der OC Test mit Wakü und Custom Bios wie es sich für eine Titan gehört ?

    Erstens gibt es noch keine Fullcover zu kaufen (nur Vorbestellungen) und zweitens gibts aktuell kein OC-.BIOS. Drittens kommt die Karte erst per Post aus Kalifornien zu mir, Nvidia hatte sie an Chris geschickt. Dann sehen wir weiter :)
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  • derGhostrider
    Ich bin erstaunt, dass die Grafikkarte so gut abschneidet, da ich weniger erwartet hätte.
    Vor allem haben mich dabei die Benchmarks beeindruckt, bei denen die minimale Framerate auf Augenhöhe der durchschnittlichen Framerate einer 1080 liegt, oder gar deutlich darüber.

    Ja, die Karte ist sau teuer. Ja, Preis/Leistung ist deutlich schlechter als bei der 1080 und noch viel schlechter, als bei einer 1060 oder RX480.
    Alles richtig.

    Die gebotene Leistung ist allerdings durchweg beeindruckend. Niedrige Latenzen, hohe minimale Frameraten.

    Da werde ich wohl bei der nächsten Graka-Generation doch mal wieder zugreifen... und dann auch endlich den Rechner ersetzen. ;)
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  • FormatC
    Hubraum statt Spoiler :)
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  • alterSack66
    Na ja, wer vernünftig 4K mit einer Einzelkarte spielen will muss halt paar Euro locker machen.
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  • Joel__
    FormatC übertakte die Karte mal auf 1700mhz und lass GTA V in UHD damit laufen. Wäre noch interessant wie hoch die Karte mit dem Radiallüfter getaktet werden kann und ob sie dann noch Stabil läuft.
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  • alterSack66
    1700 MHz? Sehr optimistisch.
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  • kleinstblauwal
    Ach, Lüfter auf 100% stellen und den Kaltluftschlauch der Klimaanlage direkt auf den Lüfter richten. ... falls man nicht gleich zu einer GPU-Only WaKü greift und den Rest der Platine mit Aluklötzchen vollklebt und einen Luftstrom darauf richtet.
    Es ist halt fraglich, ob die Spannungsversorgung irgendwann dicht macht.
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  • Jolly91
    Das sind alles nur spekulationen.

    Das einzige was man im Moment machen kann, ist einen alternativen Kühler, sei es Wakü, Lukü (Morpheus, Accelero, MK-26, Peter 2, etc...) draufzuschnallen um den Chip im Zaun zu halten.

    Wen der jetzt schon runtertaktet, kann man auch 2.000mhz reintippen und am Ende bekommt man sowieso nur 1.600mhz raus.
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  • Joel__
    Jayztwocents hat schon 1721mhz in GTA erreicht durch den Lüfter. Muss man nur einstellen. 2000Mhz schafft er mit einem 3 Radial Lüfter locker. Oder man kann es auch in Öl eintauchen wie es Linustechtips getan hat, seine übertaktete Karte lief auf 49 Grad. Also kann man da locker 2000Mhz pushen mit nur 60 Grad GPU :)
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  • fffcmad
    In Öl einlegen? Ist doch keine Sardine. Und das Öl krabbelkt ueberall lang. Auch durch die Kabel. Neee :
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  • Zockerherz
    Im Test fehlt eine RX480 damit der grüner Balken länger wird um den Preis schön zu reden.
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  • FormatC
    Was hat jetzt eine Mittelklasse-Karte mit dem High-End zu tun? Wir könne ja auch gern noch die damaligen Einstiegspreise der FuryX mit dazu stellen... ;)
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  • bigreval
    Für mich absolut enttäuschend. Ich habe auf den GP-100 im Vollausbau MIT HBM2 gewartet, bzw. darauf spekuliert... Als Preis hatte ich so ca. 1800-1900 Euro angepeilt. Aber jetzt "nur" den 102, den auch noch beschnitten und "nur" DDR5X... Ne, Nvidia, so wird das mit mir nix werden... Und dann noch nicht mal Boardpartner-Karten. Könnte ja jemand mal richtig was gutes "Basteln", so mit richtig Leistung im Highest-End Bereich...

    Tut mir leid aber DAS ist nicht was ich mir für meinen Rechner als neue Graka erwartet habe. Schade das AMD die "grünen Jungs" nicht mehr so unter Druck setzen können wie früher... Dadurch entgeht uns Usern einiges an Technik zu, wenn auch sehr hohen, Preisen...
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  • manowar
    doppel Post sorry
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  • Jolly91
    Bleibt nur auf die 1080 Ti zu warten. HBM2, 16gb Vram, und Partnerkarten.
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