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Fazit

Zwei PCI Express-SSDs im Test
Von , Achim Roos

Steht für die Anwendungsbeschleunigung mittels PCIe-SSD-Steckkarte nur ein kleines Budget bereit, dürfte die Frage automatisch beantwortet sein, welchem der beiden Testkandidaten man den Vorzug gibt. Während das Nytro WarpDrive ab 3.900 Euro aufwärts kostet, gibt es die 120-GB-Version der OWC Mercury Accelsior schon für umgerechnet 290 Euro. Vorsicht Milchmädchenrechnung: Dieser Vergleich ist nicht zulässig, weil sich beide Testkandidaten an ein jeweils komplett anderes Publikum richten – im Fall von LSI sind es die Anwendungen im professionellen Serverbereich, bei OWC die PC- und Mac-Pro-Enthusiasten, die ihren Rechner beschleunigen wollen. Wie der Test zeigt und man auch erwarten konnte, ist das Nytro WarpDrive der OWC Mercury Accelsior deutlich überlegen, doch der mitunter mehr als 10-fach höhere Preis gegenüber der OWC-Karte schlägt sich nicht immer in einer 10-fach höheren Leistung nieder.

Das Nytro WarpDrive rechtfertigt seinen sportlichen Preis dennoch durch die gebotene Performance, denn mit seinem RAID-0-Array aus 4 SSDs, angebunden über eine Schnittstelle mit 4000 MB/s Bandbreite, ist es so breitbeinig aufgestellt, dass weder Desktop-SSDs noch der OWC-Konkurrent mithalten können und erstere speziell bei sequenziellen Lese- und Schreibvorgängen hoffnungslos zurückliegen. Auch die im Serverbereich viel wichtigeren hohen Queue-Tiefen kann nur die LSI-Karte bedienen und schneidet hier wesentlich besser ab als die OWC Mercury Accelsior.

Neben der Leistung sprechen aus Unternehmenssicht noch weitere Argumente für die LSI-Karte: Zum einen der Formfaktor, aufgrund dessen sich das Nytro WarpDrive sehr leicht in einen 1U-Server einbauen lässt sowie die damit verbundenen Vorteile gegenüber HDDs wie geringere CPU-Belastung sowie geringere Kosten für Strom und Kühlung. Zum anderen die Garantieleistungen, die alle aus einer Hand kommen, weil der Hersteller ausschließlich seine eigenen Produkte einsetzt. Durchgehend auf Platz 1 steht das Nytro WarpDrive jedoch nicht, denn es muss insbesondere bei geringen Queue-Tiefen Federn lassen, die aber im Serverumfeld nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Die OWC Mercury Accelsior sitzt dagegen etwas zwischen den Stühlen. Trotz ihres RAID-0-Verbunds kann sie sich in der Summe weder entscheidend von den SATA-SSDs absetzen, noch kommt sie annähernd an die Leistung des Nytro WarpDrive heran, was jeweils an der Bestückung mit dem bereits etwas älteren SandForce-Controller SF-2281 liegen dürfte. Mit günstigstenfalls 290 Euro für die 120-GB-Version liefert sie auch preislich kein starkes Argument, wenn es um die Entscheidung für die PCIe-Steckkarte oder eine gewöhnliche SSD geht – unter den PCIe-Steckkartenlösungen ist sie dafür sehr preiswertest. Für Mac-User dürfte die Mercury Accelsior zudem sehr interessant sein, weil sie Mac OS X darauf installieren und das Betriebssystem direkt davon booten können. Die austauschbaren SSD-Blades sind ebenfalls ein Kaufargument, da sich die Kapazität der Karte so nachträglich problemlos erweitern lässt.

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