NZXT Manta: Eigenwilliger ITX-Tower mit guter Kühlleistung

Mit dem Manta verfolgt NZXT einen ungewöhnlichen Ansatz: Das Tower-Gehäuse für ITX-Systeme wartet mit einer ungewöhnlich geschwungenen Linienführung auf und soll durch seine Außenwölbung viel Platz im Inneren bieten.

Unter dem Motto "Bend the rules" stellte NZXT bereits zur CES einen Prototypen des neuen Gehäuses Manta im damals noch recht eigenwilligem Lackkleid vor, sorgte allerdings mit einem undurchsichtigen Seitenfenster dafür, dass wir noch keinen Blick auf den Innenraum werfen konnten.

Das ändert sich nun, denn eines der wenigen verfügbaren Testexemplare des am 26. Januar offiziell eingeführten Gehäuses erreichte unsere Redaktion.

Laut eigener Aussage hat der Hersteller eine beträchtliche Zeit in die Entwicklung des Mantas gesteckt; für NZXT handelt es sich um eine der wichtigsten Neuvorstellungen des Jahres. Tatsächlich kann das Gehäuse dann auch mit einigen ungewöhnlichen Design- und Ausstattungsmerkmalen aufwarten, die sich nicht nur auf das reine Erscheinungsbild reduzieren lassen: Beim Manta handelt sich um ein Tower-Gehäuse für eine Kombination aus ITX-Mainboard und Full-Size-ATX-Netzteil mit optimiertem Innenraum.

Durch die Außenwölbung der Seitenteile soll mehr Platz als üblich im Innenraum bereitgestellt werden. Im Gegensatz zu den ansonsten im ITX-Gaming-Bereich üblichen Cube-Gehäusen soll so viel Platz für lange Grafikkarten, mehrere Radiatoren bzw. Kompaktwasserkühlungen bis zum 28-cm-Format und viele Gehäuselüfter für eine optimale Systembelüftung geboten werden.

Der Innenraum ist durchdacht, bietet einen Netzteiltunnel, viele Möglichkeiten zur versteckten Kabelverlegung sowie spezielle Beleuchtungs- und Belüftungs-Features, während der Außenbereich dank des verstärkten Zwei-Komponenten-Aufbaus aus Kunststoff und Stahlblech einen besonders stabilen Eindruck vermittelt. Doch zu den Details kommen wir an später noch.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das NZXT Manta lautet auf 139,99 Euro, die ersten Modelle sollten in den nächsten Tagen bei den Händlern eintreffen. Mögliche Farbkombinationen sind Schwarz-Weiß, Schwarz-Rot und Schwarz mit Seitenfenster sowie eine weitere schwarze Ausstattungsvariante ohne Seitenfenster.

Verpackung und Lieferumfang

Verpackung und Lieferumfang fallen nüchtern bis spartanisch aus. Das sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass NZXT dem Manta bereits einiges an fest verbauten Ausstattungsmerkmalen im Innenraum spendiert hat. Somit beschränkt sich das beigelegte Zubehör auf ein wenig für die Komponentenmontage nötiges Montagematerial, einen NZXT-Aufkleber und immerhin 20 Kabelbinder.

Dennoch: Ein Satz Netzteilschrauben mit normaler Gewindelänge und ein zweiter Satz Lüfterschrauben wären sicher nicht verkehrt gewesen. Unserem Testexemplar lag noch keine Bedienungsanleitung bei, eine mehrsprachige Version kann jedoch auch auf der NZXT-Homepage eingesehen werden, um sich mit den Sonderfunktionen des Gehäuses vertraut zu machen.

Aufbau und Außenansicht

Obwohl es sich beim Manta um ein Tower-Gehäuse für ITX-Systeme handelt, fallen die Abmessungen mit 42,6 x 24,5 x 45 cm dann doch recht üppig aus, dementsprechend bringt es auch knapp über sieben Kilogramm auf die Waage. Bedingt durch die leicht kugelige Form wirkt es aber dennoch kleiner, als es eigentlich ist.

Ungewöhnlich ist die Konstruktion der Seitenteile sowie von Deckel- und Frontblende: Hier setzt der Hersteller auf einen Verbund von Kunststoff und Stahlblecheinsätzen. Das zeigt sich überwiegend erst, wenn der Blick auf die Innenseiten der jeweiligen Bauteile gerichtet wird: Die großflächigen Teile aus Stahlblech wurden sozusagen von außen aufappliziert und durch mehrere Haltenasen befestigt.

Das sorgt nicht nur dafür, dass der Kunststoff im Außenbereich wie bei unserer schwarz-roten Gehäusevariante nur als Design-technisches Kontrastmittel wahrnehmbar ist, sondern verleiht sowohl den Seitenteilen als auch den beiden Blenden eine sehr hohe Formstabilität und Verwindungssteifigkeit: Einer unerwünschten und unbeabsichtigten Kaltverformung wird somit sehr effektiv entgegengewirkt.

Ein derartiges und im Gehäusebereich eher unkonventionelles Konzept wird auch nötig gewesen sein, um dem Manta mit seinen gebogenen Formen eine sehr hohe Grundstabilität zu verleihen. Zum robusten Konzept passt auch der matt-schwarze Lack, der im Vergleich zu Hochglanzvarianten deutlich kratzspurrresistenter ist.

Die Bedienelemente und Anschlüsse konzentrieren sich überwiegend auf den vorderen Bereich der Deckelblende. Hier gibt es zwei Audio-Anschlüsse (intern per HD-Audio-Stecker angebunden) sowie zwei USB-3.0-Steckplätze – mehr als einen internen Header für zwei externe Ports bietet derzeit ohnehin keine ITX-Platine aus dem Consumer-Bereich. Der auf der gegenüberliegenden Seite platzierte Ein-/Aus-Taster fügt sich unauffällig und ohne zusätzliche Prägung der Gehäuselackierung ins Design ein.

Wer den Blick an der Rückseite entlangstreifen lässt, kann hier ein zusätzliches Bedienelement für die LED-Beleuchtung des NZXT Manta entdecken.

Diese ist mehrstufig - es lässt sich somit entweder das beleuchtete NZXT-Logo an der Blende vor dem Netzteil oder eine starke LED-Beleuchtung für den rückseitigen Bereich an der ATX-Blende oder beides zusammen an- oder ausschalten, je nach Geschmack.

Am Boden setzt der Hersteller auf große, quer zum eigentlichen Gehäuse liegende Standfüße, die dem Netzteil eine ordentliche Beatmung erlauben und  mit weichen, verklebten Gummistreifen versehen wurden, um ein Verrutschen auf glatten Standflächen zu unterbinden.

Technische Spezifikationen

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11 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Derfnam
    Die Opel-Gang wird sich freuen^^.
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  • samserious
    Ein sehr interessantes Gehäuse ist es auf jeden Fall. Das Design ist überraschend anders imho und die Lüftersteuerung schaut wirklich gut aus (und nicht bloß ein heiß werdender Poti..). Die Wakü-Optionen sind natürlich genial und die Lüfterausstattung ab Werk ist sehr üppig (wie hochwertig die mitgeliefertenLüfter sind, kann ich nicht sagen).
    Aber:
    Wenn ich das richtig lese, lässt sich nur eine 3,5er HDD vernünftig einbauen (+ weitere SSDs), es gibt kein ODD, keine HDD-LED und keinen Reset-Switch und für den LAN-Einsatz ist das Gewicht ziemlich hoch. Zudem sieht auch die FOrm nicht danach aus, als ob sich das Gehäuse gut transportieren ließe. Vor allem aber sind die Abmessungen doch absurd:
    Das Manta misst 24,5 x 42,6 x 45 cm (b*h*t). Zum Vergleich : Mein ebenfalls bereits riesiges und erfrischend hässliches Aerocool StrikeX Cube (µATX] misst 28 x 38x 35 cm, dass Thermaltake
    Versa H15 (µATX) sogar nur 19,8 x 37,8 x 41,1 cm.
    Das Aerocool bietet nur eine eklige Lüftersteuerung, die sich kaum verwenden lässt, aber auch immerhin 2 RadiMountings, ein ODD, 3 vernünftig belüftete, entkoppelte 3,5er HDD-Slots, Resetschalter und HDD-LED sowie Tragegriffe und kostet 80€. Das Thermaltake fasst zwar keine Waküs (außer 120er Radis), aber nimmt auch zwei 3,5er HDDs vernünftig auf, bietet innen viel Platz, ist trotz ausreichender Stabilität nur knappe vier Kilo schwer und hat ebenfalls einen ODD-Slot bei 39€ Kampfpreis.

    Das perfekte miniITX-Gehäuse zu erschaffen, ist eine verlockende Herausforderung, aber wenn das ganze dann größer ausfällt als der nächstgrößere Formfaktor und einige größere Kompromisse eingegangen werden müssen, dann wird die Zielgruppe sehr klein werden..
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  • quixx
    14762 said:
    Die Opel-Gang wird sich freuen^^.


    Wo kommt der Fuchsschwanz ran?

    Außer der Vorteile beim Kabel hintenrum legen, sehe ich nicht, wo mehr Platz durch die Wölbung entstehen soll. Eine Grafikkarte, die Mitte bis Ende 5cm breiter als am Slotblech ist, gibt es wohl nicht?

    Optisch ist das vielleicht noch von Vorteil. Beim dezenten Aufstellen unter dem Tisch neben dem Schubladenteil schon eher nicht.

    Die Tuning-Szene wird sicher ein paar dutzend Euro mehr dafür ausgeben.
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  • Myrkvidr
    @samserious: Doch, eine HDD-LED gibts - passend zur Restbeleuchtung in weiß. Das ist der dünne Streifen, den oben vorn, dahinter sitzt eine LED.
    Direkte Konkurrenz wäre das Phanteks Enthoo Evolv und das bereits gelistete Fractal Design Define Nano S, beide deutlich günstiger, aber bieten eben auch weniger. Gerade im Hinblick auf die Stabilität von außen ist das Manta ne Ansage. Im Cube-Bereich gibts natürlich SEHR viel weitere Konkurrenz.

    Ich denke mir aber, dass so ein Mini-Case eh besser auf dem Tisch platziert wird als drunter. Und für die "relative" Höhe sind zwei Sachen verantwortlich: Die Standfüße (der eigentliche Body ist ja kleiner) und eben auch der Netzteiltunnel unten, macht nochmal ein paar Miliimeter, damti Platz zwischen dem und dem Netzteil bzw. Maionboard ist.

    @quixx: Der Vorteil ist, dass es dadurch weniger groß wirkt, als es ist. Wäre es etwas weniger breit und hoch, hätte dafür aber flache Seitenteile und Blenden, gäb es weniger Platz für Kühler und es würden vermutlich auch keine Lüfter unter die Deckelblende passen (also oben auf das Stahlgehäuse geschraubt, wenn man von unten einen Radiator befestigt).
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  • drno
    Hallo Kai - Mal ganz davon abgesehen, ob mir dieses Gehäusekonzept persönlich gefallen kann - überwiegend ja - fehlendes Optical und die unbelüftete HDD sind ein Manko - vergebe ich Dir sehr gern 9 von 10 Punkten für das erstellte Review.

    Nicht nur NZXT hat sich bei der durchaus gut durchdachten Konstruktion des Gehäusels Mühe gegeben! Du hast mit deiner umfangreichen und inhaltlich erstklassigen Produkt-Beschreibung dem Konstrukteur alle Ehre erwiesen!

    Warum das Teil jetzt aber gerade nach nem Manta benannt werden mußte, entzieht sich meiner Kenntnis. Außerdem fehlt dann eine dazu passende W-LAN Antenne in Stachelform.

    Ich hätte das Teil eher noch "Fat Boy" - nach ner Bombe - oder für den deutschsprachigen Markt "Moppelchen" benannt. Mein Marketing Tipp für den Hersteller wäre, sofern es löppt - das Teil vielleicht auch in ATX anzubieten.

    Designmässig gut dazu passend - http://
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  • Myrkvidr
    Dieser Monitor hat ein ganz exquisites Äußeres, vor allem die Auflösung weiß wahrlich zu beeindrucken! ;)

    Beim WLAN-Adapter muss ich aber sagen, dass ich hin und weg von der Version im Pokéball-Design bin. Ich wähle dich, Enton: http://us.dlink.com/products/connect/ac1900-wi-fi-usb-adapter/
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  • drno
    Bedenke, der Ferrari F20 ist ja auch nur ein 20 Zöller IPS = Stichwort "Seidenglanz" und das bummelig 10 Jahre alte Teil besticht immer noch als ein Design-Klassiker. Der Nutzen liegt eher im äußeren Erscheinungsbild - und demzufolge in dem, was man in ihm - nicht mit ihm sieht... LOL ^^ *Imagebooster*

    Damals gabs das Ding iwie noch als biederen Acer für die halbe Knete...Ich bekam leider auch nie zu wissen, was Acer der Imagetransfer vom Cavallo Rampante gekostet hat. Muß aber reichlich Patte gewesen sein!

    Von Vernunftkauf wurde auch damals nicht gesprochen, da würde der Officer nen NEC 2170 oder 2190 Super PVA bevorzugt haben.

    Auf den ersten Blick sah die W-LAN Kugel für mich eher nach nem Lautsprecher aus. Darum mag gern noch einen Speaker vorschlagen.

    Mein Design- und auch Technik- Soundtipp dazu:
    Rote Lansings - von 30 - 300 Ocken - der hier ist preis in der Mitte...
    http://www.notebooksbilliger.de/jbl+charge+2+rot+mobiler+bluetooth+lautsprecher/eqsqid/ba949171-0365-44ff-a7b2-8b193970696f
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  • Tesetilaro
    warum denke ich an dieser Stelle an boss motion? :-P
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  • Myrkvidr
    Ich fühle mich bei all den Produkten motiviert, mein Eigenheim ein wenig farblich und designtechnisch aufzupeppen. Es ist zu dunkel und zu nüchtern - und ohnehin ist ein Zimmer (von verschwenderischen zwei Zimmern) gerade ungenutzt. Mit einem kräftig gefärbten und ebenso kräftig tönenden Lautsprecher ließe es sich vielleicht wieder nutzbar machen, wenn ich das Kind der Nachbarin mit Gegenschall eliminiere (programmierbarer Gegenschall um 2 und 5 Uhr morgens, von 9-13 und 15-16:30 wäre eine brauchbare Lösung). So gewinnen letztlich mehrere meiner Sinne (Augen, Ohren) und die Nerven. Verlockend!
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  • drno
    Na gut! Mea Culpa! Du solltest halt nix testen, was nur iwie etwas mit Design - und zumeist auch Lian zu tun hat. Sorry - wenn mich so etwas anspricht, dann bricht das Kaufmanns-Gen voll halt aus - und der Verkäufer feiert fröhliche Urständ. Und? Passende Kopfhörer brauchste natürlich sinnvoller Weise auch noch!^^ Mit einzig so nem Gehäuse allein darf man doch keinen Design affinen Kunden nach Hause lassen. Wo kämen wir denn da hin?!
    Wir leben in einer Welt, in der Optik zieht! - Ergo: mmer schöne Ausstattung und reichlich Zubehör schon fix und foxi obendrauf packen!^^!^^

    Laß uns in Dubai und Abu Dhabi nen Laden aufmachen...!
    Zur Eröffnung dann von Lian zusätzlich eine OEM Swarowsky Edition!
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  • Derfnam
    Kuwait im Wikl nicht vergessen.
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