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Nvidias MXM soll neue Grafikchips schneller in Notebooks verfügbar machen

von - quelle: Tom's Hardware

Nvidia hat heute sein Grafikmodul MXM vorgestellt. Der kalifornische Grafikchiphersteller sieht darin eine mögliche Lösung, um die Entwicklungszeit von Grafikboards für Notebooks dramatisch zu verkürzen. Notebook-Hersteller sollen damit in der Lage sein, für eine und dasselbe Notebook-Barebone unterschiedlich leistungsstarke Grafikboards zur Verfügung zu stellen und somit verschiedene Gerätekonfigurationen zu realisieren. Enduser sollen mittelfristig die Möglichkeit erhalten, die Grafikkarten in ihren mobilen PC einfach upzugraden.

Für Anwender, die in der Vergangenheit daran gedacht haben, ihren Desktop-PC durch ein Notbeook zu ersetzen, ist Performance schon seit einigen Jahren kein Hinmderungsgrund mehr. Wer seinen Rechner allerdings auf dem Stand der Technik halten wollte, stieß schnell an Grenzen, zum Beispiel was die Upgrade-Möglichkeiten des Grafiksubsystems betrifft. Dies war für zahlreiche Anwender Grund genug, dem Desktop-Rechner treu zu bleiben.

Nvidia glaubt, mit seinem neuen Grafikkarten-Modul MXM (Mobile PCI Express Module) die Einbindung von Grafikhardware in Notebooks neu ausrichten zu können. MXM wurde als konsistentes Grafikschnittstellenmodul für PCI Express-basierte Notebooks entwickelt und soll Geräteherstellern erlauben, neue Grafikchips von Nvidia oder anderen Firmen wie ATI schneller in ihre Geräte integrieren zu können - ohne dabei lange auf die Entwicklung eines proprietären Boards, wie sie beispielsweise Dell oder Alienware in manchen Modllen anbieten, warten zu müssen.

"Das is keine neue Idee", sagte Rob Csongor, General Manager bei der Mobile Division von Nvidia, im Gespräch mit Tom's Hardware Guide. "Wir sind daran ja schon von Desktop-Rechner her gewöhnt." Tatsächlich glaubt Csongor, dass Notebook-Anwender mit MXM mittelfristig Grafikkarten verwenden können, wie das bei Desktop-PC der Fall ist. Laut Csongor werden damit neue GPUs quasi zeitgleich in Notebooks und in Desktops verfügbar sein. Der Austausch der Grafikkarten könnte zudem so einfach funktionieren wie etwa das Wechseln der Batterie.

Dass MXM tatsächlich dazu beitragen kann neue GPUs in Notebooks schneller verfügbar zu machen, will Nvidia mit dem Launch der nächsten Chipsatzgeneration dem GeForce Go 6 erstmals demonstrieren. Csongor wollte keinen genauen Starttermin nennen, allerdings verwies er auf einen möglichen zeitgleichen Launch mit Intels Grantsdale, der Ende Sommer erwartet wird. Funktionsfähige MXM-Geräte könnten allerdings bereits auf der Computex, die von 1. - 5. Juni in Taipei stattfindet, zu sehen sein.

Nvidia preist MXM als "Standard" an, Wettberwerber wie ATI sind davon allerdings wenig begeistert, da die Technologie zumindest aktuell noch nicht als offener Standard zugänglich ist. Laut Csongor, kam dem Thema offener Standard bei der Entwicklung von MXM nicht Priorität zu. Für die Zukunft können er sich jedoch vorstellen, MXM einem "Kommitee" zu übergeben.

Chris Hook, PR MAnager bei ATI in Deutschland, meinte, dass auch sein Unternehmen Gefallen an der Idee eines universellen Standards für Notebook-Grafik-Module finde. Nvidias MXM sei jedoch eher ein "Marketing-Hype" und kein "gutgemeinter universeller Standard" der in Zusammenarbeit entstanden sei und über alle Plattformen und Formfaktoren hinweg funktioniere.

"Aus unserer Sicht ist MXM lediglich ein weiteres Modul und kein Standard", so Hook. "Original Design Manufacturer haben uns gesagt, dass sie MXM nicht als Standard erachten sondern eher als Option für Module."

Laut Nvidia wurde MXM in langwieriger Zusammenarbeit mit Notbeookherstellern erarbeitet und unterging 18 Revisionen. Läßt man dabei die Marketingsprache ausser Acht, hat MXM durchaus das Potenzial, Marktanteile abzugreifen und Grafikchips schneller verfügbar zu machen. Insbesondere Nvidia kann zudem seinen Kunden einen guten Grund und einen bequemen Weg geben, die Grafikhardware in einem Notebook hin und wieder upzugraden, was letzlich in höheren Absatzzahlen von GPUs resultiert. Ob MXM allerdings ausreicht, ATIs 73-prozentigen Marktanteil im Notebook-Markt ernsthaft zu attackieren muss sich noch zeigen.

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