Mögliche EU-Kartellrechtsuntersuchung von Qualcomm

Laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuters droht Qualcomm, dem weltweit größten Produzenten von Mobilprozessoren, eine EU-Kartellrechtsuntersuchung wegen wettbewerbsfeindlichen Praktiken. Hintergrund dieser Untersuchung ist eine Beschwerde des Nvidia-Tochterunternehmens Icera, welche bereits 2010 bei der EU-Kommission über Qualcomm eingereicht wurde.

Details dieser Klage waren nicht bekannt, doch nun nennt Reuters aufgrund von Aussagen involvierter Personen weitere Einzelheiten. Das britische, auf Smartphone-Chips spezialisierte Unternehmen Icera warf Qualcomm damals vor, mögliche Kunden mit Patentnutzungsrechten und exklusiven Sonderpreisen abgeworben zu haben.

Der Prozess könnte laut den Quellen von Reuters bereits im Herbst starten. Grund hierfür sei die Verurteilung von Intel im Juni zu einer Geldstrafe von 1,1 Milliarden Euro wegen Ausnutzen seiner führenden Marktposition. Qualcomm könnte das nächste Ziel im Visier der EU sein. Antoine Colombani, Sprecher der EU-Kommission für Wettbewerbsangelegenheiten, äußerte sich nicht zu dem Fall. Ebenso schweigt Qualcomm in dieser Sache.

Der Chip-Hersteller ist nicht zum ersten Mal Gegenstand von Untersuchungen. 2010 kam man bei einer EU-Untersuchung zu keinem Ergebnis, da Ericsson und Texas Instrumens ihre Klage damals zurückgezogen haben. Weiterhin ermitteln chinesische Behörden gegen Qualcomm wegen Monopol-Praktiken.

Sollte es nach einem womöglich langen Prozess zu einer Verurteilung kommen, drohen Qualcomm Strafzahlungen bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes.

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