Gesamtbewertung
Der Vapochill ist auf jeden Fall eine faszinierende Möglichkeit, Prozessoren weit über ihr Limit auszulasten. Dennoch ist er keine Lösung für einen breiten Anwenderkreis.
Die Installation des Systems ist nur für technisch erfahrene oder begabte Anwender geeignet. Laien sollten lieber ihre Finger davon lassen. Immerhin minimiert Asetek das Risiko von Beschädigungen. Die Netzteilprobleme mit MSI-Motherboards zeigen auch, dass noch eine Menge an Kompatibilitätstests durchgeführt werden müssen. Es sollte nicht die Aufgabe von Anwendern sein, hier als Betatester zu fungieren. Es ist Aseteks erklärtes Ziel, den Vapochill als universell verwendbares Kühlaggregat auf dem Markt zu positionieren. Es wird sich herausstellen, ob Asetek allen Kunden (und damit allen Prozessoren gerecht werden kann). Auf diesem Weg muss noch mancher Kilometer gelaufen werden und einige Steine müssen aus dem Weg geräumt werden.
650 Dollar als Preis ist ebenfalls ein nennenswerter Faktor. Dies ist nicht gerade wenig. In Verbindung mit verschiedenen Prozessoren ergeben sich auch von unserer Seite verschiedene Einschätzungen: Es macht nun einmal kaum Sinn, den Vapochill mit einem Celeron- oder Pentium-III-Prozessor zu betreiben. Ein Athlon 1200 wiederum ist billiger als der Vapochill und immer noch höher getaktet als ein maximal overclockter Celeron oder Pentium III. Diese beiden Prozessoren laufen eben nicht schneller als 1200 MHz und die Anschaffung eines Athlon 1200 mit einem guten Lüfter ist billiger und schneller als ein Celeron mit dem Vapochill. Das Gleiche gilt für den Duron, der in punkto Übertaktung und Performance dem Athlon hinterher hinkt. Damit bleibt eigentlich nur der Athlon von AMD als Kandidat übrig. Aber selbst im Falle der Verbindung von Athlon und Vapochill benötigen Sie eine Plattform mit mindestens 133 MHz FSB-Takt. Wenn Sie dies nun mit hervorragender Systemperformance abrunden wollen, brauchen Sie ebenfalls DDR-SDRAM-Unterstützung. Daher ist die vernünftigste Lösung für eine Vapochill-Plattform momentan ein Athlon auf einem AMD760-Chipsatz mit DDR-SDRAM, danach kommt Ali MaGiK1 mit DDR. Als Alternative wäre sogar der VIA Apollo KT133A mit SDR denkbar.
Das ganze Situation könnte sich positiv verändern, wenn man den Vapochill mit Pentium-4-Prozessoren zusammenbringt. Das enorme Potential des Pentium 4 beim Übertakten ist bereits bekannt: Wir testeten ihn bereits bei 1728 MHz mit Luftkühlung. Die 1888 MHz Taktfrequenz, die wir mit unserem modifizierten Vapochill erreichten, sind immerhin ein guter Anfang. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Intel den Zugriff auf den Multiplikator des Pentium 4 nicht bald sperren wird. Wenigstens gibt es kein Risiko, den Prozessor zu beschädigen, wenn der Evaporator des Vapochill auf einem Pentium 4 aufgesattelt wird - Ecken können nicht abbrechen.
Die geringe Schallemission des Kühlsystems ist eine sehr angenehme Begleiterscheinung des Vapochill. Dies wird durch die qualitativ hochwertigen Lüfter und den exzellenten Kompressor erreicht.
Insgesamt empfehlen wir eine gründliche Überlegung auf Grund der hier präsentierten Fakten. Tom's Hardware kann Ihnen versichern, dass Asetek eine sehr professionell arbeitende Firma ist, in der jede Menge Potential für die Zukunft liegt. In unserem ersten Artikel über Kryotech haben wir bereits angekündigt, dass unserer Einschätzung nach die Prozessoren der Zukunft derartige Kühlsysteme brauchen. Luftkühlung wird der Aufgabe nicht mehr gerecht, die steigenden Temperaturen abzuführen. Momentan ist Asetek mindestens einen Schritt weiter als Kryotech.
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