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Nobler Pfadfinder für Radfahrer: Der Garmin Edge 810 im persönlichen Kurztest

Nobler Pfadfinder für Radfahrer: Der Garmin Edge 810 im persönlichen Kurztest
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Kürzlich erst durfte ich meine Erfahrungen mit der Sony Alpha 57, ihres Zeichens eine semiprofessionelle Digitalkamera, schildern. Jetzt nenne ich schon wieder ein neues Spielzeug mein eigen. Der Edge 810 von Garmin ist ein mobiles Navigationssystem, das speziell auf die Anforderungen von Radfahrern zugeschnitten ist. Für mich als begeisterten Mountainbiker und Rennradler also genau das Richtige.



Bevor ich genauer auf das Gerät eingehe, ein kurzer Exkurs zum Thema Outdoor-Navigation, für alle, die damit noch nicht in Berührung gekommen sind. Zunächst einmal kommen viele Outdoor-Navis wie auch das Garmin Edge 810 ohne oder nur mit rudimentärem Kartenmaterial daher, zumindest, was die Bereiche abseits öffentlicher Straßen betrifft. Solange man sich nur dort bewegt, funktioniert das Routing oft ähnlich wie beim Auto: Man gibt eine Adresse an, und das Navi führt einen mittels Abbiegehinweisen zum Ziel. Mit dem Fahrrad entsprechen diese Routen aber meist nicht dem, was sich der gemeine Radler so vorstellt, nämlich verkehrsarme Nebenstraßen, Wirtschaftswege und gut ausgebaute Radwege. Dafür benötigt man speziell angepasstes Kartenmaterial, etwa die Garmin Topo Deutschland V6 Pro, eine topographische Karte, die ich gleich mitbestellt habe. Diese Karte ist sehr detailliert und beinhaltet auch kleinste Feld- und Waldwege, so genannte Singletrails.


Wo wir schon beim nächsten Problem wären: Radfahrer stellen unterschiedliche Ansprüche an die Streckenführung. Während eine Familie beim Sonntagsausflug gut befahrbare, aber ruhige Straßen und Wege bevorzugt, zieht es den Mountainbiker in deutlich unwegsameres Gelände. Und der Rennradler fährt am liebsten auf der Straße, abseits des dichten Verkehrs. Diese unterschiedlichen Ansprüche optimal zu bedienen, versucht Garmin mit seiner neuesten Topo-Karte durch die Nutzung von Profilen. Ob das zufriedenstellend klappt, sehen wir im Verlauf des persönlichen Tests. Der Hauptunterschied zwischen Auto- und Outdoor-Navigation besteht aber in der Routenplanung und -aufzeichnung. Mit der entsprechenden Software lassen sich selbst komplexeste Routen auf dem PC oder auf einschlägigen Webseiten vorplanen und dann als Route oder Track auf dem Navi speichern. Dabei enthält eine Route Abbiegehinweise, ein Track ist hingegen nur eine Linie, die in der Karte angezeigt wird. Man folgt einfach der Linie und fährt so den geplanten Track nach. „Insider“ sprechen hierbei von Wurm- oder Krümelnavigation. Auch live aufgezeichnete Tracks lassen sich auf diese Weise in umgekehrter Richtung abfahren, etwa wann man sich verfahren hat und zum Ausgangspunkt zurückkehren will. Nun aber genug der langen Worte, schauen wir uns den kleinen Pfadfinder mal genauer an.

3 Kommentare anzeigen.
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  • Kimbos , 26. Juni 2013 18:05
    Die meisten Fahrräder haben doch einen recht ausdauernden Energiespender dabei(den Fahrer). Kann das Gerät auch über einen Dynamo geladen werden? Natürlich benötigt man eine Schaltung dafür, aber so etwas gibt es sicherlich. Wenn es sowas gibt, besteht die Möglichkeit das Laden im "alltag" einmal zu testen?
  • shark1705 , 26. Juni 2013 20:34
    Was leider auch bei diesem Gerät noch grauenhaft ist, ist die Displayauflösung. Ich selber fahre einen Garmin Edge 800 auf dem Rennrad. Das Kartenproblem kann man ganz einfach umgehen, da gibt es genügend kostenlose und legale Kartenvarianten im Internet. Ich rate auch jedem Kaufinteressenten davon ab ein Bundle mit Karte zu kaufen (wobei ich momentan nicht auf dem Sachstand bin, welche Bundle es gibt. Früher gab es ohne Sensoren - Herzfrequenz + Trittsensor - die beiden Sensoren + Karte). Die Akkuleistung ist eigentlich mehr als ausreichend. Ich komme immer ca. 18-20 Stunden hin, was so für 3-4 Ausfahrten reicht ca. 400 km reicht. Die Frage nach dem Aufladen stellt sich also in den seltensten Fällen, da nur ein sehr kleiner Bruchteil der Leser hier mehr als 20 h am Stück auf dem Rad verbringen.

    Sicherlich mag all diese Funktionen auch ein Handy abdecken, aber ich finde es irgendwie immer komisch, wenn die Leute die Handys an ihren Lenker klemmen. Das erinnert mich an die Kindheit, wo man so ein kleines Radio am Lenker hatte
  • MarioWario , 28. Juni 2013 06:26
    Ich selbst habe das Edge 500 gekauft - für das Rennrad mit 1/3 der Größe des Edge 800/810 (leider ist das neue Edge 510 fast so groß wie das 800er). DIe Kartendarstellung bekommt man halt erst nach dem Training (Trainingsstrecken lassen sich auf das Gerät übertragen). Neben Garmin Connect nutze ich Golden Cheetah als Trainings-Analysesoftware (kostenlos, OpenSource für Mac, Linux und Wds.).

    Ein Nachteil vom Edge 810: Es ist nur Bluetooth 3.0 und nicht 4.0 verbaut, d.h. keine BT 4.0 Peripherie verwendbar (würde Strom sparen). Peripherie meint hier: Herzfrequenz-Meßsensoren, kombinierte Speed-/Cadence-Sensoren.
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