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Bleibt zu fragen, wohin sich Messe und Aussteller noch entwickeln werden. Vier Messetermine in zwei Jahren sind auch den Großen der Branche einfach zu teuer. CeBIT, Photokina und Funkschau - wohin werden sich Aussteller und Besucher wenden? Auf diese Frage gab auch die diesjährige Photokina keine Antwort. Den Organisatoren dürfte aber zu denken geben, das viele von den Neuausstellern über das Wiederkommen nachdenken. Vom Boom-Thema Car-Entertainment und Home-Cinema, einem Schwerpunkt der letzten Photokina-Schauen, blieb in diesem Jahr schon nichts mehr übrig. Fotos sind das Einzige, was Köln auf Dauer zu bleiben scheint. Der Konsument wird sich wohl daran gewöhnen müssen, das auch auf bedeutenden Ausstellungen wichtige Hersteller einfach fehlen wie Canon auf der CeBIT - oder nur kleine Teile ihres Angebote präsentieren. So hatten durch die Bank die japanischen Aussteller ihre Camcorder zu Hause gelassen und nur ihre Fotokameras mit an den Rhein genommen. Fortsetzung der Photokina dann wohl auf der Funkausstellung.

Solch unangemessene Selbstbeschränkung dürfte die Besucher wenig freuen, schließlich war die Messe in früheren Zeiten der Mittelpunkt der Schmalfilmwelt. Ähnlich ungeschickt ist die neue Aufteilung der Messe. Firmen mit jahrzehntelanger Photokina-Tradition wurden aus ihren angestammten Plätzen in den Hallen eins bis drei vertrieben, um Raum für die Platzhirsche wie Sony zu schaffen. Das Elektronikangebot bleibt trotzdem vollständig zersplittert. Anbieter finden sich sowohl in den Hallen eins bis fünf als auch im mittleren Teil der Messe. Hier, in Halle 10, parkt man gewöhnlich die weniger attraktiven Angebote. In früheren Zeiten waren hier Laborausrüster zu Hause. Nun sind es Firmen wie Microsoft und Adobe. Hier und in Halle 14 (professionelle Fotografie) wurde auch deutlich, das trotz großzügigst bemessenen Laufgängen, viel Botanik und Ruhezonen doch etliche Löcher in der Standgeografie klafften.

Durch Topfpflanzen und Ruhesofas benachteiligt war zweifellos Extensis, deren auf Fotografenbedürfnisse adaptierte Datenbank "Portfolio 7.0" sonst vielleicht noch mehr Lichtbildner an den Stand gelockt hätte. Für 200 Euro bekommt der Fotograf ein professionelles Werkzeug, das unter Windows wie auf Macintosh-Rechnern läuft, um endlich Systematik in sein Fotoarchiv zu bringen. Geordnet wird nach Schlagworten, wobei "Portfolio" auch Metadaten unterstützt. Für 2700 Euro gibt es die Server-Version, mit der man komplette Fotoarchive passwortgeschützt ins Internet stellen kann.

Was es sonst noch gab: Die neue EOS 1Ds Mark II mit einem Sensor, der endlich das gesamte klassische "kB-Format" auszeichnet. Der Kamera-Klotz lockt mit einer Auflösung von 16,7 Megapixeln. Canon lässt sich die gewichtige Bildermaschine mit 8000 Euro vergüten. Wesentlich eleganter ist die erste "mechanische" Digitalkamera, die Epson RD-1. Sie verfügt über einen klassischen Messsucher mit mechanischem Verschluss - wie die legendäre Leica. Die RD-1 ist relativ leicht, lässt alle Objektive mit Leica-Anschluss an sich heran und ist trotzdem eine "echte" Digitalkamera. Notabene: Leica arbeite mit Hochdruck an ähnlichem, zur Photokina 2006 soll bereits ein Labormuster vorgestellt werden. An Netzwerkfähigkeit oder nachrüstbare Funkkarten haben weder die Konstrukteure von Canon noch von Epson gedacht. Da muss man schon ein Häuschen weiter zu San Disk gehen. Die Firma hat eine WiFi-Netzwerkkarte im Flash-Memory-Format im Programm. Nur leider nicht auf der Photokina. "Da sind sie hier auf der falschen Messe" , erläutert der Kundenbetreuer von San Disk, "die Photokina ist nicht die CeBIT" . Da könnte er Recht haben.

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