PC-Praxis: So senkt man das Betriebsgeräusch einer AIO Wasserkühlung

Eine Wasserkühlung kühlt besser als viele Tower-Kühler und schafft die Abwärme zielgerichtet aus dem Gehäuse. Doch richtig leise sind vor allem Pumpen mit höheren Drehzahlen im Idle nicht. Doch man kann sich helfen - ein passendes Mainboard vorausgesetzt...

Der Test eines Vorabmodells der neuen AIO-Wasserkühlung Captain 360 von Deepcool brachte uns auf den Gedanken, das vor allem im Idle doch sehr störende Pumpengeräusch irgendwie zu senken, denn diese Pumpe läuft normalerweise ungeregelt mit 12 Volt und sehr hohen Drehzahlen von über 6000 U/min.

Wirklich brauchen wird man die volle Kühlleistung - vor allem im Leerlauf - aber nicht. Andererseits wollten wir aber auch nicht auf die Maximalleistung bei Volllast des Systems verzichten, weshalb eine einfache, konstante Spannungsabsenkung nicht in Frage kommt.

Langsamer laufende Pumpen mit max. 3000 U/min, wie die der meisten Asetek-Derivate (z.B. von Corsair), lassen sich mit der Regelung zwar auch noch etwas zähmen, aber wirklich nützen wird es natürlich weniger. Denn Drehzahlen von unter 1500 U/min lassen die oft flachen Pumpen dann zu schwach agieren und auch die Körperschallausbreitung über das Mainboard nimmt weiter zu.

Um einigermaßen vergleichbar zu bleiben, greifen wir für dieses kleine Experiment aber auf die Raijintek Triton zurück, deren Prototyp wir ja im Artikel Raijintek Triton im Test: Nachfüllbare AIO-Wasserkühlung für unter 75 Euro schon sehr ausgiebig getestet hatten. Nun muss es also das Retail-Modell richten, das wir einer harten Belastung aussetzen.

Wir nutzen dafür einen gebinnten Core i7-5930K und lassen ihn auf 4,8 GHz laufen.

Mit knapp 140 Watt reiner Verlustleistung (inkl. Spannungswandler- und anderer Verluste 172 Watt) entsteht einerseits genügend Abwärme und andererseits müssen wir ja auch dafür sorgen, dass das System stabil bleibt. Wir können jetzt schon verraten, dass die Verlustleistung mit steigender Temperatur deutlich ansteigt, jedoch sowohl beim direkten Betrieb der Pumpe mit 12 Volt als auch geregelt über das Mainboard den gleichen Maximalwert erreicht.

Was uns der Kurvenverlauf schon einmal deutlich zeigt: Je kühler eine CPU läuft, um so weniger Verlustleistung fällt an und um so niedriger kann auch die für einen stabilen Betrieb nötige Kernspannung Vcore gewählt werden! Gut und leise zu kühlen ist also nicht nur ein Geschenk für die Ohren, sondern auch für die Umwelt und das Herz jedes Heimübertakters, der sich am Ende noch das gewisse Etwas an Mehrleistung wünscht.

Wie sich nun die beiden Betriebsvarianten unterscheiden und wie wir das Setup gestaltet haben, steht auf der nächsten Seite. Hier zum Abschluss noch kurz das verwendete Testsystem im Überblick:

Testsystem
CPU
Intel Core i7-5930K @4,8 GHz
AIO-Wasserkühlung
Raijintek Triton Core (retail)
RAM
Corsair Vengeance LPX schwarz DIMM Kit 16GB, DDR4-2800
Lüfter Radiator
2x Noiseblocker Black Silent Pro PL-1 (Regelung übers Mainboard)
Lüfter Rückseite
1x Noiseblocker Black Silent Pro PK-1 @540 U/min (abgeregelt)
Lüfter Front
2x Noiseblocker Black Silent Pro PK-1 @540 U/min (abgeregelt)
Grafikkarte
Palit GTX 980 Super JetStream (Lüfter im Idle mit 0 dB)
Netzteil
be quiet! Dark Power Pro P10 850 Watt
Gehäuse
Corsair Obsidian 760D
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14 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • 7664stefan
    Hey, wann gibt es die Triton denn im Handel. Ich schau jetzt schon seit ein paar Wochen und sehe...nix. :-/
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  • FormatC
    Die Core Version kommt ohne Lüfter und ist sicher die beste Wahl :)
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  • Tesetilaro
    danke für den informativen test, aber noch mal blöd gefragt kann und muß man so eine geschichte reinigen und wieviel aufwand ist das? (Ich meine den wasserteil des ganzen, nicht die befreiung des Radiators von Staub...)

    wenn wir die triton mal als beispiel hernehmen?
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  • FormatC
    Lassen wir den Ausbau der montierten Pumpe mal außen vor...

    Ablassen dauert keine 10 Minuten. Ausspülen auch nicht. Und das Befüllen bekommt man mit Entlüften in unter 30 Minuten hin.
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  • Tesetilaro
    wie oft ungefähr, die quartals / halbjahresweise reinigung eines luftkühlers ist ja doch etwas fixer... klar, ab einer bestimmten CPU größe sinnvoller mit wasser zu kühlen - mir gehts auch nur drum mal ne hausnummer zu kennen, falls ich doch mal in versuchung geraten sollte *g*
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  • FormatC
    Wenn das Coolant gut ist, reichen 2-3 Jahre als Intervall aus. Wichtig ist, am besten einen Radi aus Kupfer zu nutzen. Eletrololyse kann zwar durch passende Zusätze minimiert werden, aber es gibt sie trotzdem.
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  • Tesetilaro
    danke, das klingt jetzt erst mal wenigerschlimm als ich erwartet hätte - vielleicht könnt Ihr für die geneigte Leserscahft so ein "Wie reinige ich die Wakü" als Video / Bild unterstützten Artikel aufsetzen... hab halt keine Ahnung wie aufwändig der Artikel wäre / wie interessant - vielleicht gibts da noch andere Meinungen ;)
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  • FormatC
    Da ich demnächst eine große WaKü zusammenbaue, kann man das vielleicht irgendwie verbinden. Wobei es zum Reinigen genügend Infos gibt.
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  • Tesetilaro
    aber nicht von tomshardware *g* und ich lese nicht fremd :-P

    scherz beiseite, war nur ein vorschlag - ein vernünftiger einbau guide sollte als erklärung für die reinigung fast mit reichen...
    Wobei n Anbetracht der zunehmenden Wakü bündels mit AMD CPUs und GPUs vielleicht wirklich ganz sinnvoll ;)
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  • Big-K
    Ich habs jetzt net kapiert ;-) sind das dc Pumpen in den Sets? Normal hat man doch da noch ne Platine mit Wechselrichter oder sowas? Hast du mal die Leistungsaufnahme der Pumpe gemessen es heißt immer wieder der Board Ausgang sei zu schwach.

    Aquacomputer empfielt ein mal im Jahr die Kühlflüssigkeit zu tauschen, kann aber net sagen ob das nötig ist seh kein Unterschied zwischen alt und neu.
    Hab auch nen Filter drin den ich alle paar Wochen/Monate sauber mache das geht recht fix (5min). Dann sitzt da immer so schwarzes Zeig drin kann aber nicht sagen ob das Kumpfer- Alu- oder Eisenoxid ist hatte mal nen Stahlradiator drin der war gratis ;-). Davon kann ich nur abraten.
    Außerdem sollte man nicht versuchen mit Silikon etwas ab zu dichten das löst sich recht schnell wieder auf.
    Wenn man CPU/GPU Block mit reinigen will ist man schon etwas beschäftigt gerade wenn die Dichtung nicht mehr passen wollen weil sie sich gelängt/verkürzt haben :(
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  • FormatC
    Das sind normale 12V DC-Pumpen und sie lassen sich locker an den Mainboardanschlüssen betreiben. Das bleibt unter 4-5 Watt und geht damit locker durch.

    Tja, das mit den unterschiedlichen Metallen ist schon ein Thema. Ich würde auch keinen Alu-Radiator verwenden, Stahl gleich garnicht. Es ist ja auch die Frage, was man alles dran hängen hat. Ich sitze hier an einem SLI/Triple-SLI + CPU, da wird sicher mehr Klimbim entstehen, der gereinigt werden sollte. Ich kenne einen Verrückten, der kocht die Kupferteile immer mit einer Tablette Chemie blank, aber man kann es auch übertreiben :D
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  • Big-K
    Hab leider keinen dritten pcie slot sonst wär ich wohl auch schon bei 3 ;)
    Was ist denn das für Zeug kann ja nix schaden für den Fall der Fälle. Aber eigentlich sollte ja das unedelste zuerst Oxidieren also Alu. Da Alu aber nur eine dünne Oxidschickt bildet könnte dann doch das Kupfer grün werden. Aus Erfahrung kann ich aber sagen das Aluoxid schwarz ist, also aussieht wie das was sich langsam im Filter absetzt.
    Hab schon überlegt ob ich mal nen kaputten Lipo schlachte und als Opferanode verwende. Aber da es direkten Kontakt haben muss wird das wohl nicht funktionieren außerdem hätte ich dann den Mist im Kreislauf.
    Also mal abwarten wie lange das gut geht.
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  • FormatC
    Normalerweise wird ja selten wirklich reines Kupfer verwendet, da kann selbst Kupfer mit Kupfer auf dauer nette Parties feiern. Wenn ich zeit habe, trenne ich mal eine AIO auf, die ich seit 2 Jahren in täglicher Nutzung habe. Deren Kühlleistung hat schon ordentlich nachgelassen.
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