Einkaufsratgeber für Outdoor-Smartphones: Darf es etwas Robustes sein?

Standards und Normen

Viele Outdoor-Handys und -Smartphones sind nach bestimmten Standards und Normen - beispielsweise IP54 und MIL-STD-810G - zertifiziert, welche die Robustheit eines Handys näher spezifizieren. Im Folgenden wird erläutert, was diese Begriffe im Detail bedeuten.

Bildquelle: © William Hook / flickr.comBildquelle: © William Hook / flickr.com

IP-Code

Der sogenannte IP-Code (IP steht für International Protection oder Ingress Protection) gibt den Schutzgrad eines Handy gegen das Eindringen von Fremdkörpern (z. B. Staub) und das Eindringen von Wasser an.

Er setzt sich zusammen aus den Buchstaben IP und zwei Ziffern, wobei die erste den Schutz gegen Fremdkörper und die zweite den Schutz gegen Wasser angibt. Je höher eine Ziffer ist, desto höher ist der Schutzgrad. Die bei Outdoor-Handys am häufigsten vorkommenden IP-Codes sind folgende:

  • IP68 = staubdicht (6) und bei einer Tiefe von mehr als einem Meter wasserdicht (8)
  • IP67 = staubdicht (6) und bei einer Tiefe von einem Meter für 30 Minuten wasserdicht (7)
  • IP58 = staubgeschützt (5) und bei einer Tiefe von mehr als einem Meter wasserdicht (8)
  • IP57 = staubgeschützt (5) und bei einer Tiefe von einem Meter für 30 Minuten wasserdicht (7)
  • IP56 = staubgeschützt (5) und gegen starkes Strahlwasser geschützt (6)
  • IP55 = staubgeschützt (5) und gegen Strahlwasser geschützt (5)
  • IP54 = staubgeschützt (5) und gegen Spritzwasser geschützt (4)

Staubdicht bedeutet hierbei, dass kein Staub in das Gerät eindringen kann und staubgeschützt bedeutet, dass Staub eindringen kann, aber nicht in solchen Mengen, dass die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt wird. Bei IP58 und IP68 wird die tatsächliche Wassertiefe vom Hersteller bestimmt, üblich sind 1,5 oder 2 Meter.

Um wirklich outdoortauglich zu sein, sollte ein Outdoor-Handy mindestens nach IP57 zertifiziert sein, besser noch IP67, IP58 oder IP68.

MIL-STD-810

Die MIL-STD-810 ist eine Norm des amerikanischen Militärs, in welcher Testbedingungen für Militär-Ausrüstung festgelegt sind. Die aktuelle Ausgabe der Norm ist MIL-STD-810G von Oktober 2008, welche die Version MIL-STD-810F von Januar 2000 abgelöst hat. Die in der Norm festgelegten Testbedingungen umfassen nicht nur Umwelteinflüsse wie Staub und Wasser, sondern auch Hitze, Kälte, Pilzbefall, Stöße, Explosionen, Vibrationen und Säure.

Leider sind Angaben darüber, dass ein Gerät nach MIL-STD-810G zertifiziert ist, nicht besonders aussagekräftig, da Hersteller entsprechende Tests recht frei gestalten und selbst durchführen können.

Wer also ein Outdoor-Handy kaufen möchte, das bestimmten Umwelteinflüssen trotzen können muss, sollte sich vorher informieren, mit welchen Testmethoden und welchen Grenzwerten Hersteller Tests an den Geräten durchgeführt haben. Eine Auflistung aller nach Militärstandard zertifizierten Outdoor-Handys finden Sie hier.

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7 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    sehr schön, endlich hat das mal einer aufgedröselt :D

    Vielen Dank!!!
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  • gst
    Aber gern doch; we're here to serve und so weiter... :D
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  • avaka
    Cooler Test, wirklich. Was eventuell noch schön wäre:Wie sieht es mit massiven Smartphonehüllen aus? Fürs iPhone gibt es z.B. durchaus Hüllen die sinngemäß gegen nen nuklearen Winter resistent sein sollen. Ist dann zwar ein Klotz wie aus C-Netzzeiten aber manchmal ist das unwichtig.
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  • gst
    Wäre nicht uninteressant, die mal zu besprechen, stimmt. Andererseits: Sie reden ja anscheinend nicht von "einfachen" Schutzhüllen, sondern von sehr speziellen, sonst ließe sich ja z.B. keine Wasserdichtigkeit erreichen. Haben Sie da ein bestimmtes Beispiel im Sinn?Die Frage ist halt, wie relevant das ist. Schließlich will man ja nicht für einen 60-Minuten-Tauchgang am Riff unter Wasser abtauchen, sondern ein solches Smartphone im Alltag benutzen. Wenn man da jedesmal das Äquivalent eines externen Unterwassergehäuses für DSLRs bemühen muss... Und wenn es eher "normale" Schutzhüllen und -folien sind, dann machen die bezüglich Stoß- und Kratzfestigkeit zwar definitiv Sinn, machen das Gerät aber noch lange nicht zu einem "echten" Outdoor-fähigen Smartphone.
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  • Tesetilaro
    wobei man fairerweise - und zur Ehrenrettung normaler Spartphones - sagen muß, ein ordentlicher Siliconbumper, gepaart mit einer gescheiten Folie bringt einen wirklich weiter...

    Meine Frau hatte das für eins ihrer alten LGs - da hat mein kleiner Sohn drauf rum gekaut als er noch im passenden alter war... Mal davon ab, daß es fast nicht hinhaut, daß einem das Ding aus der Hand rutscht, wenns doch mal fällt, aus 1,5 m auf beton - da kann nix passieren...

    Man sollte halt nicht versuchen IM Aquarium zu fotografieren :P
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  • avaka
    Ich dachte an Otterboxen. Diese Kampfklasse an Handyschutzhüllen. Übermäßig kenn ich mich da nicht aus, sonst würde ich nicht fragen ;-)Ich habe mal von einer gelesen die hatte sogar einen Zusatzakku integriert damit das Ding wenigstens etwas länger hält. Ich weis aber nicht mehr Welche das war.
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  • derLordselbst
    Wie bei fast allen Smartphone-Tests wird ein entscheidendes Kriterium nicht mit untersucht:

    Die Sende- und Empfangsleistung

    Die meisten der hier vorgestellten Outdoor-Smartphones (wie eigentlich auch die meisten "normalen" Smartphones) sind da erbärmlich.

    Führend waren da die alten Blackberrys. Von den hier vorgestellten kann nur das XCover 2 gute Sende- und Empfangseigenschaften vorweisen, (ähnlich wie die 9000er Blackberrys). (Wir setzen das jetzt für unsere Außendienstler ein, da die neuen Blackberrys leider nicht mehr mit unseren Firmenanwendungen zusammenarbeiten.)

    Ein Outdoor-Smartphone, dass nur innerhalb von Städten Empfang hat, ist bestimmt nur begrenzt nützlich...
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