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OCZ RevoDrive X2: Wenn schnell nicht schnell genug ist

OCZ RevoDrive X2: Wenn schnell nicht schnell genug ist
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Standard-Controller mit Flash-Speicher im 2,5“-Format machen andere - OCZ setzt wieder auf Innovation und bietet IT-Profis und Power-Usern mit dem neuen RevoDrive X2 mehr Performance.

Wir haben vor ein paar Monaten die High-Speed Data Link-Technologie von OCZ getestet – dabei handelt es sich um eine Verbindung auf PCI Express-Basis, mit der die Limits von Serial ATA behoben werden sollen. Das Problem ist nämlich, dass sich Serial ATA trotz der voranschreitenen Umstellung auf 6 Gb/s (effektiv 600 MB/s) für schnelle Solid-State-Drive-Laufwerke nicht schnell genug weiterentwickelt hat. SSDs kratzen oft bereits an den Grenzen von SATA 3 Gb/s und wenn wir SandForce glauben schenken, dürfte die nächste Generation der SF-2500/2600-Controller demnächst jeweils bis zu 500 MB/s erreichen.

Als SATA mit 3 Gb/s zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien, waren keine Storage-Produkte so schnell, dass ein Upgrade von SATA 1,5 Gb/s wirklich sinnvoll gewesen wäre. Auch wenn wir heute nur mechanische Festplatten zur Verfügung hätten, würde die Umstellung auf SATA 6 Gb/s erst recht keinen Sinn machen.

Allerdings geht es bei SSDs um einen Paradigmenwechsel, durch den sich vieles ändert. Derzeit beschäftigen wir uns also mit einem Interface, das bereits als veraltet gilt, bevor es überhaupt richtig an Schwung gewonnen hat.

In absehbarer Zukunft wird es im Desktop-Bereich keine spürbaren Einschränkungen durch SATA 6 Gb/s geben. Allerdings verdeutlichte OCZ die Unzulänglichkeit des heutigen Speicher-Interfaces anschaulich durch zwei gestapelte PCBs mit vier SandForce-Controllern; das Unternehmen hat dieses Sandwich dann in einen 3,5-Zoll-Formfaktor untergebracht und das ganze an einen PCI Express-ähnlichen Bus angeschlossen. Das Ergebnis ist eine Streaming-Leistung für Lese- und Schreibvorgänge, die weit über den üblichen 600 MB/s liegt, die SATA in dritter Generation theoretisch ermöglicht.

Hier allerdings der Haken: Das von uns getestete OCZ IBIS-Laufwerk mit 240 GB kostet $659. Das dürfte aber selbst echten Enthusiasten zu teuer sein. Allerdings ist das auch nicht unbedingt der Markt, auf den OCZ mit dem IBIS abzielt. Das Unternehmen nennt vor allem Enterprise-Umgebungen als passende Zielgruppe, in der Kunden mit dem massiven I/O-Durchsatz des Laufwerks etwas anfangen können.

High-Performance-SSDs einmal anders

In 99 von 100 Fällen erscheint das IBIS als Lösung, bei der mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Das Produkt ist zweielsohne toll und eignet sich prima zu Demonstrationszwecken der Technologie, allerdings sind die Kosten von $2,75 pro GB Schwindel erregend hoch. OCZ bietet allerdings schon seit einiger Zeit auch boot-fähige SSDs, die direkt in einen PCI Express-Slot passen. Machen diese Modelle für Enthusiasten mehr Sinn?

Mit dem RevoDrive hat OCZ somit zum ersten Mal eine Solid-State-Technologie auf PCIe-Basis für das Desktop-Segment vorgestellt. Mit Übertragungsraten, die deutlich über denen eines einzelnen SATA 3Gb/s-Laufwerks liegen, bietet dieses Produkt die Performance einer RAID 0-Konfiguration in Kombination mit der Bedienfreundlichkeit eines einzelnen Laufwerks. Allerdings bietet sich dem Kunden hier auch kein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als mit zwei Vertex 2-SSDs auf SandForce-Basis im RAID-0-Modus. Preislich gesehen liegt man für eine Kapazität von 240 GB in jedem Fall bei 400 Euro.

Das neue RevoDrive X2 erhöht die Leistung noch weiter, wodurch das Unternehmen zugunsten der Performance auf ein sinnvolles Preis-Leistungs-Verhältnis vollständig verzichtet. Mit einem Preis von $650 (in den USA) für 240 GB ist das ganze nochmals teurer als vier Vertex 2-SSDs mit je 60 GB. Es stellt sich also die Frage, ob das Preisschild in einem derartigen High-End Speicher-Segment überhaupt noch eine Rolle spielt. Diese und weitere Fragen lassen sich durch einen Blick auf die Performance beantworten.

Alle 29 Kommentare anzeigen.
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  • Anonymous , 11. Januar 2011 09:37
    Super geil, schnell und teuer!
  • fffcmad , 11. Januar 2011 10:10
    Kann man sich auch selbst basteln. Dann kann man auf den billigen RAID-Controller darauf verzichten und hat aehnlich gute/ bessere Transferraten und I/O Werte. Das Ding besteht aus 4 SSDs und einem Software-RAID.
  • Anonymous , 11. Januar 2011 13:02
    fffcmadKann man sich auch selbst basteln. Dann kann man auf den billigen RAID-Controller darauf verzichten und hat aehnlich gute/ bessere Transferraten und I/O Werte. Das Ding besteht aus 4 SSDs und einem Software-RAID.

    Wenn alles immer so einfach wäre. Die sind nicht ohne Grund total überteuert.
  • demer , 11. Januar 2011 13:14
    doll-by-dollSuper geil, schnell und teuer!

    Alle Leute wollen heutzutage einen sehr guten Lohn, am Besten so wenig wie möglich machen dafür ordentlich kassieren, dazu sollten die Produkte eine Top-Qualität aufweisen und am Besten gleich noch umsonst......
  • avaka , 11. Januar 2011 16:19
    Findest du das etwa verwerflich das Maximum aus seiner Arbeit, Zeit und seinem Geld zu quetschen?
  • Anonymous , 11. Januar 2011 17:13
    Zitat :
    Alle Leute wollen heutzutage einen sehr guten Lohn, am Besten so wenig wie möglich machen dafür ordentlich kassieren, dazu sollten die Produkte eine Top-Qualität aufweisen und am Besten gleich noch umsonst......



    Es war immer schon etwas teuerer einen besonderen Geschmack zu haben!
    Ich wollte auch nichts umsonst! :sol: 
  • holgiheftig , 11. Januar 2011 18:12
    Das Verhältnis Preis pro Kapazität der PCIe-SSDs verbessert sich immerhin!!
    Sie knüpfen nun mit 1,9€/GB nahtlos an den SATA-SSD Markt an.
    Dennöch würde ich noch zu einem RAID0 aus mehreren Vertex2 zu 60GB tendieren, die kann man später immer noch in ein notebook packen. Und eine revo mit 240GB will ich mir bei dem zu erwarteten preisverfall nicht leisten.



  • knoxx , 11. Januar 2011 19:10
    avakaFindest du das etwa verwerflich das Maximum aus seiner Arbeit, Zeit und seinem Geld zu quetschen?

    definiere "Maximum".

    wer fühlt sich beim design an quantum3d grafikkarten erinnert? *schwelg*
  • avaka , 11. Januar 2011 21:08
    Soviel persönlichen Nutzen wie eben möglich unter gegebenen Rahmenbedingungen raushandeln bzw. die Grenzen voll ausreizen. Effizienz hätte es wohl besser getroffen da gebe ich dir Recht.

    Ich hab das so aufgefasst als wäre es ein Unding so wenig Geld wie möglich für seine Ambitionen auszugeben oder angemessene Bezahlung für seine Leistungen zu verlangen. Wenn sich die Gelegenheit bietet hol ich mit was ich brauchen/bekommen kann.
    Meine Grafikkarten hab ich für 140€ bekommen und danach sind sie auf 190€ gestiegen bevor es sie nicht mehr gab. Asche auf mein Haupt, wovon soll der Onlinehändler blos leben wenn ich ihm die 100€ nicht in den Rachen werfe.
  • knoxx , 11. Januar 2011 22:53
    avakaSoviel persönlichen Nutzen wie eben möglich unter gegebenen Rahmenbedingungen raushandeln bzw. die Grenzen voll ausreizen.

    ok, darauf wollte ich hinaus. leider sind diese rahmenbedingungen viel zu lasch, bzw. der persönliche nutzen wird falsch interpretiert. die geiz-ist-geil-mentalität bringt dioxineier, gammelfleisch, foxconnsuizide, urwaldrodung... desshalb kann ich dein maximumprinzip nicht ohne weiteres unterstützen. bei vernünftigen ambitionen sicher, bei egoistischen nicht.
  • borizb , 12. Januar 2011 00:26
    600MB/s sind halt schon was Feines. Meine OCZ Vertex2 ext. mit 275 in beide Richtungen hat 100€ gekostet mit 60GB. x4 wären das 400€ -> 240GB. Für doppelten Speed bei gleicher Kapazität kann man mindestens 25% aufschlagen, dann wären wir bei 500€. In Dollar sind das dann 650, und wem die Zahl jetzt bekannt vorkommt, der weiß auch warum. Soviel zum Thema teuer, der Preis ist für eine brandneue Innovation ehrlich gesagt sogar angemessen, und teuer wirds ja bekanntlich nur sehr selten. Feine Sache, das.
  • derGhostrider , 14. Januar 2011 02:04
    An folgender Stelle wollte ich erst das Lesen des Tests beenden:
    Zitat :
    IOMeter verwendet im Schreibtest nicht ausschließlich zufällige Daten und verschafft den Laufwerken auf SandForce-Basis dadurch einen Vorteil.


    Das gilt für veraltete IOmeter Versionen oder Leute, die nicht fähig sind die richtige Option auszuwählen.

    Bitte an die Redaktion:
    Testet doch bitte ordentlich mit den neuesten Versionen von IOmeter, oder lasst die Tests weg.

    Verfälschte Ergebnisse durch nicht-random-Daten lassen hier in den Beiträgen eure Leser gleich wieder denken, daß das Produkt super toll wäre. Random-Daten, die abseits von Benchmarks häufig vorkommen und die SandForce-Controller schlechter (realistischer) abschließen lassen, sind Pflicht für solche Tests!
    Schaut euch die PC Mark Vantage Ergebnisse an! In diesen Tests ist das Laufwerk, gemessen an seiner Leistung, überteuert. Stellt die anderen Benchmarks mit realitätsnahen Benchmarks nach und sie werden ebenfalls nicht viel besser ausfallen.
    Ein RAID-0 von SandForce-SDDs auf einer Karte ist und bleibt ein RAID-0.

    Was hilft mir eine Aneinanderreihung von 20 Balkendiagrammen, von denen alle wissentlich falsch sind?
    Korrekt wäre bei IOmeter Tests mit und ohne Random-Daten zu testen, das in ein und das selbe Diagramm zu schreiben und darauf hinzuweisen, daß ein echtes Benutzungsszenario irgendwo dazwischen liegt, mit deutlicher Tendenz zu den schlechteren Random-Werten.

    Dann noch der Vergleich von einem vergleichbar teuren RAID-0 und man stellt fest, daß diese tollen teuren "Wunderlaufwerke", die mit Trim ebenfalls nichts anfangen können, keine so wirklich tolle Alternative sind.

    Es ist eben *nichts* anderes als ein Host-Raid: Der SiliconImage Chip ist ein billiger Host-Raid-Controller. Es ist keine Wundersame Technik verbaut, die irgendetwas auf ominöse und Wundersame Weise verbessert.
    Es könnte höchstens sein, daß für die SF-Controller in der Firmware alles auf brute-force optimiert wurde (Trim-Unterstützung klappt im RAID eh nicht, also raus damit) und damit kleine Unterschiede erzeugt werden.
    Aber ob das zum Vorteil des Kunden ist, ist eine andere Frage.

    Wenn man das berücksichtigt und bedenkt, daß ein RAID-0 aus vergleichbaren SSDs auf ungefähr die gleichen Werte kommt, frage ich mich, was wirklich besser ist.

    BTW: Wenn man erst im Betriebssystem ein Soft-Raid einrichtet, sollte sogar TRIM funktionieren, auch wenn die Lösung für sich genommen einfach nur grauenhaft ist.
  • holgiheftig , 14. Januar 2011 08:08
    Soweit ich weiss funktioniert Trim im RAID0, wenn das Stripeset über die Windows Funktion "Dynamische Datenträger" realisiert wird.
    Durch Trim hat ein Bündel aus kleinen Vertex2 dann sogar einen Vorteil gegenüber den Revodrives. Ich halte es Preis/Leistungs-mässig für am sinnvollsten das gesamte SSD-Budget in einen haufen kleiner SSD zu stecken und ein Windows-Stripeset daraus zu basteln.

    @Ghostrider: Was soll daran Grauenhaft sein im Vergleich zu RAID0 mit Onboard-Controllern?

    Aus meiner Sicht hat die Windows Lösung sogar einen riesen Vorteil: Man kann die Platten an einen anderen Controller anschliessen und das Stripeset funktioniert trotzdem noch. Wenn einem dagegen bei einem Onboard-Controller-RAID0 das Mainboard den Geist aufgibt muss man sich eines mit gleichem Chipsatz kaufen um wieder an die Daten zu gelangen.
    (Bei RAID 1 (Spiegelung) ist die Windows-Lösung allerdings nicht vorzuziehen)
  • Anonymous , 14. Januar 2011 12:08
    Mir sind die ganzen Benchmark-Daten unwichtig, ich will wissen, wie sich das Revo-Drive X2 in Wirklichkeit anfühlt und da kann ich sagen: Einfach nur schnell ! Und was das ganze Gepfrimel mit SSD-Platten im RAID 0 angeht: RevoDrive X2 rein, Windows 7 installiert und nach max. 10 Minuten kann man loslegen. In der Zeit, wo das BS installiert ist, muss ich sonst erst noch Kabel legen, Platten einbauen und RAID 0 konfigurieren -> zu viel Arbeit. Was juckt mich da der Preis ? Gute Ware hat halt mal einen höheren Preis, den ich auch bereit bin, auszugeben. Weg mit den systhetischen Benchmarks, die die Randzonen des täglichen Arbeitens ausloten oder aber Werte ermitteln, die nichts aussagen.

    Fazit: Ich bin bis heute total zufrieden mit dem RevoDrive X2 und werde mir sicherlich auch gleich das X3 holen, wenn es rauskommt. Schneller ist immer gut !
  • holgiheftig , 14. Januar 2011 12:35
    Nunja, sata-kabel anzubringen ist nicht wirklich arbeit und beim partitionieren stripeset zu wählen erst recht nicht. Auch Treiber wie beim Revodrive muss ich vor der Installation nicht über USB o.ä. hinzufügen. Stattdessen gibt dafür trim support, auf den du so verzichten musst.
    Ich z.B. könnte ein solches Revodrive momentan garnicht verbauen, da ich keinen X4-PCIe Slot frei habe.
    Und Hardware-basteln rechne ich nicht mit einem Stundenlohn von 50€ dagegen, denn es ist mein Hobby! Dafür gibts dann ein paar gigs mehr fürs gleiche Geld +Trim.

    Aber ich will das Revodrive nicht schlecht machen, es ist ein tolles Produkt. Wem Preis/Leistung egal ist der soll sich ein paar X2 verbauen. Und die X1 schliessen sich (erstmals) auch preislich an den 2,5" SSD-Markt an.
  • derGhostrider , 14. Januar 2011 14:59
    @Holgi:
    Mit meinem Beitrag wollte ich nicht behaupten, daß ein RAID-0 per Host-RAID auf dem Board besser wäre. Wobei ein Absturz vom OS vielleicht weniger katastrophale Folgen haben sollte. ... andererseits: Alles, was nur auf der CPU läuft, ist da unter Umständen nur einen Crash vom Datenverlust entfernt.
    (Worst-Case, aber möglich!)

    @CommanderTom:
    Wenn Du die Vorteile von TRIM nicht zu schätzen weißt und kurzfristige Leistungsspitzen so toll findest: Bitte.
    Die Benchmarks zeigen, daß das Revo-Drive nicht so viel Schneller ist im Vergleich zu einer einzelnen schnellen SSD, es eventuell sogar noch einige, hier nicht getestete, SSDs gibt, die das Revo-Drive nicht nur in die Tasche stecken, sondern auch auf langer Sicht gleichbleibende Freude bereiten und in allen Benchmarks besser abschneiden.

    Jedem das seine. Herzlichen Glückwunsch zu einem RAID-0-Verbund mit Sandforce SF-1200ern... Irgendwie ist das nichts für mich.
  • holgiheftig , 14. Januar 2011 16:48
    Deine Angst vorm Datenverlust verstehe ich nicht: weshalb ist das Risiko bei einem Systemabsturz im RAID0 größer als im non-raid? Die Daten im Schreibcache stehen vor dem gleichen Risiko oder irre ich?

    Dagegen finde ich das Problem mit dem Defekten Mainboard derart groß, dass ich über den Board-Controller kein RAID10 oder RAID5 mit sensiblen Daten einrichten würde. (RAID0 sowiso nicht)
  • fffcmad , 14. Januar 2011 16:59
    RAID 0 ist auch bei einem Software-RAID, wenn vernuenftig implementiert, bei einem Absturz nicht hoeher gefaehrdet als eine einzelnde Platte. Chkdsk kann das Dateissystem dann wieder reparieren. Bei RAID 5 oder 1 siehts dann aber finsterer aus.
  • holgiheftig , 14. Januar 2011 17:09
    verwechselst du gerade zufällig RAID 0 und 1 ?

    Soweit ich weiss ist das Dateisystem nicht das Problem, bei Dynamischen Datenträgern kann das Windows, ansonsten sollte es der RAID Controller bringen.
  • fffcmad , 14. Januar 2011 17:56
    Nein, ich verwechsel nichts. Bei RAID null ist es voellig egal, ob der Rechner abschmiert. Bei RAID1 dagegen muessen beide Platten ja identisch sein. Mit etwas Pech hat man dann also schon den "Degraded"-Status. Bei RAID 5 geht mit Pech ein Teil eines Stripes oder gar die Parity-Daten floeten. Wenn der Controller nicht so was wie "Bad-Stripes" kennt, ist der Ofen dann aus.
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