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Intel Pentium G3258: Offener Haswell für unter 60 Euro

Intel Pentium G3258: Offener Haswell für unter 60 Euro
Von , Chris Angelini

Intel bringt mit dem Pentium G3258 eine günstige Dual-Core-CPU mit freiem Multiplikator auf Basis der Haswell-Architektur. Wie viel Übertaktungspotential wird geboten? Kann AMDs Athlon X4 750K geschlagen werden? Wir lassen beide gegeneinander antreten.

Bis jetzt lief nahezu jede Diskussion über einen Budget-Prozessor für Enthusiasten entweder auf die dank des offenen Multiplikators leicht zu übertaktenden Modelle von AMD oder auf die nicht übertaktbaren, dafür aber effizienter arbeitende Konkurrenz von Intel hinaus. Üblicherweise wird hier der Core i3 empfohlen, aber wenn das Budget bei unter 75 Euro liegt, bleibt nur der Griff zum Pentium.

Bis jetzt profitierte AMD von Intels starrer Haltung zum Thema Overclocking. Trotz des höheren Stromverbrauchs und der geringeren Performance in unterschiedlichen Einsatzszenarien sind AMDs Prozessoren aufgrund der einfachen Möglichkeit zur Übertaktung nach wie vor beliebt. Wollte man hingegen einer CPU aus dem Hause Intel taktmäßig auf die Sprünge helfen, so stellten bis jetzt der Core i5-3570K und der i5-4670K für jeweils um 190 Euro den Einstieg dar.

Seit Jahren wünschen sich gerade jene Anwender, die mit dem Dreh an der Performance-Schraube von Pentiums und Celeron 300As groß geworden sind, eine freigeschaltete Intel-CPU im Budget-Bereich: Ein derartiger Prozessor hätte das Zeug zum potentiellen Preis-Leistungs-Hammer!

Als nun kürzlich seitens der Kalifornier bekannt gegeben wurde, dass ein derartiges Modell kurz vor der Veröffentlichung stünde, löste dies eine kleine Welle der Begeisterung in der Redaktion aus. Bei AMD dürfte die Ankündigung allerdings mit Grabesminen zur Kenntnis genommen worden sein.

Intels Pentium G3258: Der Wolf im Schafspelz?

Anlässlich des nunmehr 20. Geburtstags der Pentium-Prozessorreihe, der streng genommen schon im letzten Jahr hätte gefeiert werden müssen, bringt Intel nun den G3258 auf Basis der aktuellen Haswell-Architektur auf den Markt. Mit einem Standard-Takt von 3,2 GHz liegt er in der Mitte des Taktbereichs, den die übrigen Pentium-Modelle mit 3,0 bis 3,4 GHz abdecken. Keiner dieser Prozessoren bietet die Turbo Boost-Technologie der teureren Core-CPUs, keiner bietet Hyper-Threading und alle - einschließlich des G3258 - haben lediglich zwei Rechenkerne.

Jeder dieser Kerne kann auf jeweils 256 KByte L2-Cache sowie einen gemeinsam genutzten L3-Cache von insgesamt drei MByte zurückgreifen. Intel spendiert den Prozessoren die normale, integrierte HD-Graphics-Lösung mit zehn Execution Units, die mit 350 bis 1100 MHz ans Werk geht: Auch das entspricht der Ausstattung der bereits erhältlichen Pentium-Prozessoren. Zudem wird die TDP des Pentium G3258 wie bei seinen Geschwistern mit 53 Watt angegeben.

In einem entscheidenden Punkt hebt er sich dann allerdings von der Verwandtschaft ab: Der G3258 verfügt als einzige Pentium-CPU über einen freien Multiplikator und bietet somit die einzig sinnvolle  Möglichkeit zur Übertaktung von Intel-Prozessoren. Erst vor kurzem konnten wir Intels aktuelles und ebenfalls der Haswell-Familie entspringendes Sockel-1150-Flaggschiff in Gestalt des Core i7-4790K auf bis zu 4,7 GHz übertakten. Das lässt auch für den kleinen Pentium G3258 auf etwas Spielraum hoffen, um den Takt deutlich über den Standard-Wert von 3,2 GHz hinaus zu steigern. Genauso wäre es allerdings möglich, dass sich der Dual-Core-Prozessor als etwas weniger flexibel erweist. Was davon letztlich zutrifft, wird sich allein durch ausprobieren klären lassen, denn wir halten hier den ersten, übertaktbaren Haswell-Chip mit zwei Kernen überhaupt in Händen.

Intel spendiert dem Pentium G3258 zudem die Quick Sync-Technologie, die die Dekodierung von Multimediadaten im H.264-, VC-1- und MPEG-2 Format ebenso beschleunigt wie das Encoden von H.264-Material, wenn man dazu auf entsprechend angepasste Programme zurückgreift. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei nur um ein relativ kleines Zusatzfeature für die Pentium-Familie zu handeln. Wer allerdings bereits den entsprechenden Abschnitt in unserem Test des Core i7-4770K gelesen hat, wird schnell feststellen, dass es sich dabei um einen wahren Segen für alle jene Anwender handelt, die viele multimediale Inhalte konsumieren oder Filme zum Einsatz auf mobilen Endgeräten in ein anderes Format umrechnen lassen.

  Intel Pentium G3258 AMD Athlon X4 750K Intel Core i3-4330
Kerne/Threads:2/24/42/4
Basistakt:3.2 GHz3.4 GHz3.5 GHz
Maximaltakt:3.2 GHz4 GHz3.5 GHz
Cache:2 x 256 KB L22 x 2 MB Shared L22 x 256 KB L2
3 MB Shared L3kein L34 MB Shared L3
Fertigungsprozess:22 nm32 nm22 nm
Maximale TDP:53 W100 W54 W
Unterstützter Arbeitsspeicher:DDR3-1333DDR3-1866DDR3-1600
Freier Multiplikator für Übertaktung:JaJaNein
Integrierte Grafikeinheit:HD GraphicsNoneHD Graphics 4600
Preis (Geizhals):ab 58 Euroab 59 Euroab 106 Euro
Alle 33 Kommentare anzeigen.
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  • Tesetilaro , 25. Juni 2014 09:12
    goil... damit wird budget rechner bauen wieder spaßig - schade für AMD :-(

    Aber, was der Test auch recht eindrucksvoll zeigt, für den "ich zock mal nach feierabend ein paar stunden" Gelegenheitsspieler reicht auch eine "popelige" dual core CPU aus, um glücklich zu werden...
  • Derfnam , 25. Juni 2014 09:27
    Der 55 Euro-Kühler, gehört der ebenfalls zum Kauftipp :D  ?
  • MyRunner , 25. Juni 2014 11:10
    Das freud doch jeden: 256 MByte L2-Cache
  • Myrkvidr , 25. Juni 2014 12:12
    Natürlich! Mit dem Boxed-Kühler hätte der sich wohl kaum schön hochtakten lassen ;) 

    L2-Cache ist gefixt, thx! 256 MB wären natürlich wundervoll gewesen...

    Ich hoffe, der Trend setzt sich fort - früher konnte man sich ohne Probleme einfach nur zum Benchen 2-3 CPUs holen, aus Spaß ausloten und benchen und dann im Freundeskreis verteilen. Die K-CPUs lassen sich angesichts der PReises allerdings nur schwer vermitteln. Low Budget OC ftw!
  • Derfnam , 25. Juni 2014 12:37
    Das wär doch aber mal ne Aufgabe für den Kühlertester, an Material dürfte es kaum mangeln: langt der Kotetsu, langt der 120M Rev. A uswusf bis etwa 30.-, um aus dem Pentium die 4,5 GHz rauszukitzeln? Bye, bye, Bay Arena, hello Benchtable.
  • amd64 , 25. Juni 2014 12:49
    Wann wird der Heatspreader entfernt? :D 
  • echoez , 25. Juni 2014 14:49
    Na da wird mein E8400, der seit 6 Jahren @3.6GHz arbeitet wohl endlich durch seinen Urenkel in Rente geschickt. Der darf dann im Mediaserver @2GHz und gesenkter Spannung seinen Ruhestand geniessen ;) 
  • klomax , 25. Juni 2014 19:23
    Ist eine schönen CPU! :) 
    Hat viel Dampf und ist sparsam.

    Zwar sind reine 2-Kerner nicht wirklich zukunftssicher, aber dieser reicht sogar noch für einige Spiele, die richtige Multithreader sind.
  • Myrkvidr , 25. Juni 2014 19:52
    Der Macho 120 wird das sicher schaffen, wär aber vielleicht wirklich mal ne Idee - ich hau mal den Chef an und schaue, ob sich irgendwo ein G3258 mit OC-Garantie organisieren lässt, wenn ich den selbst bestelle, hab ich mein übliches Glück und bei 4,2 GHz oder so ist Ende ;) 

    Edit: Huch! Ich hab nur DREI Zeilen getippt und dabei einen ganzen Becher Kaffee getrunken!?!?!? Der war gerade noch voll und frisch... Sehr suspekt...
  • Big-K , 25. Juni 2014 21:08
    Echt 1,3 V sind viel. Dann erzähl ich lieber net was ich anliegen hab. Und ständig will er mehr mehr mehr -.-
    Aber gefällt mir der Kleine. Ist was bekannt wie lang es das Angebot geben wird?
  • Myrkvidr , 25. Juni 2014 22:15
    Huh, gute Frage - ich hab gerade nochmal nachgehorcht, aber da haben Intel überhaupt nichts zu angegeben. Insofern ist anzunehmen, dass er einen ganz normalen Produktlebenszyklus haben wird.
  • Voyager , 26. Juni 2014 01:17
    Warum ist der i3 auf der Verbrauchs-Seite nicht mit aufgelistet ? Macht der I3 dort möglicherweise eine bessere Figur beim Verbrauch und Effizienz weil er schneller als der Pentium mit OC ist und dabei sparsamer bleibt !? Sticht der I3 den Pentium mit OC dann vom Tron und wollte man das im Fazit vermeiden ? Sorry aber so nicht !
    Wenn man den teuren Kühler beim Pentium mit OC dann mit dazurechnet steht der I3 dann auch nichtmehr teuer da.
  • ToniLeo , 26. Juni 2014 09:37
    Mich interessiert die Core-Temp bei Prime-Belastung. Hat Intel die neue bessere Wärmleitpaste (zwischen Die und CPU-Deckel) spendiert wie bei den anderen Haswell-Refreshs? Die alten Haswells wurden punktuell sehr heiß.
  • Myrkvidr , 26. Juni 2014 12:40
    @Voyager: Das hat einen sehr viel entspannteren Grund als im Fazit auf Teufel komm raus zu einer tendenziösen, interessengeleiteten Annahme kommen zu wollen - mit dem i3 ließ sich nicht der gesamte Bechmarkparcours durchspielen (siehe Test) und die Verbrauchswerte werden über den gesamten Benchmarkparcours erhoben. Abgesehen davon wurde auch im gesamten Test kein Wort darüber verloren, dass der G3258 der Ingebriff der neuen Vernunft-CPU ist. Es ist halt ein geniales, weil günstiges Spielzeug für alle, die einen Hang zum Übertakten haben. Der Test soll u.a. zeigen, wie man diesen Spaß an der Sache nun endlich auch mal bei Intel unterhalb von 170/180 Euro ausleben kann. Und der Gegner im gleichen Preisbereich ist nunmal der Athlon X4, nicht der i3. Letztlich gibt es auch gute Kühler für ein paar € weniger als den Noctua, die ebenfalls ausreichen werden.

    @ToniLeo: Schau mal hier, wir hatten den direkten Pasten-Vergleich im Test des i7-4790K anzutesten versucht.
    http://www.tomshardware.de/core-i7-4790k-devils-canyon-cpu-prozessor-performance,testberichte-241578-2.html
  • Derfnam , 26. Juni 2014 12:44
    Und einen besseren als den Boxed als Kühler zu verwenden ist sowieso immer ne gute Idee, so dass die 25.- - 30.- per se immer anliegen, Auswahl s. meine 1. Antwort weiter oben.
  • ToniLeo , 30. Juni 2014 09:37
    @Myrkvidr: Danke für den Link zum TIM-Test der Haswell-Refreshs. Dem Artikel habe ich entnommen, dass mit der neuen TIM die Core Temp bei Prime-Belastung nur um etwa 6 Grad sinkt. Das ist enttäuschend wenig. Ob 80 oder 74 Grad macht keinen großen Unterschied.

    Ich verwende aktuell in meinem Hauptrechner ein Ivy-Bridge-Board (Z77) mit einem Intel 3570k-Vierkerner. Auf der CPU sitzt ein großer Thermalright-Kühler aus meinem vorherigen Rechner, der - im Prinzip - hervorragend Wärme ableitet. Bei Volllast wird die CPU (übertaktet auf 4,2 GHz) rund 80 Grad heiß. Doch der "dicke Kühler" wird nicht mal handwarm. D.h. die Prozessorwärme wird wegen der mangelhaften TIM (statt Verlötung wie bei Sandy Bridge) nicht hinreichend an den Heat Spreader (CPU-"Deckel") und damit auch nicht an den CPU-Kühler weiter geleitet. Den großen und teuren Kühler hätte man sich auch sparen können.

    Bei Haswell-CPUs ist die Lage noch kritischer, weil bei denen die Spannungswandler mit auf dem Die sitzen. Ich hab (Kunden-)Rezensionen von Haswell-Zweikernern (Core i3-4350) gelesen, in denen stand, dass diese CPU in einem HTPC Hitzeprobleme macht, obwohl sie sich gar nicht übertakten lässt. D.h. auf die schlechte Wärmeableitung ab Ivy Bridge (wegen schlechter TIM) kommt bei Haswell noch die Zusatzwärme der Spannungswandler oben drauf.

    Daher war meine Hoffnung, dass Intel bei den Haswell-Refreshs wieder an die gute Wärmeableitung von Sandy Bridge anknüpft - zumindest tendenziell. Diese Hoffnung kann man dann wohl begraben. Habe trotzdem den Pentium Anniversary bestellt. Er soll in ein H97-Board von Asrock, dass Non-Z-Übertaktung zulässt. Die Übertaktungsmöglichkeiten dürften sich damit in Grenzen halten. Jedenfalls lohnt es sich wohl nicht, aufwendige (und teure) Kühler einzusetzen, wenn bei denen die Abwärme gar nicht "ankommt".

    Weiß jemand, ob die Pentium Anniversary (Pentium G3258) mit der oben getesteten "Next-Generation"-TIM ausgestattet sind? Oder haben sie dieselbe "Schmiere" drin wie die alten Haswell-Zweikerner?
  • ToniLeo , 30. Juni 2014 09:54
    Falls Intel im G3258 die alte TIM (statt der neuen Next-Generation-TIM) verwendet und es deshalb Hitzeprobleme gibt, bliebe sonst nur der Kompromiss, eine "vernünftige" Core-Spannung vorzuwählen - z. B. 1,2 oder 1,25 Volt, was Thermoprobleme von Vornherein unwahrscheinlich macht -, und auf Basis dieser Vorgabe so weit zu übertakten, bis die Stabilitätsgrenze erreicht ist. Das ist immer noch besser als ein alter Haswell-Zweikerner, der sich gar nicht übertakten lässt.
  • Myrkvidr , 2. Juli 2014 12:30
    Zitat :

    Weiß jemand, ob die Pentium Anniversary (Pentium G3258) mit der oben getesteten "Next-Generation"-TIM ausgestattet sind? Oder haben sie dieselbe "Schmiere" drin wie die alten Haswell-Zweikerner?


    Gehört zur aktuellen Haswell-Refresh-Generation, also nehme ich nicht an, dass Intel extra für den kleinen Pentium wieder auf das schlechtere Wärmeleitmittel zurückgegriffen hat ;) 
  • ToniLeo , 4. Juli 2014 20:54
    Hab den Pentium G3258 gestern erhalten und in einem Asrock H97M pro 4 verbaut, mit 2 x 4 GB G.Skill Ares (2133 - 9,11,10). Übertakten funktioniert nicht. Stellt man den Multi auf 40, zeigt das Board im BIOS nach Reboot zwar 4000 MHz an (auch wenn der Rechner zwischenzeitlich ausgeschaltet war). Doch unter Windows 7-64 pro läuft die CPU weiterhin mit Standardtakt von 3200 MHz (= Standardtakt), ebenso unter Linux Mint 17. Der schnelle Ares-Speicher wird vom Board nur als DDR3-1333 erkannt. Das Board erkennt das XMP Profil des Speichers nicht. Höchste manuelle Einstellmöglichkeit ist DDR3-1400 (seltsam krummer Wert...). Auch ein anderer G.Skill Speicher-Paar (2 x 2 GB, 1866 MHz) aus einem anderen Rechner lief nur mit der langsamen Geschwindigkeit bis 1400. Beide Speicherpaare sind in anderen Rechnern getestet und laufen dort unter XMP auf vollen Touren. Der Speicher scheidet damit als Fehlerquelle aus.

    Jetzt wüsste er gern, ob die Tatsache, dass XMP-Profile nicht erkannt werden, zurückzuführen ist auf

    a) einen Motherboard-Defekt
    b) ein unausreiftetes BIOS (ist noch 1.0) oder
    c) einen defekten Speicher-Controller im der G3258-CPU?

    Ich tippe auf das Mainboard, und mein Verdacht ist eher Hardware-Defekt.

    Bei neuen CPUs hatte ich bislang selten Probleme, meist lag es am Board.
    Das aktive Seasonic Netzteil hat nur einen 4-poligen 12V-Stecker, aber es lief in alten Rechner sehr gut, und im Asrock-Bios habe ich alle Haswell-Stromsparoptionen, die Probleme in der 12-V-Schiene verursachen könnten (CPU schaltet sich ab) außer Kraft gesetzt.

    Man sieht mal wieder, dass es dämlich ist, neues Zeug als Erster zu kaufen...
    Hat hier jemand eine Idee?
  • MyRunner , 4. Juli 2014 22:20
    Wahrscheinlich kennt das BIOS die CPU noch nicht, denke ich mal. Und ob der Speicher auf der QVL steht, kannst Du sicher selbst suchen.
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