OCZ Vector 180 im SSD-Vergleichtest: Ein Schritt zurück, zwei Schritte vor

Die Vector 180 ist die zweite Client-SSD seit der Übernahme von OCZ durch Toshiba. Das Resultat ist keine Überraschung, aber ein klares Zeichen einer neuen Philosophie. Wir vergleichen die neue SSD u.a. mit Crucials MX200 und Corsairs Neutron XT.

Was hat OCZ nicht hinter sich: Überdurchschnittlich viele Ausfälle mancher Serien noch vor einigen Jahren und dann ein leichter Schlingerkurs zwischen Client und Enterprise mit unklarer Zukunft. Doch dann kam Toshiba und übernahm das Unternehmen, denn die Marke OCZ ist trotz aller Umstände wohl bekannt.

Aus OCZ Technology wurde OCZ Storage Solutions (A Toshiba Group Company) und die erste neue SSD, die ARC 100, hat sich ihren Platz bei den Einsteiger-SSDs verdient.

Das Laufwerk funktioniert nach unserer Kenntnis ganz gut im Markt, basiert wie alle kommenden Modelle ausschließlich auf Toshiba NAND-Flash-Speicher und bietet ein einzigartiges Garantiepaket namens Shield Plus: Im Defektfall gibt es während der Garantiezeit von drei Jahren bei der ARC 100 einen kostenlosen Vorabtausch – das klingt gut; das "neue" OCZ meint es also ernst.

Vector 180 als Top-Modell

Nun kommt die Vector 180 und positioniert sich gegen Samsung SSD 850 Pro oder SanDisk Extreme Pro. Das ist eine Ansage, auch wenn die SATA-Schnittstelle Performance-Ausreißer nach oben verhindert - bei knapp 550 MByte/s ist ohnehin Schluss. Wichtiger sind aber die I/O-Leistung und die Fähigkeit, hohe Performance auch bei intensiver Beanspruchung liefern zu können – hier trennen sich Spreu vom Weizen und genau hier will OCZ punkten.

Kapazitäten bis 960 Gigabyte, hohe Performance-Spezifikationen (vor allem beim zufälligen Schreiben unter Dauerlast) und fünf Jahre Garantie sind heute notwendig, um oben mitzuspielen. Eine Zuverlässigkeit (TBW) von 50 Gigabyte Schreibdatenmenge pro Tag übersteigt momentan sogar die Angaben der meisten Wettbewerber.

Der Punkt Zuverlässigkeit steht bei der Vector 180 klar im Vordergrund, denn zusätzliche Sicherheitsfunktionen gepaart mit der Tatsache, dass die fünfjährige Garantie auch wieder Shield Plus inklusive Vorabtausch bietet, erzeugen bei den Testern zugegebenermaßen einen Vertrauensvorschuss. Denn fünf Jahre Garantie ohne Ärger und mit schneller Abwicklung (wir unterstellen, dass das in der Praxis auch gelebt wird) ist vermutlich wertvoller als eine zehnjährige Garantie mit womöglich langer Bearbeitungszeit. Hier fehlen jedoch zuverlässige Statistiken. Fast sicher ist jedoch, dass wohl nur die wenigsten der heute verkauften Samsung 850 Pro- oder SanDisk Extreme Pro-SSDs im Jahr 2025 wirklich noch im praktischen Einsatz sein werden.

Doch greifen wir nicht zu viel vorweg: Es heißt Vector 180 gegen den Rest der etablierten SSD-Anbieter – inklusive der neuen Corsair Neutron XT und Crucials MX200. Letztere ist zwar nicht als High-End-Modell-Gedacht, aber das angekündigte, aggressive OCZ-Pricing drängt den Vergleich dennoch auf. Zudem verspricht Crucial noch größere Schreibdatenmengen.

Aber hier erstmal die technischen Daten der drei heutigen Testkandidaten:

Testkonfiguration

Alle Laufwerke werden für einen Zeitraum von drei Stunden mit zufälligen 4 KB-Zugriffen belastet, um ein zuverlässiges Pre-Conditioning zu erreichen. Sinn ist es, dass das Laufwerk eine Menge zu tun hatte, denn dann zeigen sich größere Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen. Denn manche SSDs zeigen ihre Höchstleistung nur kurz; andere können Performance-Werte dagegen über längere Zeit aufrechterhalten. Enterprise-SSDs sind besonders darauf ausgelegt, ihre Leistungsniveaus im Dauerbetrieb aufrecht zu erhalten und liegen in den Spitzenwerten deswegen meist unter dem Niveau von Consumer- bzw. Client-Laufwerken wie den Modellen in diesem Test.

Über die Dauer des Pre-Conditionings lässt sich streiten. Zudem führen Funktionen wie TRIM in der Praxis dazu, dass sich die Leistungsabgabe in der Praxis normalisiert. Benchmarks auf Basis von Programmen, die eine Partition voraussetzen (AS SSD, CrystalDiskMark) zeigen Unterschiede nach Pre-Conditioning nicht so stark auf wie ein IOMeter, welches direkt auf das Laufwerk schreibt und nach ein paar Stunden harter Last bei der Ausführung unserer Standard-Tests deutliche Unterschiede zutage fördert.

Testkonfiguration: Performance-Messungen
System-Hardware
CPU:Intel Core i5-2500K (32 nm, Sandy Bridge, D2), 4C/4T, 3.3 GHz, 4x 256 KByte L2-Cache, 6 MByte L3-Cache, w/ HD Graphics 3000, 95 Watt TDP, 3.7 GHz max. Turbo
Motherboard (Sockel 1155):Gigabyte Z68X-UD3H-B3, Revision: 0.2, Chipset: Intel Z68, BIOS: F3
RAM:Corsair TR3X6G1600C8D, 2x 2 GByte DDR3-1333
System-SDD:Intel X25-M G1, 80 GByte, Firmware 0701, SATA 3 GBit/s
Controller:Intel PCH Z68 SATA/600 
Netzteil:Seasonic X-760 760 Watt, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Performance-Messungen:h2benchw 3.16
PCMark 7 1.0.4
I/O-Performance:IOMeter 2006.07.27
Fileserver-Benchmark
Webserver-Benchmark
Database-Benchmark
Workstation-Benchmark
Streaming Reads
Streaming Writes
4K Random Reads
4K Random Writes
System-Software & Treiber
Treiber:Details
Betriebssystem:Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf:9.2.0.1030
Intel Rapid Storage :10.​5.​0.​1026
Testkonfiguration: Messungen Leistungsaufnahme
System-Hardware
Hardware:Details
CPU:Intel Core 2 Extreme X7800 (65 nm, Merom XE, E1), 2C/2T, 2.6 GHz, 4 MByte L2-Cache, 44 Watt TDP
Motherboard (Sockel 478):MSI Fuzzy GM965, Revision: 1.0, Chipset: Intel GM965, BIOS: A9803IMS.220
RAM:Crucial BallistiX CM128M6416U27AD2F-3VX, 2x 1 GByte DDR2-666
System-HDD:Western Digital WD3200BEVT, 320 GByte, SATA 3 GBit/s, 5400 U/min
Controller:Intel ICH8-ME
Netzteil:Seasonic X-760 760 Watt, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Video-Playback:VLC 1.1.1
Big_Buck_Bunny_1080p
I/O-Performance:IOMeter 2006.07.27
Database-Benchmark
Streaming Writes
System-Software & Treiber
Treiber:Details
Betriebssystem:Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf:9.2.0.1021
Intel Graphics:15.12.75.4.64
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1 Kommentar
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  • Hat es einen besonderen Grund für die Performance-Messung und für die Messung der Leistungsaufnahme verschiedene Systeme zu verwenden?
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