Einführung zu HDTV: Player, Medien und Bildschirme

Sony und Disney mit Blu-Ray - Universal mit HD-DVD

Letztlich entscheidet der Inhalt über den Erfolg. Eine Vernachlässigung durch die Produzenten, sei es aus Gründen des kommerziellen Misserfolges oder aufgrund der Lobbyarbeit der Hersteller, kann das eine oder andere Format in Schwierigkeiten bringen. Momentan unterstützen einige Produzenten beide Formate. Hier bietet Warner den umfangreichsten Katalog an (siehe unten). Wie zu erwarten, verwenden die Sony Pictures Studios ausschließlich Blu-Ray, genau wie Disney. Studio Canal und Universal setzen ausschließlich auf HD-DVD. All dies kann sich natürlich noch ändern. Die aktuell in HD erscheinenden Filme kommen aus den bereits bestehenden Sortimenten der Produktionsfirmen. Und man muss feststellen, dass man sie, zumindest teilweise, eher nicht aufgrund ihrer künstlerischen Qualität ausgesucht hat. Bis zum Ende des Jahres werden in beiden Formaten ungefähr dreißig Titel erhältlich sein. Allerdings versprechen uns die Studios, die auf beide Formate setzen, die gleichzeitige Veröffentlichung in allen drei Formaten. Warner hat sogar angekündigt, dass dies vom ersten Quartal des Jahres 2007 an für alle Filme gelten soll.

Kodierung: MPEG-2 und VC-1

Die Kodierung der Filme ist bei beiden Formaten identisch. Momentan handelt es sich zum einen um das neue VC-1-Format, entwickelt von Microsoft, zum anderen um das klassische MPEG-2-Format, das bereits bei DVDs verwendet wird. Die Kompression bei MPEG-2 ist relativ gering, was dank der variablen Datenrate von bis zu 48 MB gegenüber nur 12 MB auf DVDs zu einer besseren Qualität führt. Doch aufgrund der höheren Auflösung benötigen die Filme wirklich sehr viel Platz. Das VC-1-Format bietet demgegenüber eine bessere Qualität bei geringerem Platzbedarf. Außerdem scheint es, als seien VC-1-kodierte Filme weniger anfällig für Bildrauschen. Das Problem ist, dass man nicht erkennen kann, welche Filme VC-1- und welche MPEG-2-kodiert sind. Laut Warner sind all ihre Filme VC-1-kodiert, und tatsächlich ist die Qualität bei diesem Produzenten im Allgemeinen die beste.

Die Erklärung von Steve Nickerson, Senior Vice President Marketing bei Warner, lautet: "Abgesehen von einigen anfänglichen Titeln auf Blu-Ray verwenden wir inzwischen bei beiden Formaten ausschließlich die VC-1-Kodierung." Hier sind also keine Unterschiede zwischen den beiden Formaten zu erwarten. "Wir setzen exakt die gleichen Techniken ein, daher sind die Filme in beiden Formaten von gleicher Qualität", fügt Nickerson hinzu. Übrigens standen für die Tests einige Warner-Filme in beiden Formaten zur Verfügung, die tatsächlich von ähnlicher Qualität waren, was nicht weiter verwundert: Die Multi-Support-Produzenten werden nicht zwei verschiedene Versionen herausgeben, wo sie doch bereits zwei unterschiedliche Formate bedienen müssen. Der beste Film, der sowohl im Blu-Ray-Format als auch auf HD-DVD vorlag, war "Training Day" von Warner. Der Unterschied zwischen den beiden Versionen ist sehr gering und scheint eher am Abspielgerät als an der Disk zu liegen. Jeder Film ist in 1080p verfügbar, mit einer Auflösung von 1920 x 1080 ohne Interlacing. Und in der Regel ist auch eine Version mit niedrigerer Auflösung vorhanden.

Audioformate bei HD-Video: Dolby Digital Plus

Ein Wort zum Sound. Um auch hier die Qualität zu verbessern, sind neue Dolby- und DTS-Formate entwickelt worden. Da mit 7.1 eigentlich schon die Grenze erreicht ist, wenn man sein Wohnzimmer nicht gerade in ein Klanglabor verwandeln will, kann man eine weitere Multiplikation der Kanäle getrost vernachlässigen. So bleibt als Optimierung wie für das Bild nur eine geringere Kompression, um wahrnehmbare Verluste weitestgehend zu verhindern. Natürlich bracht man eine Heimkino-Anlage, welche die neuen Formate dekodieren kann. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob der Sound wirklich noch einer weiteren Verbesserung bedarf. Das neue Dolby-Format nennt sich Digital Plus und ermöglicht eine geringere Kompression als DD und damit einen detaillierteren Klang. Die verzehnfachte Datenrate (6144 kBit/s anstelle von 640) gibt einen Eindruck davon. Die für den Test zur Verfügung stehenden Filme waren alle mit diesem Format kompatibel. Auch das Pendant DTS mit dem Suffix HD wird bei einigen Filmen verwendet. Mit diesen neuen Formaten und dem, was sie wirklich leisten, wird sich noch ein spezieller Artikel beschäftigen.

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8 Kommentare
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  • footas
    [...] Alle, die um jeden Preis einen dedizierten Player mit HDMI-Anschluss wollen, sollten bis Ende Januar warten. Dann werden die Player von Toshiba für 600 bzw. 900 Euro im Handel erhältlich sein.


    - Alles klar.
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  • Anonymous
    Bluray oder HD DVD Player machen erst Sinn wenn 1080p 24hz ausgabe über HDMI Möglich ist, und die Bildschirme das Signal aus verarbeiten können.

    Sonst hab ich zwar ne höhere Auflösung, aber dafür hab ich nen ruckeln beim abspielen. ähnlich wie wenn man ne DVD am TFT Bildschirm am PC sich anschaut.

    sauberes ruckelfreies abspielen ist auch sehr wichtig für nen realistisch wirkendes Bild.
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  • schorschy0070
    wieso soll man ruckler bei dvd über pc+tft haben? :shock: - is mir noch nie aufgefallen, habe einen pc mit 19" TFT und da ruckelt nix! gar nix, weder über satellit noch beim dvd schauen. diese theorie ist mir total neu
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  • DocDVD
    Zitat:

    Ländercode: Drei Regionsvarianten

    Für Blu-Ray- und HD-DVD-Filme gibt es eine Einteilung in nur drei Regionen:

    * Zone A: USA, Kanada und Japan
    * Zone B: Europa, Neuseeland, Naher Osten und Afrika
    * Zone C: Asien und Russland


    Für HD-DVD gibt es keinen RegionalCode, das Format ist (bis dato) codefree. Das sollte man vielleicht entsprechend erwähnen, da es IMO für den Kunden einigen Unterschied macht.

    Irgendwie hat das wohl keiner vernünftig recherchiert?
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  • Anonymous
    @schorschy0070


    dein wird mit 60hz angesteuert, wenn es ein TFT ist, auf ner normalen PAL DVD (wie man sie hier zu 99% findet) hat das material aber 25hz.
    Auch wenn du Fernsehen guckst über den PC ruckelt es bei Pal Material (25hz), das ist technisch bedingt.

    Du hast 25 vollbilder pro sekunde.
    Bei nem 100hz fernseher ist das kein Problem, er zeigt jedes Bild 4mal nacheinander an, logisch soweit?

    Bei 25 Vollbildern, und deinem TFT mit 60Hz (wie auch den meisten LCD TV, die arbeiten auch fast alle noch mit 60hz über HDMI und DVI) hast du nun ein problem.

    Zeigst du jedes Bild 2mal an, kommst du auf 50bilder pro sekunde, dein TFT stellt aber 60bilder pro sekunde da, das lässt sich nicht ändern, weil die elektronik es nicht anders kann.
    Die fehlen also noch 10 bilder pro sekunde, dein Material hat aber 25 bilder pro sekunde, was wird gemacht?

    Ganz einfach, manche Bilder werden 3mal angezeigt, andere nur 2mal, damit es passt.
    Problem: Das Bild ist nicht mehr wirklich flüssig, kannst dir ja wohl vorstellen, wenn manche Bilder öfter angezeigt werden müssen als andere.
    Manche Leuten nehmen dieses Phänomen nicht war. aber es existiert, googlet einfach mal nach mikroruckeln.

    Auf Bluray und HD DVD sind die Filme hingegen nur mit 24 bilder pro sekunde gespeichert. (1080p 24hz).
    Man kann das ganze dann zwar als 1080p 60hz ausgeben, sodass es die meisten LCD Displays wiedergeben können, doch dann hat man wieder dieses ruckeln drin, und das ist wirklich kein genuss imo, und bei richtig teuren geräten, um die 2000eus, für mich auch nicht hinnehmbar.

    Guck dir einfach mal nen Film über PC an, und dann über nen alten Röhrenfernseher, an dem nen DVD Spieler hängt, und du siehst was ich meine.

    Also sollte man warten bis es Geräte gibt die 1080p 24hz kompatibel sind, weil in dem format sind die filme auch gespeichert, und wieso sollte man sie dann in einem anderen format ausgeben?
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  • schorschy0070
    @Rach78
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  • schorschy0070
    @Rach78

    (Man soll nicht mit der Tabulatortaste arbeiten... Info :D )

    Besten Dank für die Info - wär mir so aber noch nie aufgefallen - evtl doch mal brille kaufen :D

    Rein theoretisch würde mir jetzt also ein Röhrenmonitor ein flüssigeres Bild liefern (Hab noch eine 24" Kiste im Keller stehen) mal testen cu

    schorschy0070
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  • Anonymous
    Wichtig ist nicht die Technik Röhre oder TFT sondern mit welcher frequenz er letztendlich betrieben wird.

    Bei Pal(25Hz) sollte das Geärt mit einem vielfachen der Zahl 25 arbeiten.

    Bei nem Röhrenmonitor bei 60Hz hättest du genau dasselbe Problem.

    Oder spiel einfach mal NTSC Material ab auf deinem TFT. da dieses Material áus 30 vollbildern pro sekunde besteht, tritt das genante Phänomen nicht auf, da 30hz und 60hz wunderbar zusammen passt.

    Irgendwie auch sehr dumm gemacht von der Industrie, erst gab es für HDTV die standards 720p und 1080i, da hieß es warten auf 1080p, und nun heißt es warten auf 1080p 24hz.


    Aber wie gesagt manchen fällt es gar nicht auf, aber wenn man genau weiß worauf man achten muss sieht man es schon, oder wenn bei einem die Ansprüche etwas höher sind.

    Hab selbst einen Beamer und wollte eigentlich dann auch immer über den PC DVD gucken und das ganze auf dem beamer ausgeben, doch letztendlich hab ich mir nun doch wieder nen DVD player gegönnt, wegen dem 60hz problem.
    Gibt zwar tools welche die grafikkarte dazu bewegen in 50hz bilder zu liefern, doch das funktionierte bei mir nicht
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