Microsoft Project Scorpio: Das SoC im Detail

Zuletzt deutete sich bereits an, dass Microsoft nicht mehr zu lange warten wird, um die technischen Details rund um seine neue Spielkonsole, die aktuell unter dem Namen Project Scorpio geführt werden. Nun sind allem Anschein die Parameter rund um den Prozessor öffentlich geworden. Die Project Scorpio bekommt ein SoC, dass in einer Strukturbreite von 16 Nanometern von TSMC gefertigt wird und auf einer Grundfläche von 360 mm² sieben Milliarden Transistoren bietet.

CPU

Entgegen früherer Spekulationen setzt Microsoft bei den CPU-Kernen des SoCs nicht auf die Zen-Architektur, sondern greift auf acht Jaguar-Kerne, die in zwei Clustern angeordnet sind und mit einer Taktgeschwindigkeit von 2,3 GHz arbeiten. Der L2-Cache ist vier Megabyte groß. Auch anderer Stelle soll eine umfassende Optimierung für Leistungssteigerungen sorgen. So sollen die CPU und die GPU wesentlich besser in Einklang gebracht und auch die Latenzen reduziert worden sein. Unterm Strich verspricht Microsoft eine Performance-Steigerung im Vergleich zum in der Xbox One genutzten Vorgänger von 31 Prozent. Dank dieser großen architektonischen Ähnlichkeit kann die neue Konsole auch ohne weiteres die Spiele der Xbox One ausführen - ohne Emulator.

Die Redmonder haben außerdem die Last, die auf der CPU liegt, reduziert. Der neue Chip verfügt beispielsweise über einen dezidierten Audio-Prozessor, der auch die Surround-Sound-Technik Dolby Atmos mitbringt. Mit einem Update soll Dolby Atmos aber auch an die Xbox One verteilt werden. Außerdem wird auf eine neue Multimedia-Engine zurückgegriffen, die die Wiedergabe von Inhalten mit 4K-Auflösungen bei einer Bildrate von 60 FPS unterstützen soll.

GPU

Bei der im Prozessor integrierten GPU bewerkstelligt AMD im Boost-Modus eine beeindruckende Geschwindigkeit von 1172 MHz und stellt eine theoretische Rechenleistung von sechs Teraflops zur Verfügung. Die ähnlich leistungsfähige Radeon RX 480 bietet einen Takt von 1120 MHz und wird mit eingeschaltetem Turbo 1266 MHz schnell, allerdings ohne CPU-Kerne im Gehäuse.

Eine weitere große Neuerung bei der GPU ist der Command Processor, der die von der CPU empfangenen Instruktionen auf die diversen Pipelines verteilt und nun überdies eine Hardware-Implementierung von Direct3D 12 mitbringt. Zahlreiche APIs werden nun hardwareseitig verwaltet, wodurch die Durchsätze und die Performance erheblich gesteigert werden. So muss die CPU nun nicht mehr hunderttausende draw calls verarbeiten, sondern nur noch elf Befehle verwalten - der Rest wird durch den Command Processor erledigt.

Und bei Spielen?

Wie bereits angedeutet, kann die neue Konsole die Spiele des Vorgängers ohne weiteres ausführen - Spieleentwickler müssen ihren Code nicht noch einmal anpassen. Dies haben auch die Macher von Forza 6 positiv zu spüren bekommen: Um das Spiel mit einer Auflösung von 4K für die neue Konsole anzupassen, wurden gerade mal zwei Tage benötigt. In dem Moment, in dem ein Spiel Direct X12 nutzt, kann der neue Command Processor die CPU-Last um die Hälfte reduzieren. Zudem lag die Auslastung der GPU bei Forza 6 mit 4K-Auflösung bei nur 60 Prozent, was den Entwicklern noch viel Platz für die Optimierung der Physik, der Testuren usw. bietet.

Außerdem steht den Spielen mehr Speicher zur Verfügung. Von dem zwölf Gigabyte großen Speicher sind acht Gigabyte für Spiele reserviert, bei der alten Xbox waren es nur fünf. Dementsprechend steht auch dem Betriebssystem eine zusätzliche Speicherkapazität von einem Gigabyte zur Verfügung, sodass auch die Oberfläche in 4K wiedergegeben werden kann.

Caractéristiques Project Scorpio Xbox One PS4 Pro
CPU 8 optimierte Jaguar-Kerne (2,3 GHz) 8 Jaguar-Kerne (1,75 GHz) 8 Jaguar-Kerne (2,1 GHz)
GPU 40 optimierte Compute Units
(1172 MHz)
12 Compute Units
853 MHz (XOne)/ 914 MHz (XOne S)
36 optimierte Compute Units (911 MHz)
Speicher 12 GB GDDR5/ 384 Bit (6,8 GHz) 8 GB DDR3/32 MB ESRAM 8 + 1 GB GDDR5/ 256 Bit
Speicherbandbreite 326 GB/s DDR3 : 68 GB/s, ESRAM : 204 GB/s (Xone S: 219 GB/s) 218 GB/s
Festplatte 1 TB/ 2,5 Zoll
500 GB bis 2 TB/ 2,5 Zoll
 1 TB/ 2,5 Zoll
Optisches Laufwerk
4K UHD Blu-ray Blu-ray (XOne S: 4k UHD) Blu-ray

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4 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Plitz
    Etwas enttäuschend, dass kein Zen zum Einsatz kommt und allgemein wirkt die CPU sehr schwach auf der Brust, aber die GPU kann für eine Spielekonsole dann doch recht überzeugen.

    Am meisten interessiert mich aber ob es einen neuen bezahlbaren Xbox Controller dazu gibt. Sind immer noch die besten am Markt ... von den Elite Versionen mal abgesehen, die weder von den Features noch vom Preis spaß machen.
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  • Tesetilaro
    war aber zu erwarten - zen wird seinen weg in embedded / OEM Prozessoren erst in der zweiten Jahreshälfte finden und dann startet die R-Serie, G-Serie ist erst in 2018 dran - leider...
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  • matthias wellendorf
    Ein Zen-SoC hätte an dieser Stelle sehr wahrscheinlich den Nachteil gehabt, dass die aktuellen Xbox-Spiele nicht mehr ohne weiteres nutzbar gewesen wären. Außerdem wäre damit wohl ein deftiger Preisaufschlag verbunden gewesen.
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