Testsystem und Messverfahren
Unser deutsches Testsystem für Leistungsaufnahme und Performance von Consumer- und Workstation-Grafikkarten wurde in Kooperation mit HAMEG (Rohde & Schwarz) für die besonders exakte Messung in möglichst kleinen Intervallen konzipiert und in mehreren Schritten realisiert.
Nur der Einsatz professioneller Technik kann den gesteigerten Anforderungen von AMDs Power Tune und Nvidias Boost sowie den damit verbundenen sehr großen Lastwechseln noch wirklich gerecht werden. Deshalb werten wir alle zu messenden Ströme und Spannungen mit einem 500 MHz schnellen Mehrkanal-Oszillographen (HAMEG HMO 3054) aus, der auch das gemeinsame Speichern dieser Daten und eine sinnvolle Fernsteuerung erlaubt.
Die Messungen der drei hochauflösenden DC-Stromzangenadapter (HAMEG HZO50) erfolgen zum einen an einer speziell für uns angefertigten Riser-Card für die 3.3V- und die 12V-Schiene, die auch PCI-E 3.0 unterstützt und auf kurze Signalwege setzt, sowie an der Versorgung über die PCI-E Stromversorgungskabel, die wir entsprechend präpariert haben.
Die Spannungen messen wir direkt an einem modifizierten Abgriff am Single-Rail-Netzteil. Für unsere Detailmessungen arbeiten wir jetzt mit einer Auflösung von zwei Millisekunden, da somit alle Schwankungen von AMDs Power Tune bzw. Nvidias Boost sicher aufgezeichnet und bewertet werden können. Auf Grund des sehr hohen Datenvolumens für alle zu messenden Kanäle haben wir die Messdauer auf insgesamt zwei Minuten begrenzt.
| Messverfahren: | Berührungslose Gleichstrommessung am PCI-E Slot (Riser-Card) Berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCI-E Stromversorgung Direkte Spannungsmessung am Netzteil |
|---|---|
| Messgeräte: | 1x HAMEG HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph 3x HAMEG HZO50 Stromzangenadapter (1mA-30A, 100 KHz, DC) 4x HAMEG HZ355 (10:1 Tastteiler, 500 MHz) 1x HAMEG HMC 8012 Digitalmultimeter mit Speicherfunktion |
| Bench-Table: | Microcool Banchetto 101 |
| PC-System: | Intel Core i7 4930K @4 GHz Asus Rampage IV Black Edition 32 GB Corsair Dominator Platinum DDR3 2133 Enermax TLC 240 AOI-Kompaktwasserkühler 1x SSD 500 GB Samsung 840 Pro 1x SSD 256 GB Samsung 840 Pro |
| Netzteil: | Corsair AX860i mit modifizierten Ausgängen (Abgriffen) |
Was passiert innerhalb von nur 100 Millisekunden?
Eine Menge! Dazu analysieren wir einfach einmal alle drei Spannungsschienen im bereits erwähnten Zwei-Millisekunden-Intervall und betrachten lediglich ein schmales 100-Millisekunden-Fenster als repräsentativen Ausschnitt. Damit stehen uns immerhin noch 50 Messwerte zur Verfügung.
Was wir hier sehen können, lässt uns mit den Netzteilen und deren Baulelementen fast schon echtes Mitleid haben: Sprünge von 140 bis 352 Watt über die externe PCI-E Stromversorgung sind eine ordentliche Hausnummer. Die Lastwechsel auf den anderen Schienen halten sich dagegen in einigermaßen erträglichen Grenzen.

Positiv ist uns aufgefallen, dass sowohl AMD als auch Nvidia bei aktuellen Karten mit externen PCI-E Stromanschlüssen die mögliche maximale Leistung von 75 Watt für den Mainboardslot nicht ausnutzen und auch die Lastwechsel am PEG recht moderat ausfallen. Das trägt auf alle Fälle zum stabileren Betrieb des Mainboards bei und kommt Multi-GPU-Lösungen deutlich entgegen. Wie sich die Leistungsaufnahme der getesten Karte in der Praxis dann darstellt, zeigt die nächste Seite.

die wollte halt auch mal bei den großen mitspielen *g*
- GPU-Z sagt 92-94°C
- Mein eigener Sensor-Log am Oszillographen im Schnitt 93-94°C
- Im offenen Aufbau kommt man deutlich unter 90°C
Das waren die mit Abstand höchsten Auslese- und Messwerte für diese Karte. 110 °C hatte ich nie, wobei die auch noch gehen würden. Das, was TUL da verbaut, kann sogar bis zu 130°C ab.
Allerdings hätte ich meine Karte vor Wut fast gar nicht getestet, denn sie kam von einer anderen Redaktion total zugekleistert und verbastelt zu uns. Ich habe eine Stunde gebraucht, um die Karte komplett zu reinigen, richtige Wärmeleitpaste sauber aufzutragen und um alle sonstigen Teile wieder sauber und vor allem fest zusammen zu schrauben. Die Karte war im Zustand der Anlieferung bei mir fast 10°C heißer. Praktikantenarbeit oder Schüler? Keine Ahnung...
Gelockt. Bei 1,15 GHz ist Schluss.
Aber:
Ich habe hier eine sehr gute R9 290X zusammen mit einem Engineering-BIOS getestet - alles ab 1,1 GHz aufwärts skaliert performancemäßig kaum noch mit dem höheren Takt. Das ist alles nur noch für die Galerie, denn die Effizienz geht arg den Bach runter.
dieses behämmerte Standard-Bios soll Leute wie Dich daran hindern sich selbst die Hardware zu verkohlen
Scherz beiseite - eine Graka kauft man nach Budget und dem eigenen Leistungswunsch - nicht nach der Möglichkeit die zu übertakten *g* - das gilt zumindest für die überwiegende mehrheit der Käufer
Ich gebe privat generell keine Produktempfehlungen, da bitte ich um Verständnis. Aber man könnte sie sicher kaufen, da sie sicher nicht schlechter als die Karten der Mitbewerber ist