Wer Intels P67-Chipsatz will, braucht ein neues Motherboard. ASRock zeigt mit dem Transformer, dass man dazu nicht zwingend auch eine neue CPU benötigt. Doch für wen macht das Chamäleon eigentlich Sinn?
Die LGA 1156-Plattform von Intel kam Ende 2009 auf den Markt und hat neben Lob für beeindruckende Performance auch Tadel einstecken müssen: Upgrades von Sockel LGA 775 sind nicht möglich und die Lebenszeit war durch den kürzlich vorgestellten Sockel LGA 1155 mehr als absehbar. Preisbewusste Enthusiasten profitierten mit LGA 1156, also der letztjährigen Plattform, endlich von allen Vorteilen der Nehalem-Architektur von Intel, allerdings hatte das Design auch Haken.
Erstens hat der in der CPU integrierte PCI Express 2.0-Controller der P55-Chipsatz-Familie zwar geringere Latenzen als die bisherigen Controller im Chipsatz P45 und zuvor, aber er bietet insgesamt lediglich 16 Lanes, die mit voller Bandbreite angesteuert werden und maximal zwei Geräte unterstützen. Zweitens laufen die acht PCIe-2.0-Links, die aus dem P55 PCH herausgeführt werden, nur mit der halben Bitrate von 2,5 Gb/s. Wir vermuten hier, dass die selbst auferlegte Einschränkung beim PCI Express nicht unbeabsichtigt war, um die Verwendung von RAID-Controllern mit x4 PCI Express in professionellen Einsatzumgebungen zu unterbinden. Damit könnte hauseigene Konkurrenz durch den X58-Chipsatz vermieden worden sein. Der tatsächliche Effekt ist in der Praxis allerdings, dass Serial ATA mit 6 Gb/s und USB-3.0-Controller auf etwa die Hälfte der eigentlich möglichen Performance beschränkt sind. Zwar betrifft das vor allem Power-User; schön ist das allerdings nicht.
Genau an diesem Punkt hat Intels Erzrivale AMD angesetzt. Die Mainstream-Chipsätze von AMD verfügten bereits lange vor dem Intel P55 über ungenutzte PCIe-2.0-Links und boten damit eine vollwertige Unterstützung von USB 3.0- und SATA 6 Gb/s-Controllern – und das mit einem grundsätzlich alten Chipsatz. AMD hat zudem eine neue Southbridge mit integriertem SATA-Controller und 6 Gb/s passend dazu entwickelt. Schlimmer wiegt allerdings, dass Intel als Entwickler von USB 3.0 schon vor dem Designprozess der LGA 1156-Plattform wusste, dass die am Ende vorhandene Chipsatz-Bandbreite ein Problem darstellen kann. Obwohl die LGA 1156-Plattform eine hervorragende CPU- und Einzel-GPU-Performance bietet, so bleiben die Einschränkungen bei der Bandbreite der P55-Plattform doch als unnötiger Fauxpas in Erinnerung.

Dieses Kapitel der Chipsatz-Geschichte von Intel wird nun geschlossen. Dafür gebührt auch unseren Lesern entsprechender Dank, denn am Ende erreichen Kunden durch sanften Druck auf den Hersteller am ehesten Anpassungen. Die Mainstream-Plattformen auf Basis des P67-Chipsatzes wurden mit zwei Anschlüssen nach SATA 6 Gb/s-Standard ausgerüstet. Die Strategie des Unternehmens war bislang immer, den Anforderungen der Kunden dann nachzugeben, wenn aus Unmut nahezu Protest wurde. Aus Business-Sicht verständlich – aus Kunden-Sicht keinesfalls.
Zusätzlich zum höheren Durchsatz für Festplatten bietet Intels neuer P67 Express PCH (Platform Controller Hub) auch einen höheren Durchsatz für das Direct Media Interface (DMI) auf PCIe-Basis. Dadurch kommen zumindest vier der acht PCIe 2.0-Lanes gleichzeitig in den Genuss der vollen Bandbreite. Dies bedeutet, dass auch USB 3.0-Controller ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können und auch die volle Unterstützung von PCIe 2.0-Karten mit vier Lanes dürfte bei einigen Motherboard-Designs möglich sein.
Während Intel die Sandy Bridge-Prozessoren samt neuer P67-Plattform anbietet und am liebsten beides zusammen an den Mann bringt zeigt ASRock, dass der neue Chipsatz auch in Verbindung mit den bekannten Prozessoren in bestimmten Fällen noch Sinn machen kann.
- Mit Sockel LGA 1156 in die Zukunft
- LGA 1156 mit P67? Kein Problem mit dem P67 Transformer
- Konkurrenz aus dem selben Haus
- Testsystem und Konfiguration
- Storage-Performance: Transferdiagramme
- Storage-Performance: Sustained, Repetitive, Streaming
- Storage-Performance: Zugriffszeit und I/Os
- Storage-Performance: PCMark Vantage
- System-Performance: DX11-Games
- System-Performance: DX10-Games
- Leistungsaufnahme und Effizienz
- Zusammenfassung und Empfehlung
Oje... was für ein Board... Irgendwie würde mich das nicht ansprechen.
Indirekt kann man sich dann wohl auf einen Test des Extreme6 freuen, oder?
Umgedreht wird ein Schuh draus, LGA1155 wurde eingeführt, weil LGA1156 ungeeignet für Sandy-Bridge ist, da Sandy-Bridge zu anders ist als die Vorgänger i-Modelle.
Die Notwendigkeit neuer Sockel ist zwar traurig aber gang und gäbe. Ich als AM2 Besitzer könnte physisch AM3 Prozessoren aufstecken, aber es gibt kein BIOS Update seitens ASUS. Kurzum, selbst ich müsste das Board wechseln für eigentlich kompatible CPUs...
Aber die Frage stellt sich mir auch, welchen Kundenkreis bedient dieses Board?!?
Schön, dass du deinen Bastian Sick gelesen hast! Allerdings wurde der Ausdruck 'Sinn machen' schon von Luther und Goethe verwendet und diesen beiden traue ich dann doch mehr Sprachkompetenz zu als irgendeinem dahergelaufenen Journalisten (auch wenn er sich für den deutschen Sprachpapst halten mag)...
BTT:
Wieder mal eine typische AsRock-Lösung, die sicher ihre Abnehmer finden wird. Vor ein paar Jahren gabs z.B. AsRock-Boards, die sowohl AGP als auch PCIe boten, das ging ja in ne ähnliche Richtung...
Kein Vergleich zu den legendären Asrockbrettern die mit keiner Spezifikation und Standards einen Vertrag hatten und alles mit jedem kreuzten was sich nicht wehrte und billig war.
So schäbig die Dinger auch waren, sie sind auf ihre Art cool und haben manchen 15 Jährigen Zocker mit 30 Flocken in der Tasche weiter gebracht.
Von dem Vorurteil, dass AsRock nur Schrott produziert, halte ich eh nix. Da hatte ich schon Gigabyte- und Asus-Bretter, die weitaus mehr Probleme gemacht haben...
KlingonTech Produkte haben ja den Ruf das sie net immer die Schnellsten sind aber Robust.
BTW.: Asrock = Asus