Phenom II X2 555 vs. Pentium G6950: Das Dual-Duell

AMD hatte es in letzter Zeit nicht leicht. Im oberen Performance-Segment steht man schon seit der Einführung der Core-2-Linie unter Druck, auch wenn sich die Situation mit dem Phenom II und speziell dem neuen Sechskerner X6 gebessert hat. Dafür hat die Firma im Preissegment bis 100 Euro ein enorm dicht gestaffeltes Portfolio an Zwei-, Drei- und Vierkern CPUs, die viel Leistung für wenig Geld bieten. Dem hat wiederum Intel wenig entgegen zu setzen.

Im Januar stellte Intel die Core-i3- und -i5-Prozessoren mit Clarkdale-Kern vor. Sie besitzen zwei Kerne können und dank Hyper-Threading vier Threads parallel abarbeiten. Für das LGA-1156-Interface  ausgelegt, richten sie sich an die Einstiegs- und Mittelklasse und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Noch wichtiger ist aber aus Intels Sicht, dass man endlich im Preisbereich bis 150 Euro mit AMDs Quad-Cores konkurrieren kann.

AMD ließ dieser direkte Angriff auf seine Hochburg natürlich nicht kalt und antwortete mit mehreren neuen Athlon-II und Phenom-II-Modellen. Gleichzeitig sind die Preise weiter ins Rutschen gekommen. Konkurrenz belebt das Geschäft, und genau das ist hier der Fall. Das Preissegment bis 150 Euro hat dadurch nur noch weiter an Attraktivität gewonnen.

Das spannendste Modell in AMDs aktualisierter Aufstellung war aus unserer Sicht der Phenom II X2 555 Black Edition. Mit einer Taktrate von 3,2 GHz ist dies die schnellste Doppelkern-CPU, die AMD bislang im Angebot hatte. Dabei kann man diesen Prozessor aktuell für weniger als 90 Euro im Online-Handel finden.

Intels direkter Konter auf dieses Modell ist der Pentium G6950, der in der Box-Variante mit um die 80 Euro etwa 10 Euro weniger kostet, dafür aber auch nur mit 2,8 GHz läuft. Außerdem ist er bereits in 32 nm gefertigt und soll für Overclocking geradezu prädestiniert sein.

Für uns stellte sich die Frage, welcher dieser beiden Prozessoren der Einsteiger-Klasse wohl die bessere Wahl darstellt. Wie schlagen sie sich mit Standardtakt gegen einen teureren Prozessor wie beispielsweise den Core i5-750 mit vier Kernen? Und natürlich noch die Frage, die die Overclocker-Fraktion am meisten interessiert: Wie gut lassen sich Taktrate und damit Performance dieser beiden preiswerten Zweikerner steigern?

Also machten wir uns daran, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dabei gab es die eine oder andere Überraschung,  und nicht immer war es eine positive. Auch wir machen Fehler, und so lief dann auch einiges nicht ganz nach Plan. Doch eins nach dem anderen. Zuerst einmal wollen wir unsere beiden Kontrahenten noch mal genauer vorstellen.

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33 Kommentare
    Dein Kommentar
  • bluray
    Ich finde es nicht peinlich, wenn ein Testmagazin einen Prozessor himmelt. Immerhin gehört Extreme-Limit-Testing zu eurem Resort.

    Vielmehr erschreckt mich, dass der Prozessor ohne erkennbare Anzeichen einfach abserbelt. Vielleicht war es einfach ein Montagsmodell und eine Ausnahme, denn normalerweise kündigen auch Intels ihren Unmut über exorbitante Übertaktungsversuche mit Bluescreens an, um sich zu schützen.

    Zumindest haben beide Hersteller, AMD wie Intel aus der Vergangenheit gelernt. Das berühmte Bratferkel schafft man eher selten oder durch Unwissenhit, wenn man den Prozessor mit mehr als 30% mehr Spannung "versorgt" und nicht auf ausreichend Kühlung achtet (also Stickstoff oder sehr performante WaKü).

    Von daher würd ich das einfach mal so sehen, dass die CPU durch widere Umstände euren Testparcours nicht überlebt hat.

    Aber wenn der Intel 4,2 GHz primestable schafft, dann ist er fürs Budget durchaus brauchbar. Immerhin braucht es da bei einem AMD schon viel Glück, ihn auf 4.2 GHz primestable zu bekommen.

    Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht neidisch auf Intel (habe selbst den 1090T), doch muss ich anerkennen, dass man aus den kleinen Biestern doch noch ein klein wenig mehr Pfupf rauskitzeln kann.

    Dafür macht das AMD über den Preis wieder etwas wett... und wenn wir ehrlich sind... wer schafft es schon, seinen 4- oder 6-Kerner regelmässig an den Rand der Verzweiflung zu treiben, wenn er nicht regelmässig Numbercrunching macht oder mehrere Killerapps parallel laufen hat.
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  • Gudi
    Ich finde es gut, dass ihr euch entschieden habt den Versuch und seine Folgen mit in den Artikel aufzunehmen. Das zeigt nur, dass die hohen MHz-Zahlen nicht selbstverständlich sind.

    Ich finde die Clarkdale-CPU allerdings nicht sonderlich interessant, denn wenn jemand ein günstiges System zusammen bauen möchte, wird er sich wohl wegen der deutlich größeren Prozessorauswahl für ein AMD-System entscheiden. Die CPU ist wohl mehr was für OEMs.

    Ihr kommt übrigens über die 4 GHz beim Phenom II wenn ihr die Tests mit Win7 32bit durchführt. anandtech.com hat sich darüber mal ausgelassen. Im Ergebnis haben sie es allerdings genau so gemacht wie ihr, man nimmt trotzdem 64bit und beschränkt sich auf 4 GHz.
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  • crazymath
    Hm da bleibt die Frage, ob ein Athlon II mit 4 Kernen zum gleichen Preis das Bild noch etwas veraendert haette. Schliesslich sind gemaess AMD die Athlons die LowBudget Prozessoren.
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  • Diesel_im_Blut
    Ich sehs jetzt mal nicht so tragisch, dass es den Pentium himmelte. So weis man wie die grenzen wirklich liegen. Somit sollte das jeder Übertakter als Warnung sehen und weis somit wo und wann er aufhören muss.
    Andererseits, ein Hoby Bastler geht wohl auch etwas anders ans Übertakten. Denn so ne CPU zu himmeln ist immer eine Geldfrage.

    Andererseits fide ich den Test auch ohne alle OC Ergebnisse interessant. Beide CPUs haben ihre Stärken und Schwächen. Wer sein Augenmerk auf Spielen legt, ist mit dem AMD besser beraten, für Office Anwendungen sehe ich Vorteile für den Intel.
    Was auch noch interessant wäre für den Nachtest, wenn schon extrem, dann alles, lassen sich beim AMD noch Kerne freischalten? Ich selbst habe den Vorgänger (X2 550 BE) und dies funktionierte wunderbar bei mir. Und man merkt den Unterschied schon gewaltig zwischen zwei und 4 Kernen.
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  • Anonymous
    ... warum erwähnt in dem Test keiner, dass man den Phenom X2-555 recht einfach per BIOS (in den allermeisten Fällen) zum X3 oder gar zum X4 freischalten kann? DAS nenne ich mal einen klaren Vorteil bei dem Preis :)
    Habe selbst einen X2-550 als X3@4,1 Ghz laufen - und das für 80 Euronen...
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  • crazymath
    Weil das halt nicht bei allen funktionieren wird. Bei den Prozessoren, bei denen es klappt, Glueckwunsch. Und ich denke, die Geschichte mit dem freischalten sollte laengstens bekannt und durchgekaut worden sein. Zumindest forumweit...und jene, die es nicht wissen, lassen es lieber:-)
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  • Anonymous
    @tuxpert: ich geb dir vollkommen Recht und schließ mich deiner Meinung an
    @benkraft: Core Unlocking hätte man wenigstens erwähnen müssen, wenn man schon auf Overclocking testet. Ein X3 wird es in fast jedem Fall, oft gar ein X4. Da´s ist ein gewaltiger Mehrwert bei dem man bei AMD auch bezahlt. Der X2 555 ist preislich schon relativ hoch angesiedelt für einen X2. Ich denke auch dass ein Athlon X2 260 ein fairerer Gegner gewesen wäre. Zum Einen ist das wirklich low-budget, zum Anderen ist es dann ein echter X2 und nicht ein X4 mit 2 abgeschalteten Cores, die aber immer noch gewaltig Leckströme erzeugen. Das ist einfach nicht ganz fair. Und L3-Cache wäre jetzt nicht das, was die meisten füe einen Low-Budget Rechner brauchen.
    Also Nachtest mit einem Athlon zusätzlich wäre super und Core Unlocking gehört erwähnt. Wer sich fürs Übertakten begeistern kann, der wird auch am Unlocking gefallen finden. Und wenn man einen i5 750 mit in den Test nimmt, dann vielleicht auch einen X4 (640,945 oder 955). Sonst spannender Test, vor allem das der Pentium einfach so stirbt, übertakte ja auch und hab mich bisher auch auf Temperaturen verlassen und dann keine Sorgen mehr gemacht. Die Temperatursensoren messen natürlich nie wirklich die korrekten Temps.
    Grüße
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  • benkraft
    derbene@benkraft: Core Unlocking hätte man wenigstens erwähnen müssen, wenn man schon auf Overclocking testet. Ein X3 wird es in fast jedem Fall, oft gar ein X4.


    Wie immer, danke fürs Feedback!

    An sich richtig. Es ging aber eben wirklich darum, wie sich die beiden CPUs als reine Dual-Core-Prozessoren schlagen. Es sind die beiden schnellsten und modernsten Vertreter ihrer Art (echte Zweikerner ohne HT) bei Intel und AMD, die auch noch preislich fast gleichauf liegen (zumindest beim CPU-Preis). Das interessierte uns. :)

    Dass man mit ein wenig Glück tatsächlich ein oder sogar zwei Kerne beim AMD freischalten kann, stimmt. Das ist aber auch hinlänglich bekannt, und wie sich ein Phenom II X3 bzw. X4 schlägt, ist ebenfalls nichts wirklich Neues. Dazu gibt es schon Benchmarks zur Genüge, unter anderem ja auch bei uns.

    Wie so oft kann man es nicht allen recht machen. Hätten wir den Phenom II unlocked, hätte sich die Intel-Fraktion gemeldet und gefragt, warum wir dann nicht gleich den Core i3-530 genommen haben (oder so). Hätten wir den X2 260 genommen, wäre AMD im Nachteil gewesen, denn der Pentium G6950 besitzt ja nun mal wieder L3-Cache... Oder man hätte Athlon II X2 und einen Core 2 gegenüberstellen können, was aber auch schon ad nauseam im Internet zu finden ist.
    Wie gesagt: Es ging um die aktuellen und schnellsten reinen Zweikerner auf preislich ähnlichem Niveau.
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  • Anonymous
    Alles klar. Macht dann schon Sinn so. Danke für die Begründung.
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  • jean luc bizarre
    Sehr schöner und vor allem stingenter Test. Nach der Begründung von Benkraft ist es komplett richtig, dass nicht versucht wurde die Cores freizuschalten. Auch dass ihr euer "Missgeschick" veröffentlicht habt finde ich sehr löblich. Auch die Begründung, warum genau diese CPUs getestet wurden, ist nachvollziehbar.
    Auf Seite 6 finden sich zwischen den Bench-Grafiken noch 2 unübersetzte Absätze.
    Ansonsten: Weiter so!
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  • impaled
    Holt euch einfach einen neuen G9650 und holt die Tests mit moderater Taktrate nach, selbst 2x4 Ghz sollten doch reichen.Wird noch manch einer neidisch drauf sein.
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  • benkraft
    @Jean Luc - Danke, ist behoben.
    @impaled - Teil II folgt bald, da geht dein Wunsch in Erfüllung ;)
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  • Pascha
    Richtig schöner Test, fast sogar mein derzeitiger Wunschtest.
    Mein Wusch wäre der i3-530 gewesen im OC Test. Um zu sehen wie nah er an den I5-750 ran kommt. Da er über HT verfügt ist die Frage nicht unberechtigt.
    Ihr habt ja glaub ich sogar einen da. ;)

    Nur schade, dass der G9650 drauf gegangen ist. Ich warte auf jeden Fall gespannt darauf, daß ihr nen neuen bekommt, und vielleicht nehmt ihr ja dann den i3 530 mit rein oder testet ihn mal seperat.
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  • klomax
    DAAANNNKE! :)

    Endlich mal ein Duell zwischen dem wohl letzten Desktop-Pentium seiner Art und dem Phenom 2 555.
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  • Anonymous
    Irgendwie hemdsärmlig, daß nach dem Abschuss des 1. Prozzesors kein 2. gekauft wurde...
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  • kaan
    Exzellenter Test, die Ausscheidung des Intels war Tragisch jedoch Richtig in der Entscheidung kein 2. Model nachzukaufen, ein KO ist ein KO.
    Eine Frage stellt sich mir beim Cool and Quiete des Phenom II, bei den meisten Boards schaltet sich das Cool&Quiete ab wenn man mit dem Multiplikator hoch geht, wie war das bei eurem Board?
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  • Iraklis
    für einen 10er mehr gibts einen Intel® Core™ i3-530 mit mehr L3 cache und HT :-) von da her ist der G9650 SINNLOS !!!
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  • seeigel
    @Iraklis: für einen weiteren 10er gibt es einen X3
    wo fängst du an und wo hörst du auf?
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  • impaled
    manch einer wird sagen, ok der ist es.2x4 Ghz reicht, schöne Graka, fertig ist die Semmel.
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  • ichebem
    hm^^

    Wirklich, erstmal dachte ich ein super interessanter Test. Und eure Auswahl an CPU´s kann ich auch noch vestehen.
    Aber sagt doch bitte nich dass sie gleich teuer sind, dazu gehört leider einfach immer noch ein Mainboard, und dann wird der AMD günstiger.
    Außerdem vermisse ich ATHLON´s
    Klar. Ihr sagt, die schnellsten reinen 2Kener, gleichzeitigt redet ihr aber auch von low Budget, und low Budget ist dann ein athlon II x2 240.Also streicht entweder das Low Budget raus. Oder nehmt zum Nachtest nen Athlon rein.
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